AMD Radeon VII: Spekulationen um hohe Fertigungskosten
AMDs Radeon VII ist in der Produktion gewiss ein teures Stück Hardware. Wie teuer genau, das möchte eine Webseite grob überschlagen ausgerechnet haben. Sie kommt auf 650 US-Dollar für das PCB, die Vega-20-GPU samt HBM2-RAM, den Kühler und letztendlich den Zusammenbau. Auch wenn die Summe zu hoch gegriffen erscheint, dürfte AMD nicht sonderlich viel mit der Radeon VII verdienen.
Auf Fertigungskosten von 650 US-Dollar kommt die Webseite fudzilla.com im Falle der Radeon VII. Den größten Posten mache der HBM2-Speicher aus, der in Form von vier 4-GiByte-Stacks (16 GiByte insgesamt) stolze 320 USD koste. 155 USD mache die 331 mm² große Vega-20-GPU aus, die bei TSMC im jungen und daher noch teuren 7-nm-Verfahren vom Fließband läuft. Der Interposer samt Packaging, bei dem die GPU und der HBM2 mit der Siliziumbasis verheiratet werden, schlage mit fast 100 USD zu Buche. Für das PCB und die Kühllösung mit den drei Axiallüftern zahle AMD noch einmal 75 USD. Unterm Strich ergebe das Kosten in Höhe von 650 US-Dollar. Inklusive Ausgaben fürs Marketing und die Distribution sowie den Anteilen für die Boardpartner, welche die Radeon VII im eigenen Karton vertreiben, mache AMD unterm Strich ein Minus.
AMD Radeon VII: Teuer, aber vermutlich kein Verlust
Wie die Kollegen von computerbase.de bereits ausgeführt hat, erscheinen die einzelnen Posten ein wenig hoch gegriffen. HBM2 dürfte zwar weiterhin zu den teuersten Speicheroptionen gehören, ein identischer Pro-GiByte-Preis wie 2016/2017, als DRAM eine Höhenfahrt hinlegte und HBM2 noch neu war, dürfte aber nicht fällig werden. Auch dürfte ein Interposer nicht mehr so teuer sein, da dieser bei einer 331-mm²-GPU noch recht klein ausfallen kann und ältere, das heißt günstigere, Fertigungsprozesse zum Einsatz kommen. Die von der Radeon Instinct MI50 übernommenen PCBs sind in der Massenproduktion ein recht kleiner Posten, zudem kosten Kühler in der Fertigung bei Weitem keine 50 USD.
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Unterm Strich sind die Produktionskosten für eine Radeon VII wahrscheinlich hoch. Nicht zu vergessen ist zum Beispiel auch das Spiele-Bundle mit The Division 2, Resident Evil 2 als 2019er-Remake und Devil May Cry 5, das AMD den einen oder anderen US-Dollar innerhalb der Partnerschaften mit den Publishern kosten dürfte. Ein Minusgeschäft sollte die Radeon VII für AMD letztendlich aber nicht darstellen. Der Chiphersteller nutzt die Chance von Nvidias vergleichsweise teuren RTX-Grafikkarten, um ohne großen Aufwand die HPC-GPU Vega 20 als hauseigene High-End-Gaming-Grafikkarte aufzulegen. Davon werden wahrscheinlich nicht viele verkauft, aber die Fan-Basis wird glücklich gestimmt und AMD bleibt bei der Berichterstattung vertreten.

Da diese Karten sicherlich nicht gut gehen (ein nahezu identisches Produkt kann man als Tesla V100 bereits mehr als 12 Monate vor Mi-Release von NVIDIA kaufen), muss AMD natürlich irgendwie die Chips/Karten los werden. Daher werden sie eben im Consumerbereich verramscht. Besser als im Regal zu vergammeln. Ganz einfach eigentlich.
Ich glaube auch nicht, dass AMD eine Karte auf den Markt wirft die nur NVIDIA an das Bein treten soll, was soll das bringen? Die Taktiken kann man sich erlauben, wenn man das Budget von NVIDIA oder Intel hat.
Kurz gesagt, ich glaube nicht an den Unsinn, das hier nur Minus gemacht wird.