VR wireless: TPCast für HTC Vive im Test
Seit April bietet TPCast eine kabellose Lösung für HTCs Vive in China an und führt diese auf diversen Messen vor. Jetzt haben wir endlich ein Testmuster der EU-Version in der Redaktion unter die Lupe nehmen können.
Als vergangenes Jahr HTC Vive und Oculus Rift den VR-Hype lostraten, hagelte es auch Kritik: Zu wenig vollwertige Spiele, zu teuer, zu hohe GPU-Anforderungen, zu wenig Details und das Kabel stört! Die ersten beiden Punkte haben sich im Zuge neuer Releases und Preissenkungen deutlich gebessert, für "mehr Bildqualität UND mehr Fps gleichzeitig" brauchen Nvidia und AMD noch eine Weile - aber die Sache mit dem Kabel, gibt es da keine Lösung?
TPCast: Die Technik
Gibt es - und jetzt auch in einer EU-Version. TPCast kombiniert eine HDMI-Funkstrecke mit USB-over-(W-)LAN und einem großzügigen Akkupack. Anstatt die Vive über ein 5 m langes, dreiteiliges Kabel (HDMI/USB/Strom) an den Rechner zu fesseln, wird auf dem Kopfriemen des Headsets ein 90 g leichter Transmitter befestigt. Passend gekürzte Kabel versorgen die VR-Brille mit Bildinhalten und nehmen USB-Signale in Gegenrichtung an. Eine mit 72 Wh üppig bemessene USB-Powerbank versorgt das Ensemble mit Strom - bis zu 5 Stunden lang laut Hersteller, PCGH wird in der Dezember-Ausgabe 01/18 einen Praxiswert nachreichen. Nachdem die oberen drei Viertel des Akkus für knapp vier Stunden Spieleeinsatz reichten, halten wir die Angabe aber für realitätsnah. Leider ebenso realitätsnah sind die veranschlagten 12 Stunden Ladezeit bei Einsatz eines leistungsfähigen 2-Ampere-USB-Ladegerätes.
Als stationäre Gegenstücke zum Akku-betriebenen Transmitter kommen ein handelsüblicher 5-GHz-WLAN-Router (die Internet-Verbindung wird durchgeschleift) und ein 60-GHz-HDMI-Sender zum Einsatz. Das 60-GHz-Band, welches in Zukunft auch für 802.11ad-WLAN genutzt werden soll, ist hierbei Segen und Fluch zugleich: Auf der einen Seite steht nur so genug Bandbreite zur Verfügung, um die volle Auflösung schnell genug und latenzarm zu streamen, während die schlechte Durchdringung von Mauerwerk Störungen von Sendern in benachbarten Räumen verhindert. Andererseits werden 60-GHz-Funkwellen aber auch von Einrichtungsgegenständen und dem Körper des Vive-Nutzers selbst absorbiert, für optimalen Empfang muss der HDMI Sender daher passend zum Headset-Transmitter über Kopfhöhe montiert sein. Die Handhabung der 5-GHz-Lösung als Ersatz für die USB-Verbindung unterscheidet sich dagegen nur in einem Punkt von normalem WLAN: Die Spezial-Firmware des Routers erlaubt und benötigt keinerlei Konfiguration, auch der Software-Client für den Spiele-PC beschränkt sich auf eine Schaltfläche zum Kanalwechsel und "Start".
TPCast: Die Praxis
Entsprechend einfach ist die Handhabung des Systems im Einsatz, das sich nach Start der zugehörigen Software nicht mehr von der Kabelverbindung unterscheidet. Die Verwaltung des Headsets übernimmt weiterhin SteamVR, welches die Umleitung aller ausgehenden und eingehenden Verbindungen nicht einmal bemerkt. Lediglich die Diagnose etwaiger Fehler wird durch die zusätzlichen Komponenten erschwert - während unserer Tests arbeitete TPCast selbst aber fehlerfrei. Auch in Spielen merkt von der geänderten Verbindung - nichts. Für ein Produkt, das in erster Linie "kein Kabel" sein möchte, ist es wohl das höchstmögliche Lob, wenn unsere Redakteure abseits der Bewegungsfreiheit keine Unterschiede zu einer Kabelverbindung bemerken.
TPCast selbst verspricht eine Übertragung der vollen Auflösung mit maximal 2 Millisekunden Verzögerung, wir hoffen in der PCGH 01/18 exakte Latenzmessungen auswerten zu können. Zum Vergleich: HTC strebt eine Gesamtlatenz von Eingabe (Headset-Bewegung) bis Ausgabe (Anzeige eines passenden Bildes im Headset) von unter 20 ms an. Dieses Ziel erreicht TPCast aber nur noch eingeschränkt, wenn die 60-GHz-Sichtverbindung gestört wird. Platziert man den Sender auf Tischhöhe, sind bereits "virtuelle Erdbeben" möglich, weil die eigentlich statische Umgebung für einen Frame der unbewussten Kopfbewegung des Spielers folgt. Gelangen gar Möbelstücke oder, beispielsweise beim Bücken, der eigene Kopf zwischen HDMI-Sender und -Empfänger, kann das Bild sogar für mehrere Frames einfrieren und die VR-Präsenz weicht realer Übelkeit.
TPCast: Das Fazit
HTC und auch Oculus haben lang und breit erklärt, wie schwer es war, ausreichend kurze Latenzen für ein überzeugendes VR-Gefühl zu erreichen. Das Vorhaben, die volle Auflösung (mehr als FullHD) und Bildwiederholrate (90 Fps) kabellos zu übertragen, ohne inakzeptable Latenzen durch Komprimierung zu verursachen, war deswegen eine große Herausforderung und TPCasts Vermarktungsstrategie mit zahlreichen Messe-Vorführungen ohne Vergleichsmöglichkeit, aber keinen Testmustern sorgte für reichlich Misstrauen im Vorfeld. Das fertige Produkt wischt aber alle Zweifel vom Tisch und ist bei korrekter Montage eine komfortable Alternative zum Kabel - aufgrund des hohen Preises von 350 Euro aber nur für echte VR-Enthusiasten.
Quelle: PC Games Hardware
Headset, Akku - feritg. So handlich kann VR sein. (Nicht im Bild: Vier Netzteile, drei Kabel, zwei Funkstationen und ein Adapter für den stationären Teil der Installation von Vive und TPCast)

Hallo.
Hat der Hersteller eigentlich je erwähnt, dass das Mikrofon nicht zu benutzen ist?
Laut Overcklockers UK sind die so dreist zwar eine neue Software mit Mikrofon-Unterstützung zu haben, aber vom Nutzer Kaufdatum und Händler zu verlangen.
Wenn die sichergehen wollen dass man eine Brille besitzt, sollte ein Foto der Seriennummer reichen. Ich lege auch noch meinen Personalausweis deneben.
Warum auch immer die so einen Trara machen. Hat evtl. jemand die letzte Software von TPCast für das TPCast für Vive?
Oder jeder Neuwagen.
Oder ein "Konzert". Oder "ausgehen", Getränke und Speisen in der Gastronomie...
Was die Vive selbst angeht, die kann man vor zwei Jahren für €450 gebraucht gekauft, heute auch noch für 400-450 Euro verkaufen...
War mit dem DK2 der Rift auch so. Und man bekam dann sogar noch um die 50 Euro mehr als den Neupreis...
Da könnte man sich ärgern, dass man keine gekauft hat, und dann schon mal die x Jahre quasi kostenlos damit spielen konnte.
Auch ein Frugalist (sparsam leben, und mit 30-40 In den Ruhestand gehen) könnte sich eine VR-Brille zulegen, da eine halbwegs einmalige Anschaffung.
Ich relativiere oft alles was mit Geld zu tun hat. 350- € sind halt bei mir 5-6 Tankfüllungen..ich gehe jede Woche tanken...finde ich also dann wieder ganz ok Am Ende kommt es eh nicht darauf an, wie viel Geld man mit ins Grab nimmt, sonder was man damit angestellt hat. Nur Prouktives tun ist halt nicht Sinn der Sache, sonst kommst du zu kurz, und wenn du zu kurz kommst, bist du nicht glücklich, ergo Sinn des Lebens verpasst
80.000€ für einen Sportwagen, nur weil er mehr PS hat?
Das könnte man ewig so weitermachen. Du hast bestimmt auch schon "Sinnlose "Sachen gekauft, und wenn es nur eine Figur zum Sammeln für 30€ ist.
Zu kompliziert und teuer! Irgendwann wie die ganze Soße auf ne Sonnenbrille gestreamt - natürlich aus dem Weltall.
Ist ja schon in Arbeit...ansonsten VR sehr cool!