[26/11/2021] 9950X3D2 versus 290K Plus: Ah, ein neuer Anlass, um sich über stagnierende Software-Entwicklung zu echauffieren! *knöchelknack* Nun denn: Das Multithreading von Spielen ist zum Heulen. Damals, heute und sicher auch morgen. Blickt man auf die Bildraten aktueller Spiele (ganz frisch: Death Stranding 2 und Crimson Desert), könnte man meinen, wir hätten 2016 und nicht 2026. Zwar sind die Engines mittlerweile so weit, vier Kerne zu überfordern, aber ein flotter 12-Threader ist immer noch ausreichend. Das ist doch toll, sagen Sie nun möglicherweise. Durchaus, aber das hemmt den Fortschritt. Anwendungen skalieren längst weit darüber hinaus, oft linear mit den bereitgestellten Kernen.
Jedes Spiel, das von 6C/12T auf 8C/16T nur einstellig zulegt (bei gleichem Takt), ist ein Trauerspiel. Jedes Spiel, bei dem ein 7600X3D einen 270K, 285K, 9950X oder 14900K überholt, ist ein Armutszeugnis. Das bedeutet nämlich, dass normal dimensionierte Cache-Größen ständig überlaufen und viele Speicherzugriffe stattfinden. Mit diesem fragwürdigen Programmierstil könnte ich leben, wenn nicht 2/3 der Kerne ungenutzt vor sich herumgammelten. Nach wie vor limitiert bei den allermeisten Engines der Main-Thread und allmählich verliere ich die Hoffnung, dass es jemals wirklich besser wird. Immerhin ein Trostpflaster bleibt den Kern-Boys unter uns: Mehr Kerne helfen, Slowdowns abzufedern, die Fps-Täler sind nicht so tief. Kommt dann noch Speicher-Tuning obendrauf, wird es nochmals besser. Dennoch wünsche ich mir, dass 16- und 24-Kerner bald die doppelte Leistung von ordinären Achtkernern erreichen - beim Spielen, nicht nur in Anwendungen oder beim Shader-Compiling. (Raffael Vötter)