Ryzen 7950X und 7700X im Test: Benchmarks, neue Grundlagen
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Ryzen 7950X und 7700X im Test: Benchmarks, neue Grundlagen

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Auf dieser Seite besprechen wir die neuen Bewertungsgrundlagen, die wir für CPU-Generationen ab Alder Lake getroffen haben. Es folgen die Benchmarks in Spielen sowie Anwendungen. Die Beobachtung wird durch einen Index abgeschlossen, der sowohl die Leistung des Prozessors im CPU-Limit mit einer Radeon-, als auch Geforce-GPU inkludiert.

Bevor wir zur Leistungsbeurteilung kommen, möchten wir Ihnen unsere für (zukünftige) Prozessor-Generationen aktualisierte Testmethodik vorstellen. Wir nutzen für die Ermittlung der Daten jeweils aktuelle Chipsätze und I/O-Hubs von AMD und Intel und gewährleisten ein CPU-Limit, das die Einhaltung der Herstellervorgaben beinhaltet. Zur Ermittlung, Auswertung und Überwachung der Daten werden folgende Programme verwendet: Capframe X, MSI Afterburner, Riva Tuner Statistics Server, Hwinfo x64, Elmorlabs EVC2 und Microsoft Excel 365. Die Zahlen begleitet die Analyse durch die Grafiktreiber von AMD und Nvidia.

Des Weiteren erfolgt eine Effizienz-Angabe, auf Basis eines externen Hardware-Tools, welches pro Benchmark bis zu 10.000 Datensätze erfasst. Alle Zahlen werden als Durchschnittswerte dargestellt. Die Konfiguration der einzelnen Prozessoren können Sie begleitend zu jedem Eintrag entnehmen. Für die Analyse der Effizienz-Daten mitteln wir die Verbrauchswerte der CPU über den gesamten Benchmark und gleichen sie dann mit der erreichten Prozessor-Leistung ab. Die Messungen beinhalten die Effizienz der Spannungswandler auf den jeweiligen Mainboards, die für die Benchmarks verwendet werden und sind abhängig von der Wahl der CPU, der Kühlung und der verwendeten Firmware. Alle Ergebnisse gelten als Richtwerte für ein CPU-Limit und sind unter der Prämisse entstanden, andere Limits bewusst auszuschließen. Rechnet man alle Messungen zusammen, welche ein Prozessor für einen Eintrag im CPU-Index benötigt, ergibt sich eine Summe von 134 Messungen pro CPU.

Ryzen 7000 im Test: Neue Grundlagen

Die Tage eines CPU-Fachredakteurs waren für fast ein Jahrzehnt relativ einfach: Die meisten Prozessoren hatten höchstens vier Kerne und haben maximal PCI-Express 3.0 unterstützt. Ja, es gab HEDT-Plattformen, doch die waren nie wirklich für den einfachen Spiele-PC gedacht, auch wegen des vergleichsweise hohen Anschaffungspreis. AMDs Erstarken mithilfe der Zen-Prozessoren hat dann eine Veränderung in Gang gesetzt, die sich nicht nur auf die Anzahl der Kerne, sondern auf die komplette Infrastruktur ausgewirkt hat. Innerhalb der letzten drei Jahre ist so viel passiert, dass auch wir immer wieder am PCGH-Benotungssystem für Prozessoren feilen mussten. Heutige CPUs liefern neben DDR5- und PCI-Express-5.0-Unterstützung auch eine im Vergleich zu damals exorbitanten Verbrauch von über 250 Watt. Doch wie soll man eine CPU bewerten, die das gleiche, wie eine andere leistet, dabei aber viel doppelt so viel Energie benötigt? Wir nutzen daher immer präzisere Möglichkeiten, um die durchschnittliche Leistungsaufnahme der CPU innerhalb der PCGH-Benchmarks zu ermitteln und mischen Neues mit Altem: Nach wie vor fließt die Leistung zu 60 Prozent in die Gesamtnote mit ein. Bei der Eigenschaftsnote, die einen Anteil von 20 Prozent an der Endnote beträgt, muss eine CPU jedoch Federn lassen, wenn der Verbrauch angesichts der Leistung zu hoch ist. Die restlichen 20 Prozent trägt die Ausstattung. Kann eine CPU also mit einer adäquaten Leistung und Ausstattung punkten, wird sie in den Listen recht weit oben stehen, doch Bestnoten gibt es nur, wenn dabei auch die Effizienz stimmt. Die Leistung in Spielen ist dabei in jeder Berechnung vorrangig, egal ob Gesamt-, Effizienz- oder Preis-Leistungs-Index.

Die aktuell verwendeten Testsysteme
Als CPU-Fachredakteur verfügt man nicht nur über ein Testsystem, sondern theoretisch über alle Systeme in der Redaktion. Auf welcher Basis sich das alles zusammensetzt, erfahren Sie hier im Extra-Kasten.

Ein kompatibles CPU-Testsystem aufzubauen, ist in der Theorie leicht. Die Praxis sieht aber bekanntlich anders aus. Wir haben uns abermals Gedanken um ein möglichst modernes Testsystem gemacht und sind zu dem Schluss gekommen, dass es höchste Zeit ist, endlich Windows 11 und eine M.2-SSD zu verwenden. Wir haben uns gegen Letztere bis zum Schluss gewehrt, weil ältere Mainboards keinen M.2-Anschluss bieten und zusätzliche Controller immer einen Mehraufwand bedeuten, der sich mit der heute nötigen Effizienz für CPU-Tests beißt. Wer den Text im Artikel gelesen hat, weiß, worum es geht: 134 Messungen für eine einzelne CPU müssen so effizient ablaufen wie möglich, denn der Arbeitstag ist kurz und die Abstände zwischen neuen CPU-Generationen ebenfalls.

Da die immer präziseren Messungen der Leistungsaufnahme auch die Spannungswandler des Mainboards einbeziehen, erfolgt deren Wahl erst nach einem längeren Belastungstest. Der kann beispielsweise so aussehen, dass wir uns das Topmodell des jeweiligen Sockels zur Brust nehmen und mithilfe von Prime95 Last erzeugen. Weichen die Werte zu stark von dem ab, was die CPU laut Hersteller braucht, tauschen wir die Mainboards aus. Wir möchten daher keine feste Konfiguration mehr angeben, weil immer neue Hardware auch die Wahl der Testsysteme für die CPU-Benchmarks beeinflusst. Zumindest aber aufseiten des Arbeitsspeichers können wir Sie beruhigen: Haben wir einmal ein stabiles RAM-Kit gefunden, begleitet dieses im Regelfall die gesamten CPU-Tests für viele Jahre. Das gilt auch für die GPUs, welche letztlich nur genug Leistung liefern müssen, um nicht ins GPU-Limit zu geraten. Das Netzteil mit 1.500 Watt schließlich schenkt uns auch mit High-End-Hardware die nötige Stabilität.

Betrachtet man heutzutage die Leistung einer CPU, sollte man dabei mit einem Auge auch auf die Effizienz schauen. Keine Frage, jede Generation bringt eine höhere Leistung pro Watt mit, allerdings steigt die maximale Leistungsaufnahme auch immer weiter mit an. Das gilt vorrangig für die Topmodelle, in dem Fall Ryzen 9 7950X und Ryzen 9 7900X (bei Intel: Core i9-13900K/12900K). In der Mittelklasse bleibt die TDP-Entwicklung glücklicherweise stabil und nicht selten zeigen sich gerade in diesem Bereich bei Teillast die Verbesserungen einer Architektur deutlich. Unsere Benchmarks zielen sowohl auf Volllast, als auch Teillast ab, damit wir die Prozessoren aus unterschiedlichen Blickwinkeln betrachten können. Bei Teillast ist es so, dass der Single-Core-Boost öfter ausgefahren werden kann, während sich unter Volllast zeigt, wie die CPU mit den voreingestellten Limits (TDP, Temperatur) umgeht. Wir betrachten zuerst die Leistung ab Werk, die Effizienz-Analyse finden Sie auf Seite 5.

Ryzen 7000 im Test: Spiele-Benchmarks mit Radeon- und Geforce-GPU

Falls Sie sich wundern, dass Sie die Benchmarks doppelt sehen: Wir haben einmal mit einer Asrock RX 6950 XT OC Formula und einmal mit einer MSI RTX 3090 Ti Suprim X getestet. Prozessoren verhalten sich bei unterschiedlichen GPU-Treibern im CPU-Limit anders. AMD hat im Vorfeld darum gebeten, die neuen Zen-4-Prozessoren auf jeden Fall mit SAM zu testen. Wenn Sie die Zahlen studieren, wird schnell klar, warum: Mithilfe der Radeon-GPU können Ryzen 7950X und Ryzen 7700X im CPU-Limit noch viel mehr Bilder pro Sekunde generieren. Die Geforce-GPU limitiert den Achtkerner beispielsweise in Doom Eternal schon bei rund 521 Fps - die durch SAM-beschleunigte Kombination aus Zen 4 und Radeon-GPU entlockt demselben Prozessor dagegen mehr als 615 Fps. Ryzen 7950X profitiert dagegen nicht so stark, hier spielt die Latenz noch eine Rolle, die zwangsläufig zwischen beiden CCX entsteht. Doom Eternal und F1 22 gehören dabei zu den Parade-Beispielen. Allerdings haben wir den Gegenspieler aus dem eigenen Hause: Ryzen 7 5800X3D. Der 3D-Cache gleicht den Nachteil durch fehlende SAM-Beschleunigung bei der Geforce-GPU etwas aus. Der Unterschied ist klein, aber bei einigen Titeln durchaus messbar.

AMDs Ryzen 9 7950X setzt neue Maßstäbe im Desktop. Wir hatten schon beim Test des Intel Core i9-12900KS und Ryzen 7 5800X3D stellenweise das Problem, dass wir trotz minimal gewählter Auflösung bei den Spiele-Benchmarks stellenweise in ein GPU-Limit geraten sind. Ein Ryzen 9 7950X ist dagegen so schnell, dass wir uns bei vielen Benchmarks eine noch viel leistungsfähigere Grafikkarte gewünscht hätten. Selbst die noch aktuell schnellsten Grafikkarten, RX 6950 XT und RTX 3090 Ti, jeweils übertaktet, sind nicht schnell genug, um Ryzen 7000 vollständig auszulasten. Beachten Sie das, falls Sie mit einem Kauf planen. Nachtests mit RTX 4000 und RX 7000 werden erst das wahre Potenzial von Zen 4 offenlegen, das PCGH-Testlabor bereitet sich bereits darauf vor, Sie dürfen gespannt sein.

Im großen CPU-Index vergleichen wir alle Prozessoren miteinander, ungleich, mit welcher Grafikkarte sie getestet worden. Sie finden daher jede CPU zweimal vor, allerdings mit unterschiedlichen Werten. Und gerade weil sich die Werte durchaus unterscheiden, macht es die Sache so spannend. In der Regel kitzelt die Radeon-GPU das meiste aus den CPUs heraus, egal, ob Sie auf einen Intel- oder AMD-Prozessor setzen. Dem neuen Topmodell Ryzen 9 7950X entlockt die Grafikkarte aus dem gleichen Hause gar vier Prozent mehr Leistung. Sie müssen bedenken, dass Sie diese Fps "gratis" bekommen. Beim Ryzen 7 7700X sind es immer noch drei Prozent. Generell schlägt sich Zen 4 gegenüber Alder Lake recht gut, der Unterschied beträgt jedoch höchstens acht Prozent. Da man die Gaming-Tauglichkeit des 16-Kerner zwar messen, ob es hohen Preises aber die Sinnhaftigkeit absprechen muss, bleibt noch der 7700X übrig. Die preisliche Konkurrenz ist aktuell ein Intel Core i7-12700K, der durchweg um bis zu 11 Prozent geschlagen wird. Die eigenen Vorgänger kann AMD um 17 bis 22 Prozent schlagen. Das ist ordentlich, dürfte dem Einen oder Anderen aber zu wenig für ein Upgrade auf die neue, teure DDR5-Plattform sein. Spiele abgehakt, jetzt kommen die Anwendungen.

Ryzen 7000 im Test: Anwendungs-Benchmarks mit Radeon- und Geforce-GPU

Es ist natürlich keine Überraschung, dass ein Ryzen 9 7950X in unseren Anwendungs-Parcours den besten Platz belegt. Lediglich im Premiere Pro Benchmark mit der Geforce-GPU hat ein Intel Core i9-12900K noch mitzureden. Doch der Vergleich hinkt ohnehin, da der 16-Kerner von AMD 32 Threads mit über 5 GHz ausfahren kann. Warum schauen wir uns nicht die interessante Single-Core-Leistung an? Die konnte AMD um satte 27 Prozent gegenüber dem ehemaligen Topmodell steigern. Damit übertreffen die Kalifornier sogar die hervorragenden Werte von Alder Lake. Auch der Photoshop-Benchmark bescheinigt beiden Zen-4-Prozessoren ausgezeichnete Zahlen. AMD hat nicht gelogen und nichts weniger, als die besten Prozessoren für Spieler und Content Creator empfohlen. Wir brauchen dem nichts mehr hinzufügen.

Während sich der neue Achtkerner Ryzen 7 7700X mit dem 20 Threads des Intel Core i7-12700K schlägt, zieht AMDs Ryzen 9 7950X von dannen und betrachtet das Schauspiel entspannt mit einem Fernglas. Den Vorgänger 5950X schlägt AMD mit bis zu 36 Prozent, noch beachtlicher ist, dass ein Ryzen 7 7700X dazu in der Lage ist, den Ryzen 9 5900X in Schach zu halten. Wir können Ryzen 7950X und 7700X daher bedenkenlos für Content Creator, und welche, die es werden wollen, freigeben. Auf der kommenden Seite lassen wir den langweiligen Kram endlich hinter uns und beschäftigen uns mit der Frage, was sich mithilfe von Tuning noch aus Zen 4 herausholen lässt.

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  1. Seite 1 Ryzen 7950X und 7700X im Test: Die Kerne der Zukunft
  2. Seite 2 Ryzen 7950X und 7700X im Test: Architektur und Mainboards
  3. Seite 3 Ryzen 7950X und 7700X im Test: Benchmarks, neue Grundlagen
  4. Seite 4 Ryzen 7950X und 7700X im Test: Tuning und Eco-Mode
  5. Seite 5 Ryzen 7950X und 7700X im Test: Effizienz, Fps pro Watt
  6. Seite 6 Ryzen 7950X und 7700X im Test: Kaufberatung + Aussicht
  7. Seite 7 Ryzen 7950X und 7700X im Test: Wertung + Fazit
    • Kommentare (389)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von PCGH_Dave Lötkolbengott/-göttin
        Wenn in zweiter Teil ins Haus steht, dann lohnt sich dort ein Neuanfang, sofern es wirklich ohne großen Aufwand möglich ist, dort Benchmarks durchzuführen.
      • Von PCGH_Dave Lötkolbengott/-göttin
        Wenn in zweiter Teil ins Haus steht, dann lohnt sich dort ein Neuanfang, sofern es wirklich ohne großen Aufwand möglich ist, dort Benchmarks durchzuführen.
      • Von xMo Schraubenverwechsler(in)
        Hallo Dave,

        Ja aussagekräftig war etwas der falsche begriff. Eher ein anhalts punkt wo man sich etwa bewegt.

        Aktuell in warzone (1) ist es möglich mit 15 spielern eine eigene lobby zu eröffnen und so ungestört spielen zu können.

        In Warzone 2 (november) ist dies mit weniger aufwand möglich.

        Gruß
        Maurice
      • Von PCGH_Dave Lötkolbengott/-göttin
        Zitat von xMo
        Ich finde grade in shootern sind die FPS so essenziell und aussagekräftig.
        "Die Fps" sind eine Sache, aber ein aussagekräftiger Vergleich zwischen Prozessoren bedingt eine zu 100 Prozent nachstellbare Szene zum Ermitteln der Werte. Wir testen für gewöhnlich keine reinen Online-Spiele, da sich nicht sicherstellen lässt, dass wir in Ruhe benchen können. Eine Möglichkeit wäre, wenn Warzone eine Art KI-gestützte Karte generiert, ohne den Einfluss anderer Spieler. Ist so etwas möglich?
      • Von xMo Schraubenverwechsler(in)
        Guten Morgen,

        Ich lese viele eure beiträge über cpu test und die sin immer gut und ausführlich.

        Leider fehlt mir immer COD Warzone.
        Ich finde grade in shootern sind die FPS so essenziell und aussagekräftig.

        Ich würde mir wünschen das künftig Warzone mit in den Test aufgenommen wird.

        Grade für spieler die nicht nur zum spaß spielen dürfte das hoch interesant sein.

        Gruß Maurice
      • Von schnufflon84 Komplett-PC-Aufrüster(in)
        Ich hab den Ecomodus jetzt per Ryzen Master aktiviert... dann zieht der 7950x nur noch 88W und erreicht keine 60 Grad mehr in Cinebench. In Spielen sowieso nicht. Hab mal singlecore und multicore Leistung mit und ohne Ecomodus in Cinebench R23 durchlaufen lassen. Im Singlecore Score ist er komischerweise sogar stärker geworden im Ecomodus??!?. Multicore verliert er rund 7.000 Punkte, ist aber immernoch schneller als ein 5950x, aber wird dabei nicht mal mehr 60 Grad warm (im Mittel 54 Grad bei mir)
      Direkt zum Diskussionsende
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