AMDs Pentium-3-Killer: Happy Birthday Athlon (PCGH-Retro, 23. Juni)

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AMDs Pentium-3-Killer: Happy Birthday Athlon (PCGH-Retro, 23. Juni)
Quelle: PC Games Hardware

AMD stößt mit dem Athlon Intel vom CPU-Thron - das geschah am 23. Juni. Jeden Tag wagt PC Games Hardware einen Blick zurück in die noch junge, aber bewegte Geschichte des Computers.

...1971: Wer kennt es nicht, das File Transfer Protokol. An diesem 23. Juni stellt ein RFC-Rundschreiben mit der Nummer 172 der Networking Working Group verschiedener US-amerikanischer Universitäten einen finalen Entwurf zur Diskussion, welcher angenommen wird. Das FTP war geboren.

Das Rundschreiben wird wie folgt eingeleitet:

The file transfer protocol (FTP) is a user-level protocol for filetransfer between host computers (including terminal IMP's), on the ARPAcomputer network. The primary function of FTP is to facilitate transferof files between hosts, and to allow convenient use of storage and filehandling capabilities of other hosts. FTP uses the data transferprotocol described in RFC 171 to achieve transfer of data. This paperassumes knowledge of RFC 171. The objectives of FTP are to promote sharing of files (computerprograms and/or data), encourage indirect use (without login orimplicit) of computers, and shield the user from variations in file andstorage systems of different hosts, to the extent it is practical.These objectives are achieved by specifying a standard file transfersocket and initial connection protocol for indirect use, and usingstandard conventions for file transfer and related operations.

Vor Bereitstellung, ja "Erfindung" des Internets waren die wichtigsten US-Universitäten und Forschungseinrichtungen durch den Internet-Vorläufer ARPA-Net verbunden - daher die spezielle Erwähnung dieses Netzwerks. FTP wurde demnach geschaffen, um File-Sharing zu fördern, wenngleich nicht in dem Kontext, in welchem Filesharing heutzutage meist verwendet wird.

...1991: Sega dürfte den meisten Videospielern in der einen oder anderen Form ein Begriff sein. Und auch die Galionsfigur, das putzige Stachelschwein "Sonic", alias Sonic the Hedgehog, ist sicherlich keine unbekannte Größe. An diesem 23. Juni wird laut offiziellem Sega-Blog Sonics Geburstag gefeiert. Also auch von uns: Happy Birthday, kleiner Sonic!

...1999: Groß wurde AMD durch Nachbauten populärer Intel-Prozessoren, bekannt durch das Modell K6 - einen Achtungserfolg, der Intels Pentium-CPUs in vielerlei Hinsicht ebenbürtig und dabei günstiger war. Mit dem K6 und dessen Weiterentwicklungen K6-2 und K6-III verlängerte AMD das Leben der Sockel-7-Plattform zuletzt deutlich, als Intel diese mit dem Pentium II zugunsten des Slot-1-Formats längst verlassen hatte. Nun aber ist es Zeit für einen Nachfolger der angegrauten K6-Architektur: den K7.

Erstmals seit dem K5 ist der K7 wieder eine komplett eigene Architektur, entwickelt von einem Team hinter dem späteren AMD-CEO Dirk Meyer, der zuvor bei DEC den Alpha-Prozessor entworfen hat. Der neue Prozessor erhält erstmals Kupferverbindungen und soll bereit sein für sehr hohe Taktfrequenzen, zunächst tritt er mit 500 bis 600 MHz an. Aus der FPU-Schwäche der Vorgänger hat AMD gelernt und spendiert dem K7 gleich drei FPU-Pipelines, zudem bekommt der K7 einen Dreifach-Dekoder, noch mehr L1-Cache als der K6 und eine völlig neue, vom DEC Alpha entliehene Infrastruktur mit einem Frontside-Bus im Double-Data-Rate-Verfahren (EV6-Protokoll). Technisch ist der K7 also ein würdiger Gegner für Intel, der an diesem 23. Juni offiziell vorgestellt und an die PC-Hersteller ausgeliefert wird - allerdings nicht als K7, sondern unter einem neuen Namen: "Athlon".

Neue Stärke, neue Probleme
Der Athlon soll nicht nur die Leistungskrone auf dem Markt der x86-Prozessoren erobern, sondern auch erstmals eine eigenständige, AMD-exklusive Plattform etablieren: den Slot A. Doch die Mainboard-Hersteller bleiben anfangs zögerlich - wie später bekannt wird, auch auf Druck von Intel. Während AMD nun endlich einen Prozessor schnell und ohne nennenswerte Produktionsprobleme liefern kann, sind kaum Mainboards für den Athlon verfügbar. Darüber hinaus benötigt der K7 ungewöhnlich starke Netzteile und Kühllösungen; wie schon bei vorigen AMD-Prozessoren sind Stabilitätsprobleme die Folge, die allerdings erneut nicht dem Prozessor selbst anzulasten sind. In den ersten Vergleichstests überzeugt der Athlon jedoch von Anfang an und macht mit dem Pen­tium III "Katmai" kurzen Prozess - ein halbes Jahr dauert es, bis Intel mit dem Pentium III "Coppermine" ein halbwegs vergleichbares Konkurrenzprodukt liefern kann.

Gigahertz and beyond
In dieser Konstellation machen sich AMD und Intel bald zum legendären Gigahertz-Rennen auf. Der Fall der 1.000-MHz-Marke ist eine selbst von der fachfremden Presse aufgegriffene Prestige-Angelegenheit, die AMD mit dem K75, der ersten Ausbaustufe des K7, im Jahr 2000 für sich entscheidet. In den folgenden Monaten hat AMD Oberwasser. Intels erste Stufe des Befreiungsschlags mit dem Pentium 4 "Willamette" folgt erst 2001 und verläuft anfangs aufgrund der schlechteren Pro-Takt-Leistung der verwendeten Netburst-Architektur im Sande. Dank der flotten Gleitkomma-Einheit des K75 erarbeitet sich AMD in dieser Zeit vor allem bei Spielern einen hervorragenden Ruf. Dem Slot-A-Athlon folgt der Umstieg auf den billiger zu produzierenden Sockel A, denn der L2-Cache - bis dahin als separater SRAM-Chip auf der Slot-Karte untergebracht - kann dank eines Die-Shrinks bald wieder in den CPU-Kern wandern: Der Thunderbird ist geboren.

Da Intel mit dem Pentium 4 zulasten der Pro-Takt-Leistung auf hohe Taktfrequenzen setzt, greift AMD das Performance-Rating des K5 wieder auf. Die Marketingexperten benennen die mit größeren TLBs, Data-Prefetching und SSE weiterentwickelten Athlon-XP-Prozessoren "Palomino" nach einem neuen Verfahren, etwa Athlon XP 1500+ mit 1.333 MHz. Offiziell basiert dieses Model-Rating immer auf dem alten Thunderbird-Kern, inoffiziell soll damit natürlich der Bezug zum Pentium 4 hergestellt werden. Der wahre Pentium-4-Gegner jedoch kommt erst noch: der K8 alias Athlon 64. Er ist erneut ein großer Wurf und beschert AMD weitere Jahre der technischen Überlegenheit. Dennoch: Der K7 ist es, der AMD endgültig als ebenbürtigen Gegner für Intel etabliert. Herzlichen Glückwunsch, Athlon!

Passend zum Thema empfehlen wir auch den PCGH-Artikel Die wichtigsten CPUs von AMD sowie 40 Jahre AMD: Meilensteine der CPU-Fertigung.

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    • Kommentare (80)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Four2Seven Komplett-PC-Käufer(in)
        Mein Sockel-A 1GHz Thunderbird liegt hier noch in einem kleinen Pappkarton mit ein paar anderen CPU Schätzen.
      • Von Four2Seven Komplett-PC-Käufer(in)
        Mein Sockel-A 1GHz Thunderbird liegt hier noch in einem kleinen Pappkarton mit ein paar anderen CPU Schätzen.
      • Von Schinken BIOS-Overclocker(in)
        Sonic the Hedgehog, ein Stachelschwein 🤣?
        Wörtlich wärs ja ein Heckenschwein, was echt niedlich klingt aber naja, er ist ein Igel 😉.
      • Von Noctim
        Zitat von Boarder1312
        Da konnte AMD noch was reissen!


        Ehh, die letzten drei Jahre gepennt ?
      • Von onkel-foehn
        Auch ein Glückwunsch meinerseits an AMD !
        Und das ist meine "Lieblingsstelle" im Text :

        "Der Athlon soll nicht nur die Leistungskrone auf dem Markt der x86-Prozessoren erobern, sondern auch erstmals eine eigenständige, AMD-exklusive Plattform etablieren: den Slot A. Doch die Mainboard-Hersteller bleiben anfangs zögerlich - wie später bekannt wird, auch auf Druck von Intel."

        MfG Föhn.
      • Von der_petling
        Happy 20th birthday, Athlon.
        Hammer 2.0 alias Zen2 incomming.

        Mal sehen welche Machenschaften der blauen Truppe diesmal wieder einfallen.
        Aufgegeben haben sie ihre Manipulationsversuche ja die ganze Jahre nie.

        Erwähnen sollte man auch , dass der Duron mit dem Celeron nur so den Boden gewischt hat.
        Mein Duron 1200 @ 1360MHz hat sich auch beinahe noch mit dem P4-1600 mit RDRam vom Vater eines Freundes angelegt.
      Direkt zum Diskussionsende
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