Intel Xeon W-3175X in Tests: Schneller als AMDs Ryzen Threadripper 2990WX zum hohen Preis
Wenige Medien konnten Intels Prozessorflaggschiff, den Xeon W-3175X, testen und kommen zu einem übereinstimmenden Ergebnis: Wer viele Threads auslasten kann, bekommt mit dem 28-Kerner die schnellste CPU am Markt. Das hat allerdings seinen Preis - nicht nur bei der Anschaffung, sondern auch bei der Stromrechnung.
Intel hat den Xeon W-3175X offiziell veröffentlicht, sieht den Prozessor allerdings selbst als Nischenprodukt und hat Testmuster deshalb nur an einen erlesenen Kreis verschickt, vorwiegend im US-amerikanischen Raum. Auf den Prüfstand gestellt haben den Xeon W-3175X unter anderem anandtech.com, gamersnexus.net, hothardware.com, tomshardware.com, tweaktown.com und die deutschen Kollegen von heise.de.
Intels Xeon W3175X ist die schnellste Vielkern-CPU
Die Ergebnisse stimmen weitgehend überein: Der Xeon W-3175X befindet sich so gut wie immer mindestens auf dem Niveau von AMDs Ryzen Threadripper 2990WX, kann diesen häufig aber auch hinter sich lassen. Intels Vorteil: Durch das Mesh sind alle Rechenkerne miteinander verbunden, sodass es keine Performance-Abnormalitäten gibt. Spätestens wenn AVX-Code zum Einsatz kommt, kann die Intel-CPU ihre Muskeln spielen lassen. Die einzige Ausnahme stellt der synthetische Benchmark Cinebench R15 dar, der AMDs Multi-Chip-Ansatz besonders gut liegt. Ein dank Flüssigstickstoff maximal übertakteter Xeon W-3175X mit 5,7 GHz auf allen 28 Kernen samt SMT schafft es mit 8.379 Punkten nicht an einen ebenfalls mit LN2 auf 5,5 GHz übertakteten Ryzen Threadripper 2990WX vorbei (8.543 Punkte).
Mehr zum Thema: Intel Xeon W-3175X von der8auer geköpft: 2.999 USD für 689 mm² Silizium
Die Tests zeigen indes eindrucksvoll, warum die Sockel-3647-Mainboards für den Xeon W-3175X, namentlich das ROG Dominus Extreme von Asus und das A1X-C621 von Gigabyte, mit fast schon absurd aussehenden Spannungswandlersegmenten daherkommen. Stellt man die TDP-Beschränkung von 255 Watt aus, sind Verbräuche von über 300 bis gut 500 Watt drin. Übertaktet man manuell, geht es noch höher. Tomshardware.com hat bei 4,6 GHz auf allen 28 Kernen knapp 700 Watt im AIDA-Stresstest nachgemessen. Roman "der8auer" Hartung hat den Prozessor zusammen mit Daniel "Dancop" Schier mittels LN2 übertaktet und kam bei 5,5 GHz auf Stromverbräuche oberhalb der 1.000 Watt - das ist im Bereich von CPUs Rekord.
Hohe Plattformkosten bleiben stehen
Am Ende bleibt der Preis von 2.999 US-Dollar für den Xeon W-3175X stehen. Für Intel-Verhältnisse ist das fast schon günstig (verglichen z. B. mit dem Core i9-9980XE), absolut gesehen aber immer noch eine Hausnummer, vor allem wenn man die nötige Sockel-3647-Plattform im Hinterkopf behält. AMDs Ryzen Threadripper 2990WX für knapp 1.800 Euro kann eine Alternative sein, wenn die eigenen Anwendungen mit dem Multi-Chip-Aufbau klarkommen. Ansonsten muss man sich mit einer kleineren CPU zufriedengeben.

Ich glaube das sich viele einfach noch daran gewöhnen müssen, dass man als Gamer nicht immer die größte CPU haben muss, sondern, dass die Gaming CPUs in ein paar Jahren vlt sogar eher am unteren Rand der Möglichkeiten angesiedelt sind. Der Reflex immer das Größte und Teuerste zu kaufen der hier bei einigen vorhanden ist, geht eben dann ins Leere bzw wird finanziell abgestraft. Es hilft dann auch nichts solchen CPUs ihre Sinnhaftigkeit abzusprechen - es gibt ja keinen Kaufzwang...
Nicht falsch verstehen, soll jeder kaufen was er will!