[PLUS] 12x Undervolting: i7-7700K, i7-6700K, i7-7800X, i5-7600K, Ryzen 7 1800X, Ryzen 7 1700, Ryzen 5 1600 und mehr
PCGH Plus: Den nördlichen Einwohnern Großbritanniens wird Sparsamkeit nachgesagt. Für PC-Nutzer, welche diese Tugend ebenfalls schätzen, ist Undervolting eine lohnende Optimierungsmethode. Wir bieten für zwölf CPU Undervolting-Tipps - Sie sparen damit bei der Leistungsaufnahme, können aber auch noch mehr Leistung aus den CPUs holen. Dieser Artikel stammt aus PCGH 10/2017.
Damit hochkomplexe Geräte wie PCs zuverlässig funktionieren, gibt es Sicherheitsreserven. Übertakter loten diese aus, indem sie den Takt und oft auch die Spannung erhöhen, bis eine Komponente instabil wird oder überhitzt. Der andere Weg ist Undervolting, also das Austesten der minimal erforderlichen Spannung.
Eine niedrige Spannung reduziert den Energiebedarf und die Abwärme. Das senkt wiederum die Stromkosten und den Kühlaufwand. Gerade in der heißen Jahreszeit lohnt es sich, die freigesetzte Wärme zu verringern, damit die Lüfter nicht so schnell rotieren müssen und weniger Lärm erzeugen.
Undervolting: i7-8700K/i5-8600K/i3-8350K und Ryzen 7-2700X/Ryzen 5-2600X - mehr Rechenleistung pro Watt
PCGH Plus: Sowohl Coffee Lake als auch die neuen Pinnacle-Ridge-Prozessoren arbeiten zwar durchaus effizient, doch durch manuelle Optimierung lässt sich noch Energie einsparen. Der Artikel stammt aus PC Games Hardware 06/2018.
mehr ...
12 CPUs, 2 Testszenarien
Wir schnappen uns je vier beliebte CPUs für die Sockel 1151, 2066 und AM4, mit denen wir die Reserven ausloten. Die Auswirkungen messen wir im Leerlauf und mit zwei unterschiedlichen Programmen: Der Hwbot x265 Benchmark basiert auf dem quelloffenen x265/HEVC-Encoder und macht Gebrauch von AVX2-Instruktionen. Bei dem Test wird ein H264-kodiertes Video in 4K-Auflösung in H265/HEVC umgewandelt.
Der zweite Test besteht im Mining der Kryptowährungen Monero (XMR) und Digital Note (XDN) mit der Software XMR Stak CPU. Auf dem Cryptonote-Protokoll basierende Kryptowährungen sind, anders als etwa Bitcoin, aktuell nicht effizient mit spezialisierten Schaltkreisen (ASICs) zu erzeugen. Grafikkarten sind zwar besser zu skalieren (gewöhnliche Mainboards bieten schließlich nur einen Sockel, aber viele PCI-Express-Steckplätze), die Hashrate von Prozessoren ist aber dank AES-Beschleunigung auf einem ähnlichen Niveau.
Selbstverständlich bringt Undervolting auch in Spielen Vorteile - für diesen Zweck sollten Sie sich aber zudem der Grafikkarte widmen.
Core i7-7700K
Der Vierkerner für den Sockel 1151 bietet dank SMT und einer hohen Taktfrequenz eine höhere Spieleleistung als viele Prozessoren mit mehr Kernen. Wir erläutern anhand der Kaby-Lake-CPU die unterschiedlichen Möglichkeiten des Undervoltings.
Die Ausgangsbasis
Wir betreiben den i7-7700K auf der Z270-Platine Asus Maximus IX Code mit der UEFI-Version 0906. Im Leerlauf zieht der PC 58 Watt aus der Leitung, die CPU läuft mit 800 MHz und 0,67 Volt. Das Mainboard legt mit "Auto"-Einstellungen unter Volllast einen hohen Turbotakt von 4,5 GHz an. Die Kernspannung beträgt im x265-Test 1,26 Volt, der PC gönnt sich 152 Watt.
Im Mining-Test gibt sich der Rechner mit 102 Watt genügsamer. Das liegt einerseits an den weniger intensiven Berechnungen, andererseits aber auch an der Testkonfiguration: Für jeden Thread des Programms XMR Stak CPU sollten 2 MiByte L3-Cache zur Verfügung stehen. Bei weniger Zwischenspeicher sinkt die Hashing-Leistung pro Thread, die Nutzung zusätzlicher Threads durch SMT führt bei den meisten CPUs zu einem (deutlich) schlechteren Gesamtergebnis bei einem höheren Energiebedarf. Wir konfigurieren XMR Stak CPU daher bei jedem Prozessor so, dass die Anzahl der Threads mit den tatsächlich vorhandenen Kernen übereinstimmt - im Falle des Core i7-7700K also vier Stück.
Konstante Kernspannung
Die einfachste Möglichkeit, die Kernspannung der CPU zu beeinflussen, besteht darin, im UEFI-Menü eine Spannung festzulegen, die dauerhaft anliegt. Mit dem Core i7-7700K ist eine Absenkung bis auf 1,115 Volt möglich, die ausgelesene Spannung ist sogar noch etwas geringer. Durch die Absenkung von 1,26 auf 1,1 Volt reduziert sich der Strombedarf um 25 Watt auf 127 Watt, die Kerntemperatur geht um über 11 Kelvin zurück. Beim Mining sparen wir 25 Watt ein. Schlecht fällt unsere Energiespar-Bilanz dafür im Leerlauf aus: Die CPU taktet sich zwar wie zuvor auf 800 MHz herunter, doch mangels Spannungsreduktion benötigt unser System 60 statt 58 Watt.
PC Games Hardware PLUSJetzt für 0,99 € kaufen
oder Werbefreiheit und Zugriff auf alle PLUS-Artikel (Monatsabo)
Für 4,80 EUR PLUS-Abo abschließen Bitte loggen Sie sich in Ihren PCGH-Community-Account ein, um diesen Artikel kaufen zu können. Alle Angebote für PLUS (Monatsabo, Jahresabo, Upgrades für Werbefrei) finden Sie auf unserer Supporter-Seite
Für folgende CPUs finden Sie Undervolting-Anleitungen:
- Core i7-7700K
- Core i7-6700K
- Core i5-7600K
- Pentium G4560
- Core i9-7900X
- Core i7-7820X
- Core i7-7800X
- Core i7-7740X
- Ryzen 7 1800X
- Ryzen 7 1700
- Ryzen 5 1600
- Ryzen 3 1300X
Als PCGH-Digital-Abonnent erhalten Sie kostenfrei Zugriff auf alle PLUS-Artikel.