Klimaanlagen ohne Kältemittel: Europa arbeitet an der technischen Revolution

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Klimaanlagen ohne Kältemittel: Europa arbeitet an der technischen Revolution
Quelle: Magnotherm

Europa steckt in einem Kühldilemma: 80 Prozent der Haushalte haben keine Klimaanlage - und die EU nimmt gerade die Gase vom Markt, auf denen fast alle laufen. Forscher suchen Alternativen, die ganz ohne Kältemittel auskommen.

Europa kämpft gerade mit einer technischen Zwickmühle: Das Werkzeug, das am schnellsten gegen Hitzewellen helfen würde, ist dasselbe, das das Klima weiter belastet. Nur rund 20 Prozent der europäischen Haushalte besitzen eine Klimaanlage - zum Vergleich: In den USA sind es laut der Internationalen Energieagentur IEA etwa 90 Prozent. Gleichzeitig prognostiziert die IEA, dass sich der weltweite Strombedarf für Raumkühlung bis 2050 mehr als verdreifachen könnte.

Das Kältemittel-Problem: Warum herkömmliche Klimaanlagen zur Regulierungsfalle werden

Klassische Klimaanlagen beruhen auf einem Kühlkreislauf, der seit etwa 100 Jahren unverändert funktioniert: Ein Kältemittel wechselt zwischen flüssigem und gasförmigem Zustand und transportiert dabei Wärme aus dem Raum nach außen.

  • Die meisten dieser Gase sind jedoch Fluorverbindungen mit einem Klimawirkungspotenzial, das tausende Male höher liegt als das von CO₂ - falls sie in die Atmosphäre entweichen.
  • Die EU hat 2024 eine Verordnung beschlossen, diese Stoffe schrittweise zu verbieten. Laut Fabian Voswinkel, Energie-Effizienz-Analyst bei der IEA, werden Geräte, die auf diesen Gasen basieren, in einigen Jahren in Europa schlicht nicht mehr verkauft werden dürfen.

Als Übergangslösung stehen natürliche Kältemittel wie Propan oder Ammoniak bereit - beide mit erheblich geringerer Klimawirkung. Propan ist allerdings brennbar, Ammoniak toxisch; beides schafft eigene Sicherheitsanforderungen, insbesondere in der dichten Bebauung europäischer Städte. Das hat einen Teil der Forschungsgemeinschaft dazu veranlasst, einen anderen Weg zu gehen: Kühlsysteme zu entwickeln, die überhaupt kein Kältemittel benötigen.

Festkörperkühlung: Physik statt Chemie

Das Prinzip dieser sogenannten Festkörperkühlung beruht darauf, dass bestimmte Materialien unter äußerem Einfluss - etwa mechanischer Belastung, Magnetfeldern oder Druck - ihre Temperatur verändern. Das erzeugt einen Wärmetransport ohne jede chemische Substanz. Mehrere europäische Forschungsgruppen und Startups verfolgen unterschiedliche Wege zu diesem Ziel.

Am weitesten fortgeschritten ist laut Wired die Gruppe um Paul Motzki, Professor für intelligente Materialsysteme an der Universität des Saarlandes. Sein Team setzt auf Nickel-Titan-Legierungen, die dank elastokalorischer Effekte Räume um 5 bis 10 Grad Celsius kühlen können soll.

Elastokalorischer Effekt erklärt:

Der elastokalorische Effekt beruht auf einer Eigenschaft bestimmter Formgedächtnislegierungen wie dem erwähnten Nickel-Titan.

Wenn man den Metalldraht oder -stab mechanisch dehnt, ordnen sich die Kristallstrukturen im Inneren neu an - das kostet Energie, die als Wärme an die Umgebung abgegeben wird; das Material erwärmt sich also beim Dehnen. Lässt man es wieder los und kehrt es in seine ursprüngliche Form zurück, läuft der Prozess in die andere Richtung: Die Kristallstruktur nimmt wieder ihren Ausgangszustand an, und das Material entzieht seiner Umgebung Wärme - es kühlt ab.

Wiederholt man das schnell genug, hat man einen kontinuierlichen Wärmetransport - funktional also wie ein klassischer Kühlkreislauf, aber ohne jedes Kältemittel und ohne Kompressor. Die Herausforderung liegt in der Materialermüdung: Der Draht muss Millionen von Zyklen überstehen, ohne zu brechen.

Weitere Ansätze in frühen Teststadien - Marktreife offen

Motzki bezeichnete das Potenzial der Technologie gegenüber Wired als möglichen "Paradigmenwechsel", weil sie sich grundlegend von allem unterscheide, was heute auf dem Markt sei. Das Konsortium kooperiert mit dem irischen Unternehmen Exergyn; erste Installationen in Neubauten sind demnach in einigen Jahren geplant. Auch andere Ideen bemühen sich um eine Lösung:

  • Magnotherm entwickelt magnetokalorische Kühlsysteme: Magnetfelder erzeugen darin den Temperaturwechsel. Das Unternehmen erprobt die Technologie zunächst in Kühlregalen einer deutschen Supermarktkette und will sie danach auf Klimaanlagen übertragen.
  • In Großbritannien entwickelt Barocal, ein Spin-off der Universität Cambridge, ein druckbasiertes Verfahren mit Plastikkristallen, die beim Komprimieren Wärme freisetzen.

Die Beurteilung durch außenstehende Beobachter fällt aber noch nüchtern aus. Lindsay Rasmussen vom "Klimatechnik-Accelerator" Third Derivative, der eng mit mehreren dieser Start-ups zusammenarbeitet, bezeichnete das Feld gegenüber Wired als vielversprechend, aber im großen Maßstab noch nicht erprobt.

Keiner der beschriebenen Ansätze kann Stand jetzt herkömmliche Kompressionssysteme gleichzeitig in Effizienz und Preis übertreffen. Rasmussen und Motzki sind sich immerhin in jedem Fall einig, dass das entscheidende Element nicht nur die Technologie selbst ist, sondern wer sie skaliert und wie schnell.

Voswinkel verwies indes auf Paris als Beispiel für einen möglichen anderen Weg: Die Stadt hat ihr Fernwärmenetz vor den Olympischen Sommerspielen 2024 auch auf gekühltes Flusswasser ausgedehnt und kühlt damit unterirdisch öffentliche Gebäude - ganz ohne Kältemittelgas und Einzelgeräte.


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Quelle: Wired, IEA

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    • Kommentare (55)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von muadib Freizeitschrauber(in)
        In meiner Privatwohnung sehe ich keinen Grund für eine Klimaanlage. Wenn mir zu warm ist, ziehe ich einfach nasse Kleidung an.

        Die Klimaanlagen sollten man eher dort verwenden wo es sinnvoll ist und die meisten Privatwohnungen gehören wahrscheinlich nicht dazu. Nervig sind auch klimatisierte Räume, bei denen man im Hochsommer einen Kälteschock bekommt, wenn man sie betritt. Mein Lidl Supermarkt gehört z.B. dazu.

        Besonders toll ist auch, dass Klimaanlagen durch ihren Energiebedarf zum CO2 Ausstoss beitragen, der die globale Temperatur weiter erhöht.
      • Von muadib Freizeitschrauber(in)
        In meiner Privatwohnung sehe ich keinen Grund für eine Klimaanlage. Wenn mir zu warm ist, ziehe ich einfach nasse Kleidung an.

        Die Klimaanlagen sollten man eher dort verwenden wo es sinnvoll ist und die meisten Privatwohnungen gehören wahrscheinlich nicht dazu. Nervig sind auch klimatisierte Räume, bei denen man im Hochsommer einen Kälteschock bekommt, wenn man sie betritt. Mein Lidl Supermarkt gehört z.B. dazu.

        Besonders toll ist auch, dass Klimaanlagen durch ihren Energiebedarf zum CO2 Ausstoss beitragen, der die globale Temperatur weiter erhöht.
      • Von empy Lötkolbengott/-göttin
        Zitat von PCGH_Torsten
        Für Rechenzentren-Verdunstungskühlungen wiederum finde ich Angaben von <1 l pro kWh Wärme (ohne weitere Angabe von Quellen oder Bedingungen).
        Hier steht im Endeffekt, dass man mit einem Liter Wasser ca. 0,68 kWh durch Verdunstung kühlen kann:
        https://de.wikipedia.org/...
        Zitat von PCGH_Torsten
        Nehmen wir mal an, dass eine Raum-Klimatisierung die gleiche Effizienz erreicht, dann wären das 2-3 l Wasser pro Tag (erneut im Jahresschnitt) für das bei elektrischer Kühlung schon grenzwertige Szenario. Verglichen mit 123 l Wasserverbrauch pro Kopf und Tag erscheint das bewältigbar. Um nicht zu sagen: Der Mehrverbrauch wäre ein Tropfen auf den heißen Stein.^^
        Kommt drauf an, wie viel man kühlen will oder muss. Wenn eine Klimaanlage im Schnitt eine halbe Stunde am Tag 3 kW Wärme entsorgt, wären das wohl 2,2l. Das klingt erst mal nicht viel, aber je mehr gekühlt werden muss, desto mehr braucht man halt, während sich gleichzeitig die Versorgung verschlechtert und eigentlich ist unser Überschuss jetzt schon negativ.
        Zitat von PCGH_Torsten
        Alles was so klein ist, dass ein Blatt, ein Spinnnennest oder ähnliches im Vergleich groß wirkt. Wenn dir bei Sturm ein Ästchen in den Kühlturm eines Kraftwerks geweht wird, dann ist das den Pumpen mal sowas von egal, die machen da Faserbrei draus. Wenn du dagegen mit Technik in der für Aquarien oder PC-Kühlungen genutzten Größenordnung arbeitest, dann setzen schon ein paar Pflanzensamen die Strukturen zu und Biofilme müssen bekämpft oder regelmäßig entfernt werden. In geschlossenen Kreisläufen vermeidet man solche Probleme, aber in offenen Verdunstersystemen müssen mittels Wartung adressiert werden. Ein System, dessen Kreislauf jährlich oder gar monatlich bis wöchentlich zerlegt werden muss, hätte keine Marktchance gegen Klimaanlagen, die jahrzehntelang durchlaufen, solange man sie alle 12 Monate mal entstaubt.
        Naja, sollte sich das nicht durch Filter lösen lassen? Wenn man mit einem Lüfter arbeitet, muss man das Ganze auch schon mal nicht nach oben offen lassen, sondern kann die feuchte Luft seitlich wegpusten, das dürfte auch noch mal helfen. Den Zuzug kann man so gestalten, dass es gar keine direkte Linie zur Verdunstungskammer gibt, der Abzug hat eh Überdruck, wenn man mit einem Lüfter arbeitet. Und wenn man mit einem Wärmetauscher arbeitet, der die Radiatoren abtrennt, muss das ganze nur fein genug gefiltert sein, dass eine eventuelle Umwälzpumpe auf Verdunsterseite das übersteht. Das schafft doch eigentlich jedes Aquarium oder jeder Plätscherbrunnen für den Garten und genau wie da, könnte man den Filter dafür doch auch gut zugänglich gestalten.
        Zitat von PCGH_Torsten
        28 °C Außen-Nachttemperatur ist schon richtig heftig.
        Die höchsten Mindesttemperaturen, die hier während der letzten Hitzewelle gemeldet wurden, waren 27°C, da ist man dann nicht mehr weit davon weg und das ist ja auch nur der tiefste Punkt, d.h. einen Großteil der Nacht war es auch da schon wärmer.
      • Von PCGH_Torsten Kokü-Junkie (m/w)
        Zitat von empy
        Aber ist das auch in verbrauchbarer Form verfügbar, wenn jetzt jeder Haushalt anfangen würde im Schnitt mehrere Liter am Tag zu verdunsten?
        Mein Bauch hat das "– noch –" nicht ohne Grund eingefügt.^^ Aber eine exakte Antwort kann ich nicht geben, da ich den Kühlungsbedarf nicht kenne.
        Überschlagsrechnung: Klimaanlagen sollten so 0,1-0,4 kWh Strom pro kWh Wärme ziehen. Bei ~3 kWh Stromverbrauch pro Kopf wäre also alles, was mehr als 1-3 kWh Wärme pro Nase im Jahresschnitt (!) bewegen soll, ein echt großes energetisches Problem. Für Rechenzentren-Verdunstungskühlungen wiederum finde ich Angaben von <1 l pro kWh Wärme (ohne weitere Angabe von Quellen oder Bedingungen). Nehmen wir mal an, dass eine Raum-Klimatisierung die gleiche Effizienz erreicht, dann wären das 2-3 l Wasser pro Tag (erneut im Jahresschnitt) für das bei elektrischer Kühlung schon grenzwertige Szenario. Verglichen mit 123 l Wasserverbrauch pro Kopf und Tag erscheint das bewältigbar. Um nicht zu sagen: Der Mehrverbrauch wäre ein Tropfen auf den heißen Stein.^^

        Zitat
        Naja, was heißt klein? Alles wo kein Platz für einen Wärmetauscher ist?
        Alles was so klein ist, dass ein Blatt, ein Spinnnennest oder ähnliches im Vergleich groß wirkt. Wenn dir bei Sturm ein Ästchen in den Kühlturm eines Kraftwerks geweht wird, dann ist das den Pumpen mal sowas von egal, die machen da Faserbrei draus. Wenn du dagegen mit Technik in der für Aquarien oder PC-Kühlungen genutzten Größenordnung arbeitest, dann setzen schon ein paar Pflanzensamen die Strukturen zu und Biofilme müssen bekämpft oder regelmäßig entfernt werden. In geschlossenen Kreisläufen vermeidet man solche Probleme, aber in offenen Verdunstersystemen müssen mittels Wartung adressiert werden. Ein System, dessen Kreislauf jährlich oder gar monatlich bis wöchentlich zerlegt werden muss, hätte keine Marktchance gegen Klimaanlagen, die jahrzehntelang durchlaufen, solange man sie alle 12 Monate mal entstaubt.

        Zitat
        Tjo, hier nicht so wirklich und in paar Stunden kann man vielleicht mal die Luft austauschen, die Wände strahlen aber weiter munter Hitze ab und man startet den nächsten Tag direkt wieder bei 28°C Innentemperatur. Nicht so ermutigend, wenn es über 40°C werden soll, auch wenn ich die Innentemperatur gnädigerweise noch unter 33°C halten konnte. Aber die wirklich extremen Temperaturen haben ja auch nur drei Tage angedauert. Aber was, wenn es das nächste mal nicht drei Tage 40°C, sondern fünf Tage 42°C sind und die Temperatur nur noch für wenige Stunden auf 28°C fällt? Und das ist ja kein Szenario für in ein paar Jahrzehnten, dafür muss so eine Hitzewelle nur mal in den Hochsommer fallen.
        28 °C Außen-Nachttemperatur ist schon richtig heftig. Ich dachte eigentlich, Fürth wäre schon ziemlich südlich (und die Bebauung hier ist definitiv nicht klimafreundlich), aber da bin ich doch weit drunter geblieben – im ersten Viertel des Tages, wie beschrieben. Die Kunst besteht darin, es so leise zu haben, dass man in diesen durchgehend Kreuzlüften kann, dann kriegt man auch die Wärme wieder raus. Ich hatte vor ein paar Tagen, als es vor dem Fenster deutlich über 40 °C hoch ging, so gegen 0:00 bei 28 °C Raumtemperatur alle Fenster aufgerissen und konnte so bis 8:00 auf 24-25 °C runterkühlen. Das Problem ist halt, dass ich bei offenen Fenstern schlecht schlafe – unter anderem wegen Klimaanlagen in der Nachbarschaft. :-/

        Zitat
        Wieso sollten die durchlaufen? Gerade nachts kann man ja eigentlich eher darauf verzichten, wenn man tagsüber eine starke Aufheizung verhindert hat. Und solange ich noch regelmäßig von den hier vom Hof röhrenden Motorrollern aus dem Schlaf gerissen werde, liegen meine Prioritäten echt woanders.
        Motoroller (und -räder) sind noch schlimmer, das stimmt. Aber zum Glück bei uns nicht die ganze Nacht hindurch aktiv.
        Warum Klimaanlagen das sein "sollten" und was man stattdessen "kann", ist ein ähnliches Thema wie die Qualität der Anlagen: Ich kann nur beobachten, dass sich immer jemand findet, der es macht. Könnte dir hier Stellen zeigen, wo eine gut hörbare Klimatisierung sogar das gesamte Jahr über läuft – bei 40 °C, wo eine Klima sicherlich toll ist genauso wie bei -10 °C, wo eine Wärmepumpe sinnvoll sein könnte. Aber auch bei 10 °C oder 20 °C, wo es ganz sicher nicht Not tut. Insbesondere nicht wenn eine Woche oder länger niemand zu Hause ist.

        Zitat von VanWayne
        Aber bevor ich mir da was zurechtspinne und man das aufnimmt, sollte man sich lieber dazu ein Video anschauen oder etwas darüber lesen.
        Für den Einstieg sollte es schon viel bringen, diesen Thread hier zu lesen.

        Zitat von G4mest3r
        Das Stand da so nicht. Es ging um Verdunstung.
        Worauf Du anspielst ist dann ein Kühlturm oder aktive Berieselung von Wärmetauscherflächen oder Wärmeabgabe an Umgebungswasser (wie Meer oder Flüsse).
        Es ging, in dem Teil, um Alternativen zu Klimaanlagen, wobei das Beispiel Verdunstung aufkam. Dass eine Klimaanlage diesen Effekt auch nutzt, um Kondenswasser loszuwerden, stimmt zwar, bringt einen in einem "statt Klima"-Beispiel aber nicht weiter; da fällt kein Kondenswasser an.
      • Von empy Lötkolbengott/-göttin
        Zitat von G4mest3r
        Das Stand da so nicht. Es ging um Verdunstung.
        Im Post, den ich ursprünglich missverstanden habe, stand das so nicht, aber da ging es wohl auch gar nicht um Verdunstung:
        Zitat von VanWayne
        Vielleicht ginge es mit Finnen und Wasser, wenn man sehr aggressiv die ganze Oberfläche des Hauses nutzt, alles voller Kupfer oder noch besser leitbaren Materialien ausstattet (keine Ahnung, welche) und man das dann mit Wasser durch möglichst riesige Oberflächen mit Finnen leitet. Rein mit Finnen wird es aber nie kälter als draußen. Wie auch? Aber ich habe auch keine Ahnung.
        Bei dem, was [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen] geschrieben hat, schon und da habe ich das schon so verstanden, dass da extern zugeführtes Wasser verwendet wird.
      • Von G4mest3r BIOS-Overclocker(in)
        Zitat von VanWayne
        Das Kältemittel ist auch nicht kälter, aber es nimmt viel mehr Energie auf als andere Medien. Es müsste jedenfalls so sein, weil man ja anscheinend versucht, es durch möglichst viel Oberfläche (also stark komprimiert durch sehr dünne Röhrchen) zu schicken. Das jedenfalls müsste so klappen, dass damit an der Aufnahmeoberfläche eine niedrigere Temperatur als vorher auftritt. Dann müsste das Kältemittel eigentlich viel leichter heiß werden. Sonst würde nichts unter der Umgebungstemperatur sein: kein Kühlschrank, keine Klimaanlage.

        Aber bevor ich mir da was zurechtspinne und man das aufnimmt, sollte man sich lieber dazu ein Video anschauen oder etwas darüber lesen.
        Eijeijei.
        Ein bisschen Grundlagenphysik...

        ALSO, ...
        Das Stichwort heisst Wärmekapazität - wieviel Wärmeenergie ein Medium aufnehmen kann. Wasser z.B. hat eine sehr gute - viel größer als Luft, und es ist leicht verfügbar (günstig). Daher wird Wasser gerne zum Wärmetransport verwendet, mit moderatem Mehraufwand gegenüber Luftkühlung direkt an Ort und Stelle.

        Das weitere ist die Kompressionsfähigkeit.
        Wasser ist so gut wie gar nicht komprimierbar. Gase sind es.
        Die Kompression bewirkt folgendes: unter Druck tun sich die Moleküle schwerer Energie aufzunehmen/zu speichern, als entspannt.
        Praktische Beispiele: Luftpumpe wird heiss/ Kompressor; Druckentlastung an der Pressluftflasche wird kalt = Entspannungsventil - diese vereisen oft ...
        Bildhafte Vorstellung: Entspannt sausen die Moleküle in einem Volumen umher und wobbeln entsprechend ihrer Energie (Energie<->Temperatur. Fügt man Energie hinzu, fangen sie an schneller zu sausen und zu wobbeln, die Temperatur steigt)... Presse ich sie zusammen und verkleinere das Volumen, wird die Strecke zum Rumsausen kleiner, sie kollidieren öfter und werden zunehmend "zittriger".
        Entspannt man das ganze, werden auch die Moleküle wieder "entspannter"

        Komprimiert man Luft, wird diese heiß, kann nicht mehr so gut Energie speichern, da es aufgrund des Temperaturgefälles Energie an die kühlere Umgebung abgibt.

        Noch cooler wird es am Phasenübergang (z.B. zwischen Flüssig zu Gasförmig).
        Hier wird sehr viel Energie aufgenommen/abgegeben um z.B. von einem Aggregatzustand, wie etwa flüssig, in einen anderen, z.B. gasförmig, zu wechseln. die Moleküle müssen ihre intermolekularen Kräfte/Bindungen überwinden - bei Wasser ist das z.B. die Dipolaffinität, die viel stärker noch als die Vanderwaals-Kräfte wirkt).

        Ein gutes Kältemittel ist so eines, dass sich leicht komprimieren und entspannen lässt oder gar zusätzlich seinen Phasenübergang recht Nahe am Modus Operandi hat und dabei große Mengen Energie hin und her schaufeln kann und noch dazu einfach zu handhaben bzw. ungefährlich ist.
        Andere günstige Stoffeigenschaften, wie Viskosität -von der Du sprichst- sind auch hilfreich.
        Das was Du beschreibst ist die Wärmetauscherfläche und der Übertrag auf das Transportmedium. Hier gleichen sich Temperaturen immer nur an.
        Der Trick ist die Entspannung und Kompression, bzw. ergänzend die Verdampfung/Verflüssigung.

        Zitat von empy
        Ja, aber dann ist das Wasser, das aus der Umgebungsluft gewonnen wurde. Hier wäre es ja um Wasser gegangen, das extra zur lokalen Verdunstung von irgendwoher gepumpt worden wäre.
        Das Stand da so nicht. Es ging um Verdunstung.
        Worauf Du anspielst ist dann ein Kühlturm oder aktive Berieselung von Wärmetauscherflächen oder Wärmeabgabe an Umgebungswasser (wie Meer oder Flüsse).

        Wird alles gemacht, je nachdem was vorhanden und günstiger ist.

        Aber Verdunstungseffekte an sich kann man auf vielfache Weise nutzen. Damit ist auch nicht unbedingt eine Kontamination des Kühlkreislaufs einhergehend - worauf Torsten da auch immer anspielt.

        Die Auffassung von Torsten, dass wir "noch" genügend Wasser zur Verfügung hätten, um damit im großen Stil zu Verdampfen oder Flüsse aufzuheizen, teile ich nicht.
      Direkt zum Diskussionsende
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