DMA der EU: Apple und Co. müssen Sideloading ermöglichen

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DMA der EU: Apple und Co. müssen Sideloading ermöglichen (1)
Quelle: Areamobile

Die EU-Kommission hat die Gatekeeper für den Digital Markets Act bekannt gegeben. Künftig müssen sich Apple und Co. daranhalten und etwa Sideloading auf iPhones offiziell ermöglichen.

Im Februar 2024 gilt in allen EU-Staaten der Digital Services Act. Bereits zuvor stuft die EU den Digital Markets Act ein. Nun hat die Behörde bekannt gegeben, welche sechs global agierenden Tech-Konzerne als sogenannte Gatekeeper gelten und sich damit an bestimmte Regeln halten müssen. Apple-CEO Tim Cook wehrte sich etwa im April 2022 öffentlich gegen den DMA. Cook bezeichnete auf der Datenschutzkonferenz der International Association of Privacy Professionals eine erzwungene Öffnung des App-Stores als "gefährlich". Doch alles lamentieren hilft nichts, der DMA kommt.

Das sind die als Gatekeeper eingestuften Dienste

In der EU sind von der DMA-Regelung nur sogenannte Gatekeeper betroffen, also Unternehmen, die digitale Plattform-Dienste anbieten und mindestens 45 Millionen monatlich aktive Nutzer in der EU oder über 10.000 gewerbliche europäische Privatnutzer haben. Zudem muss der Jahresumsatz in den EU-Mitgliedsstaaten bei mindestens 7,5 Milliarden Euro liegen oder das Unternehmen mindestens 75 Milliarden Euro an der Börse wert sein. Zentrale digitale Plattformanbieter, für die der DMA gilt, sind:

  • Betriebssysteme: Windows, Apple iOS, Google Android,
  • Digitale Stores und Marktplätze für Software, wie etwa den Apple App-Store, Amazon Marketplace, Google Play,
  • Suchmaschinen, wie etwa Google,
  • Soziale Netzwerke, wie etwa Facebook, Tiktok,
  • Instant-Messenger-Dienste wie Whatsapp,
  • Video: Youtube
  • Webbrowser, wie etwa Google Chrome oder Apple Safari,
  • Werbedienste, wie etwa Google Ads

Gatekeeper im Digital Markets Act laut EU-Kommission Quelle: EU-Kommission Gatekeeper im Digital Markets Act laut EU-Kommission In Artikel 6 im Digital Markets Act steht geschrieben, dass Betriebssysteme den Gerätenutzern die freie Wahl lassen müssen, welche Software die Anwender nutzen wollen. Nur Programme, die unverzichtbar für den Betrieb des OS sind, sind ausgenommen. So muss es etwa eine Wahlfreiheit geben, welcher Webbrowser zum Standard definiert werden soll. Zudem muss Sideloading auf Endgeräten ermöglicht werden und jeder Plattformbetreiber andere Zahlungsmittel auf der eigenen Plattform zulassen. So sollen Vorgehensweisen wie beim Streit zwischen Apple und Epic Games vermieden werden. Die EU-Kommission hat Gmail, Outlook.com und den Samsung Internet Browser nicht als zentrale Plattformdienste benannt, da die betreffenden Hersteller hinreichend begründete Argumente vorgebracht haben, warum diese Dienste nicht als Kerndienste der Plattform gelten. Ob bei der Suchmaschine noch Microsoft Bing, bei Werbediensten noch Microsoft Advertising sowie bei den Instant-Messneger-Diensten Apple iMessage hinzukommen, ist noch offen. Maximal sechs Monate haben die ernannten Gatekeeper Zeit, die Vorschriften aus dem DMA umzusetzen. Mittels Compliance-Bericht muss nachgewiesen werden, wie die Gatekeeper den Verpflichtungen nachgekommen sind. Bei Verstößen droht eine Strafzahlung in Höhe von 10 Prozent des weltweiten Jahresumsatzes des Unternehmens. Sollte ein Gatekeeper wiederholt gegen die Verpflichtungen des DMA verstoßen, erhöht sich das Bußgeld. Bei systematischen Verstößen hat die EU-Kommission die Möglichkeit, härtere Strafen zu verhängen.

Ebenfalls lesenswert: Apple iPhone: Zwingt die EU zum Sideloading für iPhones?

Sammlung zum kommenden Digital Markets Act der EU:

  • Die EU-Kommission hat die Gatekeeper für den Digital Markets Act benannt. Maximal sechs Monate haben die ernannten Gatekeeper Zeit, die Vorschriften aus dem DMA umzusetzen.
  • Bei Verstößen droht eine Strafzahlung in Höhe von 10 Prozent des weltweiten Jahresumsatzes des Unternehmens.
  • Zu den Regeln gehört etwa die freie Browserwahl in den Betriebssystemen Windows, Apple iOS und Android sowie das Sideloading auf Apple iPhones. Jeder Plattformbetreiber muss zudem andere Zahlungsmittel auf der eigenen Plattform zulassen.

Quellen: EU-Kommission (1), EU-Kommission (2)

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    • Kommentare (20)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Voodoo2 BIOS-Overclocker(in)
        Zitat von Arzila
        Ja die werden jetz langsam das hungern anfangen. Am besten gleich beim kommenden iphone 300€ aufschlag drauf.
        Im Gegenteil siehe Preise der letzten Keynote
      • Von Voodoo2 BIOS-Overclocker(in)
        Zitat von Arzila
        Ja die werden jetz langsam das hungern anfangen. Am besten gleich beim kommenden iphone 300€ aufschlag drauf.
        Im Gegenteil siehe Preise der letzten Keynote
      • Von Schinken BIOS-Overclocker(in)
        Zitat von Threshold
        Ich würde dann fragen, wieso es diese apps nicht im Store gibt? Weil sie was umgehen?
        Smarttube beispielsweise ja, die YouTube Werbung .

        Aber es gibt natürlich auch andere Beispiele. Ganz simpel: Pornos. Auf dem Handy werden dafür Apps angeboten, weil die Anbieter wissen, dass Sideloads möglich sind. Am TV nicht.
        Nun mag nicht jeder Bedarf für Hardcore Apps am TV haben xD.
        Aber das Prinzip ist klar: Ich will nicht den moralischen und sonstigen Vorstellungen der Hersteller unterliegen. Ich hab meine Eigenen. Was ja auch kein Problem ist, Sideloads sind ja möglich.

        Wie gesagt fehlt mir nur ein ähnliches Angebot von 3rd Party Apps wie bei Smartphones. Darauf hoffe ich.
      • Von Threshold Großmeister(in) des Flüssigheliums
        Zitat von Schinken
        Allerdings gibt es halt kaum Apps die man außerhalb des Stores kriegt. Meine Hoffnung wäre, dass es dann mehr werden
        Ich würde dann fragen, wieso es diese apps nicht im Store gibt? Weil sie was umgehen?
      • Von Schinken BIOS-Overclocker(in)
        Zitat von Olstyle
        Ist das dort ein Problem? Hab es bei meinem genauso über das Entwicklermenü freigeschaltet wie beim Telefon.

        (...)
        Das installieren nicht wirklich. Ich konnte bisher auch noch an jedem TV Sideloads irgendwie erlauben.

        Allerdings gibt es halt kaum Apps die man außerhalb des Stores kriegt. Meine Hoffnung wäre, dass es dann mehr werden .
      • Von empy Lötkolbengott/-göttin
        Zitat von Olstyle
        Der größte Nerv-Punkt an Apple ist für mich die absolute Kosmos-Bindung auch auf Entwicklerseite. Ohne Mac darf ich keine App für iOS bauen? Was für ein Schwachsinn!
        Und selbst wenn du einen hast, lässt Apple dich durch dutzende Reifen hüpfen. Anmeldung hier, Zertifikat hinterlegen da... Das ist mit das grausigste an proprietären Systemen. Es sind nicht die direkten Kosten, es ist die Tatsache, dass einem bei komplexen Aufgaben noch zusätzlich künstliche Steine in den Weg gelegt werden.
      Direkt zum Diskussionsende
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