SteamOS: Darum ist das Gaming-Betriebssystem die Zukunft

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SteamOS: Darum ist das Gaming-Betriebssystem die Zukunft
Quelle: Valve

Valve erklärt in einem Interview, weshalb SteamOS das Gaming-Betriebssystem der Zukunft sein könnte und die Steam Machine wohl nur der Anfang ist. Ein Steam Phone, SteamOS für Smartphones und Gaming-PCs mit Arm64? Wieso eigentlich nicht?

Valve erklärt in Person von Pierre-Loup Griffais, Entwickler und federführend für das Steam Deck, die neue Steam Machine, das Steam Frame und SteamOS, nun in einem Interview mit der Website The Verge, weshalb seine Linux-Distribution die Zukunft der Gaming-Betriebssysteme sein könnte und die neue Steam Machine wohl nur der Anfang ist. Ein Steam Phone, SteamOS für Android-Smartphones und Gaming-PCs aufbauend auf einer Arm64-Architektur? Wieso eigentlich nicht? Sean Hollister, leitender Redakteur und Mitgründer von The Verge bringt es auf den Punkt.

Es ist durchaus eine große Sache, dass Valve eine Spielkonsole macht. Aber ich beginne zu denken, dass die Steam Machine eine Fußnote in der Geschichte des Gamings landen könnte?

Was wäre, wenn Valve PC-Spiele nicht nur auf seine eigene Wohnzimmerkonsolen bringen könnte, sondern auch zu den Arm-Chips, die Milliarden von Menschen in ihren Smartphones haben?

Was wäre, wenn Sie nicht mehr darauf warten müssten, dass Spieleentwickler die harte Arbeit beim Portieren von PC-Spielen auf Smartphones, Mac oder andere Arm-Hardware erledigen, da Spiele, welche für Desktop-PCs entwickelt wurden, einfach funktionieren könnten?

- Sean Hollister, The Verge -

Das Potenzial, welches Valve mit der Entwicklung von SteamOS, dem auf der zu Windows kompatiblen Laufzeitumgebung Wine basierenden Proton und jetzt mit FEX, einem x86-Emulator für Arm64, der Spiele, welche zum einen für Windows und zum anderen für die x86-Architektur entwickelt worden sind, entsprechend übersetzt, freigelegt hat, ist schier riesig. Dieses Potenzial gilt es jetzt entsprechend auszuschöpfen, wie aus dem ausführlichen Interview hervorgeht.

SteamOS auf immer mehr Geräten

SteamOS wird schon bald offiziell auf vier Geräten werkseitig vorinstalliert sein. Dem Steam Deck, der Steam Machine, dem Steam Frame sowie dem Lenovo Legion Go S, das ebenfalls "Powered by SteamOS" ist. Doch das soll nur der Anfang sein, denn Valves Gaming-Betriebssystem, welches auf Arch Linux aufbaut, soll weiter expandieren und Geräte mit x86- und Arm64-Prozessoren adressieren.

Das war wirklich unser Ziel: die Barrieren für die Nutzer zu reduzieren, damit sie sich keine Gedanken darüber machen müssen, welche Spiele laufen, und den Entwicklern einen Ausgangspunkt für diese neuen Geräte zu bieten. - Pierre-Loup Griffais, Valve -

Valve möchte sein Gaming-Betriebssystem zukünftig auch auf weitere Systeme mit der Arm64-Befehlssatzarchitektur bringen, das hauseigene Steam Frame soll dabei nur der Anfang sein. Dank SteamOS, Proton und FEX sollen Spieler zukünftig unter Linux sowohl auf x86 als auch Arm64 spielen können, ohne sich dabei über ihre Plattform Gedanken machen zu müssen. Der Plan "Powered by SteamOS" ist momentan in der Umsetzung und soll viele weitere Geräte umfassen.

Denn es gibt einige Punkte, wie den Preis und die Leistungsaufnahme, an denen auf Arm basierende Chipsätze deutlich besser in der Lage sein sollten, den adressierten Markt zu bedienen.

Wenn man in den Bereich der niedrigerem Leistung geht [also alles unterhalb des Steam Deck], wird man feststellen, dass es ein Arm-SoC gibt, welches möglicherweise auch mit den x86-Prozessoren in diesem Segment konkurrieren kann.

Wir sind ziemlich begeistert, die Welt des PC-Gamings auf all diese Optionen ausweiten zu können, anstatt willkürlich auf einen Teil des Marktes beschränkt zu sein. - Pierre-Loup Griffais, Valve -

Der Fahrplan für SteamOS steht: Das Gaming-Betriebssystem soll auf immer mehr Geräte kommen und Windows-Spiele dank Proton und FEX auf Steam unter Linux sowohl auf Systemen mit x86- als auch Arm64-Architektur lauffähig machen. In Kooperation mit Entwicklungspartner Igalia hat dieses Vorhaben bereits im Zeitraum der Jahre 2016/2017 begonnen und wurde von Valve finanziert.

Im Jahr 2016 und 2017 gab es immer wieder die Idee, dass wir letztendlich das machen wollten, und genau dann auch die FEX-Kompatibilitätsschicht gestartet, weil wir wussten, dass es fast ein Jahrzehnt an Arbeit benötigen würde, bevor sie robust genug wäre, damit die Leute sich auf sie für ihre Bibliotheken verlassen konnten. - Pierre-Loup Griffais, Valve -

Es sollte also niemanden ernsthaft wundern, wenn FEX auf Arm64 ebenso wie Proton zuvor auf x86 bereits zum Release, welches mit dem Steam Frame zum Jahresbeginn 2026 erfolgen wird, bereits stabil und performant läuft. Das wiederum soll die Grundlage für weitere Arm64-Systeme mit SteamOS sein.

Apple als Vorbild für Arm64 auf dem Desktop

Neben weiteren Handheld-PCs, welche sowohl auf x86 als auch Arm64 basieren können, möchte Valve mit SteamOS und FEX vor allem auch utraportable Notebooks adressieren. Als Vorbild für besonders leistungsstarke Notebooks und später einem Desktop-Lösungen hat Valve dabei Apple und dessen M-Prozessoren auserkoren.

Ich denke, dass es den Weg für eine Vielzahl von unterschiedlichen, vielleicht ultraportablen, vielleicht leistungsstärkeren Laptops ebnet, die auf Arm basieren und verschiedene Angebote in diesem Segment nutzen. Bei Handhelds gibt es natürlich viel Potenzial für Arm, und man könnte irgendwann auch Desktop-Chips in der Arm-Welt sehen.

Desktops sind nicht völlig ausgeschlossen: Designs wie das Framework Desktop verwenden im Wesentlichen einen großen SOC, oder? Und diese großen SOCs gibt es in der Arm-Welt schon eine Weile. Apple produziert sehr hochwertige Beispiele dafür, also ist es nicht zu verrückt, sich so etwas auch in einem PC vorzustellen. - Pierre-Loup Griffais, Valve -

Auch eine enge Kooperation für potenzielle Steam Machines anderer Hersteller wird derzeit angestrebt und erste Gespräche wurden bereits geführt. Da die kommende Steam Machine auf gewöhnlicher x86-Hardware basiert, sind Steam Machines anderer Hersteller wohl nur eine Frage der Zeit.

Das Gleiche sehen wir gerade im Wohnzimmer, wo wir bereits einige gute Gespräche mit Leuten im Wohnzimmerbereich geführt haben, die denken, dass SteamOS gut passen könnte. Während wir an SteamOS für die neue Steam Machine arbeiten, rückt das näher. - Pierre-Loup Griffais, Valve -

SteamOS läuft schon heute auf jedem Gaming-PC und aktuelle Hardware von AMD vorausgesetzt, hält sich der Aufwand für OEMs dabei sehr in Grenzen. Dank der neuen Steam Machine werden noch mehr Optimierungen in das Gaming-Betriebssystem einfließen, was einer schnellen Verbreitung ebenfalls zugutekommen dürfte.

SteamOS ist immer SteamOS

Der große Vorteil von SteamOS gegenüber Windows ist, dass die Linux-Distribution, ganz gleich ob auf x86- oder Arm64-Hardware in der Basis immer dasselbe optimierte Gaming-Betriebssystem ist. Entwickler und OEMs müssen tendenziell aber nur kleine Anpassungen vornehmen, bekommen im Kern aber dasselbe System mit all seinen Features und seiner besonderen Eignung für das Spielen von Windows-Spielen.

Es sind genau die gleichen OS-Komponenten, die gleiche Basis mit Arch Linux, der gleiche Updater, all die gleichen Technologien.

Je nach Formfaktor könnte es unterschiedliche Softwarekomponenten geben, die du ausführen möchtest oder nicht — einige davon machen mehr Sinn auf einem Handheld, andere mehr auf einem Headset, wieder andere im Desktop-Format, aber all diese Optionen sind immer verfügbar und fester Bestandteil des Kern-OS.

Wenn du dir also SteamOS auf Arm ansiehst, betrachtest du wirklich dasselbe. Anstatt das normale Proton herunterzuladen, welches für x86 entwickelt wurde und x86-Spiele adressiert, wird es auch in der Lage sein, ein Proton herunterzuladen, das auf Arm optimiert ist und dessen Großteil des Codes für Arm kompiliert wurde und das auch den Fex-Emulator enthalten kann. - Pierre-Loup Griffais, Valve -

Auch SteamOS auf dem Smartphone, was dank Proton, FEX und Mesa3D Turnip, einem Vulkan-Treiber für Qualcomms Adreno-GPUs, durchaus möglich wäre, schließt der Entwickler nicht aus. Aktuell hätten Gaming-Handhelds, Wohnzimmersysteme und Desktop-PCs allerdings den Vorrang vor einem potenziellen "Steam Phone".

Wir haben bereits Dinge rund um Smartphone mit Steam Link gemacht. Ich weiß nicht, ob das ein großer Fokus für uns sein wird, um lokale Inhalte zu entwickeln oder zu versuchen, SteamOS für solche Geräte zu entwickeln.

Ich schließe jedoch keine Möglichkeit aus, aber ich denke, dass wir mit dem Wohnzimmer, Handhelds und Desktops, und dem Versuch, ein gutes Ergebnis für Gaming und alles andere, was man auf dem Desktop machen kann, zu erzielen, viel Arbeit vor uns haben. - Pierre-Loup Griffais, Valve -

Valve und dessen Entwicklungspartner Igalia möchten ihre Bemühungen noch weiter intensivieren, um das Spielen unter Linux sowohl auf x86- als auch Arm64-Systemen noch besser zu machen. Für Spieler sind das großartige Neuigkeiten.

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Quelle: Valve via The Verge

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    • Kommentare (71)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von inhuman_nature Software-Overclocker(in)
        Zitat von IsoldeMaduschen
        Die Links, die ich mit KI zusammengestellt habe, sollten nur als Beispiele gelten. Ich wollte damit zeigen, dass PCGH immer nur negativ über Windows berichtet und Linux wie macOS außen vor stehen. Es wäre fair, wenn man dies ebenfalls behandeln würde.

        Zusammenfassung: Wie schon erwähnt, jedes System hat seine Schwächen und man sollte über diese reden und nicht immer alles auf die Goldwaage legen.
        Okay, verstehe. Das wäre in der Tat wohl fairer. Wobei MacOS wohl in einem Gaming-Medium nicht so die Relevanz hätte.

        Wie andere hier im Forum schon mal geschrieben haben, betreffen Windows Nachrichten viele Nutzer:innen, polarisiert Microsofts Produktpolitik und zieht recht viel negative Emotionen an usw.. Insofern bedient PCGH/Sven dieses Leser:inverhalten, Aufmerksamkeitsökomomie, kurzfristige-schnelllebige Medienpublikationsweise und unterwirft sich diesen aktuell verbreiteten kapitalistischen Verwertungsprinzipien, würde ich meinen. Womöglich hätte Dein Ansatz bereits etwas utopisches an sich ...
      • Von inhuman_nature Software-Overclocker(in)
        Zitat von IsoldeMaduschen
        Die Links, die ich mit KI zusammengestellt habe, sollten nur als Beispiele gelten. Ich wollte damit zeigen, dass PCGH immer nur negativ über Windows berichtet und Linux wie macOS außen vor stehen. Es wäre fair, wenn man dies ebenfalls behandeln würde.

        Zusammenfassung: Wie schon erwähnt, jedes System hat seine Schwächen und man sollte über diese reden und nicht immer alles auf die Goldwaage legen.
        Okay, verstehe. Das wäre in der Tat wohl fairer. Wobei MacOS wohl in einem Gaming-Medium nicht so die Relevanz hätte.

        Wie andere hier im Forum schon mal geschrieben haben, betreffen Windows Nachrichten viele Nutzer:innen, polarisiert Microsofts Produktpolitik und zieht recht viel negative Emotionen an usw.. Insofern bedient PCGH/Sven dieses Leser:inverhalten, Aufmerksamkeitsökomomie, kurzfristige-schnelllebige Medienpublikationsweise und unterwirft sich diesen aktuell verbreiteten kapitalistischen Verwertungsprinzipien, würde ich meinen. Womöglich hätte Dein Ansatz bereits etwas utopisches an sich ...
      • Von IsoldeMaduschen Software-Overclocker(in)
        Zitat von inhuman_nature
        Sicherlich gibt es unter Linux Treiberprobleme. Das hier von der KI gewählte Beispiel finde ich aber nicht so sinnvoll.
        Die Links, die ich mit KI zusammengestellt habe, sollten nur als Beispiele gelten. Ich wollte damit zeigen, dass PCGH immer nur negativ über Windows berichtet und Linux wie macOS außen vor stehen. Es wäre fair, wenn man dies ebenfalls behandeln würde.

        Zusammenfassung: Wie schon erwähnt, jedes System hat seine Schwächen und man sollte über diese reden und nicht immer alles auf die Goldwaage legen.
      • Von Zuriko Software-Overclocker(in)
        Zitat von 1xok
        Ich freu mich, wenn Bazzite für dich passt - aber das, was du aufzählst, ist nichts Exklusives: Keine Werbung, kein Bloat und vernünftige Updates bekommst du mit praktisch jeder Linux-Distro.

        Was mir hier oft übersehen wird: Bazzite (wie SteamOS) ist ein immutables, stark auf Gaming zugeschnittenes System. Vieles läuft über Flatpaks/Container, und gerade systemnahe Dienste oder Analyse- und System-Tools sind dort oft deutlich umständlicher nachzurüsten als auf einem klassischen Debian/Ubuntu/Fedora/Arch.

        Und genau das ist ja das, was viele Windows-Umsteiger eigentlich erwarten: ein vollwertiges PC-OS, das ihnen im Zweifel mehr Möglichkeiten und Kontrolle bietet als Windows - und nicht etwas, das sich am Ende eher wie ein PC mit "Kindersicherung" anfühlt.

        Gerade für Windows-Nutzer, die Linux noch nie live gesehen haben, sollte man dazu sagen: Bazzite und SteamOS sind Spezialdistributionen (fürs Gaming) - sie repräsentieren nicht das, was man normalerweise unter einem Linux-System versteht. Es hapert dort oft auch mit der Hardware-Erkennung, die ansonsten unter Linux inzwischen eigentlich exzellent ist.
        Für einen reinen Gaming PC reicht mir Bazzite. Ich will nicht rumfrickeln. Auch die meisten User wollen nicht rumfrickeln. Da kommen solche "Kindersicherungs" Distros wie gerufen.

        Dass die "echten" Linux Fans diese Distros eher so la la empfinden mag sein. Aber eine gute out of the Box Experience ist doch nur positiv um auch Casuals zu Linux zu bringen.
      • Von Stiwi89 Schraubenverwechsler(in)
        Ich würde mich eher freuen wenn sie erst einmal für alle Spiele die Spielstände in die Cloud speichern bevor es noch mehr Geräte gibt
      • Von inhuman_nature Software-Overclocker(in)
        Zitat von IsoldeMaduschen
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        Zusammengefasst mit KI.
        [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen] hatte dazu ja inhaltlich schon etwas geschrieben. Hast Du eigentlich vor dem Posten selbst die Sinnhaftigkeit der von Dir beauftragten KI Zusammenfassung hinterfragt und Dir die Quellen vorher angeguckt?
        Zum Punkt Treiberproblem in Linux noch: wenn ich mir die Phoronix Nachricht durchlese, so verstehe ich diese so, dass es in dieser um Probleme bei der Treiberintegration von Intel geht. Gründe für das Aufschieben der Treiberintegration seien für die Kernelentwicklung 6.19 zu spätes Einbringen des Codes seitens Intel sowie der schlechte Entwicklungsstand des Codes.
        Klar, scheint es ein Problem zu sein, allerdings wie relevant ist das oder inwieweit betrifft es jetzt Gamer:innen/Linux-Nutzer:innen? Es gab ja gerade erst die offizielle Einführung von Kernel 6.18. Eine Alternative Abwägung hätte sonst "messy code" in Kernel 6.19 zu dessen Erscheinung am Jahresende (?!) beinhaltet. Nun soll er in Kernelversion 6.20./7 erscheinen. Das Aufschieben hat also auch Vorteile.
        Sicherlich gibt es unter Linux Treiberprobleme. Das hier von der KI gewählte Beispiel finde ich aber nicht so sinnvoll.
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