Holz stabiler als Stahl: "Superwood" soll die Bauindustrie revolutionieren
In den USA startet bald die Produktion von "Superwood" - einem modifizierten Holz, das stabiler als Stahl sein soll. Das soll vor allem die Bauindustrie voranbringen.
Moderne Häuser können zwar schon heute überwiegend aus Holz gebaut werden, oft bestehen vor allem große Gebäude aber weiterhin aus Ziegeln, Beton und Stahl. Das US-Unternehmen Inventwood will das ändern - und zwar mit angepasstem, gehärtetem Holz. Durch eine chemische Vorverarbeitung soll dieses "Superwood" zumindest in einer Disziplin - der Zugfestigkeit - Stahl um bis zu 50 Prozent in den Schatten stellen. Ebendieser Wert ist von Stahl zu Stahl stark unterschiedlich und sollte damit mit Vorsicht genossen werden. Für deutlich stabileres Holz gäbe es aber zweifellos viele Anwendungsmöglichkeiten - sofern die übrigen Rahmenbedingungen passen.
Viel Zuversicht, einige Fragen
Mit Blick auf jene gibt sich Inventwood zuversichtlich: Angeblich ist Superwood resistent gegen Feuchtigkeit, Brände und übliche Holzschädlinge. Auch die für Holz typische, starke Ausdehnung soll vergleichsweise gering ausfallen. Möglich wird das alles durch eine Änderung der Struktur: Das Lignin, das zwischen den aus Zellulose bestehenden Holzfasern sitzt, wird durch Chemikalien verflüssigt. Anschließend wird das Holz unter Druck komprimiert. Durch diesen Prozess, der einige Stunden dauert, rücken die Holzfasern näher aneinander und es bilden sich zusätzliche Wasserstoffbrückenbindungen. Diese erhöhen die Stabilität. Gleichzeitig wird das Holz pro Volumen aber auch schwerer - im Vergleich zu Stahl soll der Werkstoff aber trotzdem eine Gewichtsreduktion ermöglichen.
Inventwood will im dritten Quartal dieses Jahres eine gut 8.000 m² große Produktionsanlage für Superwood in Betrieb nehmen und damit zunächst Produkte für Fassaden anbieten. Langfristig soll der neue Holzwerkstoff zudem als tragendes Element zum Einsatz kommen - und auch abseits der Bauindustrie sind Anwendungsgebiete denkbar. Angeblich soll der Einsatz im Vergleich zu Stahl und Beton dabei weniger klimaschädlich sein, konkrete Vergleichswerte werden hier aber nicht genannt. Vor allem die genutzten Chemikalien sind dafür wohl ausschlaggebend. Inventwood spricht diesbezüglich lediglich davon, dass diese aus der Nahrungsmittelindustrie stammen.
Auch interessant: Gläserne Speichermedien aus Deutschland: In Salzwasser gekocht und dann im Ofen gegrillt
Kritisch dürfte außerdem auch der Preis sein. Durch die zusätzlichen Verarbeitungsschritte ist Superwood zweifellos teurer als normales Holz. Wie stark der Aufpreis in der Großproduktion ausfällt, dürfte dabei über die zukünftige Verbreitung entscheiden. Schließlich lässt sich auch Stahl weitgehend klimaneutral herstellen - mit Aufpreis.
Woraus besteht Ihr Haus / Ihre Wohnung? Nutzen Sie die Kommentarfunktion und teilen Sie uns Ihre Meinung mit. Zum Kommentieren müssten Sie auf PCGH.de oder im Extreme-Forum eingeloggt sein. Sollten Sie noch keinen Account haben, könnten Sie über eine Registrierung nachdenken, die viele Vorteile mit sich bringt. Beachten Sie beim Kommentieren aber bitte die gültigen Forenregeln.
Quelle: Techspot / Inventwood

Bei uns in Europa und speziell in Deutschland mit seinen Bauvorschriften wohl eher weniger ein Gamechanger...
Der wächst unglaublich schnell, so das man mehrere Ernten pro Jahr haben könnte und wenn man diesen verpresst wird er richtig wiederstandsfähig.
Man entfernt ja chemisch nicht gewollten Zwischenraum und presst diese weg. Macht man nicht die Fasern kaputt beim Pressen?
Ich frage mich, ob es wirklich so gut ist, wenn es über längerem Zeitraum verbaut ist. Was ist, wenn es z.b. über 20 Jahre wieder die alte Form annimmt und sich dabei vollsaugt wie ein Schwamm.
Wäre blöd es mal wieder ein "Hype"-Produkt ist, was hinterher ein Schwindel ist. Davon gibt es heutzutage viel zu viele.
Das Fixieren von CO2 ist (mal wieder) ein grüner Schwindel. Bitte geht dem nicht auf den Leim. Unsere Deppenregierung mag euch noch so viel von unterirdischen Speichern und Nachhaltigkeit daher fantasieren. Einfach mal die Grössenordnungen angucken und auch den Rest der Welt betrachten.
Man kann den Leuten wirklich alles verkaufen solange man es zur Heilsreligion erklärt und das Unterfangen als schlau und verantwortungsbewusst etikettiert. Dazu noch die Dämonisierung der "Andersgläubigen"; funktioniert in der BRD eigentlich immer.
Ansonsten finde ich das Konzept aus allen möglichen Gründen spitze.
Das Problem das du hast ist ein ganz anderes und zwar bei dem Bäume gepflanzt werden um anderswo CO² Neutral zu sein. Das ist Schwindel.
Übrigens sind E-Fuels genauso Schwindel.
E-Autos sind die Zukunft, Lithium/CO² Bilanz hin oder her.
Denn Strom und Wärme ist das einzige was wir von außerhalb der Erde gewinnen können mit Sonnenenergie.
Lithium könnte man recyclen, wenn nicht heute dann morgen.
So schlimm wie eine >4 Fach laminierte Verpackung aus 4 verschiedenen Stoffen wie z.b. eine Chipstüte oder Milchverpackung sind Batterien nicht.