Einige Nvidia-Mitarbeiter "zu wohlhabend": Probleme mit "Altersteilzeitmodus" [Bericht]
Nvidias Erfolg scheint ungewohnte Probleme zu verursachen: Eine ganze Reihe Mitarbeiter ist nun sehr wohlhabend und verabschiedet sich in den "Altersteilzeitmodus". Im Silicon Valley gibt es den Begriff "Rest & Vest".
Laut einem Bericht hat Nvidia ein ungewöhnliches Problem: Langzeitmitarbeiter sind dank Aktienbeteiligungen wohlhabend geworden und dadurch immer weniger an harter Arbeit interessiert. Das Problem ist wohl so groß, dass Nvidia-CEO Jensen Huang das Thema bei internen All-Hands-Meetings im letzten Monat angesprochen hat, die es wiederum Business Insider zutrugen. Aus einer Liste von vorab eingereichten Mitarbeiterfragen wählte Huang eine aus, in der es um die Frage ging, was mit den alten Hasen zu tun sei, die sich anscheinend im "Altersteilzeitmodus" befinden.
Jeder soll selbst bestimmen, wie hart er arbeitet
Huang antwortete, dass die Arbeit bei Nvidia wie ein "freiwilliger Sport" sei, sodass jeder Mitarbeiter wie der "CEO" seiner eigenen Zeit handeln sollte. Er räumte ein, dass einige Mitarbeiter schon sehr lange bei Nvidia arbeiteten und nannte mit seinem trockenen Humor wohl auch Namen. - Dies sind Entscheidungen, die von Erwachsenen getroffen werden müssen, fügte er hinzu. Seine allgemeine Botschaft war, dass jeder selbst bestimmen sollte, wie hart er arbeitet, dies aber verantwortungsbewusst tun sollte.
Viele altgediente Nvidia-Mitarbeiter sind reich geworden, nachdem die Aktien des Unternehmens in den letzten fünf Jahren um etwa 1.200 Prozent gestiegen sind. Ein Nebenprodukt dieses Erfolgs sind wachsenden Spannungen zwischen den alten und neuen Kollegen, bei denen einige das Gefühl haben, dass die alten Hasen einfach nicht mehr mitziehen. Business Insider sprach mit 13 Mitarbeitern und zwei Personalfachleuten.
"Macht euren verdammten Job"
Teil des Problems sei auch, dass man in der Belegschaft Huang zwar fast schon religiös folge, weil er das Unternehmen eben zu dem gemacht hat, was es heute ist. Seine Art der Personalführung aber wird nicht von jedem als Ideal betrachtet. "Jensen hat ein ernsthaftes Anliegen, nämlich 'macht euren verdammten Job'", sagte einer der Teilnehmer gegenüber Business Insider.
Beobachter sehen hier ernste Risiken für Nvidias Erfolg, wenn das Unternehmen sich von innen zerfrisst, während von außen durch die Marktmacht immer mehr Untersuchungen von Regulierungsbehörden drohen. Der kometenhaft gestiegene Börsenwert des Unternehmens könnte also von einer Gefahr bedroht sein, die man so gar nicht direkt erkennt.
Nvidias Erfolg kommt unkonventionell: "Es gibt keinen [...] Plan"
Kulturprobleme im Silicon Valley ... und Nvidia
Offenbar ist Nvidia aber nicht das erste Unternehmen mit solchen Problemen. Im Silicon Valley gäbe es das Sprichwort "Rest & Vest"; sich ausruhen, während man auf steigende Aktienkurse spekuliert. So würden sich gerade langjährige Mitarbeiter häufig durch ihre Jobs in den Big-Tech-Companys in Kalifornien navigieren. Zudem sei es generell schwerer angeheuert als gefeuert zu werden. Heißt, wer mal drin ist, muss auch so schnell nicht wieder weg, wenn er genug macht, um nicht als Ausreißer dazustehen.
Bei Nvidia soll sich das Problem aber durch die "Pro-Mitarbeiter-Kultur" mit flachen Hierarchien und wenig Top-Down-Management verschärfen. Nvidia hat in der Regel auch keine Entlassungswellen, wenn andere sich in Zeiten von sinkenden Erträgen von Belegschaft trennen. Weder die Coronapandemie noch der Kryptokollaps machte sich bei Nvidias Belegschaft ernsthaft bemerkbar. Rückblickend sicher keine falsche Entscheidung, aber eben dem "Rest & Vest"-System förderlich. Während Krisen hatte Nvidia sogar Gehälter erhöht, um die Inflation für die Mitarbeiter abzufedern.
Es ist überliefert, dass die obersten Führungskräfte in diesen schlechten Zeiten Gehaltskürzungen vornahmen, um die Auswirkungen auf die einfachen Mitarbeiter zu verringern. Ein Mitarbeiter erzählte, dass er 2022 zusätzliche Aktienzuteilungen erhielt, um den Rückgang der Vergütung aufgrund des sinkenden Aktienkurses von Nvidia auszugleichen.
Was Nvidia ebenso zum attraktiven Arbeitgeber macht, sind wohl die seltenen Leistungsverbesserungsprogramme. Nvidia versuche zunächst, mangelnde Leistung durch Teamwechsel zu verbessern, bevor zu Coaching und drastischeren Maßnahmen gegriffen wird. Diese Art von Kultur kann zu einer starken Loyalität führen, aber sie kann auch dazu führen, dass einige Leute sie ausnutzen. "Es ist schwieriger, hier gefeuert als eingestellt zu werden", sagte einer der Befragten.
"Wir werden langsam aufgebläht"
Schlussendlich ist der einzigartige Erfolg von Nvidia auch der Wirt von so manchen Problemen, die man mit dem Erfolg hat. Mitarbeiter haben keinen Anlass, freiwillig zu wechseln. Wohin sollten sie auch gehen? "Wir haben keine Konkurrenz", sagte einer der Mitarbeiter. "Aber wir werden langsam aufgebläht. Es gibt diese Typen, die nichts tun." Kaum ein anderes Unternehmen bietet umfangreiche Heimarbeit und unbegrenzten Urlaub - zusätzlich zu freien vierteljährlichen Tagen; eine Art Betriebsurlaub.
Eine Person schätzte, dass selbst mittlere Führungskräfte jetzt mehr als 1 Million US-Dollar pro Jahr an Gesamtvergütung aus dem explodierenden Wert der Aktienzuteilungen erhalten. Wer drin ist, verlässt das System freiwillig selten. Und auch wenn das Personal reich ist, lässt man es sich nicht zu Kopf steigen. "Wir sind ein Haufen von Nerds. Wir sind nicht so wie die Krypto-Jungs aus dem Internet", sagte jemand.
Nvidias CEO weiß das wohl und hat in Mitarbeiter-Meetings davor gewarnt, dass der Erfolg zerbrechlich ist. Insbesondere der Aktienmarkt ist erbarmungslos - auch gegenüber Unternehmen mit solcher Marktkapitalisierung. Huang sagte selbst neulich in einem Interview, dass er ständig Sorgen hat, dass das Unternehmen scheitern wird. Sicher ist, dass er die meiste Belegschaft treu hinter sich hat - wegen des Umgangs mit dem Personal und dem Erfolg. Laut Glassdoor hat Huang 98 Prozent Zustimmung; weit mehr als Wettbewerber aus dem Silicon Valley.

Ich hab Leute im Bekanntenkreis da abreiten beide Partner voll bei nem Konzern. Wenn die Kinder aus dem Haus sind ist das Haus abbezahlt, zwei aktuelle Autos sind immer da, gespart wird an nichts, dazu noch zwei Betriebsrenten. Da braucht man kein Hellseher sein, aber die beiden werden sich mit Mitte 50 in Frührente verabschieden. Da bin ich mir absolut sicher. Das würde nahezu jeder so machen. Alles andere wäre auch einfach dumm.
Freut mich für die Führungskräfte allerdings genauso, denn bis auf Top Manager, die ein Unternehmen nach dem anderen zu Tode "optimieren" gibts auch bei Führungskräften kaum welche, die ernsthaftes Vermögen aufbauen können. Auch eine Führungskraft ist letztlich in aller Regel nur ein Angestellter und sofern dieser nicht an der Spitze (oder ihres Dunstkreises) eines (Groß)Konzerns beheimatet ist, wird auch die normale Führungskraft kein Vermögens- oder gar Einkommensmillionär sein. Das hat ja dank der Aktienpakete nun für deutlich mehr geklappt, als es normal der Fall wäre, was ich persönlich für eine gute Sache halte und viel Arbeit werden die Allermeisten von denen reingesteckt haben.
Ein normaler Logistikmitarbeiter wird natürlich kein fettes Aktienpaket bekommen haben, auch nicht über die Jahre.
Da hat sich die sicherlich harte Arbeit über viele Jahre tatsächlich mal ausgezahlt. Die Wenigsten haben die Chance per normalen Angestelltenjob tatsächlich ein ernsthaftes Vermögen aufzubauen. Schön, dass dies hier dank der Aktienzuteilungen für einige geklappt hat.
"Warum sollte ich eigentlich noch jenseits des absoluten Minimums Zeit in der Firma verbringen, um die niedrigeren Ränge im Team zu mehr produktiver Arbeit anzutreiben oder tatsächlich mal was komplexes zu organisieren, wenn ich auch mein Leben in Luxus genießen könnte?"
Tatsächlich läuft Nvidia hier auch auf ein Kündigungsrisiko zu: Noch ist das Vermögen dieser Leute nichts weiter als eine Wette an der Börse. Jetzt zu verkaufen, wo der Wert Monat für Monat weiter steigt, erscheint dämlich. Man wartet, bis das Wachstum sich seinem Ende nähert, um möglichst viel mitzunehmen. Aber vor diesem Zeitpunkt seinen Job zu kündigen, wäre hochriskannt, denn möglicherweise passiert etwas unvorhergesehenes, der Kurs rutsch über Nacht in den Keller und man steht auf einmal ohne Job und ohne Reichtum da. Die Leute erscheinen also wortwörtlich nur noch auf Arbeit, um ihren Stuhl warmzuhalten. Und auch wenn solche Jobs von unten betrachtet immer so aussehen, als wäre "Nichtstun" ohnehin die Regel, gibt es durchaus Momente, in denen sehr viel Engagement gefordert sein kann. Und im Gegensatz zu einem Angestellten, der dieses Engagement bei Bedarf vom Chef eingebleut bekommt, muss eine Führungskraft selbst erkennen, dass sie jetzt gebraucht wird und dann selbständig losackern. Das ist der Unterschied zwischen "führen" und "geführt werden". Leitende Angestellte, die genau in diesem Moment, wenn sie die Aktien gerade verkauft haben und ihr Stuhl auf einmal heiß wird, kündigen werden, sind eine tickende Zeitbombe.
Und dir scheint es gut zu gehen.
Zumindest so gut das du das mühsam abgerackerte und zusammengesparte Geld dem Multimillionär dem Fettgefressenen in den Rachen schaufelst.
Der "fettgefressene" Millionär hat aber schon einiges geleistet und eine Firma aufgebaut,
eine riesengroße Firma sogar die Weltmarktführer in diesem Bereich ist.
Während du - na was - bisher geleistet hast außer das Geld deiner Eltern und Großeltern zu verballern??
Sorry aber wie sonst soll ich deinen Beitrag verstehen