Nvidia Titan Y im Test: 24-GiByte-Koloss mit GP102-Vollausbau für 2.999 Euro [Update: April, April!]
Update: April, April! Die relativ preiswerte Geforce GTX 1080 Ti war Nvidias erster Streich des Jahres 2017, sie beerbte den alten König Titan X (Pascal). Doch Enthusiasten wollen mehr. Sie wollen immer mehr. Das liefert Nvidia nun in Form der Titan Y: Die GP102-Grafikkarte bringt 3.840 Shader-ALUs, 13,37 TFLOPS sowie 24.576 MiByte Speicher auf die Waage - für 2.999 Euro.
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Update vom 2. April: Aufmerksame Leser haben rasch bemerkt, dass wir uns hier einen Aprilscherz erlaubt haben. Die Titan Y ist weder existent noch verfügbar - tut uns leid für alle, die bereits ihr Sparschwein geschlachtet und wütende E-Mails an Nvidia geschickt haben, da der Webshop partout keine Titan Y feilbietet. Viele Leser haben am Stil der Prosa und den mehr oder minder subtilen Gags erkannt, dass es sich um keinen echten Test handelt. Anzeichen dafür sind unter anderem die Rechenleistung (13,37 TFLOPS), die Seitenhiebe Richtung Nvidia (sorry, Jensen!), das Produktionsdatum des Chips, die Mindestbestellmenge, das Kryptonit und mehr. Nun können wir auch verraten, für was das Kürzel "AFE" steht: April Fool's Edition.
Wie unter anderem der Aprilscherz von 2013 - die "Sapphire Atomic Radeon HD 7870" mit 1.337 MHz - bietet jedoch auch der PCGH-"Test" der Titan Y einen Mehrwert für Sie. Denn so erfunden die Titan Y in dieser Form auch ist, undenkbar ist ein solches Produkt nicht. Zugegeben, die Leistungsaufnahme und das Kühldesign haben wir uns zusammengesponnen, der GP102-Vollausbau, der Speicher und die Taktrate sind jedoch nicht vollkommen aus dem Weltraum. Nvidia müsste vermutlich stark selektieren, um ein solches Produkt mit 250 Watt und dem bekannten Founders-Edition-Kühler zu spezifizieren. Realistischer ist ein Vollausbau mit etwas geringeren Frequenzen um 1.600 MHz.
Die Titan Y ist erfunden - aber gäbe sie es mit dieser Spezifikation, wären die Benchmarkwerte bis auf wenige Prozente richtig.
In Ermangelung einer Quadro P6000 sind die Benchmarkwerte ausnahmsweise nicht gemessen, sondern möglichst realitätsnah extrapoliert. Die Formel dafür lautet GTX 1080 Ti × 1,1x × Daumen × Sanityfaktor. Da die Rechenleistung der erfundenen Titan Y rund 18 Prozent über der einer Geforce GTX 1080 Ti liegt, kann die Titan Y höchstens genauso viel schneller rendern. Da die Speichertransferrate gegenüber der GTX 1080 Ti und Titan XP nur um rund neun Prozent gestiegen ist, können diese 18 Prozent in Spielen kaum durchschlagen, das lehrt uns die Praxis. Die angegebenen Benchmarkwerte der Titan Y liegen daher zwischen 10 und 16 Prozent über denen der GTX 1080 Ti; in WQHD ist die Differenz geringer als in UHD, wo die Leistung stärker durchschlägt. Bei den errechneten Fps-Werten haben wir auch Eigenheiten der Testspiele (etwa Transferratenhunger durch MSAA oder einsetzendes CPU-Limit) berücksichtigt. Mit anderen Worten: Die Titan Y ist erfunden - aber gäbe sie es mit dieser Spezifikation, wären die Benchmarkwerte bis auf wenige Prozente richtig.
Nvidia ist immer wieder für Überraschungen gut, das muss man den Geforce-Machern lassen. Das Jahr 2017 startete mit der rasend schnellen Geforce GTX 1080 Ti, welche die Leistung der Titan X (Pascal) überbietet und neben ihr geradezu lächerlich günstig aussieht. Selbstverständlich sind 819 Euro kein Pappenstiel, gegenüber 1.359 Euro - so viel kostete die Titan X von Mitte Januar bis heute - wittern viele PC-Enthusiasten jedoch ein Schnäppchen. Damit ist nun Schluss, denn am heutigen Tag betritt Nvidias zweite Überraschung die Bühne: die Titan Y.
Die Titan Y ist die designierte Nachfolgerin der - Überraschung - Titan X und erinnert optisch stark an die Geforce GTX Titan Z. Sie kennen Letztere nicht? Das sollten Sie aber, denn die Titan Y übernimmt große Teile des Kühldesigns sowie die verbindliche Preisempfehlung von dieser Grafikkarte. Erstmals in der Geschichte packt Nvidia einen Triple-Slot-Kühler auf eine Single-GPU-Referenzkarte, um der stattlichen Abwärme Herr zu werden. Unter dem Koloss sitzt die Crème de la Crème der Grafiktechnologie: Neben einem voll aktiven GP102-Prozessor stehen wahnwitzige 24 GiByte Speicher mit einer Datenrate von 11 Gigabit pro Sekunde im Datenblatt. Zusammen mit dem Boost auf typische 1.741 MHz stemmt die Titan Y satte 13,37 Tera-FLOPS bei einfacher Genauigkeit (SP).
Die Schattenseite dieser Kraft ist die maximale Leistungsaufnahme von 375 Watt, welche bei exzessivem Spielen durchaus arm machen kann. Das sind Sie nach dem Kauf einer Nvidia Titan Y aber ohnehin, denn - bitte setzen Sie sich - Nvidia denkt an seine Anleger und nennt eine absolut verbindliche Preisempfehlung von 2.999 Euro. Selbstverständlich versandkostenfrei. Die Titan Y ist, wie die Titan X und GTX 1060 Founder's Edition, nur über Nvidias Webshop und nur in haushaltsüblichen Mengen (also mindestens vier) erhältlich. Die Spezifikation der Titan Y im Vergleich mit dem Pixel-Proletariat:
| Modell | Titan Y | Titan X (Pascal) | Geforce GTX 1080 Ti | Geforce GTX 1080 | Geforce GTX 1070 | Geforce GTX 980 Ti | Radeon R9 Fury X |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Codename | GP102-430 -A1 | GP102-400 -A1 | GP102-350-K1-A1 | GP104-400-A1 | GP104-300-A1 | GM200-310-A1 | Fiji XT |
| DX-12-Feature-Level | 12_1 | 12_1 | 12_1 | 12_1 | 12_1 | 12_1 | 12_0 |
| Chipgröße (reiner Die) | 471 mm² | 471 mm² | 471 mm² | 314 mm² | 314 mm² | 601 mm² | 596 mm² |
| Transistoren Grafikchip (Mio.) | 12.000 | 12.000 | 12.000 | 7.200 | 7.200 | 8.000 | 8.900 |
| Shader-/SIMD-/Textureinheiten | 3.840/30/240 | 3.584/28/224 | 3.584/28/224 | 2.560/20/160 | 1.920/15/120 | 2.816/22/176 | 4.096/64/256 |
| Raster-Endstufen (ROPs) | 96 | 96 | 88 | 64 | 64 | 96 | 64 |
| GPU-Basistakt (Megahertz) | 1.607 | 1.417 | 1.480 | 1.607 | 1.506 | 1.002 | unbekannt |
| GPU-Boost-Takt (Megahertz) | 1.741 | 1.531 | 1.582 | 1.733 | 1.683 | 1.075 | 1.050 |
| Rechenleistung SP/DP (Mio./s) | 13.371/418 | 10.974/343 | 11.340/354 | 8.873/277 | 6.463/202 | 6.054/189 | 8.602/538 |
| Durchsatz Pixel/Texel (Mrd./s) | 167,1/417,8 | 137,2/342,9 | 141,7/354,1 | 110,9/277,3 | 101,0/202,0 | 94,6/189,2 | 67,2/268,8 |
| Speicheranbindung (Bit) | 384 | 384 | 352 | 256 | 256 | 384 | 4.096 |
| Geschw. Grafikspeicher (GT/s) | 11,0 | 10,0 | 11,0 | 10,0 | 8,0 | 7,0 | 1,0 |
| Speichertyp | GDDR5X | GDDR5X | GDDR5X | GDDR5X | GDDR5 | GDDR5 | HBM (gen1) |
| Speicherübertragung (GB/s) | 528,8 | 480 | 484 | 320 | 256 | 336,6 | 512 |
| Übliche Speichermenge (MiB) | 24.576 | 12.288 | 11.264 | 8.192 | 8.192 | 6.144 | 4.096 |
| PCI-Express-Stromanschlüsse | 2 × 8-polig | je 1 × 6-/8-polig | je 1 × 6-/8-polig | 1 × 8-polig | 1 × 8-polig | je 1 × 6-/8-polig | 2 × 8-polig |
| Typische Leistungsaufnahme | <375 Watt | <250 Watt | <250 Watt | <180 Watt | 150 Watt | <250 Watt | 275 Watt |
Die Rohdaten der Titan Y lassen jedem PC-Enthusiasten das Wasser im Munde zusammenlaufen - begleitet von Tränen in den Augen beim Gedanken an die Hypothek. Dank der zahlreichen Rechenwerke und hohen Taktung liefert die Titan Y eine um rund 18 Prozent höhere Rechenleistung als die Geforce GTX 1080 Ti. Da die Speichertransferrate nicht im gleichen Maße gesteigert wurde, ist von Fps-Differenzen zwischen 10 und 15 Prozent auszugehen.
Nvidia Titan Y im Test: Kühler, Lautheit, Leistungsaufnahme
Wie erwähnt, erbt die Titan Y den großen Lagerbestand an Kühlern von der Titan Z. Das ist keine schlechte Idee, denn ein Triple-Slot-Kühler bietet eine deutlich größere Lamellenfläche als ordinäre Dual-Slot-Designs. Infolgedessen handelt es sich bei der Titan Y nicht um eine DHE-Karte, welche die Abwärme mittels Radiallüftung aus dem Gehäuse befördert, sondern um ein Axiallüfterdesign. Große Teile der (bis zu) 375 Watt Abwärme landen im Gehäuse, wo die anderen Komponenten, allen voran der CPU-Kühler, sich damit herumschlagen müssen. Im Leerlauf fordert unter anderem der große Speicher seinen Tribut, die Titan Y verbraucht etwas mehr Strom als die Titan XP und Geforce GTX 1080 Ti.
Quelle: PC Games Hardware
Nvidia Titan Y: Bei 375 Watt TDP sind 2 × 8-Pol-Strombuchsen Pflicht - AMDs Radeon R9 Fury X lässt grüßen.
Der mittig platzierte Axiallüfter dreht im Leerlauf mit 1.100 Umdrehungen pro Minute, was zu einer Lautheit von kaum wahrnehmbaren 0,3 Sone führt. Unter Last bestimmen Spiel und Auflösung das Ausmaß der Belüftung. Unter absoluter Volllast, welche wir in Anno 2070 erst in 6K mittels DSR erreichen, gipfelt die Lüfterdrehzahl bei 3.137 gemäß MSI Afterburner. Das hat ein Brummen von 6,6 Sone zur Folge, welches aufgrund überraschend vieler Tieftöne latent an ein Hornissennest während der Brunft erinnert. Auch der Hexer Geralt sorgt für ordentlich Hitze (mittels Igni), hier muss der Lüfter rund 3.000 Mal pro Minute drehen, um Ultra HD mit maximalen Gameworks-Effekten bei 85 °C zu halten. Folglich arbeitet der Kühler trotz seiner Größe am Leistungslimit, sofern die Karte gefordert wird.
Letzteres verwundert nicht beim Blick auf die GPU-Einstellungen, welche nach der metaphorischen Brechstange aussehen. Um den typischen Boost auf 1.741 MHz im Mittel zu erreichen, muss der GP102 in 430er-Konfektion (bei unserem Muster herstellt schon am 1. April 2016) mit 1,137 Volt arbeiten. Das ist eine sehr hohe Spannung - zum Vergleich: Andere Pascal-Grafikkarten laufen unter Last mit 0,95 bis 1,05 Volt, je nach Powerlimit und Kühlung. Die Titan Y ist folglich am Limit gebaut, was die hohe TDP erklärt - obwohl Nvidia erst kürzlich verlauten ließ, dass Overvolting in diesem Stil äußerst ungesund für den Chip sei und die Lebenszeit auf etwa ein Jahr verkürze.
Nvidia bezeichnet den Kühler der Titan Y intern als "AFE", die deutsche Pressestelle konnte uns jedoch bis zur Veröffentlichung dieses Tests nicht verraten, wie das Kürzel ausgeschrieben lautet. FE könnte für Founder's Edition stehen und das A für Augmented (dem Hype folgend). Doch das ist geraten. Eventuell hat es auch etwas mit dem guten Wetter zu tun.
| Titan Y | Titan X (Pascal) | GTX 1080 Ti | GTX 1080 | GTX Titan X | GTX 980 Ti | R9 Fury X | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Lautstärke | |||||||
| Leerlauf (Desktop) | 0,3 Sone | 0,5 Sone | 0,4 Sone | 0,4 Sone | 0,3 Sone | 0,3 Sone | 1,3 Sone |
| 2 LCDs (UHD + FHD) | 0,3 Sone | 0,5 Sone | 0,4 Sone | 0,4 Sone | 0,3 Sone | 0,3 Sone | 1,3 Sone |
| UHD-Youtube | 0,3 Sone | 0,5 Sone | 0,4 Sone | 0,4 Sone | 0,3 Sone | 0,3 Sone | 1,3 Sone |
| Crysis 3 (FHD) | 5,5 Sone | 3,9 Sone | 2,8 Sone | 3,1 Sone | | | 1,4 Sone |
| Anno 2070 (UHD) | 6,6 Sone | 4,9 Sone | 3,4 Sone | 3,2 Sone | 4,3 Sone | 4,5 Sone | 1,6 Sone |
| Leistungsaufnahme | |||||||
| Leerlauf (Desktop) | 15 Watt | 12 Watt | 12,5 Watt | 9,5 Watt | 18 Watt | 15 Watt | 21 Watt |
| 2 LCDs (UHD + FHD) | 18 Watt | 14 Watt | 15 Watt | 11,5 Watt | 23 Watt | 20 Watt | 25 Watt |
| UHD-Youtube | 21 Watt | 17 Watt | 19 Watt | 12 Watt | 24 Watt | 21 Watt | 55 Watt |
| Crysis 3 (FHD) | 303 Watt | 227 Watt | 225 Watt | 175 Watt | | 230 Watt | 250 Watt |
| Anno 2070 (UHD) | 366 Watt | 231 Watt | 230 Watt | 171 Watt | 243 Watt | 234 Watt | 313 Watt |
Nvidia Titan Y im Test: Spieleleistung (obwohl Profis niemals spielen)
Der Name lässt es bereits erahnen: Die Titan Y ist kein Spielzeug, denn wäre sie eines, stünde "Geforce GTX" im Namen. Dann könnte man aber kein so großes Preisschild im Shop aushängen, weshalb man sich, wie bei der Titan XP, auf die klassischen Profi-Eigenschaften der Titan Y bezieht: Optimierung für Deep & Machine Learning, garantiert auch ohne WHQL-Siegel absturzfreie Treiber mit CAD-Boost sowie die obligatorischen Military-Class-Raumschiffkomponenten mit Vierfachverglasung. Innovativ ist einzig die Carbon-Kryptonitbeschichtung der Backplate für optimale Wärmeableitung, Stabilität und ein dezentes grünes Leuchten im Dunkeln.
Obwohl Profi-Grafikkarten zu schade für unproduktives, aber wunderschönes Ultra-HD-Gaming sind, haben wir Nvidias Titan Y durch unseren Spiele-Parcours gescheucht - inklusive der beinahe unwürdigen, weil grobpixeligen WQHD-Auflösung. Um die Profi-Karte nicht komplett zu unterfordern, muss sie selbstverständlich auch unseren 20. Test, das Bildwandeln mittels Capture One Pro und OpenCL, absolvieren. Wie immer verwenden wir die zum Testzeitpunkt aktuellen Grafiktreiber von AMD und Nvidia. Letztere steuerten zum Test der Titan Y den Geforce-Treiber 379.01 bei, welcher noch nicht öffentlich zugänglich ist. Die Vergleichswerte stammen allesamt aus dem Test der Geforce GTX 1080 Ti.
Nvidia Titan Y im Test: Fazit
Nvidia hat erneut abgeliefert. Und zwar die schnellste Grafikkarte, die man für Geld kaufen kann. Für viel Geld. Fairerweise muss man anmerken, dass die Titan Y das mit Abstand stärkste Produkt ist, um die Urlaubsimpressionen zu wandeln oder sich ein zweites, super smartes Gehirn zu simulieren, falls das eigene etwas eingerostet ist - Spieler sind laut Nvidia nicht die primären Adressaten. Und im Vergleich mit der 4.300 Euro teuren Quadro P6000, welche ebenfalls einen voll aktiven GP102 trägt, aber wesentlich zahmer boostet, ist die Titan Y ein echtes Schnäppchen. Angesichts der gerade eintreffenden Custom-Designs der Geforce GTX 1080 Ti, welche für weniger als 900 Euro etwa 90 Prozent der Titan-Y-Leistung erreichen, könnte man sich die Frage stellen: Titan, why? Nvidia weiß, why: Weil sie's können.
Last but not least: das Wichtigste. Nvidia gibt an, dass die Titan Y ab dem 1. April 2017 im eigenen Webshop verfügbar sein wird. Trotz der streng limitierten Stückzahl muss angesichts des Termins und Preises nicht mit leeren Regalen gerechnet werden.

Wie immer
Die Titan Y wird kommen! Meine Meinung. Es ist eine mit Nvidia abgestimmte Marketing Aktion, um die Akzeptanz zu testen. Die Karte liegt im Regal, sie müsste nur verkauft werden und der P6000 damit Konkurrenz machen.
So ein riesen Scherz war es nicht mal: Nvidia Titan Xp: GP102 im Vollausbau mit 12 GByte GDDR5X fur 1.349 Euro - ComputerBase
Die RX 580 ist leider kein Aprilscherz...