Intel Speed Shift in Windows 10 enthalten: Erster Test mit Threshold 2
Intel und Microsoft haben Speed Shift still und heimlich im Threshold-2-Update für Windows 10 integriert. Wer die aktuelle Version in Kombination mit einem Skylake-System nutzt, profitiert also von den schnelleren P-State-Schaltzeiten. Pcper.com hat sich bereits angesehen, wie stark die Verbesserungen ausfallen.
Anfang dieses Monats hieß es noch, dass Intels Speed-Shift-Technologie im Rahmen eines Herbst-Updates Einzug in Windows 10 halten soll. Unklar war bis jetzt, dass das bereits mit dem Threshold-2-Update geschehen ist. Weder Intel noch Microsoft sind damit hausieren gegangen, pcper.com hat das allerdings herausgefunden und sich bestätigen lassen. Die Webseite hat sich also prompt angesehen, was Speed Shift in der Praxis bringt und dazu ein Surface Pro 4 sowie ein Lenovo Yoga 900 jeweils mit Windows 10 Version 10420 und 10586 getestet. Beide Geräte sind logischerweise mit Skylake-CPUs ausgestattet.
Ein bisschen Theorie vorab: Mit Speed Shift darf der (Skylake-)Prozessor selbst bestimmen, wie hoch er taktet und wie viel Spannung er dabei braucht. Das Betriebssystem, in diesem Fall Windows 10, gibt also nicht mehr die P-States vor. Zum einen erlaubt das eine feinere Takt- und Spannungsänderung, indem es nicht mehr die festgelegten Multiplikatoren für die verschiedenen P-States gibt. Zum anderen können die Taktraten laut Intel deutlich schneller angepasst werden, wodurch wiederum die Reaktionszeiten sinken.
Die Kollegen von pcper.com haben zunächst von Intel einen intern genutzten Test zur Verfügung gestellt bekommen, der künstlich Lastspitzen erzeugt. Beim Surface Pro 4 erreicht der Skylake-i5 schon nach 6 ms seinen maximalen Takt von 3,0 GHz. Ohne Speed Shift wird der Takt erst nach über 30 ms auf 2,1 GHz gesteigert und erst nach weiteren 31 ms auf 3,0 GHz – ein Unterschied um den Faktor 10. Die webbasierten Benchmarks Sunspider (startet ein Javascript) sowie WebXPRT (lädt eine Standardseite mit verschiedenen Elementen) zeigen Verbesserungen von fünf bis 34 Prozent.
Quelle: pcper.com
Intel Speed Shift: Taktwechsel nach CPU-Belastung (Blau mit Speed Shift, Grün ohne)
Interessanter dürfte aber die "Real World"-Performance sein. Dazu hat pcper.com mit der 240-Fps-Videoaufnahme des iPhone 6s beim Surface Pro 4 die Verzögerung zwischen Touch-Eingabe und der Reaktion gemessen und gemittelt. Beim Scrollen im Browser (Microsoft Edge und Google Chrome) brachte Speed Shift auf der eigenen Webseite eine 41 bis 72 Prozent schnellere Reaktion, der Edge ist mit einem Sprung von 158,1 auf 91,5 ms nochmal schneller geworden als Chrome (170,5 vs. 120,6 ms). Im direkten Vergleich zwischen Surface Book (ohne Speed Shift) und Pro 4 (mit Speed Shift) sei der Unterschied sofort spürbar.
Wer einen Skylake-Prozessor und ein aktuelles Windows 10 besitzt, kann das Ganze selbst ausprobieren. Die allermeisten Mainboards sollen die Funktion bereits aktiviert haben. Besonders im mobilen Sektor dürften nicht nur die schnelleren Reaktionszeiten, sondern auch die höhere Effizienz durch Speed Shift mit offenen Armen empfangen werden.
Quelle: pcper.com

Im Übrigen ist dieses Feature keineswegs neu in Windows 10, wie dieser Support-Eintrag von MS zeigt: https://support.microsoft...
Offensichtlich war HWP auch schon in Win 8.1 aktiv wurde dann aber auf Grund von Stabilitätsproblemen wieder deaktiviert.
Kann denn jemand tatsächlich bestätigen, dass Speed Shift bei ihm aktiv wäre? Das Tool HWiNFO zeigt das u.A. an ("SST" muss hier grün sein).