Intel Skylake: "Speed Shift"-Technologie kommt noch im Herbst für Windows 10
In Zusammenarbeit von Microsoft und Intel soll noch diesen Herbst ein Windows 10-Update ausgeliefert werden, mit dem Skylake-Prozessoren die ursprünglich vorgestellte "Speed-Shift"-Technologie nutzen können. Das Betriebssystem überlässt zugunsten der Effizienz damit dem Prozessor Teile der Prozessorsteuerung.
Schon am Anfang der Skylake-Roadmap hatte Intel "Speed Shift" vorgestellt, das Problem war nur: Die Technologie wurde bisher von keinem Betriebssystem unterstützt. Mittels Speed Shift ist es möglich, dass das Betriebssystem mindestens Teile, teilweise sogar die vollständige Kontrolle über die P-States des Prozessors dem Prozessor selbst zu überlassen. Der Prozessor kann somit Spannung und Frequenz selbst steuern, was gleich eine Reihe von Vorteilen bietet.
Vergleicht man die Steuerung durch Betriebssystem und durch den Prozessor, fällt auf, dass der Prozessor deutlich schneller dabei ist, die Taktfrequenz ganz hoch oder ganz herunter zu fahren. Während unter Testvoraussetzungen mit OS-Kontrolle es knapp 120 Millisekunden dauerte, den Takt von 1 GHz auf 3,5 GHz zu takten, brauchte der Prozessor bei eigener Kontrolle nur gut 60 Millisekunden, ist nahezu die Hälfte. Darüber hinaus hat der Prozessor eine deutlich genauere Kontrolle über sich selbst, sodass es besser gelingt, je nach Anforderung die optimale Taktung zu finden. Dementsprechend effizienter und energiesparender wird der Prozessor dadurch. Diese Erkenntnisse machte Brett Howse, Redakteur bei Anandtech.com.
Das Windows 10-Update, welches die Speed Shift-Funktion verfügbar macht, war wohl ursprünglich bereits für den 2. November dieses Jahres angedacht, offensichtlich hat Microsoft diesen Termin nicht eingehalten. Wann genau das Herbst-Update nun erscheint, bleibt somit offen. Ein Support-Mitarbeiter hatte in Microsofts Support-Forum zwar den 10. November genannt, dieser Beitrag wurde inzwischen allerdings wieder entfernt. Klar ist allerdings, dass Intels Skylake-Reihe insgesamt ein effizienteres Energiemanagement beherrscht, somit sollten nur wenige Nutzer auf Speed Shift dringend angewiesen sein.
Quelle: Anandtech.com
In Gaming Laptops bringt das für Games dann aber auch wenig.
Für normale Nutzung natürlich ideal.
Für Firmen wird es wohl trotzdem wenig bringen aktuell da ja meist noch auf Win7 gesetzt wird.
Wobei einem da möglicherweise die C-States einen Strich durch die Rechnung machen. Weiß nicht, ob bei einem schlafenden Intel-Kern nicht möglicherweise 0 MHz angezeigt werden, bei meinem alten Atom war das jedenfalls so.
Geht ja wahrscheinlich eh nicht um den Desktop.
Wenn braucht man das im Notebook, wo jeder Watt zählt.
Ein weiteres Problem ist ja, wann man die P-States zwischen Idle-Takt und Maximaltakt nutzen soll. Es gibt nur wenige sinnvolle Einsatzgebiete.
Nehmen wir ein Spiel, das auf CPU X bei vollem Takt mit 100FPS läuft, die ersten 6ms während jedes Frames mit Berechnungen beschäftigt ist und den Rest der Zeit auf die GPU wartet. Macht 60% Last.
Ist es sinnvoll, die CPU mit 60% Takt laufen zu lassen? Nein, ggf. verhungert dadurch die GPU und die Framerate sinkt. Besonders, wenn früh mit dem gerenderten Frame synchronisiert wird.
Ist es sinnvoll, die CPU mit 100% Takt laufen zu lassen? Die ersten 6ms ja, um maximale Leistung zu erreichen, die letzten 4ms nein, weil die CPU ja nichts tut.
Der Sinn von Speed Shift ist ja, die CPU schneller auf Lastwechsel reagieren lassen zu können als aktuelle Betriebssysteme es können, andererseits aber auch, dem OS eben jenen Verwaltungsaufwand abzunehmen. Unter Linux führt der beschriebene Fall jedenfalls gerne mal zu Leistungseinbußen (das lässt sich praktisch 1:1 auf mäßig parallelisierte Software übertragen, z.B. wenn man mit x264 ein Video in DVD-Auflösung codiert), da das Zeitfenster für die Lastmessung standardmäßig ca. 10ms beträgt und bei der "geringen" durchschnittlichen Last nicht hoch genug getaktet wird.
Insofern - ja, sinnvolle Technik, und ich hoffe, dass die Konkurrenz das auch irgendwann übernimmt. Zumindest AMDs Jaguar scheint in gewissem Maße dynamische Taktanpassung zu beherrschen, wenn die CPU permanent auf den Speicher wartet. Sprich: Auch wenn das OS den höchsten P-State auswählt, läuft die CPU z.T. nur mit halbem Takt, um in solchen Situationen Strom zu sparen.
Man müsste das jetzt mal mit einem Microbenchmark gegentesten, der immer scheibchenweise für eine gewisse Zeit Last erzeugt und dann schläft, und währenddessen den durchschnittlichen CPU-Takt überwachen.
Fall (aa) wäre, dass der Prozessor viel zu schnell ist und der Grad der Last stark schwankt. Ein gutes Beispiel wäre ein älterer OpenWorld-Titel. Fall (ab) wäre der, dass Gegenteil, also dass der Grad der Last nicht stark schwankt.
Im Fall (ab) ist SpeedShift sicher sinnlos, im Fall (aa) aber...
So oder so: Das ganze klingt gut, wird zwar wahrscheinlich nicht so den Mega-Effekt haben, aber halt ein weiterer Einzelschritt auf dem Weg zum volladaptiven Prozessor sein! Und der ist definitiv wünschenswert!