E3 2014: Rainbow 6: Siege angespielt: Alpha macht mehr Spaß als so manch anderes fertige Spiel
Nach sechs Jahren kehrt die Antiterroreinheit zurück: In Rainbow 6: Siege gilt es, geiselnehmende Hausbesetzer auszuschalten. Wir haben uns Ubisofts "one mor thing" auf der E3 2014 angeschaut - hier sind unsere Eindrücke.
Ubisoft-Mitgründer Yves Guillemot ging bei Steve Jobs in die Schule: Wie der verstorbene Apple-Chef ließ es sich Guillemot nicht nehmen, zum Ende der Ubisoft-Pressekonferenz im Rahmen der E3 "one more thing" anzukündigen. Dahinter verbarg sich Rainbow 6: Siege, der nächste Teil der Taktik-Shooter-Serie, die erstmals 1998 vom Stapel lief und der in der neuesten Inkarnation auf eine ausgeschriebene Zahl verzichtet.
Ungebetene Gäste
Vor sechs Jahren erschien mit Rainbow Six: Vegas 2 der bislang letzte Teil der Serie, der wertungs- und spielspaßtechnisch eher im Mittelfeld lag. Ubisoft probierte mehrfach, die Serie mit Rainbow 6: Patriots fortzusetzen, stellte die Arbeiten daran jedoch ein. Statt dem Angriff auf Kasinos oder öffentliche Plätze wie das Los Angeles Convention Center - na, in welchem Teil konnte man den Austragungsort der E3 mit Kugeln durchsieben? - sind die Bösen in Rainbow 6: Siege jetzt häuslich geworden. Sie überfallen unbescholtene Bürger in ihren Häusern und nehmen sie als Geiseln. Ein Thema, das auch im Kino immer wieder für Spannung sorgt.
Vorbereitung ist alles
Bis zum Erscheinen von Rainbow 6: Siege im nächsten Jahr ist es noch eine Weile hin, doch auf der E3 durften wir nicht nur ein Video bestaunen, sondern das Spiel selbst mit neun Mitspielern ausprobieren. In der ersten von drei Runden sind wir und vier Kollegen die Hausbesetzer. Wir wählen aus einer von drei Klassen aus, die sich primär durch ihre Bewaffnung und Goodies wie einen mannshohen Schild unterscheiden, und stimmen ab, in welchem Zimmer wir die Geisel unterbringen wollen. Dann verbarrikadieren wir offene Türen und Fenster, legen Stacheldraht aus, schießen Gucklöcher in die aus Regips und Holz gebauten Wände und versuchen, durch das Haus fahrende Drohnen der Angreifer zu eliminieren. Mit denen versuchen die Befreier, vor dem Start die Lage zu sichten. Noch rasch ein paar Sprengladungen an einigen Wänden befestigt, dann sehen wir auf den Überwachungskameras, dass die Antiterrorgruppe Rainbow 6 anrückt.
Befreiung: fehlgeschlagen
Wir huschen nach der Vorbereitung dummerweise an einem nicht gesicherten Fenster vorbei, wo uns ein Scharfschütze von außen erledigt. Oder war es ein Treffer aus den eigenen Reihen? Der Beschuss der eigenen Kämpfer ist nämlich in Rainbow 6: Siege ohne weiteres möglich. Einer unserer Mitstreiter könnte uns jetzt wiederbeleben, doch im gut einsehbaren Treppenhaus ist das nicht die beste Idee. So schauen wir zu, wie sich unsere Freunde ihrer Haut wehren. Und das machen sie gut: Die Befreier schaffen es nicht, die Geisel zu retten, sondern werden einer nach dem anderen auf die Bretter geschickt. Anschließend sieht das Haus wie ein Schweizer Käse aus: Wände, Fußböden und Decken sind mit kleinen und großen Löchern übersät. Jetzt gehören wir zu den Angreifern - und nehmen uns fest vor, das besetzte Haus nicht als erstes zu betreten. Doch auch das kann nicht verhindern, dass unsere Gruppe jetzt Mann für Mann das Zeitliche segnet. Am Ende dieser Runde steht es 1:1. Die Angreifer bekommen den Punkt entweder für die Rettung der Geisel oder für das Töten jedes Hausbesetzers.
Rettet die Geisel!
In der entscheidenden dritten Runde sind wir wieder die Verteidiger. Und diesmal verwandeln wir das Wohnhaus in eine wahre Festung. Kaum ein Fenster, kaum ein Durchgang, der nicht vernagelt wird. Drei Teammitglieder verteilen sich im Arbeitszimmer, wo auch die Geisel festgehalten wird. Wir platzieren noch eine Mine in dessen Eingang: Unsere Freunde sollte ein umgekippter Tisch vor der Druckwelle schützen. Dann begeben wir uns in den Nebenraum, wo ein anderer Mitstreiter mit gezogener Waffe in einem Türrahmen lauert. Schon bald eilt der erste Gegner herbei und wird von den drei Kollegen erledigt. Der nächste schafft es immerhin noch, die Mine zum Explodieren zu bringen, doch wird zusammen mit der Geisel dahingerafft. Letztere können wir kaum wiederbeleben, schon stehen die nächsten Befreier in der Tür. Von beiden Seiten nehmen wir sie unter Beschuss - noch vor Ablauf der Spielzeit gehen wir siegreich aus der Runde hervor. Übrigens: Eine Geisel so nah ins Zentrum des Geschehens zu verfrachten, ist eine riskante Angelegenheit. Geht sie zu Boden und gelingt es nicht, sie wiederzubeleben, verliert automatisch das Team, das für ihren Tod verantwortlich ist.
Schweigen ist Silber, Reden ist Gold
Rainbow 6: Siege macht schon in der Pre-Alpha-Version mehr Spaß als so manch anderes fertige Spiel. Leider konnten wir die sechs Klassen in der Kürze der Zeit nicht alle ausprobieren, doch dazu bekommen wir hoffentlich in den nächsten zwölf Monaten Gelegenheit. Wie viele unterschiedliche Gebäude es ins Spiel schaffen, ist derzeit genausowenig bekannt, wie die Tatsache, ob es auch einen Einzelspielermodus enthalten wird. Fest steht aber, dass sich alle Häuser wie schon die zwei auf der E3 gesehenen im großen Stil zerdeppern lassen. Wer teambasierte Taktik-Shooter mag, in denen gute Kommunikation entscheidend ist und Einzelgänge tödliche Folgen haben, sollte die nächsten zwölf Monate alle vier Wochen fünf Euro ins Sparschwein werfen.


Dein Beispiel mit CS ist schon gut gewählt, weil dieses Spiel ohne Team genau so wenig Sinn macht wie Rainbow Six.
Versteh mich nicht falsch, ich finde das hier ist der interessanteste MP-Shooter seit langem. Nur fürchte ich, dass das in die Hose geht.
Dein Beispiel mit CS ist schon gut gewählt, weil dieses Spiel ohne Team genau so wenig Sinn macht wie Rainbow Six.
Ich fand das Video irgendwie zu aufgesetzt. Erstmal schießen alle daneben, damit man zeigen kann wie schön Wände und Einrichtung zerbröseln. Und dann die Sache mit der Drohne. Offenbar kann man die ja sehen, passiert ja auch im Video. Aber erst nachdem die Leute hundert mal daran vorbei laufen. Im fertigen Spiel wird jeder nach einer Runde wissen, dass es diese Drohnen gibt und dann wird akribisch der Fußboden abgesucht. Zumindest würde ich es so machen. Und wie ich in dem anderen Thread schon geschrieben hatte, in Public Matches wird das kaum funktionieren, da es immer mindestens einen Idioten gibt der sich nicht an den Plan hält und lieber Rambo-Style frontal rein geht. Aus diesem Grund macht Counterstrike auf Public Servern nur selten Spaß.
Ich hätte gerne einen Nachfolger von Raven Shield. Das hat Spaß gemacht, mit ausführlicher Planungsphase für die KI und so.