Qualcomm: Neuer Snapdragon-Notebook-SoC langsamer als Quad-Core-i5

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Qualcomm: Neuer Snapdragon-Notebook-SoC langsamer als Quad-Core-i5 (1)
Quelle: blogs.windows.com

Bei Geekbench ist ein neuartiger Qualcomm-Chip für Windows 10 getestet worden. Es handelt sich sehr wahrscheinlich um den kommenden Snapdragon 8cx. Der ARM-Prozessor soll langsamer als ein Intel Core i5 8250U sein, aber dennoch scheint er so manchen mobilen PC zuschlagen.

Es wird langsam ernst mit Windows on ARM. So ist nun bei Geekbench ein neuer Qualcomm-SoC für Windows getestet worden. Das Ergebnis zeigt auf, dass der exklusiv für mobile PCs entwickelte ARM-Chipsatz langsamer als ein Intel Core i5-8250U sein wird. Allerdings soll der System on a Chip einen Intel Core i5-7200U schlagen können. Die siebte Generation des Core i5 wird mit zwei Kernen ausgeliefert und steckt in vielen Notebooks, wie dem ersten Surface Laptop. Samsung hat jüngst sein neues Notebook das Galaxy Book S präsentiert, welches vom Qualcomm-Chip angetrieben wird.

Performance ein zweischneidiges Schwert

Die Benchmarkwerte einer CPU dienen der groben Orientierung, wie schnell ein Prozessor ist. Beim Qualcomm-Chip jedoch handelt es sich um den ARM-Befehlssatz. Damit unterscheidet er sich vom klassischen x86-Befehlssatz, die alle AMD- und Intel-Prozessoren verwenden. Um auch auf einem ARM-Prozessor herkömmliche Programme ausführen zu können, müssen diese entweder neu kompiliiert werden oder aber in einem Software-Emulator laufen. Windows 10 bringt bereits ab Werk einen integrierten Emulator mit. Im Geekbench erreichte der dort noch unter dem Namen Qualcomm CLS firmierende ARM-Prozessor im Singlecore-Test 3352 Punkte. Damit liegt die CPU unterhalb des Intel Core i5-8250U, da dieser 3.659 Punkte erklimmt. Neben dem Test mit nur einem Kern, wurde auch die Multicore-Performance getestet. Auch hier muss sich der Qualcomm-Prozessor dem Kaby Lake R geschlagen geben. Während der ARM-Chip auf 11.048 Punkte kommt, kommt der Vierkerner von Intel auf 11.192 Punkte. Allerdings ist der Qualcomm 8cx offenbar schneller als ein Dual-Core-Proszessor wie der Intel Core i5-7200U. Der Zweikerner aus der Kaby Lake-U-Reihe kommt auf 7.692 Punkte im Multicore-Test und ist somit langsamer als der neue Qualcomm-Chip.

ARM-Befehlssatz - Licht und Schatten

Der ARM-Befehlssatz ist sowohl Licht, als auch Schatten. Wie erwähnt, arbeitet der Prozessor anders, als ein herkömmlicher AMD- bzw. Intel-CPU. Somit müssen Programme, die für ein x86-Betriebssystem entwickelt wurden, emuliert werden um lauffähig zu sein. Allerdings arbeitet ein SoC auf ARM-Basis sehr effizient, schließlich muss ein Betriebssystem explizit für jedes Prozessormodell ein Softwarepaket bereithalten. Mit dieser Kommunikation wird sichergestellt, dass das OS möglichst alle Funktionen eines System-on-a-Chip nutzen kann. So kann ein ARM-Chipsatz effizienter arbeiten, als ein x86-Prozessor. Beim Samsung Galaxy Book S sollen etwa - laut Hersteller - knapp 23 Stunden dauerhafte, lokale Videowiedergabe in 720p möglich sein. Ein Notebook mit Intel Core i5-8250U und 13,5 Zoll großem Bildschirm und noch größerem Akku hingegen kommt auf etwa 14,5 Stunden lokale Videowiedergabe in 720p, laut Hersteller. Wie immer gilt jedoch, dass die realen Ergebnisse zu Leistung und Akkulaufzeit erst ein Test zeigen kann.

Bildergalerie

Ebenfalls lesenswert: Samsung Galaxy Book S: Always Connected-Notebook mit Snapdragon

Fakten zum Qualcomm-SoC im Geekbench:

  • Bei Geekbench ist ein neuer Qualcomm-Prozessor für Windows 10 gesichtet worden. In Testläufen musste er seine Leistungsfähigkeit beweisen.
  • Der mutmaßlich als Qualcomm 8cx auf dem Markt erscheindende Chip ist dabei langsamer als ein Vierkerner Intel Core i5-8250U.
  • Allerdings kann der Qualcomm-Chipsatz zumindest im Multicore-Test den zweikernigen Intel Core i5-7200U besiegen.
  • Ein erstes Notebook mit dem Qualcomm 8cx wird das Samsung Galaxy Book S sein. Dieses soll im Oktober für 1.100 Euro in den Handel kommen.
  • Dafür soll die Akkulaufzeit bei ARM-Notebooks erheblich besser sein, als bei herkömmlichen Intel-Laptops.

Quellen: Drwindows, Geekbench, Microsoft

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    • Kommentare (9)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von fotoman Volt-Modder(in)
        Zitat von Blackout27
        Ich finde das Ergebnis beachtlich und bin weiterhin stark daran interessiert. Bereits ähnlich wie Intel und AMD zu perfomen ist doch klasse. Mal sehen wie es dann im Alltag aussieht.
        Wie das i meinem mobilen Alltag aussehen würde, ist mir auch ohne Demogerät klar: es läuft faktisch nichts, was ich mobil (abseits eines Webbrowsers) nutze. Die Programme sind alle 64-Bit Programme und/oder benötigen gar zusätzliche Treiber.

        Zitat von PCGH_Claus
        Der Snapdragon 8cx ist optimiert und nur für den Einsatz in Notebooks/2-in-1-PCs vorgesehen.
        Was nürtzt mir dieser angeblich Ersatz, wenn dann 80% der aktuellen Programme überhaupt nicht ans Laufen zu bekommen sind? Auf einem schnarchlahmen Atom z5-X8300 kann ich immer noch meine üblichen Programme laufen lassen (vermutlich würde sogar Visual Studio selber dort laufen), sie sind halt im Zweifel extrem langsam, was mir im Urlaub aber immer noch lieber ist wie sie garnicht nutzen zu können.

        Ein Gerät, bei dem ich die Software in Abhängigkeit vom Gerät kaufen muss, ist für mich kein Ersatz. Da kann ich mir gleich ein iPad/Android/Linux Gerät kaufen, weiss, dass nichts läuft, was ich zu Hause auf einen Windows-Geräten nutze und wünsche mir schon am ersten Reisetag mein Surface Pro zurück. Die 13h, die der XPS 13 (9370) mit FullHD Videos durchhält, reichen mit mobil allemal.

        Das ganze erinnert mich an die frühren Zeiten mit Windows NT4 und DEC Alpha. So richtig anfangen konnte man damit auch nur etwas, wenn man seine Programme dafür selber compiliert hat.
      • Von fotoman Volt-Modder(in)
        Zitat von Blackout27
        Ich finde das Ergebnis beachtlich und bin weiterhin stark daran interessiert. Bereits ähnlich wie Intel und AMD zu perfomen ist doch klasse. Mal sehen wie es dann im Alltag aussieht.
        Wie das i meinem mobilen Alltag aussehen würde, ist mir auch ohne Demogerät klar: es läuft faktisch nichts, was ich mobil (abseits eines Webbrowsers) nutze. Die Programme sind alle 64-Bit Programme und/oder benötigen gar zusätzliche Treiber.

        Zitat von PCGH_Claus
        Der Snapdragon 8cx ist optimiert und nur für den Einsatz in Notebooks/2-in-1-PCs vorgesehen.
        Was nürtzt mir dieser angeblich Ersatz, wenn dann 80% der aktuellen Programme überhaupt nicht ans Laufen zu bekommen sind? Auf einem schnarchlahmen Atom z5-X8300 kann ich immer noch meine üblichen Programme laufen lassen (vermutlich würde sogar Visual Studio selber dort laufen), sie sind halt im Zweifel extrem langsam, was mir im Urlaub aber immer noch lieber ist wie sie garnicht nutzen zu können.

        Ein Gerät, bei dem ich die Software in Abhängigkeit vom Gerät kaufen muss, ist für mich kein Ersatz. Da kann ich mir gleich ein iPad/Android/Linux Gerät kaufen, weiss, dass nichts läuft, was ich zu Hause auf einen Windows-Geräten nutze und wünsche mir schon am ersten Reisetag mein Surface Pro zurück. Die 13h, die der XPS 13 (9370) mit FullHD Videos durchhält, reichen mit mobil allemal.

        Das ganze erinnert mich an die frühren Zeiten mit Windows NT4 und DEC Alpha. So richtig anfangen konnte man damit auch nur etwas, wenn man seine Programme dafür selber compiliert hat.
      • Von Technologie_Texter BIOS-Overclocker(in)
        Soviel dazu, daß nur mit ARM lange Akkulaufzeiten möglich sind...
        HP’s Unveils Elite Dragonfly Laptop: 13.3-Inch Convertible With a 24.5 Hour Battery Life
      • Von Casurin BIOS-Overclocker(in)
        Solche Vergleiche kann man gleich mal in die Tonne treten.
        Lokale Video-Wiedergabe hängt fast ausschließlich von allen Komponenten außer der CPU-Architektur ab - die ist dabei nur am rumidlen. Die Arbeit übernimmt da die iGPU mit dedizierter Hardware zur video-Decodierung. Stromverbauch, vor allem bei sowas wie 720p, kommt dann vom Bildschirm, Ram, Festplatte etc.

        RISC hat seine großen Vor und Nachteile.
        Sie beherrschen nur einfache befehle und verschwenden keine Energie für andere Hardware, dafür können sie komplexere befehle auch nicht schneller abarbeiten.

        beispiel Bildbearbeitung.
        Im professionellen Bereich wird hier häufig mit 16bit/channel gearbeitet.
        AVX512 (kommt ja jetzt) kann die 512bit vollständig ausnutzen und damit dann 32 16bit-operationen gleichzeitig durchführen. mit einer einfachen RISC-Architektur muss man dann diese alle schön nacheinander abarbeiten (ARM bietet die Möglichkeit Vektoreinheiten bis zu 2048Bit zu integrieren, wird aber aus offensichtlichen gründen für normale Konsumerprodukte nicht gemacht)

        Lustig ist ja dabei auch das intels itanum da verdammt gut war - für die Zeit sehr effizient und mit verdammt guten Cache-verhalten.
        Nur war er eben (vor allem erste Generation) nicht zu x86 kompatibel und das musste dann in Software emuliert werden. Itanum2 hatte dann x86 extra in Hardware. Für ähnliche Rechenleistung wie damalige Xeon/Opeteron hat er nur etwa die hälfte des Stromverbrauches. Wär lustig davon wieder was zu sehen
      • Von Technologie_Texter BIOS-Overclocker(in)
        Zitat von Khabarak
        Warum sagt ihr ARM Chipsatz und X86 CPU?
        Weil sich das leider teilweise so eingebürgert hat.

        Zitat
        Die notebook CPUs der X86er Fraktion sind auch SOCs.
        Bei Intel ist das doch eher ein SiP?
        System in package - Wikipedia

        Zitat von PCGH_Claus
        Nein, Intel/AMD bieten keinerlei Zusatzchips zur besseren Integration an!
        Weis ich!

        Zitat
        Es gibt in der Tat ein eigenes OS-Package, damit das Betriebssystem mit dem ARM-Chipsatz kommunizieren kann. Ein derart tiefe Integration ist bei x86-Prozessoren nicht vorgesehen! Schließlich ist genau dieses Software-Package unter anderem dafür verantwortlich, dass man neue Betriebssystemversionen bei ARM-Geräten nicht einfach so aufspielen kann.
        Das liegt aber an Secure Boot.

        Zitat
        Jeder Hersteller eines ARM-Chipsatzes muss sich mit dem Betriebssystemhersteller und dem Firmware-Hersteller abstimmen, bevor ein neues Softwareupdate an Endkunden ausgerollt werden kann.
        Das liegt an den Treibern und der Produktpolitik von den Betreibssystementwicklern.

        Zitat
        Allerdings hat diese tiefgreifende Integration zwischen ARM-Chipsatz und Betriebssystem auch den Vorteil, das man sämtliche Funktionen des ARM-Chipsatzes nutzen kann. Beispielsweise neue Stromsparfunktionen.
        Das geht bei AMD/Intel per Treiberupdate aber auch!

        Zitat
        ABER:
        Schon bei diesem Szenario ist der Abstand deutlich sichtbar. Ein Notebook mit Intel Core i5-7200U schafft nur 14,5h, während eben das Notebook mit Qualcomm Snapdragon 8cx auf 23h kommt im selben Versuchsaufbau.
        Etwas unfairer Vergleich, wenn man da 7nm mit 14nm vergleicht
      • Von PCGH_Claus Freizeitschrauber(in)
        Zitat von Tech_Blogger
        ARM ist nicht wirklich effizienter als x86/AMD64.
        Laut Tests komtm das Geräte nicht auf 23h, da war der Hersteller sehr kreativ bei der Angabe!

        Wenn ein ARM-SOC bei gleicher Leistung weniger braucht, dann liegt das nicht an den CPU-Kernen, sondern daran, weil da einfach mehr ingeriert ist, was man bei AMD/Intel als Zusatzchip anbinden muß.

        Welche TDP hat der ARM da überhaupt?
        Hab Angaben über 7W gefunden, aber stimmt das auch?
        Die Intels mit denen verglichen wurde, haben ja stolze 15-25W TDP/cTDP.

        i5-7200U
        i5-8250U
        Nein, Intel/AMD bieten keinerlei Zusatzchips zur besseren Integration an! Es gibt in der Tat ein eigenes OS-Package, damit das Betriebssystem mit dem ARM-Chipsatz kommunizieren kann. Ein derart tiefe Integration ist bei x86-Prozessoren nicht vorgesehen! Schließlich ist genau dieses Software-Package unter anderem dafür verantwortlich, dass man neue Betriebssystemversionen bei ARM-Geräten nicht einfach so aufspielen kann. Jeder Hersteller eines ARM-Chipsatzes muss sich mit dem Betriebssystemhersteller und dem Firmware-Hersteller abstimmen, bevor ein neues Softwareupdate an Endkunden ausgerollt werden kann. Darum dauert es ja auch solange, bis es Android-Version x für Smartphone y gibt. Allerdings hat diese tiefgreifende Integration zwischen ARM-Chipsatz und Betriebssystem auch den Vorteil, das man sämtliche Funktionen des ARM-Chipsatzes nutzen kann. Beispielsweise neue Stromsparfunktionen.

        Wie ich im Artikel geschrieben habe, beziehen sich die 23h Angabe bei der Akkulaufzeit auf die lokale Videowiedergabe. Dabei wird ein lokal auf dem PC gespeichertes Video im Vollbild bei 720p-Auflösung in Dauerschleife abgespielt. Die Displayhelligkeit ist auf 150 Candela heruntergeregelt und es ist keine Peripherie angeschlossen. Auch befindet sich das Gerät im Flugzeugmodus.
        Klar sind das nur "Laborwerte".
        ABER:
        Schon bei diesem Szenario ist der Abstand deutlich sichtbar. Ein Notebook mit Intel Core i5-7200U schafft nur 14,5h, während eben das Notebook mit Qualcomm Snapdragon 8cx auf 23h kommt im selben Versuchsaufbau.

        Wie gesagt, das ist alles sehr idealtypisch. Nur ein Test kann Aufschluss geben, wie die echten Werte sind.

        Der Qualcomm Snapdragon 8cx hat eine TDP von 7 Watt. Er basiert zwar auf den Kernen vom Quacomm Snapdragon 855, ist aber übertaktet und mit einem größeren Mainboard ausgestattet. So hat der exklusiv für mobile PCs entworfene 8cx eben mehr Anschlüsse und Support für SSDs beispielsweise...Siehe: Snapdragon 8cx: So schnell wie Core i5, passiv gekuehlt, mehrtaegige Akkulaufzeit
        Der Snapdragon 8cx ist optimiert und nur für den Einsatz in Notebooks/2-in-1-PCs vorgesehen. Daher heißt er auch "compute extreme"...Siehe: https://www.qualcomm.com/...
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