Switch-Kompendium, Teil 2 (optische und Hall-Effekt-Schalter)
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Switch-Kompendium, Teil 2 (optische und Hall-Effekt-Schalter)

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Hall-Effekt-Schalter und optische Switches als alternative Tastenschalter

Optik statt Mechanik

Optische Tastenschalter arbeiten seit über zehn Jahren mit einer Lichtschranke statt mit metallischen Kontakten. Beim Betätigen verändert der Stößel den Lichtweg - je nach Konstruktion wird ein Infrarotstrahl freigegeben oder unterbrochen - und ein Sensor setzt das Signal ab. Weil die elektrische Prellzeit entfällt, sinkt die Latenz; gleichzeitig reduzieren die reibungsarmen Führungen den Verschleiß und erleichtern die Wartung. Im Unterschied zu klassischen mechanischen Switches mit Kontaktflächen und Prellverhalten liefern optische Modelle ein sehr direktes Auslöseverhalten und sind auf hohe Haltbarkeit ausgelegt.

Überblick: Hersteller und Arbeitsweise

<strong>Linearer optischer Switch von Razer</strong>, Auslösedruck 40 g, Auslösepunkt: 1,0 mm, Tastenhub: 3,5 mm Quelle: Razer  Linearer optischer Switch von Razer, Auslösedruck 40 g, Auslösepunkt: 1,0 mm, Tastenhub: 3,5 mm Mit der Veröffentlichung der Huntsman und Huntsman Elite präsentiert Razer Mitte 2018 einen ganz neuen Tastenschaltertypen: den Razer Optical Switch. Der Peripheriespezialist setzt bei seinem als opto-mechanischen Switch bezeichneten Tastenschalter auf eine Aussparung im Stößel: Nach dem definierten Auslöseweg passiert ein IR-Strahl die Öffnung und trifft auf den Sensor, der das Signal an den PC weitergibt. Die zweite Generation wird sowohl in linearen als auch in klickenden Varianten angeboten und kann mit Polling-Raten bis 8.000 Hz arbeiten, was besonders latenzkritischen Anwendungen, etwa beim E‑Sports, zugutekommt.

Der Hubweg des Titan Switch Optical liegt bei 3,6 mm. Er löst nach 1,4 mm aus und die Kraft, die dafür benötigt wird, beträgt 45 cN. Die Feder im Inneren sorgt für das taktile Gefühl beim Betätigen der Taste. Quelle: Turtle Beach Der Hubweg des Titan Switch Optical liegt bei 3,6 mm. Er löst nach 1,4 mm aus und die Kraft, die dafür benötigt wird, beträgt 45 cN. Die Feder im Inneren sorgt für das taktile Gefühl beim Betätigen der Taste.

Roccat führte mit der Vulcan Pro Optical und Vulcan TKL Pro den Titan Switch Optical ein, der eine im Boden des Schaltergehäuses platzierte Lichtschranke nutzt. Beim Herunterdrücken unterbricht der Stempel den Lichtstrahl, wodurch die Auslösung erfolgt. Mit der Vulcan 2 Max folgte der Titan 2 Optical in linearer und taktiler Ausführung; Auslösedruck und Wege bleiben vertraut, die spezifizierte Lebensdauer steigt auf 100 Millionen Betätigungen. Roccat, mittlerweile Turtle Beach, bewirbt die Technik als deutlich schneller als herkömmliche mechanische Lösungen, da die Signalverarbeitung ohne Prellen erfolgt.

Asus positioniert die ROG-RX-Schalter (Red/Blue sowie Low-Profile-Varianten) als optische Alternative mit hohl-quadratischem Schaft und zentral platzierter RGB-LED, die für eine gleichmäßige Ausleuchtung der Kappen sorgt. Der firmeneigene X-Stabilisierungsmechanismus soll seitliche Spielräume minimieren und gleichbleibend stabile Anschläge liefern, was die Präzision insbesondere bei größeren Tasten verbessert.

Corsairs linearer OPX-Schalter löst nach 1 mm bei 45 cN aus, weist einen Gesamthub von 3,2 mm auf und verwendet ein transparentes Gehäuse zur besseren Lichtverteilung. Quelle: Corsair  Corsairs linearer OPX-Schalter löst nach 1 mm bei 45 cN aus, weist einen Gesamthub von 3,2 mm auf und verwendet ein transparentes Gehäuse zur besseren Lichtverteilung.

Corsair ergänzt das Feld mit dem linearen OPX-Schalter. Dieser löst bereits nach 1 mm bei rund 45 cN aus, weist einen Gesamtweg von 3,2 mm auf und verwendet ein transparentes Gehäuse zur besseren Lichtverteilung. Wie bei anderen optischen Tastern entsteht nur geringe Reibung; der Hersteller spezifiziert bis zu 150 Millionen Betätigungen. Insgesamt zeigt der Markt damit mehrere, technisch verwandte Ansätze: Optische Auslösung via Lichtweg-Erkennung ersetzt den Metallkontakt, während die Hersteller über unterschiedliche Mechanik (Stößel-Geometrie, Stabilisierung, LED-Platzierung) und Ausprägungen (linear, taktil, klickend, teils Low-Profile) ihre Profile schärfen.

Hall-Effekt-Schalter: Der neueste Gaming-Tastatur-Trend

Hall-Effekt-Switches lösen kontaktlos aus: Ein im Stempel sitzender Magnet verändert beim Herunter- und Loslassen das Magnetfeld, das ein Sensor kontinuierlich erfasst. Ohne metallischen Kontakt entfallen Prellen und Abrieb, die Auslösung bleibt langfristig stabil. Kernvorteil ist die stufenlose Wegerfassung: Der Auslösepunkt ist in 0,1-mm-Schritten frei wählbar, typischerweise von 0,1 bis 4,0 mm, und lässt sich präzise auf Spiel und Vorlieben abstimmen.

Beim auch als Magnetschalter bezeichneten Hall-Effekt-Switch ist der Auslösepunkt nicht fix, sondern in 0,1-mm-Schritten frei wählbar, typischerweise im Bereich von 0,1 bis 4,0 mm. Quelle: Endgame Gear Beim auch als Magnetschalter bezeichneten Hall-Effekt-Switch ist der Auslösepunkt nicht fix, sondern in 0,1-mm-Schritten frei wählbar, typischerweise im Bereich von 0,1 bis 4,0 mm. Vertreter sind Gaterons KS-37B Magnetic und die von Gateron gefertigten Lekker-Switches, Steelseries Omni-Point-2.0-Hyper-Magnetschalter, Corsairs MGX sowie die austauschbaren Glorious-Modelle Raptor HE, Lynx HE und Fox HE. Allen gemein sind magnetische Positionsmessung ohne mechanischen Auslösepunkt und daraus abgeleitete Eingabefunktionen. Rapid Trigger ermöglicht erneute Eingaben ohne festen Schalt- oder Rückstellpunkt, da Position und Bewegungsrichtung der Taste in Echtzeit verfolgt werden; die bei mechanischen Schaltern nötige Hysterese über den Auslösepunkt entfällt. Dynamic Keystroke (DKS) nutzt den analogen Weg für bis zu vier gestaffelte Aktionen, je nach Tiefe.

Snap Tap priorisiert sehr kurze Antipp-Impulse für schnelle Richtungswechsel. Mod Tap weist - je nach Antippdauer oder Betätigungsweg - zwei Funktionen zu, etwa Gehen beim leichten Antippen und Sprinten beim vollständigen Durchdrücken; eine Toggle-Key-Logik kann Zustände dauerhaft schalten. Für Spieler ergeben sich daraus extrem kurze, konsistente und frei konfigurierbare Auslösebedingungen, flüssiges Retriggern ohne erforderlichen Loslassweg bis zu einem festen Schaltpunkt sowie eine flexible Abbildung komplexer Eingaben entlang des Tastenwegs.

Geschmierte Schalter sind eine Klasse für sich!

Schalterschmierung lohnt sich nicht nur bei Custom-Gaming-Tastaturen, sondern ebenso bei regulären, mit der Platine verlöteten Gaming-Tastaturen: Mit Öl wie Krytox 105 (für die Feder) und Fett wie Krytox 205g0 (für Gehäuse/Schlitten) werden lineare wie taktile Switches leiser; der Druckpunkt wirkt definierter, der Anschlag spürbar weicher und "samtig". Die Reibung zwischen Schaltschlitten und Führung sinkt deutlich, was Tippgefühl und Geräuschkulisse verbessert - einmal ausprobiert, möchte man geschmierte Taster kaum missen.

DIY bleibt aufwendig: Es erfordert Geschick, Geduld und Zeit, zu zerlegen, dosiert aufzutragen und korrekt zu montieren. Wer den Mehraufwand scheut, kann zu ab Werk geschmierten Switches greifen - sie kosten meist etwas mehr, etwa rund 10 Euro Aufpreis für ein 36er-Set taktiler Glorious Panda gegenüber ungeschmierten Varianten. Noch vor vier bis fünf Jahren waren geschmierte Switches kaum in Gaming-Tastaturen mit verlöteten Tastern zu finden. Das hat sich mittlerweile geändert. Es gibt einige Gaming-Tastaturen, wie Das Keyboard 5QS Mark 2 (Cherry-MX2A-Switches) oder die Asus ROG Strix Scope 2 (Asus NX Snow Switches), deren fest verlötete (nicht Hotswap) Schalter ab Werk geschmiert sind.

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  1. Seite 1 Tastaturen im Test
  2. Seite 2 Switch-Kompendium, Teil 1
  3. Seite 3 Switch-Kompendium, Teil 2
  4. Seite 4 Wichtige Features und worauf Sie verzichten können
  5. Seite 5 Tastenlayout und Format, Custom-Modelle
    • Kommentare (22)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von pietcux Software-Overclocker(in)
        Ich habe seit langem eine Corsair K70 LP mit roten Cherry Tastern. Mobil zocke ich auf einer CHERRY MX-LP 2.1 mit den gleiche Tastern. Für mich ist wichtig, dass es die gewohnten Taster sind. Aber seit es genügen Tastatur Enthusiasten gibt sehe ich vor allem das die Preise ins Unermessliche steigen. Da mach ich dann nicht mit. Hab noch ne zweite K70 LP in Reserve, gebrauch vom Kumpel geschossen.
      • Von pietcux Software-Overclocker(in)
        Ich habe seit langem eine Corsair K70 LP mit roten Cherry Tastern. Mobil zocke ich auf einer CHERRY MX-LP 2.1 mit den gleiche Tastern. Für mich ist wichtig, dass es die gewohnten Taster sind. Aber seit es genügen Tastatur Enthusiasten gibt sehe ich vor allem das die Preise ins Unermessliche steigen. Da mach ich dann nicht mit. Hab noch ne zweite K70 LP in Reserve, gebrauch vom Kumpel geschossen.
      • Von DJPX PC-Selbstbauer(in)
        Ich möchte gerade auch eine eigene Tastatur bauen, gerade bin ich aber noch viel am Überlegen welche Tasten Technologie ich nehmen soll aber ob nicht sogar ein Hybridansatz interessant wäre. Z.B. Mechanische + Halleffekt Sensoren.
        Die Idee ist ein eigenes PCB, Software und Gehäuse zu machen und dann möglichst anpassbar zu machen.
        Bei den Halleffekt Schaltern könnte ich mir vorstellen das zu nutzen um damit ähnlich wie bei PWM Lüftern die Aktivierungsdauer zu ändern um damit mehrere "Geschwindikeitsstufen/Intensitäten" zu erstellen. Natürlich müsste ich das noch in Spielen Testen wie das da verwendet wird und auch was Anticheat dann machen wer weiß wie das dann darauf reagiert.
        Frei zuweisbare Keys möchte ich auch noch gerne machen.
        Gerade nutze ist noch normalen Schalter (keine Tastaturswitches) um das ganze System zu testen ich müsste das aber dann noch umbauen.
      • Von LastManStanding Volt-Modder(in)
        Zitat von JoM79
        Dann sind mechanische Tastaturen halt nichts für dich.
        Hab ja jetzt eine^^ die bleibt, weil die Vorteile überwiegen. Und es geht ja mit etwas Umgewöhnung.

        Diese Mechanische Tastatur hier hat einige Vorteile für Mich im Vergleich die ich nirgendwo anders je gesehen habe bei meinen Recherchen. Aber natürlich auch ein paar Verschlechterungen, wie den Komfort.
        Aber keiner dieser Punkte weder Pro noch Kontra betrifft die Tatsache das sie Mechanisch ist, das ist für mich und ihrem Einsatzzweck völlig nutzlos.

        Also doch schon! eine Mechanische Tastatur ist (auch) was für mich, es ist nur grundsätzlich egal ob sie Mechanisch ist!
      • Von JoM79 Trockeneisprofi (m/w)
        Dann sind mechanische Tastaturen halt nichts für dich.
      • Von LastManStanding Volt-Modder(in)
        Zitat von JoM79
        Du erkennst keinen Unterschied das die Taste nicht erst auf nem wackeligen Rubberdome aufschlagen um zu funktionieren, sondern schon weit vorher?
        jo, ist aber unwichtig wüsste nicht wobei mir das hilft^^ E-sport mach ich augenscheinlich nicht.
        Und beim Spielen auch shooter habe ich jetzt keinen erfühlbaren Vorteil!
        Ich drücke oder drücke nicht

        Tatsächlich habe ich aber gemerkt das trotz Tactile der Druckpunkt etwas zu lasch ist hab mal gemessen die alte office hat ca 65-68 Gramm je nach Taste und Abnutzung. Allerdings war schon ab und zu zu "weich".
        Meine Finger liegen beim Spielen auf den meisten der Benötigten Tasten und wenns lange dauert werden die Finger schwer und dann drückt die [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen]chwerkraft mein Finger schon mal in die Taste

        Auch beim Lesen o.ä liegt meine Hand bzw Finger schon häufig mal willkürlich auf der Tastatur.
        Das geht bei der Tactile noch grade so kurz vorm drücken halt
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