Tonarmtechnik, Nadelkunde, Sound-Check und Fazit
In diesem Artikel
Spezielle, aber effektive Tonarmtechnik mit Einsteiger-Nadel
Trotz fehlender Anti-Skating-Funktion bewegt sich der aus Alurohr gefertigte Tonarm geschmeidig, leichtgängig und mit sehr geringem Spiel sowie ohne Drift zur Plattenmitte. Die Möglichkeit, die Auflagekraft mithilfe eines Gegengewichts zu verstellen, ist hier zwar nicht gegeben. Dafür wird der Arm, an dem das Tonabnehmersystem fest montiert ist, wie bei der beim Ur-Sound-Burger eingesetzten Technik, dynamisch ausbalanciert. Dabei wird die Auflagekraft durch eine kleine Zugfeder statt durch ein Gegengewicht realisiert.
Dieses spezielle System, das eine per Feinwaage gemessene Auflagekraft von 3,6 g (entspricht 36 Millinewton) erzeugt, erledigt seine Aufgabe wirklich sehr ordentlich und bestimmt nicht schlechter als der reguläre Tonarm eines großen Bluetooth-Plattenspielers. Die Tonarmtechnik macht den Audio-Technica AT-SB727, und das gefällt mir, unempfindlich gegen Erschütterungen, Positionsänderungen und verzogene Schallplatten, die sich beim Abspielen heben und senken. Selbst eine zum Test genutzte White-Vinyl-LP (New Model Army - Carnival, Ltd. White 2LP), die schwerer und dicker ausfällt als reguläre Platten, bereitet weder dem Motor (Gleichlauf) noch dem Tonarmsystem Probleme.
Quelle: Audio-Technica
Die Audio-Technica-ATN3600L-Nadel mit konischem Schliff ist oft bei Plattenspielern des Einsteigersegments zu finden. Um den Klang noch zu verbessern, können Sie den Tonabnehmer mit dem Audio-Technica ATN3600LE, einem elliptischen Nadelaufsatz, aufrüsten.
Quelle: PCGH-Ratgeber
Die Nadel, die am AT-3600-L-Tonabnehmer angebracht ist, können Sie nach Abnutzung oder bei Beschädigung tauschen.
Die am AT-3600-L-Tonabnehmer befestigte Nadel, die hauptverantwortlich für den Sound des neuen Sound-Burgers ist, kann bei Bedarf getauscht werden (ATN3600L Stylus). Laut Datenblatt liegt die Abtastfrequenz bei 20 bis 20.000 Hz und der Nadelschliff ist konisch. Abtastnadeln mit konischem (sphärischem) Schliff sind die am häufigsten eingesetzten Nadeltypen. Die gerundete Nadelspitze tastet für gewöhnlich die Mitte der Plattenrille ab und kommt oft bei Plattenspielern des unteren und teils auch mittleren Preissegments zum Einsatz. Zu Letzterem gehört auch der neue Sound-Burger, dem diese einen ordentlichen Klang verleiht. Mittlerweile bietet Audio-Technica mit dem ATN3600LE-Nadelaufsatz sogar eine elliptische, gefasste Upgrade-Nadel für um die 50 Euro an. Damit klingen Ihre Vinylschätzchen noch einmal etwas besser.
Klasse Klang, analog wie digital
Beim Klang hat mich der Audio-Technica AT-SB727 erneut positiv überrascht. Das gilt für die digitale Ausgabe des Tonmaterials sowie für die analoge. Letztere wird von HiFi-Enthusiasten bevorzugt, weil die Ausgabe des Klangmaterials dann puristisch ausfällt. Das liegt daran, dass, anders als bei der Bluetooth-Soundübertragung, keine Filter oder Dynamikerweiterungen eingesetzt werden. Im Gegenzug verbessert die Bluetooth-Codierung den Sound, indem sie Nebengeräusche wie Knacken oder Rauschen reduziert und den Dynamikumfang erweitert.
Beim Sound-Burger ist das nicht anders. Mit einem Bluetooth-Headset oder -Lautsprecher verbunden, klingt er erstaunlich gut und sauber. Dazu bekomme ich den Eindruck, dass der Klang kräftiger und dynamischer ausfällt als beim Anschluss an die aktiven Wavemaster-Boxen per 3,5-mm-Klinke-auf-Cinch-Kabel. Beim Klangbild bevorzuge ich persönlich jedoch die besonders warm und flächig klingende Vinyl-Variante.
Deshalb integriere ich den Audio-Technica AT-SB727 in meine analoge Audio-Kette. Die besteht aus den schon erwähnten aktiven Studio-Monitoren oder einem ca. 30 Jahre alten Stereo-Verstärker mit angeschlossenen Standboxen. Dank des eingebauten Vorverstärkers wird bei letztgenannter Kombi sogar der Anschluss an einen Cinch-Eingang möglich, der nicht für Plattenspieler ausgelegt ist (Phono-Eingang). Egal, an welchem der beiden Ausgabegeräte der mobile Plattenspieler zum Einsatz kommt, an beiden klingt er klasse und überzeugt mit ordentlicher HiFi-Tauglichkeit.
Quelle: PCGH-Ratgeber
Per Bluetooth nimmt der Audio-Technica AT-SB727 Kontakt mit digitalen Geräten auf. Für die Integration in die analoge Audiokette verfügt der Sound Burger über einen internen Phono-Vorverstärker (36 dB nominal, RIAA-Entzerrung).
Die Höhen - etwa die hohen Töne einer Akustikgitarre, einer Gesangstimme oder der Becken - klingen dann klar und sauber und verzerren erst bei maximaler Verstärkung leicht. Die Mitten, repräsentiert durch Snare-Drum-Schläge, Gitarrenakkorde und Gesangspassagen sind präsent und ausgewogen, sodass der typische Badewannenklang ausbleibt.
Quelle: PCGH-Ratgeber
Der AT-3600-L-Tonabnehmer des AT-SB727 hinterlässt einen für eine untere Mittelklassenadel erstaunlich guten Sound-Eindruck.
Lob bekommt der Spieler, respektive der AT-3600-L-Tonabnehmer, auch für die kräftige, aber nicht übertriebene Bassabbildung. Dank der Abtastfrequenz von 20 Hz sind auch die Bassgitarrenläufe deutlich wahrnehmbar, klingen aber nicht überzogen oder im Vergleich mit den Höhen und Mitten unausgewogen. Der tiefe Ton und der Nachhall einer Bassdrum sind ebenfalls präzise wahrnehmbar und klingen intensiv, jedoch nicht verzerrt. Dazu produziert der Audio-Technica AT-SB727 eine für ein Einsteigersystem erstaunlich breite Klangbühne, auf der sich die einzelnen Instrumente gut entfalten. Dabei ist die Stereotrennung erstaunlich sauber und gut.
Audio-Technica AT-SB727: Fazit
Für die einen ist der Audio-Technica AT-SB727 ein Retro-Gimmick, das niemand wirklich benötigt. Vinyl-Enthusiasten werden den kleinen, portablen Bluetooth-Plattenspieler auch skeptisch betrachten. Für uns jedoch ist der Sound-Burger ein Plattenspieler mit einer besonderen, aber solide die Platte rotierenden Mechanik und erstaunlich störungsfreiem Abtastsystem. Außerdem klingt er dank des AT-3600-L-Tonabnehmers sogar echt klasse und ist durchaus HiFi-tauglich.
Wer einfach mal wieder den Sound seiner Schallplatten genießen und dazu lediglich einen Bluetooth-Kopfhörer oder eine Bluetooth-Box nutzen möchte, ist hier genau richtig. Vinyl-Fans oder DJs können den Audio-Technica AT-SB727 mit auf die Plattenbörse nehmen, um die Scheiben vor dem Kauf Probe zu hören. Generell ist die mobile Einsatzmöglichkeit, ob nur digital oder analog, ein großer Pluspunkt des neuen Sound-Burgers. Dazu, und das hat uns besonders gefallen, lässt er sich sehr einfach in eine vorhandene rein analoge Audio-Kette integrieren. Damit können Sie Ihrer guten alten Verstärker-Boxen-Kombi wieder gebührend Leben einhauchen. Das macht den Sound-Burger zum Kauf-Tipp!

Die Platte bietet einfach diese unvergleichliche Haptik, je nach Platte wie eine Zeitreise.
Das asupacken der Platte, die Scheibe auflegen und sowohl deren farbliche Gestaltung wie auch die des Covers bewundern. Dazu der klassische Klang...
Also ich mag das. Ich mag aber auch CD und SACD. Für mich schließt das eine nicht das andere aus.
Warum so oft so getan wird, als müsse man sich für eines entscheiden, verstehe ich nicht. Einfach einmal alles und immer das nutzen worauf man Bock hat. Schon ist das Leben viel leichter.
Das war damals, 1982 schon eine saudumme Idee und ist es auch heute noch. Plattenspieler sind einfach outdated.
Man hat heutzutage die Möglichkeit verlustfrei Musik zu hören in fantastischer Qualität.
Warum sollte man sich diese Technik des 19. Jahrhunderts antun?
Jeder "Plattenfetischist" unterliegt dem Irrtum, mit dieser Technik einen "warmen" und "analogen" Klang zu erhalten. Das ist "Bullshit". "Klangliche Überlegenheit", wie sie so mancher Fanboy/Fangirl propagiert, ist nachweislich nicht vorhanden.
Ich kann lediglich eine gewisse Nostalgie als Kaufgrund für Plattenspieler und LPs verstehen.
Die Handhabung mit LPs, die Haptik und Optik der Platten und Cover sind einmalig und machen Freude, damit stimme ich überein.
Aber sobald die Nadel durch die Rillen schabt und mit jedem Durchgang die Klangqualität weiter verschlechtert, bin ich raus. Das dann zunehmende Knistern, Knacken und Rauschen kann doch nicht der Anspruch auf audiophilen Klang sein?
Zuguterletzt: Macht mit eurem Geld was euch Spaß macht, aber bitte behauptet nicht, dass die Schallplatte modernen digitalen Musik-Konservierungsverfahren überlegen ist. Das ist peinlich und ich muss mich ganz fürchterlich für euch fremdschämen.
Sorry, das ist alles nur meine Meinung, und musste mal raus.
Schöne Gegenüberstellung der Technik von damals und heute. Erstaunlich finde ich die Tonverzögerung über Bluetooth, hätte ich nicht gedacht.
Das Auflagegewicht ist doch etwas hoch, aber es ist eben ein Gerät für unterwegs.
Ausprobieren würde ich es gerne mal.