Windows 10 Upgrade: Verbraucherzentrale zitiert Microsoft vor Gericht [Update: Chancenanalyse]

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Windows 10 Upgrade: Verbraucherzentrale zeiht Microsoft vor Gericht
Quelle: Microsoft

Der Eifer beim Upgrade auf Windows 10 war bei Microsoft hoch, offenbar zu hoch, wie die Verbraucherzentrale Baden Württemberg befindet. Man hatte das Unternehmen abgemahnt, aber da keine Reaktion erfolgte, geht es nun vor Gericht.

Update vom 17.12.2015

Die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg hatte Microsoft wegen der aggressiven Upgrade-Politik auf Windows 10 abgemahnt und arbeitet nun an einer Klage, weil die Redmonder die strafbewehrte Unterlassungsklage nicht unterschrieben zurückgeschickt haben. Doch wie hoch sind die Chancen auf Erfolg bei einer Klage? Rechtsanwalt Christian Solmecke rechnet damit, dass die Verbraucherzentrale Baden-Würtemberg vor Gericht Recht bekommen wird: "Aus meiner Sicht darf ein Download nicht ohne Zustimmung des Nutzers gestartet werden, weil der Nutzer dadurch in unzumutbarer Weise belästigt wird. Gerichte haben bereits entschieden, dass die unverlangte Zusendung einer Ware eine solche unzumutbare Belästigung darstellen kann, auch wenn hierfür keine Bezahlung verlangt wird. Grund dafür ist, dass dem Empfänger schon allein dadurch Aufwand entsteht, dass er entscheiden muss, wie er mit der Ware weiter verfährt, ob er sie aufbewahrt oder zurückschickt. Die Gerichte haben hier meist auf die Umstände des Einzelfalles abgestellt."

Wenn [...] ein konkreter Schaden entstanden ist, könnte er eventuell auch von Microsoft Schadensersatz verlangen."Aus meiner Sicht spricht hier vor allem die Tatsache, dass dem Nutzer erhebliche Kosten entstehen können, für eine unzumutbare Belästigung. Neben dem Festplattenspeicher wird dadurch damit nämlich auch teilweise sehr teures Downloadvolumen verbraucht. Das kann bei Nutzern, die häufig über ihr Handy ins Netz gehen, schnell viel Geld kosten. So berechnet beispielsweise Vodafone für ein zusätzliches Gigabyte Datenvolumen 9 €. Damit würde der automatische Download von Windows 10 den Nutzer bis zu 54 € kosten, obwohl er nie einen Vertrag abgeschlossen hat."

"Wenn das Gericht hier zugunsten der Verbraucherzentrale entscheidet, müsste Microsoft künftig dem Nutzer die Entscheidung überlassen, ob er das Update installieren möchte oder nicht. Der automatische Download von Updates ohne Einwilligung des Nutzers wäre dann rechtswidrig."

"Wenn hier einem Nutzer durch die automatischen Updates von Windows 10 ein konkreter Schaden entstanden ist, könnte er eventuell auch von Microsoft Schadensersatz verlangen. Diese Frage wird in dem vorliegenden Rechtsstreit aber nicht entschieden."

Quelle: wbs-law.com


Original-Artikel vom 16.12.2015

Microsoft zog recht viele Register, um die Anwender von Windows 10 zu überzeugen. Allen voran die GWX-Anwendung, die einen regelmäßig daran erinnert, dass es jetzt etwas neues Tolles gibt. Wer über dieses vor dem Release eine Reservierung vorgenommen hat, der hat nach Ansicht von Microsoft quasi seine Zustimmung zum Upgrade gegeben und die Redmonder luden dann auch schon mal im Hintergrund die bis zu 6 Gigabyte große Installation runter.

Geht nicht, sagt die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg und geht nun gegen die Machenschaften vor. "Seit mehreren Wochen beschweren sich Verbraucher, die bislang die Microsoft-Betriebssysteme 7 und 8 genutzt haben, über ein bis zu 6 GB großes Datenpaket, das auf ihre Rechner im Hintergrund in einen versteckten Systemordner aufgespielt worden sei - ohne dass sie hierüber informiert worden wären oder eine Zustimmung erteilt hätten", schrieben die Verbraucherschützer.

"Diese Geschäftspraxis ist inakzeptabel, da sie eine unzumutbare Belästigung darstellt", bewertet Cornelia Tausch, Vorstand der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg, das Vorgehen des Unternehmens. Weil sich viele Nutzer über das Vorgehen von Microsoft bei der Verbraucherzentrale beschwert haben, hat diese Microsoft nun abgemahnt. Dort weigerte man sich aber bisher, die strafbewehrte Unterlassungserklärung abzugeben. "Wir werden die Geschäftspraxis von Microsoft daher einer gerichtlichen Prüfung unterziehen", stellt Tausch klar.

Ein Ärgernis war die Aktion allemal, denn die Daten belegten unnötig Speicherplatz auf dem Systemlaufwerk, was bei kleinen SSDs unschön ist. Zudem muss sich der Nutzer selbst um die Entfernung der Daten kümmern, sofern ihm denn der Ordner mit der Installation überhaupt auffällt. Bei weniger versierten Anwendern dürfte das eher selten der Fall sein. Mehr als ärgerlich ist es, wenn der Anwender eine Verbindung mit Volumenbegrenzung ins Internet nutzt. Dann kann die Aktion Geld kosten.

Die Verbraucherzentrale fordert Microsoft daher dazu auf, diese "Zwangsupdates" zu unterlassen. Die Redmonder hatten auch beharrlich versucht, Windows 10 als optionales Update über Windows Update auszuliefern. Microsoft selbst hat sich bisher noch nicht geäußert und hat das auch nicht vor, wie eine Anfrage von PC Games Hardware ergab. Wie man die GWX-Anwendung zum Schweigen bringt, erklären wir hier.

Quelle: Verbraucherzentrale BW

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    • Kommentare (95)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von cPT_cAPSLOCK BIOS-Overclocker(in)
        Zitat von -RedMoon-
        höhö
        sehr schön
      • Von cPT_cAPSLOCK BIOS-Overclocker(in)
        Zitat von -RedMoon-
        höhö
        sehr schön
      • Von -RedMoon-
        höhö
      • Von Dr Bakterius
        Ich hatte mich zwar angemeldet dafür aber man wird mehr als nötig belästigt weil permanent die Popups stören und bei jedem Download muss man per Hand die Updates auswählen weil ansonsten Win 10 sich x mal downloaden will bzw einem die Installation aufnötigt. Service sieht da doch etwas anders aus
      • Von blasiusx Freizeitschrauber(in)
        Bei mir natürlich auch. Das wird natürlich noch einige Male passieren. Ich bete, das die Gratis Aktion auch wirklich nicht noch verlängert wird
      • Von MDJ Software-Overclocker(in)
        Heute wieder mal nach Updates für Win7 gesucht. Und siehe da, Update KB3035583 ist schon wieder in der Optional-Liste vertreten, obwohl ich es locker schon 5 mal auf "ausblenden" gesetzt habe.
        Auch das Upgrade von Win10 ist ebenfalls zum dritten mal trotz Ausblendung wieder in der Liste und wurde mit Häkchen vorselektiert.
      Direkt zum Diskussionsende
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