Spider-Man Remastered: GPU- und CPU-Benchmarks
Nun geht es im Technik-Test von Spider-Man Remastered ans Eingemachte: Wie läuft das Spiel mit und ohne Raytracing auf populären GPUs und CPUs?
In diesem Artikel
Spider-Man Remastered: Benchmarks
Wie bei jedem PCGH-Techniktest üblich, haben sich vor den Messungen mehrere Redakteure an verschiedenen Systemen mit dem Spiel vertraut gemacht. Das haben wir selbstverständlich auch bei Spider-Man Remastered am PC getan. Während des erfreulich langen Testzeitraums erhielt unsere Review-Version mehrere Updates - und mittlerweile ist auch die Finalversion erschienen, welche wir für alle folgenden Benchmarks mit und ohne Raytracing verwenden. Dabei nutzen wir selbstverständlich die aktuellen Grafiktreiber mit offiziellem Support für das Spiel, namentlich der "Game-Ready"-Treiber 516.94 und die AMD Software 22.8.1.
Benchmarks: 20 GPUs ohne Raytracing
Beginnen wir mit den "klassischen" Rasterizing-Benchmarks von Geforce gegen Radeon - also ohne Raytracing. Alle übrigen Details stehen auf dem jeweiligen Maximum, geglättet durch Temporal-AA. Wir testen mit maximalen Grafikdetails und erhöhen außerdem das Field of View auf das Maximum von +25. Diese Qualität ist auf allen Grafikkarten der letzten zehn Jahre möglich. Wir haben 20 Modelle der Baujahre 2016 bis 2022 auf den Prüfstand geschickt.
Unsere deutlich überdurchschnittliche GPU-Benchmark-Szene, die Sie im Video oben sehen, befindet sich am Rande des Central Parks. Wir starten auf dem Dach des Hochhauses an der Ecke 5th Avenue/59th Street, auf dem Oscorp-Wolkenkratzer direkt auf der anderen Straßenseite gegenüber dem (auch real existierenden) General Motors Building. Die Szene sehen Sie oben im verlinkten Video und das Savegame zum Nachstellen direkt über diesem Text. Den Benchmark starten wir, indem wir unsere Test-Software CapFrameX mit 20-sekündigem Aufnahme-Timer starten und uns mit Spider-Man bei gedrückter "Schwingen"-Taste vom Dach des Hauses stürzen. Darauf hangeln wir uns in niedriger Höhe knapp über dem Verkehr in Fahrbahnmitte der ikonischen 5th Avenue. Rechts von uns sorgen spiegelnde Scheiben bei zugeschaltetem Raytracing für Strahlenlast, links der Central Park samt dichtem Bewuchs. Die CPU- und Streaming-Last ist außerdem ausgesprochen hoch, da Spider-Man in einem Affenzahn durch die Häuserschluchten rast. Es handelt sich um keine auffällige Worst-Case-Szene, allerdings wird die Hardware hier zweifellos maximal gefordert. Durch die Schwingungen, die Spider-Man in hohem, wechselnden Tempo durch die Straßen sausen lässt, sinken die Bildraten deutlich.
Spider-Man Remastered benötigt mit maximalen Non-Raytracing-Details keinen Super-Computer. Die schnellsten Systeme erreichen an unserer anspruchsvollen Testszene rund 150 Fps. Beim Vergleich der bereits getesteten High-End- und Mittelklasse-Grafikkarten hat Nvidia stets einen messbaren Leistungsvorteil. Die Radeon RX 6600 XT bekommt in höheren Auflösungen mit ihren 8 GiByte Probleme, eventuell verschärft durch die nur achtfache PCI-E-Anbindung. Mehr zu letzterem Thema in der kommenden PCGH. Die Geforce RTX 3060 und RTX 2060 12GB haben dieses Problem nicht. Zwischenfazit: Eine Geforce-Grafikkarte mit 6 GiByte (u. a. RTX 2060) und eine Radeon-Grafikkarte mit 8 GiByte (etwa RX 6600) genügt für Rasterizing prinzipiell, in gehobenen Settings und längerer Spielzeit zahlen sich jedoch 10 GiByte oder noch größere Speicherkapazitäten aus. Mit 4 GiByte, womöglich noch mit abgespeckter PCI-Express-Anbindung - im Beispiel die Radeon RX 6500 XT - sind hingegen keine gute Idee für maximale Details.
Benchmarks: 13 GPUs mit Raytracing
Die mit Raytracing erzielten Bildraten sind deutlich (!) geringer als beim Rasterizing, das fiel uns bereits bei der Testversion von Spider-Man Remastered auf. Die Finalversion mit ihren hinzugekommenen Raytracing-Reglern bestätigt diese Beobachtungen. Die folgenden Daten bilden nicht nur optisch den Gegenpol zur hochkompatiblen Rasterizing-Grafik, sie erfordern auch eine Raytracing-fähige Grafikkarte. Geforce GTX 10/16, Radeon RX 5000 und ältere Generationen bleiben außen vor. Nvidias Software-DXR-Modus funktioniert nicht, das haben wir überprüft.
Vergleicht man die Raytracing-Bildraten mit den Rasterizing-Werten, fällt der enorme Fps-Einbruch auf. So erreicht die Geforce RTX 3090 noch knapp 100 anstelle von gut 150 Fps, während die Radeon RX 6950 XT von 141 auf 86 Fps fällt. Dabei handelt es sich ausdrücklich nicht um ein klassisches Grafiklimit - sondern um ein Prozessorlimit! Die Erstellung und Wartung der Bounding Volume Hierarchy (BvH) für das Raytracing ist offenbar ein sehr prozessorlastiger Vorgang. Bemerkenswert ist, dass Spider-Man Remastered dabei tatsächlich den Prozessor auslastet: Unser ausgereizter Core i9-12900K läuft in Kombination mit einer Geforce RTX 3090 stets mit circa 180 Watt und sehr hoher Thread-Last, bei der Radeon RX 6950 XT liegt der Verbrauch um 150 Watt.
Die hohe CPU-Last sorgt dafür, dass Auflösung relativ günstig zu haben ist, was im Kontext des Raytracings kein erwartetes Verhalten ist - normalerweise werden die GPUs hier durch die Strahlenlast niedergestreckt. Nicht so bei Insomniacs bzw. Nixxes' Raytracing-Implementierung innerhalb der Open World, hier ist ein schneller Prozessor Pflicht. Die schnellsten Grafikkarten liegen daher mit Quality-Upscaling, das intern nur mit rund 2/3 der eingestellten Auflösung arbeitet, nah beisammen. Einige Ergebnisse wirken kurios - etwa der Abstand zwischen RTX 3080 10GB und RTX 3090 24GB, wir haben jedoch beide Grafikkarten ein zweites Mal gemessen und können das Verhalten verifizieren.
Das Fehlen der Grafikkarten-Mittelklasse mit Temporal-AA ist übrigens kein Versehen, sondern Absicht: Zwar kleben die High-End-Grafikkarten mit Upscaling im CPU-Limit, jedoch ist Upscaling bei schwächeren GPUs essenziell für flüssige Bildraten.
Prozessor-Benchmarks
Die Benchmarks der Pre-Release-Version waren zwar informativ, aber die Werte sind inzwischen veraltet. Wir haben uns daher entschlossen, auch die alte Szene nicht weiterzuverwenden und führen die CPU-Benchmarks jetzt am Central Park respektive der 5th Avenue durch, wo wir auch die Grafikkarten testen. Wie üblich gilt, dass Prozessoren einen Trockenlauf absolvieren müssen, damit temporäre Boost-Modi die Performance nicht verfälschen. Für jede CPU kommt ein TDP-Limit zum Einsatz: Wir konfigurieren den Prozessor so, wie der Hersteller es vorgibt. Die Leistung spiegelt genau das wider, was Sie "out of the Box" erwarten können. Sie sind dazu eingeladen, unseren Benchmark (siehe GPU-Video) nachzustellen. Für die CPU-Benchmarks kommen die niedrigste 16:9-Auflösung, maximale Details inkl. Raytracing ohne AF und das maximale Field of View (+25) zum Einsatz.
*Partiell GPU-limitiert **powerlimitiert
Wir möchten ehrlich zu Ihnen sein: Hätten wir diese Zahlen nicht selbst ermittelt, würden wir glauben, dass uns jemand für dumm verkaufen möchte. Ein Core i5-11400F soll schneller sein als ein i9-10900K? Ein Ryzen 3300X liegt vor einem i7-11700K? Alle Zen-3-Prozessoren abseits des R7 5800X3D sind praktisch gleich schnell? So sieht die Performance in der finalen Version des Spider-Man-Remasters für den PC tatsächlich aus. Nicht einmal dem Core i9-12900KS gelingt es, saubere 60 P1-Fps zu berechnen. Doch keine Sorge, die Frametimes sind trotzdem eher unauffällig, sodass das Bild auch mit weniger leistungsfähigen Prozessoren flüssig erscheint.
Sehr interessant ist die Auslastung der einzelnen Kerne und Threads: Laut CapFrameX, dem Tool, welches wir für unsere Benchmarks nutzen, wird ein Ryzen 9 5950X zu 81 Prozent ausgelastet. Ein Ryzen 5 5600 hingegen "nur" zu 89 Prozent. Wenn eine CPU mit 32 Threads so viel zu ackern hat, müsste eine CPU mit nur 12 Threads alt dagegen aussehen - tut sie aber nicht. Wir können Ihnen nicht genau sagen, was das Spiel im Hintergrund mit den ganzen Threads macht, wir wissen aber, dass die Engine zur Laufzeit sehr viele Daten dekomprimiert. Sehr auffällig und dazu passend ist die hohe Package Power, welche alle CPUs im Test aufweisen. Das spricht für eine optimale Auslastung aller Rechenkerne und ist per se ein gutes Zeichen. Allerdings kommt die Performance nicht in Form von Bildrate an. Wenn wir bei dem Beispiel mit dem Ryzen 5950X und dem 5600 bleiben, benötigt der 16-Kerner für die gleiche Performance nahezu das Doppelte. Das passt hinten und vorn nicht, die Mehrleistung verpufft. Die dritte Auffälligkeit ist die absolut nicht vorhandene Kernskalierung. Das zeigt Zen 2 auf: Ein R5 3600XT ist schneller als ein 3900XT, was eigentlich nicht sein kann. Ein i7-10700K ist schneller als ein i9-10900K. Das liegt daran, dass die i9-CPU ins Powerlimit rennt. Doch wo geht die Leistung hin? Das ist die große Frage bei Spider-Man Remastered.
Bemerkenswert sind auch die blau hervorgehobenen Werte am oberen Ende der Skala. Sie sehen hier den Vergleich zwischen Radeon und Geforce auf demselben, außerordentlich potenten Unterbau. Von einem Overhead-Test zu sprechen fällt uns angesichts der DirectX-12-Engine nicht leicht, allerdings sind auch diese Ergebnisse zu interessant, um sie unkommentiert stehenzulassen. Das erwartete Verhalten wäre, dass Radeon-Grafikkarten in niedrigen Auflösungen bei DX12-Spielen höhere Bildraten aus der Infrastruktur pressen. In Spider-Man Remastered tritt das jedoch nicht ein, im (oft vorherrschenden) CPU-Limit erreicht eine Geforce zehn (P1) bis 16 (Average) Prozent bessere Ergebnisse. Über die Ursachen können wir nur spekulieren, diese dürften jedoch bei der Raytracing-Implementierung liegen. Vergleicht man die Ergebnisse mit dem Rasterizing oben, wird deutlich, dass Radeon und Geforce hier vergleichbare Bildraten erreichen. Es ist möglich, dass Nvidias Raytracing-Kerne, welche auch die BvH-Struktur beschleunigen können, hier hilfreich sind.

Für den Fotomodus kann man es dann ja eh wieder aktivieren 
Abstürze nur dann, wenn ich die GPU zu weit übertaktet habe.
Somit gehe ich davon aus, dass wenn es zu Crashes kommt es an instabilen OC Settings liegt (was bei den Boosts heutzutage auch mal @ stock passieren kann).
RT auf MAX und 1440p geht auch über einen längeren Zeitraum.
Probleme die vom GPU Treiber ausgehen mal außen vorgelassen...
Mein PC ist nicht übertaktet (tu ich schon lange nicht mehr), Treiber sind aktuell. Und andere Spiele laufen ja auch stabil.