AMD Radeon Vega: Preissturz bei den Frontier Editions
Anfang Dezember mussten Kaufinteressenten noch mehr als Tausend Euro ausgeben, um an eine Grafikkarte der Vega Frontier Edition zu gelangen. Doch plötzlich sacken die Preise um mehrere Hundert Euro ab. Die wassergekühlte Ausführung ist somit nur etwas teurer als eine RX Vega 64 Liquid Cooled Edition, bietet aber doppelt soviel Grafikspeicher. Auch der Wert einer luftgekühlten Vega Frontier Edition liegt nah am Straßenpreis für die RX Vega 64 Special Edition.
Die Vega-Grafikkarten von AMD hatten keinen leichten Einstand: die Leistung entsprach nicht den übertriebenen Erwartungen einiger Fans, sie waren spät und nur spärlich erhältlich, einige Software-Funktionen waren nicht unterstützt und der Preis war - gemessen an Leistung und Verbrauch - zu hoch. Vor allem die Vega Frontier Edition, die sich als semi-professionelles Produkt preislich weit über der GTX 1080 Ti platzierte, litt stark unter dem hohen Preis. In den vergangenen Tagen soll AMD laut Bericht von Computerbase.de aufgehört haben, die Referenzmodelle der RX Vega 56 und RX Vega 64 zu produzieren. Ein möglicher Produktionsstopp wurde in einem Interview des Onlinehändlers OverclockersUK am ersten Dezember erwähnt. Computerbase.de will diese Info durch mehrere Quellen in Industrie und Handel bestätigt bekommen haben. AMD selber wollte den Sachverhalt nicht kommentieren. Das Ende der Referenzproduktion soll vermeintlich den Custom-Designs zu Gute kommen, da nun die Boardpartner mit ausreichend Grafikchips beliefert werden können. An sich verheißt die Umlagerung der Vega-Chipverteilung nicht unbedingt einen Preisveränderung - eine stärkere Kühllösung und eine eventuelle Werksübertaktung bedeutet in der Regel einen höheren Preis; doch die Nachfrage an lauten und heißlaufenden Referenzmodellen nimmt ab - und abnehmende Nachfrage bedeutet in der Regel einen günstigeren Preis (besonders wenn alle Händler mehr als die UVP verlangen). Überraschenderweise sind es aber nicht die RX-Vega-Referenzmodelle, die durch einen Preissturz auffallen, sondern die semi-professionellen Karten der Frontier-Edition.
Insbesondere die Vega Frontier Edition Liquid mit integrierter Kompaktwasserkühlung ist erschwinglicher geworden. Während die unverbindliche Preisempfehlung zum Launch bei 1.749 Euro lag, ist der Verkaufspreis im PCGH-Preisvergleich in den letzten Tagen auf rund 750 Euro gefallen, also auf etwa 43 Prozent des Orginalpreises. Noch am diesjährigen Nikolaustag, dem 06.12.2017, lag der Preis im freien Handel bei 1.455 Euro, bis er schlagartig auf das heute herrschende Preisniveau fiel. Es handelt sich auch nicht um eine Rabattaktion eines einzelnen Händlers, denn insgesamt 18 verschiedene Quellen sind im Preisvergleich mit einem Preis zwischen 750 und 920 Euro gelistet. Damit ist die wassergekühlte Radeon Vega Frontier Edition in etwa genauso teuer wie die Radeon RX Vega 64 Liquid Cooled Edition, welche allerdings nur halb soviel Grafikspeicher mit sich bringt.
Preisentwicklung der Vega Frontier Edition Liquid
Bei der luftgekühlten Variante der Radeon Vega Frontier Edition ist der Preissturz nicht so drastisch; momentan liegt der günstigste Preis bei etwas unter 700 Euro, während die unverbindliche Preisempfehlung bei 1.199 Euro lag - somit müssen fast 59 Prozent des Originalpreises gezahlt werden. Anfang Dezember lag das günstigste Angebot aber immer noch bei über 1.050 Euro, bevor der Preis in den vergangenen Tagen auf den jetzigen Wert fiel.
Preisentwicklung der Vega Frontier Edition
Quelle: Computerbase.de, PCGH-Preisvergleich
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