Harte Worte für WhatsApp unter Windows 11: 1,2 GiB RAM "fürs Nichtstun"
Nach dem neuesten Update der nativen App von WhatsApp verbraucht die Anwendung viel Hauptspeicher und läuft ruckelig und langsam. Grund ist der Wechsel von einer UWP-Version der App auf eine Web-Wrapper-Variante.
Wer schon einmal WhatsApp im Browser unter Windows genutzt hat, dürfte bemerkt haben, dass das alles nicht zufriedenstellend läuft. Daher hat Meta vor rund drei Jahren eine native Version für Windows auf Basis von UWP umgesetzt. Nun wurde diese nach einem neuen Update auf eine Web-Wrapper-Version abgeändert. Die Kollegen von Windows Latest haben sich die neueste Version der App bezüglich ihrer Effizienz auf drei verschiedenen Systemen (Einsteiger, Mittelklasse und High-End) angesehen.
Dem Test zufolge verbraucht die App direkt nach dem Start bereits rund 400 MiB RAM, noch bevor die Anmeldung erfolgt. Nach der Anmeldung, die auch das Synchronisieren der Chatverläufe im Hintergrund beinhaltet, nutzt die native App schnell bis zu 1,2 GiB (im Leerlauf noch knapp die Hälfte). Auf einem zehn Jahre alten PC mit 8 GiB RAM laufen viele andere Apps im Test weiterhin zufriedenstellend, lediglich WhatsApp zeigt sich in der neuen Web-Wrapper-Version langsam und stockend. In Gruppenchats werden Nachrichten mit großer Verzögerung gesendet.
Warum ist die neue WhatsApp-Windows-App langsamer als die alte Version?
Ein Grund für den Leistungseinbruch dürfte der Wechsel der technologischen Basis sein: Die ehemals native App, welche auf der Universal Windows Platform (UWP) basierte und bei Spitzenbelastung nur rund 100 MiB RAM-Speicher nutzte, wurde durch eine Web-Wrapper-Version auf Basis von Microsofts WebView2 ersetzt. Da Microsoft UWP zugunsten von WinUI immer mehr vernachlässigt und viele Unternehmen noch kein rechtes Vertrauen in das neue Windows-Framework haben, nutzen sie lieber Web-Wrapper-Versionen, wie Windows Latest vermutet.
Die Web-Wrapper-Technologie bettet eine komplette Chromium-Engine direkt in die Applikation ein. Durch diese Web-Architektur verhält sich das Programm technisch wie ein eigenständiger Internetbrowser, der sich auf das Öffnen eines Tabs konzentriert. Statt eines einzelnen Prozesses (wie bei einer nativen App) startet die Anwendung im Hintergrund viele separate Unterprozesse für GPU-Rendering, Netzwerk-Management, Audio-Feeds und Datenspeicherung.
Ein weiteres Problem für Messenger-Dienste bei Web-Wrapper-Anwendungen ist die nicht vorhandene API-Anbindung an die Benachrichtigungen des Systems. Wird die App minimiert, arbeitet sie weiterhin im Hintergrund und verschwindet unter "Ausgeblendete Symbole" in der Taskleiste. Erhält man dann eine neue Nachricht, wird diese nicht direkt über die Benachrichtigung eingeblendet. Als Nutzer erhält man lediglich den Hinweis, dass man möglicherweise neue Nachrichten habe. Die Nutzerrezensionen bestätigen die Erfahrungen von Windows Latest: Viele klagen über Abstürze, stark verzögerte Nachrichtenzustellung und Beeinträchtigungen nach dem Start aus dem Stand-by des Rechners.
Mitmachen und kommentieren
Wie stehen Sie zu diesem Thema? Die PCGH-Redaktion freut sich über Ihre fundierte Meinung in den Kommentaren zu dieser Meldung. Sollten Sie noch keinen Extreme-Account haben, laden wir Sie zu einer Registrierung im Forum ein. Beachten Sie beim Kommentieren aber bitte die gültigen Forenregeln. Folgen Sie gerne PCGH bei 🔈 Youtube oder 💬 Whatsapp und erhalten Sie Neuigkeiten zu Grafikkarten, CPUs und Gaming direkt in Ihrem Feed.
Quelle: via Windows Latest

Durch diese Web-Architektur verhält sich das Programm technisch wie ein eigenständiger Internetbrowser, der sich auf das Öffnen eines Tabs konzentriert.