Resident Evil 8: Benchmarks mit und ohne Raytracing
Wie bei jedem PCGH-Techniktest haben wir Resi 8 vor den Benchmarks ausführlich gespielt und die Technik abgeklopft. Für die CPU- und GPU-Messungen ohne Raytracing wählen wir die gleiche Szene, für die Raytracing-Benchmarks eine andere.
Resident Evil 8 Village: Grafikkarten-Benchmarks
Erst der Spaß, dann das Vergnügen: Wie bei jedem PCGH-Techniktest haben wir das zu prüfende Spiel vor den Benchmarks ausführlich gespielt und dabei die Technik abgeklopft. Das haben wir selbstverständlich auch bei Resident Evil Village getan. Unsere Eindrücke gelten bis in die zweite Spielhälfte hinein. Mit anderen Worten, ohne zu spoilern: Wir haben den zweiten von vier "Grafen" beseitigt und dabei viele unterschiedliche Schauplätze sowie Workloads zu Gesicht bekommen. Am Ende der gut achtstündigen Gruselei können wir behaupten, die Performance-Charakteristik von Resident Evil 8 gut genug kennengelernt zu haben. Auf dieses Wissen griffen wir beim Festlegen der Benchmarkszenen zurück, von denen es erneut zwei gibt. Wir haben diverse Routen und Witterungsbedingungen in den Außenbereichen abgeklappert, ebenso aufwendige Innenareale mit oder ohne Effektgewitter. Am Ende landeten wir bei den hier zu sehenden Sequenzen, welche jeweils überdurchschnittlich anspruchsvoll für Grafikkarten sind.
Für die CPU- und GPU-Messungen ohne Raytracing wählen wir die gleiche Szene, für die Raytracing-Benchmarks eine andere. Bei alldem kommen die zum Testzeitpunkt aktuellen Grafiktreiber von AMD und Nvidia zum Einsatz, in diesem Fall der Geforce 466.27 und eine vorab bereitgestellte Version der Radeon Software 21.5.1. Beide Treiber sind offiziell bereit für Resident Evil 8. Alle Messungen werden mittels einer neuen Version von CapFrameX durchgeführt, die Messdauer pro Durchlauf beträgt ausnahmslos 20 Sekunden; Resizable BAR respektive Smart Access Memory sind bei unseren Benchmarks sei April standardmäßig aktiv. Wie immer bieten wir Ihnen die Ergebnisse in den vier verbreiteten Auflösungen Full HD, WQHD, UWQHD und Ultra HD, welche Sie im folgenden Benchmark auswählen können.
Mit Raytracing
Was kostet Raytracing in Resident Evil 8 Village und welche Grafikkarten stemmen die Pracht flüssig? Das prüfen wir in Dimitrescu Castle. Die Grand Dame des Hauses und ihre durstigen Töchter erlangten bereits durch Trailer und Vorabpräsentationen des Spiels Ruhm - und ganz nebenbei eignet sich das detaillierte Anwesen als Raytracing-Härtetest. Die Testszene "Dimitrescu" (im Video zu sehen) zeigt alle Raytracing-Effekte und stellt damit weit unterdurchschnittliche Bildraten dar. Zwar kommt es im Spielverlauf vereinzelt zu noch tieferen Fps-Raten, allerdings meist nur für Sekundenbruchteile.
Der folgende Benchmark in vier Auflösungen zeigt die Leistungskosten der Strahlenberechnung auf. Beachten Sie bitte, dass aus Gründen der Übersicht nicht alle getesteten Grafkkarten eingeblendet sind - Sie können diese auf Wunsch anzeigen lassen.
Resident Evil Village: Raytracing Performance
Bitte wählen Sie Ihre gewünschte Auflösung im Drop-Down-Menü! / Please choose your desired resolution in the drop-down-menu!
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Zu sehen sind die jeweiligen Gaming-Topmodelle basierend auf Ampere, RDNA 2 und Turing, welche das Geschehen frei von Speichermangel darstellen können - es zählt die pure Rechen- und Raytracing-Leistung. AMDs Radeon RX 6900 XT besiegt Nvidias Geforce RTX 3090 ohne Raytracing deutlich. Schaltet man die moderne Beleuchtung hinzu, verkehrt soch das Bild und die Ampere-Geforce ist uneinholbar. Die ältere RTX 2080 Ti ist abgeschlagen und kommt nicht ansatzweise in die Nähe der RX 6900 XT.
Ohne Raytracing
So spannend und ansehnlich die Strahlverfolgung in Resident Evil 8 auch ist, die meisten Spieler werden den prächtigen Grusel ohne Raytracing erleben. Wie die Leistung dabei ausfällt, prüfen wir anhand einer zweiten Testszene, welche wir nach gründlicher Evaluation ebenfalls gezielt für diesen Zweck ausgesucht haben. Die Szene "Village" spielt im Gegensatz zu "Dimitrescu" im Außenbereich des Dorfs. Nach Erkundung diverser Routen landeten wir bei einer ganz speziellen Einstellung atmosphärischer Einflüsse, welche hier abgebildet wird: Innerhalb der ersten Spielstunden gilt es, aus einem brennenden Haus zu entkommen. Rauch, Feuer und Partikel fliegen durch die Luft und gesellen sich zur nebligen Grundstimmung. Wir laufen am Grundstück des Hauses aus dem Tor hinaus, durch das dicht bewachsene Feld, vorbei an der kleinen Kirche - wie hier im Video zu sehen:
Eine höhere Grafiklast bekamen wir in gut sieben Spielstunden nicht zu Gesicht, wenngleich einige Abschnitte vergleichbar grafiklastig sind. Wie immer gilt also: Erreicht eine Grafikkarte in der PCGH-Testszene flüssige Bildraten, ist sie für das übrige Spiel gewappnet.
Resident Evil Village: GPU-Benchmarks
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Die Performance der RE-Engine ist fantastisch, anders kann man die hohen Bildraten kaum bewerten. Dabei zeigt der Renderer eine sehr gute Skalierung mit Rechenleistung, egal welcher GPU-Architektur. Weitere Benchmark-Werte folgen. Resident Evil 8 Village wird uns darüber hinaus lange begleiten, denn wir integrieren das Spiel sowohl in den Grafikkarten-Leistungsindex (Ablöse für Resident Evil 3 Remake) als auch in den brandneuen Raytracing-Leistungsindex. Die entsprechenden Abhandlungen befinden sich derzeit in der Mache.
Einfluss des Grafikspeichers
Zwar fallen die Bildraten grundsätzlich hoch aus, einen kleinen Obolus verlangt die RE-Engine jedoch seit Jahren dafür: ausreichend Grafikspeicher. Mit maximalen Details gilt das auch für Resident Evil 8 Village - und ganz besonders beim Einsatz von Raytracing. Wer ohne die strahlende Aufwertung spielt, kann zumindest in Full HD noch weitgehend sauber mit einer 6-GiByte-Grafikkarte spielen, hin und iweder kommt es jedoch zu Nachladerucklern und Slowdowns. Höhere Auflösungen ab WQHD erfordern mehr Platz für die Bildpuffer, sodass einige Modelle ins Wanken geraten, die Bildrate fällt bei speicherarmen Grafikkarten tiefer und schwankt beim Spielen stärker. Interessant dabei ist, wie unterschiedlich die Grafikkarten mit ihrem Speicher haushalten - speziell die Radeons: Während die RX 5700 XT selbst in Ultrawide-QHD noch ordentlich performt, brechen Vega 56 und RX 590 stärker ein. In Ultra HD trennt sich dann die Spreu vom Weizen, Polaris kommt auf keinen grünen Zweig mehr, während Vega 10 noch (mit Leidensfähigkeit) spielbar ist.
Wichtig zur Bewertung der Bildraten: Resident Evil 8 Village wird unterhalb von 60 Fps zäh, gerade die Mausbewegungen gehen dann nur noch schwammig von der Hand. Fällt die Bildrate gar unter 30 Fps, verfällt das Spiel in einen Zeitlupenmodus. Sie sollten daher alles daran setzen, Leistungs- und Speichermangel, welcher sich auch durch Slowdowns mit Gummiband-Effekt zeigt, zu vermeiden. Gute Dienste leistet dabei nicht nur die Option des Schatten-Cache, sondern auch die Regler für das Textur-Budget.
Resident Evil 8 Village: Prozessor-Benchmarks
Wir haben die CPU-Performance in Resident Evil Village im namensgebenden Dorf getestet; die Choreografie entspricht exakt der GPU-Szene. Da der Titel auch Raytracing bietet und wir in früheren Artikel durchaus einen Einfluss dieser Technik auf die CPU-Performance messen konnten (Online-Test), hat uns dabei nicht nur interessiert, wie die CPU-Auslastung generell ausschaut, sondern vor allem, wie das Spiel bei maximierten Grafikoptionen läuft, wenn man die limitierende Komponente "Grafikkarte" möglichst ausblendet. Ganz ist uns das zwar nicht gelungen, doch wie die Zahlen und insbesondere die Frametimes offenbaren, benötigen Sie in RE8 eher eine potente Grafikkarte. Das liegt vor allem an der performanten DirectX-12-Engine, welche Prozessoren wesentlich mehr Leistung entlockt, als noch DX 11. Wir können auch außerhalb der Testszene Entwarnung geben, die Last liegt in der Regel ganz klar auf der Grafikkarte, sogar in hektischen Szenen.
Frametimes CPU
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Anmerkung: Ohne Raytracing befinden wir uns im CPU-, mit zugeschaltetem Raytracing trotz geringer Auflösung im GPU-Limit!
Kernskalierung ohne Raytracing
Da sich Raytracing in RE8 massiv auf die GPU-Last auswirkt, haben wir die Kernskalierung mit maximalen Details, jedoch ohne Raytracing in 720p mithilfe eines Intel Core i9-10900F erstellt. Die CPU kann dabei auf sehr schnellen DDR4-4000 Speicher zurückgreifen und zudem frei boosten. Die Szene ist nach wie vor die gleiche, wir rennen durch das Dorf, durch die Felder, an der alten Dame vorbei bis zum Tor.
Kernskalierung
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Die RE-Engine ist dazu in der Lage, bis zu sechs Kerne optimal auszulasten. Achtkerner oder mehr liefern dann "nur" noch leicht bessere Frametimes. Wie der Vergleich von vier Kernen zu acht Threads zeigt, kann SMT gerade bei älteren Quadcores sehr wertvoll sein. Der steigende Takt erklärt sich im Übrigen damit, dass die CPU weniger Kerne verwalten muss.
Frametimes, RE8
Quelle: PCGH
Auch die Frametimes bestätigen die Zahlen im Benchmark. Sie sind aber selbst bei der Vierkern-Konfiguration ohne SMT so niedrig, dass Sie als Spieler ein flüssiges Bild wahrnehmen. Die kleinen Ausreißer (in rot gekennzeichnet) sind zwar unschön, aber nicht alarmierend hoch. Wir können somit offiziell Entwarnung geben, was die CPU-Anforderung von RE8 angeht. Solange Sie beispielsweise eine CPU vom Kaliber Intel Core i7-4790K oder AMD Ryzen 3 3300X nutzen, werden Sie eher in ein GPU-Limit geraten.
Die PCGH CPU-Testmethodik
Jede CPU wird vor den Benchmark-Durchläufen einer Aufheizperiode unterzogen, während derer sich der Kerntakt (Boost) auf ein bestimmtes, von Modell zu Modell unterschiedliches Niveau absenkt. Im UEFI konfigurieren wir ein TDP-Limit: Jede CPU wird auf die Parameter konfiguriert, die der Hersteller für das jeweilige Modell vorsieht. Die Geschwindigkeit des verbauten Speichers wird ebenfalls auf die Herstellervorgabe forciert, die Menge mit 32 GiB und die Timings (XMP) geben wir vor. Auf diese Weise vermeiden wir unrealistisch hohe Werte und ermöglichen einen fairen Vergleich. Wir nutzen, wenn möglich, immer die neueste Version von Windows inklusive allen (Sicherheits-)Updates. Alle Messungen werden mittels CapFrameX durchgeführt. Jeder Benchmark-Durchlauf wird mindestens dreimal wiederholt. In den Index eingetragen wird der Durchschnittswert aus allen drei Durchläufen. Wir behalten uns vor, Messungen, die aus der Reihe tanzen, zu ignorieren. Die Auflösung für die Spiele beträgt in der Regel 1.280 x 720 Pixel (720p), die Details sind auf der höchsten Stufe, wir verzichten allerdings auf (MS)AA und andere rein grafische Effekte.
Resident Evil 8 Village: Fazit
Resident Evil 8 Village ist rundum gelungen und wird Gruselfreunde aller Couleur zufriedenstellen. Die erneuerte Grafik macht bereits ohne Raytracing eine gute Figur und läuft mit der modernen Strahlverfolgung schließlich zur Höchstform auf. Die technische Betreuung durch AMD führt zu einer überdurchschnittlich starken Radeon-Performance, allerdings wirkt Kritik angesichts der grundsätzlich sehr hohen Bildraten als kaum angebracht. Sieht man von so mancher Matschtextur ab, die in der Ego-Perspektive naturgemäß stärker auffällt als bei der Schulteransicht, haben wir nur wenig zu mäkeln. Auch inhaltlich überzeugt uns Capcoms neuestes Werk, das Erkundung und Hellblade'esque Schauermomente gekonnt mischt. Wer sich unsicher ist, ob das Spiel einen Kauf wert ist, kann noch für wenige Tage in die Demoversion von Resident Evil Village hineinschnuppern.


