Gamescom-Vorschau: Star Citizen Alpha 3.0 - Verbesserte Grafik, komplett überarbeitetes Universum, neue Features

Seit vier Jahren besuchen wir Weltraum-Guru Chris Roberts auf der Gamescom und erleben dort den jeweils nächsten Evolutionsschritt des ambitionierten Mammut-Projekts Star Citizen. Und auch 2017 gibt es einen großen Sprung bei der Entwicklung. Es gibt komplett neuen und umfassend überarbeiteten Content, ein cooles neues Interface für die intuitive Bedienung, das Handelssystem, die ersten zufallsgenerierten, dynamischen Missionen sowie neue Grafikeffekte.

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Gamescom-Vorschau: Star Citizen Alpha 3.0 - Verbesserte Grafik, komplett überarbeitetes Universum, neue Features
Quelle: CIG

In einer gewohnt kleinen Ecke der Business-Area der Gamescom treffen wir Chris Roberts und Kollegen wieder. Ebenfalls wie gewohnt wird noch am Messetag an dem Code der Präsentations-Version geschraubt, einige Bugs sind noch vorhanden. Doch damit haben wir gerechnet, immerhin befindet sich Star Citizen in stetiger Entwicklung, erst Tage zuvor wurden beispielsweise neue Grafikeffekte integriert, darunter eine neue volumetrische Beleuchtung, ein schickes Depth-of-Field und endlich auch eine temporale Kantenglättung. Diese unterbindet das in früheren Versionen selbst in Ultra HD sehr auffällige Flimmern des filigranen und hochdetaillierten Contents und ist eine echte optische Bereicherung - auch wenn die Implementierung bislang noch etwas zu wünschen übrig lässt, zum Verwischen neigt und auch Elemente wie Text oder das neue Mobiglas-Interaktionssystem in Mitleidenschaft zieht. Aber hey, ein paar grobe Kanten sind wir im Falle des Mammutwerks Star Citizen ja durchaus gewöhnt.

Doch was gibt es dieses Jahr denn wirklich Neues zu berichten? Nun ja, ausgehend von der letztjährigen Gamescom-Präsentation sowie unseren Eindrücken aus der für Backer spielbaren Alpha-Version: Eine ganze Menge. Wir beginnen unsere Reise in das Star-Citizen-Universum auf der Levsik-Station, die wir schon auf der Gamescom 2016 besuchten. Dieses Mal wacht unserer Charakter in seiner Koje auf und zwar nicht im Raumanzug, wie es bislang in der spielbaren Alpha-Version der Fall war, sondern (sozialverträglich) korrekt in Unterwäsche. Die im Austausch mit den Arbeiten des Entwicklers Warhorse Studios für Kingdome Come entwickelte Kleidungsmechanik ist nun integriert, Spieler können nun außerdem Kleidung bei Händlern kaufen und diese in verschiedensten Formen kombinieren, um einen individuellen Look zu erhalten.

Nach dem Verlassen der Koje präsentiert sich die unterirdische und von eher etwas zwielichtigen Gestalten bewohnte Raumstation Levsky in völlig neuem Glanz und Ausmaße. RSI hat praktisch sämtliche bekannten Inhalte überarbeitet, weiträumig ausgebaut, unzählige Details ergänzt und Platzhalter ausgetauscht. Nun stehen die NPCs auch nicht nur einfach herum, sondern haben eine tatsächliche Künstliche Intelligenz, folgen ihrem Tagesablauf, Aufgaben oder Neigungen. In den außerordentlich schick ausgeleuchteten Gängen hängen nun volumetrische Lichtfinger, die durch die großen, mit teilweise von Jalousien verdeckten Fenster von der beleuchteten und nun deutlich weiter ausgebauten und mit wesentlich detaillierteren Texturen überzogenen Mondoberfläche dringen. Ein weiteres Mal treffen wir auf den aus der letztjährigen Präsentation bekannten Auftraggeber, dessen nun aber abermals feinere Gesichtszüge, einer besseren Beleuchtung und Verschattung derselben sich vor einem schicken Bokeh-Depth-of-Field präsentieren. Das komplett überarbeitete Userinterface Mobiglas wirkt bei der anschließenden Begutachtung des Auftrags sehr intuitiv. Der Druck auf die "F"-Taste lässt den Mauszeiger zum virtuellen Zeigefinger werden, auf den "holografischen" Bedienelementen lässt sich so komfortabel die gewünschte Option auswählen.

Bevor wir die Mission beginnen, die einen Flug auf einen der benachbarten Monde sowie die Bergung der Blackbox eines havarierten Schiffes beinhaltet, treffen wir uns noch mit einigen Mitstreitern. Das komplette Charaktersystem ist in der Alpha 3.0 nun tatsächlich persistent. Außerdem bekommen wir von Chris einen Kopfhörer in die Hand gedrückt. Der anschließende Sprach-Chat demonstriert das ausgearbeitete 3D-Sound-System: Wenn ein Mitspieler spricht, so ertönt die Stimme von der Position seiner Spielfigur. Ist die Figur weit entfernt, so klingt die Stimme leiser, als stünde der Charakter direkt neben uns. Soweit so gut, doch das haben wir alles schon woanders mal gehört. Auch die qualitative Darbietung des virtuellen Surround-Sounds via Kopfhörer ist kein deutliches Aushängeschild, obwohl der Surround-Effekt überzeugend ausfällt. Interessanter ist da schon die Mimik der Charaktere: Während der Präsentation bekamen wir die neue und voraussichtlich noch nicht in die Alpha 3.0 integrierte Faceware-Technologie vorgeführt: Eine Webcam analysiert die Gesichtszüge des Spielers, die Spielfigur gibt diese wieder - eine im Grunde simple Erklärung für einen recht durchschlagenden Effekt.

Bildergalerie

Den groben Ablauf der anschließenden Mission kennen wir schon von letztem Jahr. Doch nun sind die gesamte Szenerie, das Universum, die Schiffsmechaniken, die für diese nötige Teamarbeit und nicht zuletzt sämtliche Umgebungen deutlich weiter ausgebaut, detaillierter und funktionsumfänglicher. Optisch besonders beeindruckend ist der massiv gestiegene Detailgrad der Umgebungen, sei es die Texturierung oder die Abwechslung derer auf Monden, unzählige zusätzliche Objekte, deren für diese nötigen Daten im GPU-Speicher abgelegt werden, um die Drawcall-Instruktionen seitens der CPU zur GPU zu minimieren, und die schicken Partikeleffekte. Letztere können wir bestaunen, nachdem die eigentliche Mission abgeschlossen ist und ein kapitales Schiff zur Landung ansetzt, um unser Team aufzunehmen. Die Schubdüsen des gigantischen Schiffs treiben haushohe Partikelwolken in den Himmel, während sich im Hintergrund zart einer der benachbarten (und anfliegbaren, sowie erkundbaren) Monde abzeichnet - sehr hübsch.

Fazit: Star Citizen

Star Citizen kann auch dieses Jahr beeindrucken, das Video zur Präsentation auf der CitizenCon liefern wir nach und sollte dies auch eindrücklich zeigen, falls kein allzu großes Unglück geschieht. Denn auch das ist dieses Jahr offensichtlich: Star Citizen ist noch lange nicht fertig und wird noch eine Menge Arbeit und Zeit benötigen. Doch in gewisser Weise ist dies ja auch positiv zu sehen: Die Ambitionen werden verfolgt und bislang auch erfüllt - und solange die Fans nicht abspringen, kann das Projekt weiter fortschreiten. Ein solcher Titel hätte mit konventionellem Publisher-Support zur heutigen Zeit niemals grünes Licht bekommen, dank der Unterstützung der Community kann Star Citizen überhaupt existieren - wenn aktuell auch noch als Alpha-Version und mit vielen aktuell noch unerfüllten Versprechen. Und selbst aus Sicht eines Kritikers ist ein deutlicher Fortschritt spätestens jedes Jahr auf's Neue ersichtlich und verdient Anerkennung. Wem die wirkliche Anerkennung indes gehört, ist der geduldigen (und zahlenden) Anhängerschaft - sie machen die Entwicklung und das Fortschreiten des gesamten Projekts überhaupt möglich.

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    • Kommentare (129)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von cht47 Freizeitschrauber(in)
        AW: Gamescom-Vorschau: Star Citizen Alpha 3.0 - Verbesserte Grafik, komplett überarbeitetes Universum, neue Features

        Zitat von Thanator666
        Dafür kann es aber genau so sein, dass potentielle Neukunden nachgewachsen sind. Bei der aktuellen Geburtenrate Deutschlands werden es zwar weniger sein, als die, die das Interesse verlieren, aber das soll ja gar nicht Thema sein ^^

        PS: und wer Gaming an den Nagel hängt, dem ist sowieso nicht zu helfen und erntet von mir kein Mitleid. Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. xD
        Na oder man hätte in der Zeit schon für Nachwuchs sorgen können um die wichtigsten Systeme bemannen zu können. Wer sich Ende 2012 ins Zeug gelegt hat kann bis zum Release schon damit rechnen das die Crewmitglieder zumindest lesen können

        Komisch das sich da keiner beschwert wie lange es dauert bevor die annehmbar Sprechen können.. und Chris Roberts macht hier schon Voice over IP xD
      • Von cht47 Freizeitschrauber(in)
        AW: Gamescom-Vorschau: Star Citizen Alpha 3.0 - Verbesserte Grafik, komplett überarbeitetes Universum, neue Features

        Zitat von Thanator666
        Dafür kann es aber genau so sein, dass potentielle Neukunden nachgewachsen sind. Bei der aktuellen Geburtenrate Deutschlands werden es zwar weniger sein, als die, die das Interesse verlieren, aber das soll ja gar nicht Thema sein ^^

        PS: und wer Gaming an den Nagel hängt, dem ist sowieso nicht zu helfen und erntet von mir kein Mitleid. Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. xD
        Na oder man hätte in der Zeit schon für Nachwuchs sorgen können um die wichtigsten Systeme bemannen zu können. Wer sich Ende 2012 ins Zeug gelegt hat kann bis zum Release schon damit rechnen das die Crewmitglieder zumindest lesen können

        Komisch das sich da keiner beschwert wie lange es dauert bevor die annehmbar Sprechen können.. und Chris Roberts macht hier schon Voice over IP xD
      • Von Thanator666 Komplett-PC-Aufrüster(in)
        AW: Gamescom-Vorschau: Star Citizen Alpha 3.0 - Verbesserte Grafik, komplett überarbeitetes Universum, neue Features

        Zitat von Rizzard
        So eine lange Entwicklungszeit ist nicht ohne.
        Sagen wir man steckt bspw 2012(?) Geld in das Projekt. Annehmlich spielbar ist es dann für Person x so ab 2020.
        Da sind mal eben 8 Jahre vergangen. Womöglich hat er Gaming bis dahin schon halbwegs an den Nagel gehängt.
        Erst war er 28, wollte als Single voller Elan in das Universum eintauchen, nun mit 36 ist er verheiratet, Vater von 2 Kindern und hat kein Interesse mehr am Projekt.

        Ist jetzt zwar nicht unbedingt komplett ernst gemeint von mir, aber schon irgendwo auch möglich.^^
        Dafür kann es aber genau so sein, dass potentielle Neukunden nachgewachsen sind. Bei der aktuellen Geburtenrate Deutschlands werden es zwar weniger sein, als die, die das Interesse verlieren, aber das soll ja gar nicht Thema sein ^^

        PS: und wer Gaming an den Nagel hängt, dem ist sowieso nicht zu helfen und erntet von mir kein Mitleid. Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. xD
      • Von ShadowBear40K PC-Selbstbauer(in)
        AW: Gamescom-Vorschau: Star Citizen Alpha 3.0 - Verbesserte Grafik, komplett überarbeitetes Universum, neue Features

        Ich glaub mit 3.0 kann man aber schon Waffensysteme, Schilde etc. kaufen.
      • Von Hagal Software-Overclocker(in)
        AW: Gamescom-Vorschau: Star Citizen Alpha 3.0 - Verbesserte Grafik, komplett überarbeitetes Universum, neue Features

        Zitat von Palmdale
        @Epimetheuss

        Mich interessiert vorrangig SQ42, wo erneut überhaupt nichts (!) gezeigt wurde. Star Citizen als Sparschwein-MMO für Fan(atiker) ist zweitrangig und braucht eh noch unbestimmte Zeit, bis es fertig ist. Es erweckt halt den Eindruck, dass man nur irgendwas als Nebelkerze braucht (jetz eben face over ip), um eine Verschiebung rechtfertigen zu können und alle im Saal klatschen Applaus
        Mich interessiert vorrangig SQ42, mich auch Warten seit den 90ern auf ein Gescheites neues Wing Commander 1, die Teile danach 3,4 waren ganz nett, aber da lag das Hauptaugenmerk auf den Filmszenen.
        Profecy war wieder geil, leider konnte ich die Endmission nie Spielen da hatte ich einen Bug.
        WC1 auf Stand heute mit wenigen aber sinnvollen Erweiterungen, das möchte ich. Nunu weiter Warten oder hoffen das EA doch noch was solides mit der WC Lizens mal Anfängt.

        mfg
      • Von cht47 Freizeitschrauber(in)
        AW: Gamescom-Vorschau: Star Citizen Alpha 3.0 - Verbesserte Grafik, komplett überarbeitetes Universum, neue Features

        2020 scheint mir ein realistischer Termin.
        Soweit ich mich erinnere wird es keinen festen Release mehr geben.. mehr so ein fliegender Start. Schon 3.3 könnte man als vollwertiges Spiel betrachten. Ich persönlich habe sicherlich auch schon an die hundert Stunden in dem Spiel verbracht, Arena Commander oder dann im mini PTU wobei eher Arena Commander weil mir die Flugsteuerung einfach gefällt.
        Das ist schon mehr Zeit als ich in Elite Dangerous verbracht habe. Ist nur meine persönliche Spielerfahrung, aber mich langweilt das Spiel, fliege da irgendwo rein, klicke den Frachtraum voll, fliege wo hin, verkaufe per klick meine Fracht usw usw. ich will Stationen erkunden und einfach das Gefühl haben was man hatte wenn man das erste mal Orgrimmar in WoW betreten hat.
        Getoppt wird für mich das ganze von No Man's Sky welches ich vor paar Wochen eine Chance gab, nachdem ich dann die erste Raumstation besucht habe gabs prompt ein Refund bei Steam. In dem Spiel bekomme selbst ich Depressionen wegen der Einsamkeit..

        Im Star Citizen mini PU habe ich schon einige Schockmomente erlebt wo sich auf einmal die Luftschleuse öffnet und mir jemand ins Gesicht schießt. Seit dem bin ich sehr vorsichtig wenn ich mich innerhalb von Kareah befinde.. so still und auf einmal siehst du ganz am Ende des Ganges einen lang laufen und denkst dir.. war da gerade jemand ? Du läufst mit gezogener Waffe hinterher und da ist niemand.. auf einmal hörst du die Luftschleuse aus der Richtung wo du gerade her kamst und denkst.. **** ich verpiss mich.. sicher im Raumschiff fliegst du los.. auf einmal öffnet sich deine Cockpit Tür hinter dir... und du denkst.. das kann nicht sein.. und BÄM liegt dein Kopfinhalt auf dem Armaturenbrett..

        Wenn Version 4.x 2020 erscheint ist das schon genug Spiel für mich, mehr als irgendein Battlefield mir an Gameplay je bieten könnte. EA bringt sowieso nur Bananensoftware raus, zb erinnere ich mich an BF4 wo auf der einen Map 1 Monat lang der Sound immer wieder aussetzte oder der ganze Server immer abgestürzte. Warum dann bei SC so kleinlich sein.
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