Vampire The Masquerade - Bloodlines 2: Handlung, Atmosphäre und Gameplay
Hier widmen wir uns dem Gameplay von Vampire The Masquerade - Bloodlines 2.
In diesem Artikel
Vampire: The Masquerade - Bloodlines 2 spielt rund 20 Jahre nach den Geschehnissen im ersten Bloodlines. Sie übernehmen die Rolle des wahlweise männlichen oder weiblichen Vampir-Ältesten Phyre (sprich: Fire - Feuer). Statt eines Frischlings wie im ersten Bloodlines oder gar eines Dünnblutes, wie ursprünglich für Bloodlines 2 angedacht, spielen Sie also einen besonders mächtigen, beinahe legendären Blutsauger. Aus der Ego-Perspektive erwachen Sie nach jahrhundertelangem Schlaf in einem heruntergekommenen Gemäuer, ohne Erinnerung und von der langen Erstarrung geschwächt - viele Ihrer Fähigkeiten müssen Sie zuerst wieder erlernen. Doch kaum sind Sie erwacht, werden Sie in die mörderischen Intrigen, die komplizierten politischen Verstrickungen, in die Machtkämpfe und Ambitionen der untereinander konkurrierenden Vampir-Clans verwickelt.
Handlung und Atmosphäre
Und in eine Kriminalgeschichte, denn Bloodlines 2 bedient sich merklich Kriminal- und Film-Noir-Anleihen. Zu Letzteren zählt auch der geheimnisvolle - und leicht wahnsinnige - Malkavianer Fabien, der sich bald nach Ihrem Erwachen als mysteriöse Stimme in Ihrem Kopf zu Wort meldet. Fabien übernimmt die noir'esque Rolle des "Unreliable Narrators", des unzuverlässigen Erzählers (vergleiche: "Die Üblichen Verdächtigen", "Fight Club", "Shutter Island", "Memento"). Der stets etwas mysteriös und verworren daherredende und selbst von Erinnerungslücken geplagte Kerl erklärt Ihrer Figur (und Ihnen als Spieler) die Situation im modernen Seattle. Obendrein spannt der seltsame Detective Sie als eine Art Aushilfs-Sheriff in die Handlung ein.
Quelle: PCGH
Fabien, die Stimme in Ihrem Kopf, ist ein Detective, der in Kombination mit dem Setting wohlige Max-Payne-Schwingungen aussendet.
Schon in den ersten Spielminuten kann Vampire: The Masquerade - Bloodlines 2 einige der großen Stärken ausspielen. Die Charaktere sind erstklassig gestaltet, die Dialoge sind unterhaltsam geschrieben und wurden ausgesprochen gut vertont - auf Englisch, eine deutsche Sprachspur steht nicht zur Verfügung. Die Entwickler von The Chinese Room haben es obendrein vollbracht, eine stimmige, sehr dichte Atmosphäre zu schaffen. Das düstere, nebelverhangene, winterliche Seattle ist ebenfalls gelungen, auch wenn selbst die Areale eher klein und beschränkt ausfallen.
Gekürzte Rollenspielmechaniken
Doch auch die Schwächen sind bereits nach wenigen Spielminuten offensichtlich: Zwar gibt es einige Fähigkeiten, eine Reihe Dialog-Optionen sowie unterschiedliche Reaktionen und verzweigende Handlungsstränge, doch sind viele der ursprünglichen RPG-Elemente des Vorgängers und auch der Pen-&-Paper-Vorlage verschwunden oder fadenscheiniger Natur. So gibt es abseits einer Garderobe für Kleidung und oberflächliches Aussehen beispielsweise keine wirkliche Charaktererstellung. Sie wählen lediglich das Geschlecht Ihrer Spielfigur und können darauf einen von sechs Vampir-Clans festlegen. Dies wiederum bestimmt einige Ihrer Fähigkeiten.
Tolle Atmosphäre mit spielerischen Schwächen
Dabei fehlen besonders interessante Blutlinien, darunter etwa die wilden Gangrel, die verunstalteten Nosferatu oder die wahnsinnigen Malkavianer. Gerade Letzteres ist schade, denn das erste Bloodlines ergänzte sämtliche Dialoge mit zusätzlichen, verworrenen Optionen, die einzig für die Irrsinns-Vampire geschrieben wurden und nicht zuletzt zu dem beinahe legendären Status von Bloodlines 1 beitrugen. Wer hat sich noch nicht im Dialog mit einem Stoppschild gestritten oder löst bei jedem Gespräch ein verzweifeltes "Oh nein! Du bist einer von DENEN!!" beim Gegenüber aus? Immerhin gibt es mit Fabien auch in Bloodlines 2 eine wirre Stimme im Kopf, zudem sind im Gegensatz zum ersten Bloodlines alle Dialoge vertont. Es wäre wohl zu viel Aufwand gewesen, sämtliche Dialoge ein weiteres Mal für einen Malkavainer-Protagonisten zu schreiben und aufwendig zu synchronisieren.
Abseits der Stadt Seattle, in der Sie sich zwar frei bewegen können, die in Ihren Ausmaßen allerdings beschränkt ausfällt, sind die unterschiedlichen Umgebungen außerdem streng linear gestaltet. Vielfältige Lösungswege wie im Vorgänger oder durch cleveren Nutzen bestimmter Fähigkeiten wie in Immersive Sims à la Dishonored suchen Sie vergeblich. Es gibt nahezu keinerlei Ausrüstungsgegenstände oder Goodies zu entdecken, sondern lediglich unbedeutende Sammelgegenstände. Spannende Nebenquests samt interessanter NPCs - eine der großen Stärken des Vorgängers - glänzen in Bloodlines 2 ebenfalls mit nahezu vollkommener Abwesenheit.
Kampfsystem: Direkt, aber flach
Auch das Kampfsystem ist gegenüber dem Vorgänger abgespeckt: Sie führen keine Schusswaffen, keine Schießeisen, stattdessen setzen Sie sich mit Ihren krallenbewehrten Händen und Ihren Vampir-Fähigkeiten zur Wehr. Letztere unterscheiden sich von Clan zu Clan und lockern das Kampfgeschehen etwas auf. Mit fortlaufendem Spielgeschehen setzt Ihnen Bloodlines 2 zudem immer stärkere Widersacher vor. Doch bleibt das eher rudimentäre Kampfsystem tendenziell flach - was schade ist, denn die Kämpfe nehmen einen recht gewichtigen Teil des Gameplays ein. Immerhin: Mit der Telekinese-Fähigkeit können Sie diverse Gegenstände und fallen gelassene Waffen auf Gegner schleudern, oder diese beim Schleichen ablenken sowie kleinere Rätsel lösen - fast ein wenig wie mit der Gravity-Gun aus Half-Life 2.
Damit genug zur Entwicklung und dem Inhalt. Wenn Sie mehr zu Spielmechaniken, Story und Gameplay erfahren möchten, legen wir Ihnen den gehaltvollen Test unserer Kollegen der PC Games ans hoffentlich nicht allzu blutende Herz. Wir widmen uns im Folgenden ganz der Technik und den Hardware-Anforderungen von Bloodlines 2.


Das stört so dermaßen, dass ich mich tatsächlich nur zum Erstellen dieses Kommentares registrieren musste.
Dann ist das ja auch gleich deine erste - zumindest halbwegs, ich hab ja Feierabend -, offizielle Antwort
Danke, ist gefixt.
Gruß und schönes Wochenende,
Phil
Das stört so dermaßen, dass ich mich tatsächlich nur zum Erstellen dieses Kommentares registrieren musste.
Shadow of the Tomb Raider, Horizon: Forbidden West, TLoU 2 oder die neuen RE-Teile - so sollten Spiele aussehen und performen, aber nicht wie 9/10 der letzten größeren UE5-Games, wo die meisten Rechner bei internen 720p am Limit laufen.
Es ist genau das passiert, was viele bei Einführung von Upscaling bereits befürchtet haben: Haarsträubend unoptimierte Spiele, bei denen vor einigen Jahren der Chef noch gefragt hätte, ob du einen Vogel hast, so einen Bull*** abzuliefern, werden jetzt durch Upscaling "optimiert" ... Gepaart mit der UE 5, deren Komfortfunktionen für Entwickler zu den mit am schlechtesten laufenden Spielen überhaupt führen, kommt halt genauso ein Schmarren raus.
Schade, aber man ahnte es schon.
Nur weil 4K existiert, bedeutet das nicht das es auch stets gut nutzbar sein muss.
Liegt evtl. daran, daß ich mich noch gut an Zeiten erinnern kann, wo es nicht unüblich war Spiele mit 15 fps zu spielen.
Actionspiele wohlgemerkt.
Wobei auch ich natürlich eine 100€ GPU begrüßen würde, die 10 Jahre lang alles @UHD@max@60+fps über den Bildschirm zaubert.