Halo: Campaign Evolved im Hands-on mit Benchmarks - Mit UE5 und besser als das Original
Mit Halo: Campaign Evolved ist jüngst ein Remake jenes Ego-Shooters erschienen, der sich im Jahre 2001 als System-Seller für die Xbox erweisen sollte. Halo: Campaign Evolved lässt den Klassiker mit UE5-Technik wiederauferstehen. Wir schildern unsere Ersteindrücke zu Grafik und Performance.
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Als 2001 das originale Halo: Combat Evolved (deutsch: Halo: Kampf um die Zukunft) erschien, waren nicht nur Konsolenspieler begeistert. Nicht wenige Gamer, darunter auch so einige PC-Nerds, waren von der (damals, verhältnismäßig) geschmeidigen und fetzigen Sci-Fi-Action in der Ego-Perspektive des seitdem berühmten Master Chiefs dermaßen begeistert, dass sie nicht nur das Spiel, sondern dazu gleich die ganze Konsole kauften. Halo: Combat Evolved war DER System-Seller für Microsofts Xbox, die Initialzündung für die gesamte Marke.
Dabei sollte das originale, von Bungie entwickelte Halo: Combat Evolved ursprünglich sogar für den PC (und Mac) erscheinen. Bei einer frühen Techdemo von 1999, die bereits auf fortschrittliche Technik der hauseigenen Blam-Engine setzte und Elemente wie die damals beeindruckende Physikberechnung für das Fahrwerk der Warthog-Fahrzeuge demonstrierte, zeigte sich das Publikum hochinteressiert. Grund genug für Microsoft, den Entwickler Bungie kurzerhand zu übernehmen und sich das Spiel als ein Zugpferd für den damaligen Vorstoß auf den Konsolenmarkt, die originale Xbox, zu sichern.
Dabei wurde das Konzept für Halo allerdings auch umgekrempelt. Ursprünglich plante Entwickler Bungie etwa, die gesamte Ringwelt frei erkundbar zu gestalten. Stattdessen wurde Halo unter der Leitung von Microsoft entschlackt, Gameplay und Leveldesign "gestreamlined", an anderen Stellen jedoch mit hohem (personellen wie finanziellen) Aufwand aufgewertet. Auch Technik und Engine wurden mit viel zusätzlichem Aufwand ausgebaut, um das Spiel möglichst perfekt auf die Technik der eigenen Spielekonsole zuzuschneiden. Mit Erfolg: Als das originale Halo im November 2001 erschien, war es nicht nur ein technisch beeindruckendes Aushängeschild für Microsofts neue Xbox, sondern zudem einer der besten Ego-Shooter überhaupt - systemübergreifend. Unzählige "Halo-Killer" erschienen seitdem. Kein Spiel konnte sich diesen Titel jedoch tatsächlich verdienen.
Quelle: PC Games Hardware
Zum wiederholten Male auferstanden, dieses Mal mit Unreal Engine 5 - bereits die dritte Grafik-Engine, mit der der erste Teil der Halo-Reihe dargestellt wurde.
Die 2003 unter der Leitung von Gearbox Interactive veröffentlichte PC-Version konnte zwar spielerisch überzeugen, den initialen Hype allerdings nicht reproduzieren. Technisch hatte die damalige PC-Version außerdem einige Macken. Wenn Sie sich für die PC-Geschichte, Performance und Technik interessieren, können wir im Übrigen unseren ausführlichen Rückblick empfehlen: Halo: Combat Evolved - So (ruckelig) lief der Shooter-Meilenstein zum PC-Release im Jahr 2003
Das erste Remaster, die Halo: Anniversary Edition, erschien bereits 2011 - zum 10. Geburtstag des Spiels und der originalen Xbox - für die Xbox 360 unter der Leitung von 343 Industries (sowie mit Unterstützung durch Sabre Interactive und Certain Affinity). Der Unterbau, die Engine, wurde ausgewechselt: Die Halo: Anniversary Edition setzte auf die Sabre3D Engine statt der ursprünglichen Blam-Engine aus dem Hause Bungie. Die Sabre Engine kommt übrigens heute noch immer in stark modernisierter und erweiterter Form zum Einsatz, etwa als Swarm Engine in Snowrunner, Space Marine 2 oder Toxic Commando. Der aktuell letzte Serienteil, Halo: Infinite, dagegen nutzt die von 343 Industries eigens für dieses Spiel entwickelte Slipspace Engine.
Quelle: PC Games Hardware
Die Engine ist neu, nahezu alle Inhalte wurden erneuert, das Gameplay wurde behutsam modernisiert und ausgeweitet, die komplette Grafik aufgewertet, die Sounds sind satter und dynamischer, die im Original gemalten Hintergründe erstrahlen nun in 3D und Cortana macht Witze über "ungeschützte Wurmteile". Aber es ist noch immer Halo - es fetzt.
Im Jahre 2014 erschien darauf die Master Chief Collection, die neben dem Remaster respektive der Halo: Anniversary Edition zudem die Sammlung der bis dato erschienenen Nachfolger sowie das Prequel Halo: Reach enthielt. Auch auf die Master Chief Collection, die PC-Spielern zudem erstmals die Gelegenheit gab, Titel wie Halo 3, 4, Reach oder ODST am eigenen Rechner mit Maus und Tastatur zu genießen, mussten PC-Spieler jahrelang warten - erst 2019 war es soweit. Für das aktuelle UE5-Halo müssen sich PC-Spieler dagegen nicht über Gebühr gedulden, es erscheint zeitgleich für Microsofts Xbox, Sonys Playstation und den PC.
Unreal meets Halo
Das jüngst erschienene Halo: Campaign Evolved ist demnach schon das zweite Remaster des originalen Halo: Combat Evolved. Federführend sind dabei die Halo Studios. Dieser Entwickler ging aus 343 Industries hervor, die seit Halo: Reach im Jahre 2010 die Entwicklung der Reihe übernahmen und sich bereits für das erste Remake in Form von Halo: Anniversary Edition verantwortlich zeigten. Dabei kommt abermals eine neue Engine zum Einsatz, dieses Mal die Unreal Engine 5. Die Engine steht Halo ausgezeichnet zu Gesicht, fängt den ursprünglichen Look zwischen "cleanem", metallisch glänzendem Sci-Fi-Look und sattgrüner, dichter Natur sowie grellen, knalligen Effekten ausgesprochen gut ein.
Quelle: PC Games Hardware
Halo: Campaign Evolved nutzt die noch recht jungen Heterogeneous Volumes der UE5 für Effekte wie Rauch.
Die Balance aus eher bodenständigem, militärischem "Boots-on-the-Ground"-Realismus und abgehobenem, kultistisch-religös angehauchtem Sci-Fi wird ebenfalls gewahrt. Die Entwickler waren außerdem darauf bedacht, nicht nur den Art-Style, sondern obendrein die Komplexität und den Detailgrad der originalen Konzeptzeichnungen, die sich mit der Technik und Hardware der frühen 2000er-Jahre nur eingeschränkt umsetzen ließen, mit der modernen Unreal Engine 5 in ihrer vollen Pracht jetzt vollends aufleben zu lassen.
Quelle: PC Games Hardware
Grafisch klasse, spielerisch fetzig und sehr gut läuft es auch noch. In 4K mit Ultra-Details und einer Prise Quality-Upsampling liefert eine RX 9070 XT nahezu verlässlich 60 Fps und mehr.
Dabei wurden allerdings nicht nur die grafischen Inhalte erneuert, frische und hochauflösende Materialien und Shader genutzt, die Polygonzahlen vervielfacht, die damals schicken, artistisch beeindruckenden, heute jedoch groben und pixeligen Skyboxen durch echte 3D-Modelle ausgetauscht und Lumen-Raytracing sowie knallige HDR-Farbpracht ergänzt. Auch einige neue Inhalte wurden ergänzt, Level wurden umstrukturiert, das Design abermals modernisiert und neue, moderne Bewegungsmechaniken eingebaut. Als Master Chief können Sie nun beispielsweise sprinten. Die Fahrzeuge wurden ebenfalls modernisiert. So bietet der Warthog im UE5-Remaster etwa einen Platz für einen vierten Mitfahrer auf der Stoßstange. Das Gameplay ist definitiv zackig und gegenüber dem Original fühlt es sich beinahe ein wenig so an, als hätte der Master Chief ein Quäntchen, eine gesunde Dosis Doom-Slayer-Gene erhalten, ohne jedoch dabei die eigene Abstammung zu vernachlässigen. In dem gepanzerten Mjölnir-Anzug des Protagonisten erlebt man damals wie heute eine spielbare Power-Fantasy erster Güte.
Quelle: PC Games Hardware
Die knalligen Effekte sind ein Hingucker, selbst in SDR setzen sie sehr satte Kontraste und erfreuen das Auge mit hoher Dynamik. Jeder Schuss lässt Funken stöbern, jede Plasmaentladung lässt die Ragdolls fliegen.
Es gibt obendrein neue Waffen, die erst in späteren Serienteilen verfügbar waren. In Campaign Evolved stehen Ihnen jetzt unter anderem Maschinenpistolen und Schützengewehre, die Needle-Gun, der Sentinel Beam oder Energieschwerter zur Verfügung. Zudem erweitert das UE5-Remaster die originalen zehn Missionen um drei weitere, die ein Jahr vor den Ereignissen des Hauptspiels stattfinden und welche die langjährige Beziehung zwischen dem Master Chief und dem raubeinigen Serienliebling Sergeant Avery J. Anderson beleuchten. Wie der Name des Remakes Halo: Campaign Evolved bereits suggeriert, bietet das UE5-Remake keinen dedizierten PvP-Multiplayer-Mode. Es besteht allerdings weiterhin die Möglichkeit, die Kampagne zusammen - nun mit bis zu drei weiteren Mitspielern - im Koop mit Freunden zu bestreiten.
Quelle: PC Games Hardware
Früher war auch manches besser. Die Cutscenes im UE5-Remaster sind vorgerendert und laufen mit einer seltsamen Bildrate von knapp über 30 Fps. Ruckelig in jedem Fall und qualitativ sind sie gegenüber dem Gameplay sichtbar schlechter. Im Original liefen die Zwischensequenzen in Echtzeitgrafik.
Halo: Campaign Evolved spielt sich also auch ein wenig anders, moderner und zackiger als das ursprüngliche Original. Trotzdem oder auch gerade deswegen lässt das UE5-Remake Halo in einem frischen Glanz erstrahlen, gegen den das ursprüngliche Combat Evolved nicht einmal mit nostalgisch verklärtem Blick eine Chance hat. Das UE5-Halo läuft zudem - genügend potente Hardware vorausgesetzt - geschmeidiger, flüssiger und schneller, als es das Originalspiel jemals tat.
Letzteres wollen wir bereits vor unseren eigentlichen Ausführungen zu Grafik und Technik ausdrücklich betonen: Halo: Campaign Evolved ist UE5-typisch mit voller Grafikpracht zwar relativ anspruchsvoll, läuft auf potenteren Systemen jedoch einwandfrei und obendrein ausgesprochen sauber und geschmeidig. Halo: Campaign Evolved wartet generell mit piekfeinen, aalglatten Frametimes auf und läuft - je nach verbauter GPU, dazu später ein wenig mehr - nahezu ohne jegliche Ruckler oder auch nur kleine Stutter. Das gilt bereits für unsere Vorab-Testversion, die uns schon einige Tage vor dem offiziellen Launch sowie vor dem Vorbesteller-Premium-Vorabzugang eine erste Tuchfühlung erlaubte - chapeau. Kommen wir zur Technik.

Wie sieht die Performance mit dem NV Hotfix Treiber aus? Wenn ich mir den Test bei CB anschaue scheint da ja offensichtlich was nicht zu stimmen was schade um die viele Arbeit ist, da. nutzlos.
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MfG
Raff