Recht: Europaparlament will eigenes Gesetz gegen illegale Sport-Livestreams
Nach einem Bericht sollen Anbieter von illegalen Streams innerhalb von 30 Minuten zur Löschung verpflichtet werden, das sieht ein geplantes Gesetz der EU vor.
Lizenzrechte zu Sport-Veranstaltungen sind ein teures Gut, da einerseits mit den Einnahmen Verbände finanziell gestützt werden und sich andererseits Streaming-Anbieter eine möglichst hohe Reichweite versprechen und so ebenfalls profitieren. Gerade bei kostenpflichtigen Streams gibt es jedoch immer wieder auch Anbieter, die die eigentlich kostenpflichtige Übertragung gratis ins Internet stellen. Nun will das Europaparlament gegen derartig illegale Streams vorgehen. In einem Entwurf des Rechtsausschusses steht, dass Anbieter illegaler Streams diese innerhalb von 30 Minuten nach der Meldung entfernen müssen.
Was wäre alles vom geplanten Gesetz gegen illegale Sport-Livestreams betroffen?
Falls ein Tippgeber als vertrauenswürdig eingestuft ist, soll dieser in der Lage sein, auch ohne richterliche Anordnung Streams entfernen zu lassen. Laut dem Entwurf werden auch verpflichtende Netzsperren durch Internet-Zugangsanbieter sowie dynamische Sperrverfügungen befürwortet. Zudem sind auch private Streams, etwa von Fans aus dem Stadion, verboten. Es könnten etwa alle Verbindungen zu einer kompletten IP-Adresse gesperrt werden.
"Eine 30-Minuten-Löschfrist wäre kürzer, als es selbst für terroristische Inhalte vorgesehen ist, und außerhalb der Geschäftszeiten viel zu kurz, gerade für kleine und nicht-kommerzielle Anbieter. Privaten Interessensorganisationen mit Eigeninteressen zu erlauben, Inhalte ohne Prüfung durch ein Gericht entfernen zu lassen, würde absehbar zu einer übermäßigen Sperrung auch von legalen Inhalten führen." - Patrick Breyer, Europaabgeordneter der Piratenpartei.
Widerstand gegen den Gesetzesentwurf kommt unter anderem von der Piratenpartei. Der Europaabgeordnete Patrick Breyer erklärt gegenüber den Kollegen von Golem.de, dass man mit dem Gesetz gegen illegale Livestreams strenger vorgehen würde als gegen terroristische Inhalte. Zudem befürchtet Breyer eine Unterdrückung legaler Inhalte, wenn eine komplette IP-Adresse gesperrt werden würde. Noch ist völlig unklar, ob das Gesetz wirklich in dieser Form in geltendes Recht gegossen wird.
Lizenzrechte sind teuer und bringen Reichweite
Seit dieser Saison überträgt in Deutschland Sky exklusiv alle Rennen der Formel 1. Alleine beim ersten Rennen konnte der Sender aus Unterföhring bei München 1,22 Millionen zahlende Zuschauer begrüßen, die die Live-Übertragung entweder via Sky Q oder via Internet-Streams angesehen haben. Am kommenden Wochenende steigt dann das zweite Rennen. Im Vergleich zum letzten Jahr, als neben Sky auch der kostenlose TV-Sender RTL die Formel 1 in Deutschland gezeigt hatte, konnte Sky alleine beim ersten Rennen doppelt so viele Zuschauer für sich gewinnen. Wer alle F1-Veranstaltungen live sehen will, muss sich das Sky-Sport-Paket für 17,50 Euro monatlich bei einer Mindestvertragslaufzeit von 12 Monaten kaufen. Alternativ kann man auch das Sky Supersport Ticket für monatlich 29,99 Euro abonnieren und dieses Abonnement monatlich kündigen oder man entschließt sich, das Sky Supersport Ticket für ein Jahr zu buchen und monatlich dann 19,99 Euro zu zahlen.
Sport-Übertragungen bringen durchaus viele Zuschauer ein, wie auch ein Blick auf die bisher von den meisten Zuschauern gesehene TV-Sendung zeigt. Das Fußball-WM-Spiel 2014 zwischen Deutschland und Argentinien verfolgten in Deutschland 34,57 Millionen Zuschauer für mindestens 10 Minuten live in der ARD. Je mehr Zuschauer eine Sendung verfolgen, desto attraktiver wird es, während der Übertragung Werbung zu schalten, wobei die Werbeplätze dann teurer verkauft werden können, was wiederum mehr Einnahmen für den Sender bedeutet. Allerdings müssen Übertragungsrechte erst vom Sender eingekauft werden. Wenn man schon ein paar Millionen für die Rechtepakete ausgibt, dann will der Sender die Ausgaben auch wieder einnehmen durch Zuschauer, da stören illegale Streams. Schließlich ist es nicht erlaubt, etwa ein Video von einem Fußballspiel von Sky zu machen und dieses kostenlos ins Internet zu stellen, ohne sich vorher die schriftliche Erlaubnis von Sky einzuholen.
Bieterkampf um Sport-Übertragungsrechte
Rund um viele Sport-Übertragungsrechte ist ein Bieterkampf entbrannt, wer welches Rechtepaket bekommt. Die Mehrheit der Fußballspiele der UEFA Champions League wird beispielsweise ab der Saison 2021/22 beim kostenpflichtigen Streaming-Dienst Dazn zu sehen sein werden. Dazn hat bereits Rundfunklizenzen für Dazn 1 und Dazn 2 beantragt, wobei unklar ist, über welchen Übertragungsweg - Kabel-TV, Sat-TV oder Internet-TV - die beiden linearen TV-Sender in Deutschland empfangbar sein werden. Lediglich ein Top-Spiel pro Spieltag wird bei Amazon Prime Video zu sehen sein, vorausgesetzt man ist Abonnent von Amazon Prime. Sky selbst konzentriert sich auf die Fußball-Bundesliga, alle Spiele der 2. Liga und des DFB-Pokals. Zudem überträgt Sky exklusiv Fußballspiele aus der englischen Premiere League sowie alle Rennen der Formel 1, Formel 2, Formel 3 und vom Porsche Supercup.
Die Übertragung von Live-Sendungen erfordert eine kostenpflichtige Rundfunklizenz. Je nach wirtschaftlichem Erfolg kann diese Lizenz zwischen 100 und 10.000 Euro kosten. Gemäß dem Medienstaatsvertrages (früher Rundfunkstaatsvertrag) muss immer dann eine kostenpflichtige Sendelizenz vorliegen, wenn der Sender den Beginn einer Sendung bestimmt und nicht der Empfänger. Zudem kommt es auf der Zahl der Nutzer an, wenn mehr als 500 Personen eine Live-Sendung ansehen, die redaktionell bearbeitet wurde, muss der Sender eine Rundfunklizenz besitzen. Als redaktionelle Bearbeitung werden etwa verschiedene Kameraperspektiven oder ein Kommentator, der das Geschehen audiovisuell begleitet, angesehen.
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Sammlung zum geplanten Gesetz gegen illegale Sport-Livestreams:
- Das Europaparlament will gegen illegale Streams von Sport-Veranstaltungen vorgehen. So sollen - laut einem Entwurf - Anbieter verpflichtet werden, innerhalb von 30 Minuten nach Meldung eines illegalen Streams, diese Übertragung zu löschen.
- Falls ein Tippgeber als vertrauenswürdig eingestuft ist, soll dieser in der Lage sein, auch ohne richterliche Anordnung Streams entfernen zu lassen.
- Es könnten auch komplette IP-Adressen gesperrt werden.
- Es gibt aber auch Widerstand gegen das geplante Gesetz, etwa vom Europaabgeordneten der Piratenpartei, Patrick Breyer.
Quellen: Golem, Patrick-Breyer, RLP, Sky (1), Sky (2), Dwdl, Wikipedia, AGF

Covid, Massenarbeitslosigkeit,Armut etc sind viel wichtigere als dass hier. Sieht schon was die Lobbyisten alles errecihen aber uns normale Volk wird ignoriert wie immer!
Man kann da auch ganz klar erkennen, das diese auch Ironie und oder Sarkasmus etc gut reflektieren können. ohne das man diesen extra Kennzeichen muss. Danke dafür.
Ein Heer von Volksmusik, überfinanzierte Krimis am laufenden Band, Talkshows mit fürstlich überbezahlten Moderatoren und so weiter, eine Liste so lang, daß ich ein halbes Buch nur für die Zusammenfassung schreiben müßte.
Aber dann beim Fußball die Backen dicke machen.
Entweder alle oder keiner (und ich bin kein Fußballfreak).
Edit: Ich nehme mal deine Antwort an waynetrain auch für mich.
Also wieso sollte jeder dafür bezahlen müssen?
Merkst du was?
Witzigerweise habe ich seit Jahren schon nicht mal mehr Sat-Empfang oder irgendwelche anderen Kanäle an meinem Fernseher angeschlossen, eben weil mich das Fernsehprogramm so gar nicht interessiert.
Diese Unterhaltungssendungen für (größtenteils) alte Menschen gibt es nun aber leider schon ewig und wird in einigen Jahren vielleicht auch wegfallen, wenn die aktuelle Zuschauerschicht weniger wird.
Ich bin jedenfalls froh, wenn nicht noch mehr unnützer Kram dazu kommt wie etwa Fussball.
Mir würde es vollkommen reichen, wenn die Öffentlich-Rechtlichen nur Nachrichten und von mir aus irgendwelche Dokumentationen zeigen würden. Alles an Unterhaltung darf gerne den Privaten überlassen werden.
Nun aber mal zurück zum Thema illegale Sportstreams.
Da gibts dann auch einen lecker Aufsichtsratposten wenn man fein Männchen macht.
Nichts gegen Sperrung von illegalen Inhalten - aber die überbordende Willigkeit (im Vergleich zu der Sperrung terroristischer Inhalte) zeigt wessen Geistes Kind die Initiatoren und Unterstützer im Politikbetrieb sind.
Hach, wenn man doch nur offen das Geld direkt annehmen könnte, das Volk ist ja echt gemein, daß es das nicht erlaubt.