Ratchet & Clank Rift Apart (PC) im Benchmark-Test: Update mit Radeon-Raytracing

Die PC-Version von Ratchet & Clank: Rift Apart sieht fantastisch aus, daran besteht kein Zweifel. Wie beinahe jedes moderne Spiel hat jedoch auch diese Pracht mit einigen Startschwierigkeiten zu kämpfen. Welche das sind und welche Hardware Sie für einen flüssigen Genuss benötigen, klärt PCGH im technischen Hands-on-Test von Ratchet & Clank Rift Apart PC.

123
Special Raffael Vötter David Krausbauer Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen
Ratchet & Clank Rift Apart (PC) im Benchmark-Test: Update mit Radeon-Raytracing
Quelle: PC Games Hardware

Update vom 12. August: Es ist einige Zeit vergangen, seitdem die AMD Software Adrenalin Edition 23.10.23.03 erschienen ist. Dieser Treiber hat nur einen Zweck: Radeon-GPUs zu Raytracing in Ratchet & Clank: Rift Apart zu verhelfen. Doch erst in Kombination mit dem am 10. August veröffentlichten Ratchet-&-Clank-Update 1.808.0.0 wurde ein Schuh daraus und Raytracing nutzbar. Der Patch ist verhältnismäßig klein und widmet sich ansonsten wenigen Problemen, weshalb sich dieses Artikel-Update ganz dem Radeon-Raytracing verschrieben hat. Welche Performance von RDNA 2 (RX 6000) und RDNA 3 (RX 7000) im Vergleich mit den Mitbewerbern zu erwarten ist, erfahren Sie auf der folgenden Artikelseite. Begrüßen Sie dabei unseren Ehrengast und Neuzugang in allen Benchmarks, eine Radeon RX 7900 GRE, zusammen mit weiteren Geforce-Grafikkarten (RTX 4070, RTX 3060 12GB und RTX 2070S).


Original-Artikel vom 1. August: Wenn ehemals Konsolen-exklusive Marken und Spiele ihren Weg zum PC finden, ist das ein Grund zum Feiern. Da sich die Hardware von PCs und Konsolen mittlerweile stark ähnelt, hält sich der Portierungsaufwand gegenüber früheren Generationen (u. a. Playstation 3) in Grenzen. Das bedeutet jedoch keineswegs, dass sich ein aufwendiges Konsolenspiel an einem Wochenende auf den PC hieven lässt, erst recht nicht, wenn der Publisher bestrebt ist, die Konsolenvariante in allen Belangen zu übertreffen. Dieses Ansinnen verfolgte Sony unter anderem bei den Portierungen von Spider-Man: Miles Morales und The Last of Us Part I - und in beiden Fällen knirschte es zum Start ordentlich im Gebälk. Auch bei Ratchet & Clank: Rift Apart, das vergangene Woche bei Steam startete, wird die großartige Basis von Kinderkrankheiten geplagt. Die meisten davon lassen sich sprichwörtlich mit Hardware erschlagen. Da in den kommenden Wochen von vielen Updates für das Spiel auszugehen ist - seit dem Launch wurden bereits zwei Hotfixes ausgespielt -, verzichten wir noch auf die volle Packung Benchmarks. Zahlreiche Messungen erwarten Sie dennoch.

Ratchet & Clank Rift Apart PC: Augenweide

Wie wir zum Start von Ratchet & Clank: Rift Apart (PC) am 26. Juli berichteten, ist das Jump & Shoot eine wahre Augenweide. Stehen alle Grafikeffekte auf der Maximalstufe, zündet das Spiel ein wahres Effekt-Feuerwerk. Die Materialdarstellung ist exzellent, die Auflösung der Texturen sehr hoch, die Effekte knallig, der Detailgrad der Spielwelt beeindruckend. Die Einstellungen reichen weit über obligatorische Dinge wie die Auflösung hinaus, neben einzelnen Optionen für diverse Effekte lassen sich auch die Raytracing-Aufwertungen einzeln regeln, es gibt Schalter für Reflex, Frame Generation sowie eine Fülle an Upsampling-Modi (IGTI, FSR 2, DLSS 2 + DLAA). All diese Optionen lassen sich mit einer Live-Vorschau im Grafikmenü begutachten. Am PC dürfen Sie - wie in den Spider-Man-Spielen - Raytracing-Reflexionen, Raytracing-Schatten sowie Raytracing-Umgebungsverdeckung aktivieren und in mehreren Qualitätsstufen regeln. Daneben existieren Optionen für die Soundqualität, Steuerung, Barrierefreiheit und mehr. Außerdem bietet das Spiel Unterstützung für Superbreitbildformate bis inklusive 32:9, was keineswegs selbstverständlich ist. Wir haben einen eindrücklichen Vergleich vorbereitet:

Vergleich der Bildformate
Ratchet und Clank Rift Apart - 32:9
Ratchet und Clank Rift Apart - 32:9 Ratchet und Clank Rift Apart - 21:9 Ratchet und Clank Rift Apart - 16:9 Ratchet und Clank Rift Apart - 16:10 Ratchet und Clank Rift Apart - 4:3

Für die Portierung verantwortlich zeichnen die Spezialisten von Nixxes Software, welche bereits Spider-Man Remastered sowie Miles Morales auf den PC brachten. Zwar sind die Niederländer Meister ihres Faches und um Mehrwerte gegenüber den Konsolenfassungen bemüht, fehlerfrei ist Ratchet & Clank Rift Apart PC zum aktuellen Zeitpunkt jedoch nicht.

Viele Objekte innerhalb von Spiegelungen sind vereinfacht - und das ist spätestens bei genauem Blick sichtbar. Schuld ist eine optimierte Raytracing-Datenstruktur (Bounding Volume Hierarchy, kurz BVH), um Leistung zu sparen. Wir wünschen uns einen Hyper-Quality-Modus via Patch. Quelle: PC Games Hardware Viele Objekte innerhalb von Spiegelungen sind vereinfacht - und das ist spätestens bei genauem Blick sichtbar. Schuld ist eine optimierte Raytracing-Datenstruktur (Bounding Volume Hierarchy, kurz BVH), um Leistung zu sparen. Wir wünschen uns einen Hyper-Quality-Modus via Patch. Neben der Tatsache, dass Raytracing auf Radeon-Grafikkarten Probleme bereitet und daher momentan nicht aktiviert werden kann (ohne das entsprechende Spiel-Update auch nicht mit dem gestern Abend veröffentlichten Spezialtreiber von AMD), krankt das Spiel auf diversen Rechnern an Streaming-Problemen, Abstürzen und Rucklern. Die Streaming-Probleme wurden durch das Update vom 31. Juli behoben und äußerten sich durch vereinzelte Matschtexturen selbst auf High-End-Grafikkarten. Sogar eine Geforce RTX 4090 oder Radeon RX 7900 XTX hatten damit zu kämpfen, obwohl sie bis zu 24 GiByte bereitstellen können. Eine Arc A770 mit ihren 16 GiByte stellte bei unseren Tests noch etwas öfter breiige Oberflächen zur Schau, vorwiegend in Zwischensequenzen bei Charakteren, das wahre Elend kam jedoch bei Modellen mit weniger Speicher zum Vorschein. Die aktuelle Version 1.728.0.0 zeigte dieses Verhalten bei unseren jüngsten Tests nicht mehr.

Streaming-Schwierigkeiten sind längst ein unschöner Klassiker bei Konsolen-Portierungen - The Last of Us Part I lässt grüßen. Die Ursache ist, dass die Playstation 5 (und Xbox Series) ihre Speicher-Pools anders und vor allem dynamischer verwaltet als ein PC. Die Symptome sind stets gleich: Wird ein "Next-Gen"-Spiel, wie Ratchet & Clank eines ist, auf den PC portiert, geht das stets mit großem Speicherhunger und Nebenwirkungen aus diesem Bereich einher. Die Erfahrung lehrt, dass der Umgang mit den Daten nach einigen Patches besser wird, der grundsätzlich große Hunger auf (V)RAM jedoch bleibt. Fehlt der VRAM, muss in den Systemspeicher (RAM) ausgelagert werden. Dieser Vorgang ist nicht nur langsam, sondern steigert auch das Absturzrisiko deutlich - spätestens dann, wenn auch der RAM überfüllt ist. Wir hatten bei unseren Tests von Ratchet & Clank: Rift Apart hin und wieder mit Abstürzen zu kämpfen, während andere Spiele keine Probleme zeigen. Die Release Notes des jüngsten Updates geloben bereits Besserung, für echte Stabilität werden aber wohl noch einige Patches notwendig sein.

Grafikvergleich: minimale vs. maximale Details
Ratchet & Clank Rift Apart (PC) im Benchmark-Test: Riesiger VRAM-Hunger, kurioses CPU-Multithreading (2)
Ratchet & Clank Rift Apart (PC) im Benchmark-Test: Riesiger VRAM-Hunger, kurioses CPU-Multithreading (2) Ratchet & Clank Rift Apart (PC) im Benchmark-Test: Riesiger VRAM-Hunger, kurioses CPU-Multithreading (1)

Oben sehen Sie ein Beispiel, was beim Wechsel von minimale auf maximale Details passiert. Nutzen Sie gerne den Vollbildvergleich, um alle Details zu erfassen. Die Auswirkungen sind relativ überschaubar, Ratchet & Clank Rift Apart wird nicht wirklich unansehnlich. Der größte Unterschied ist im Bereich von Licht und Schatten zu erkennen. Das Gebäude mittig hinten wird etwa bei minimalen Details falsch beleuchtet und versinkt im niedrigen Level of Detail. Bei maximalen Details ist zusätzlich Raytracing angeschaltet, was der Beleuchtung zugutekommt. Obacht bei der Speicherbelegung: Bereits bei sehr niedrigen Details in der WQHD-Auflösung werden bei der zum Test verwendeten Geforce RTX 3090 gut 8,5 GiB adressiert, mit maximalen Details schließlich 12,7 GiB. In Ultra HD mit DLAA und Frame Generation kann die Speicherbelegung über die 16-GiByte-Marke klettern. Falls es bei Ihnen ruckelt, auch nach dem Ändern von Grafikoptionen, oder gar abstürzt, ist Speichermangel die naheliegendste Ursache. Wie schlimm es wirklich um den VRAM-Bedarf steht, erfahren Sie auf der nächsten Seite.

123
  1. Seite 1 Ratchet & Clank: Übersicht
  2. Seite 2 Ratchet & Clank: Benchmarks GPUs/CPUs
    • Kommentare (123)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von RavionHD Kokü-Junkie (m/w)
        Interessant finde ich dass das Spiel selbst mit einer simplen Sata SSD vollkommen problemlos spielbar ist, der Unterschied zu einer NVMe ist praktisch kaum wahrnehmbar:
        [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen]

        [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen]

        Das verdeutlicht mehr und mehr diesen ganzen Unsinn den man vor Release der PS5 gelesen hat wo Anhänger vehement drauf pochten dass einige Spiele nur mit der PS5 SSD (mit 5 GB/s) realisierbar wären.

        Wie man sieht geht es auch mit 1/10 der Geschwindigkeit.
      • Von RavionHD Kokü-Junkie (m/w)
        Interessant finde ich dass das Spiel selbst mit einer simplen Sata SSD vollkommen problemlos spielbar ist, der Unterschied zu einer NVMe ist praktisch kaum wahrnehmbar:
        [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen]

        [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen]

        Das verdeutlicht mehr und mehr diesen ganzen Unsinn den man vor Release der PS5 gelesen hat wo Anhänger vehement drauf pochten dass einige Spiele nur mit der PS5 SSD (mit 5 GB/s) realisierbar wären.

        Wie man sieht geht es auch mit 1/10 der Geschwindigkeit.
      • Von RX480 Lötkolbengott/-göttin
      • Von Terracresta BIOS-Overclocker(in)
        Besonders interessant finde ich, dass sich die 4060 Ti in 4K RT mit +6% vor die 4070 setzt. Bei P1 sogar mit 22% Vorsprung...
        Zeigt, dass nicht nur 8Gb, sondern auch 12GB nicht mehr zukunftssicher sind.
      • Von RX480 Lötkolbengott/-göttin
        Sony macht sein eigenes Ding.
        (bei ner Xbox wäre das Game vllt. näher an Windows gewesen)
      • Von Rollora Kokü-Junkie (m/w)
        Interessant, wie weit sich hier Intel absetzen kann.
        Und auch, dass obwohl es auf den Konsolen eigentlich low-level auf AMD hin optimiert sein müsste, es absolut nicht besser läuft, sowohl auf den CPUs als auch GPUs.
      Direkt zum Diskussionsende
  • Print / Abo
    Apps
    PCGH Magazin 08/2026 PC Games 07/2026 play5 08/2026 N-Zone 07/2026 Linux Magazin 07/2026 LinuxUser 07/2026 Raspberry Pi Geek 07/2026
    PC Games Hardware PC Games Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk