Amazon Prime Video: Kritik vom Verbraucherschutz
Amazons intransparenter Umgang mit den Werbeeinblendungen in Prime Video sorgt für Kritik vom Verbraucherschutz. Selbst im Bestellprozess des Streaming-Diensts wird man nicht immer darauf hingewiesen, dass man Werbung zu sehen bekommt.
Die anfang des Monats umgesetzten Änderungen an Amazons Streaming-Dienst Prime Video sorgen weiterhin für Unmut. Seit drei Wochen bekommen alle Nutzer des Abonnements störende Werbeeinblendungen zu sehen. Für die zuvor übliche Werbefreiheit wird ein Aufpreis verlangt. Zudem hat Amazon aus dem Basisabonnement Funktionen entfernt: Videos werden künftig ohne Dolby Vision oder Dolby Atmos ausgespielt, und Watch Party - eine Funktion zum gemeinsamen Anschauen von Filmen und Serien - kann nicht mehr genutzt werden.
Fehlende Transparenz
Auf all diese Änderungen weist Amazon zugleich kaum hin: Lediglich zum Einblenden von Werbung gab es Rundmails an Abonnenten, in denen diese informiert wurden. Eigentlich hätte Amazon zunächst aber die Zustimmung der Kunden einholen müssen, da es sich dabei um eine versteckte Preiserhöhung handelt. Zudem werden auch Neukunden nicht immer darauf hingewiesen, dass sie inzwischen Werbung zu sehen bekommen. In den AGB gibt es darauf keinen Hinweis, und je nach Bestellseite wird die Werbung auch im Buchungsprozess nicht erwähnt.
All diese Praktiken haben längst den Verbraucherschutz auf den Plan gerufen. Laut Golem kommentierte beispielsweise Michael Hummel, Referatsleiter Recht bei der Verbraucherzentrale Sachsen, die Praktiken wie folgt:
"Amazon ist Kunden gegenüber unehrlich. Wenn die Werbeschaltungen nicht transparent erwähnt werden, wird ein wesentlicher Nachteil verschwiegen und es liegt juristisch ein Mangel vor."
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Immerhin: Der fehlende Hinweis in den AGB sorgt dafür, dass das Abonnement jederzeit beendet werden kann - Amazon muss sich hier an geltendes Recht halten. Zudem dürften die verschiedenen Intransparenzen in eine Klage des Verbraucherschutzes einfließen, die derzeit vorbereitet wird. Inwiefern diese Erfolg haben und Besserung für die Kunden bringen wird, ist derzeit aber unklar. Vorerst kann man damit nur selbst mit einem Musterbrief Einspruch erheben oder einfach Prime Video kündigen und sich den zahlreichen Alternativen zuwenden.
Quelle: Golem


