Always-Connected-PC: Samsung schwenkt auf Intel um
Windows on ARM fehlen die Endgeräte, welche die Plattform unterstützen. Wie der Blog Dr. Windows berichtet, hat der einzig verbliebene Hardwarehersteller Samsung die Markteinführung des Samsung Galaxy Book S mit Qualcomm Snapdragon 8cx nach hinten verschoben und zugleich eine Ausstattungsänderung verkündet. Fortan wird Intel wieder an Bord sein.
Wie der Blog Dr Windows unter Berufung auf Samsung-Mitarbeiter erfahren hat, wird das angekündigte Notebook Samsung Galaxy Book S doch noch nicht auf den Markt kommen. Eigentlich müsste der Laptop bereits im Handel stehen, da man im August von einer Verfügbarkeit spätestens im Oktober gesprochen hat. Nun hat der südkoreanische Hersteller den Bau des Galaxy Book S erstmal nach hinten geschoben hat. Samsung wird das kompakte 13-Zoll-Notebook im kommenden Jahr auf den Markt bringen, allerdings mit einem Intel-Lakefield-Prozessor. Hierbei kopiert Intel den Big-Little-Ansatz von ARM, in dem eine leistungsstarke Core-CPU gemeinsam mit vergleichsweise langsam rechnenden Atom-Kernen auf einem Package sitzen wird. Von der angekündigten Version mit Qualcomm Snapdragon 8cx ist keine Rede mehr.
Fallstrick - Emulation von Desktop-Programmen
Die Herausforderung bei einem Windows on ARM-PC ist, dass die vor allem in Smartphones eingesetzten Qualcomm-Chips auf den ARM-Befehlssatz setzen. Die meisten Programme für Windows sind allerdings für den x86-Befehlssatz geschrieben worden, da nach diesem Prinzip AMD- und Intel-CPUs arbeiten. Daher müssen die EXE-Dateien neu kompiliert werden, um nativ auf ARM-Prozessoren laufen zu können. Alternativ kann das Betriebssystem eine Emulationsschicht einführen, um die Software lauffähig zu machen. Microsoft liefert bei Windows 10 on ARM eine Emulation mit. Angeblich stellt sich aber Intel quer, sodass man leider nicht auf die Expertise des Unternehmens zählen kann, um die Emulation zu verbessern. Der zusätzliche Layer kostet aber etwas Performance im Vergleich zur nativen Ausführung von Programmen.
Zukunft von Windows on ARM
Bereits vor dem Samsung Galaxy Book S gab es vereinzelt Notebooks, die auf einen Qualcomm-Prozessor setzen. So beispielsweise das Lenovo Yoga C630. Die mobilen PCs sind jedoch bis heute nur begrenzt in Europa verfügbar. Im regulären Verkauf in Amerika ist den Geräten allerdings auch kein allzu großer Verkaufserfolg beschieden. Viele Tester, darunter die Kollegen von Golem, kritisieren die Performance bei der Emulation von herkömmlichen Windows-Programmen. Die zusätzliche Schicht lässt das Leistungsniveau bei bisherigen Qualcomm-Prozessoren in den Bereich von Intel-Pentium-Prozessoren fallen. Mit dem speziell für Windows on ARM und Google Chromebooks entworfenen Qualcomm Snapdragon 8cx sollte dieses Manko beseitigt werden, doch das bislang einzige angekündigte Gerät mit dem Chipsatz wird nie das Licht der Welt erblicken.
Mit Sicherheit als problematisch werden auch die hohen Preise für Premium-Notebooks mit Windows on ARM empfunden. Um die 1.000 Euro und mehr für einen Laptop zahlen, welcher dann Desktop-Programme nur vergleichsweise langsam emulieren kann, ist für viele Kunden uninteressant. Auch die Vorteile wie lange Akkulaufzeit und Vernetzung durch das verbaute Mobilfunkmodem können das Manko der langsamen Emulation wohl für einige Interessenten nicht aufwiegen. Zudem kann der Emulator ausschließlich 32-Bit-Programme ausführen, sämtliche 64-Bit-Software kann hingegen nicht gestartet werden. Mutmaßlich hat unter anderem Intel für diese Situation gesorgt, da Firmenvertreter von einer Patentverletzung sprechen.
Günstige vernetzte PCs als Rettung?
Es wird allerdings einige Notebooks und 2-in1-PCs von chinesischen ODMs geben, die Windows on ARM mit deutlich günstigeren Preisen auf dem Markt anbieten wollen, wie unter anderem das Magazin Notebookcheck berichtet. Diese Referenzdesigns können dann von Herstellern wie Trekstor übernommen und mit einem eigenen Markennamen versehen werden. Ob derartige günstige Qualcomm-PCs mit Windows on ARM wirklich auf dem Markt erhältlich sein werden, steht aber in den Sternen. So bleibt aktuell nur noch das Microsoft Surface Pro X als einziger Vertreter von Windows on ARM übrig. Allerdings gibt es ja auch mit dem Microsoft Surface Pro 7 einen 2-in1-PC mit aktueller Intel-CPU, der somit 32-, als auch 64-Bit-Programme nativ ohne irgendeine Emulation ausführen kann und dabei auch noch günstiger angeboten wird als das Surface Pro X. Intel verlangt jedoch einen Aufpreis, üblicherweise sind das um die 150 Euro, wenn man ein Notebook mit Mobilfunkmodem haben möchte.
Ebenfalls lesenswert: Qualcomm: Neuer Snapdragon-Notebook-SoC langsamer als Quad-Core-i5
Fakten zu Windows-on-ARM-Geräten und Intels Antwort:
- Für mobile PCs mit einem ARM-Chipsatz wie den SoCs der Marke Qualcomm Snapdragon, hat Microsoft die Version Windows on ARM entwickelt. Hierbei handelt es sich um ein gewöhnliches Windows 10, das mit einem integrierten Emulator daherkommt. Diese zusätzliche Software ist notwendig, damit Prozessoren, die auf den ARM-Befehlssatz setzen, auch herkömmliche x86-Programme ausführen können.
- Die Emulation ist jedoch auf 32-bit-Software beschränkt und kostet zudem Leistung.
- Das ursprünglich für Oktober angekündigte Notebook Samsung Galaxy Book S mit neuem Qualcomm Snapdragon 8cx wird nie auf den Markt kommen. Der Hersteller hat die Markteinführung um Monate verschoben und zugleich verkündet, dass man dieses Notebook mit dem kommenden Intel-Lakefield-Prozessor veröffentlichen wird.
- Eine Intel-CPU benötigt dagegen keine Emulation um herkömmliche Windows-Programme ausführen zu können. Mit Lakefield will der Chiphersteller die Big-Little-Architektur von ARM-Chipsätzen kopieren, in dem man eine performante Core-i-CPU mit stromsparenden, langsameren Atom-Kernen auf einem Package kombiniert.
Quellen: Channel 9, Drwindows (1), Drwindows (2), Golem (1), Golem (2), Intel (1), Intel (2), Intel (3), Liliputing, Microsoft (1), Microsoft (2), Notebookcheck, Qualcomm, Samsung, ZDnet (1), ZDnet (2)

Klar, alles, was auch nur an Rechneleistung erinnern könnte oder gar diese noch kombiniert mit Grafikleistung benötigt, läuft halt per 5G Flatrate in der Cloud. Einzig für Deutschland ist das Zeug dann halt nicht zu gebrauchen, weil man noch nicht einmal von flächendeckendem 4G ausgehen kann.
Da frage ich mich dann doch, warum die ganzen Außendienstler nicht schon lange mit schwach ausgestatteten Notebooks durch die Gegend reisen. Für RDP genügt selbst ein iPad Pro mit BT-Tastatur, dafür gibt es dann wenigstens eine stattliche Anzahl an Apps, die auch garanteirt laufen und für die CPU optimiert sind.
Was bringt mir eine 12h Akkulaufzeit bei "leichter" Nutzung, wenn ich dann nicht 12h Video schau oder PDFs lese, sondern irgendein emuliertes x86 Programm nutzen muss, weil im ICE auf der Rückfahrt vom Kundenttermin dann leider doch keine durchgehend performante Internetverbindung zum Firmennetz besteht? Wenn ich doch wieder das Netzteil einpachen muss, kann ich auch gleich den Laptop mit Intel-CPU mitnehmen, die Software ohne Emulation lokal laufen lassen und zur Not beim Kunden meine Sachen auf der lokalen VM präsentieren.
Lieber nicht, wenn man mehr wie JavaScript Benchmarks vergleichen möchte. Außer, man findet eine der extrem selteren ARM64 Apps, die für die Aufgabenerledigung ausreichen.
Auf einen FullHD Display will ich aber Videos in 1080p60 ansehen, falls verfügbar. Auch das sollte kein Problem mehr sein, da es die GPU nahezu alleine erledigt.
Mal abwarten, wann es das Surface Pro X günstig im Ausverkauf/Gebraucht gibt. Das wäre dann ein ähnlich spannendes Projekt wie dereinst der DEC Alpha mit NT4 und Linux. Wobei, auf NT4/Alpha lief wenigstens Visual C++, ein Visual Studio for ARM ist mir noch nicht unter gekommen, da braucht man noch einen zweiten PC (halt wie bei Apple mit iPadOS).
Dass der Plan aufging oder nicht - dazu habe ich nix gesagt
Ich fand es spannend als es rauskam bzw. released wurde.
Ich hatte gleich ein Gerät im Kopf, dass eben ne sehr gute Akkulaufzeit hat + stark genug ist 64bit Anwendungen ordentlich zu emulieren bei Bedarf.
Dass wir jetzt nach Tests so ne Gurke da haben.......ist mehr als nur übel.
Samsung nimmt ja jetzt vom geplanten ARM Gerät auch Abstand und setzt auf Intel CPU´s.
Das Surface Pro x ist - zu teuer - zu schwach - zu kurze akkulaufzeit für ein arm gerät.
Die Idee war aber nicht falsch - es ist nur mit der Hardware einfach nicht aufgegangen.
Selbst die Pro 7 haben eine bessere Akkulaufzeit.
läuft doch allles über die GPU.
Zb. Hobby Build Athlon 7750 (AM2) 2GB RAM, spasseshalber mal die 1050 reingesteckt, siehe da die UHD Bluray läuft einwandfrei.