Leistungsaufnahme, Effizienz & Tuning
In diesem Artikel
- Seite 1 Übersicht & Daten
- Seite 2 RDNA 4: Unter der Haube (Technik)
- Seite 3 Spiele-Benchmarks & Leistungsindex
- Seite 4 Raytracing-Benchmarks & Leistungsindex
- Seite 5 Pathtracing-Benchmarks & Leistungsindex
- Seite 6 Leistungsaufnahme, Effizienz & Tuning
- Seite 7 Preis-Leistung (Raster & Raytracing) & Fazit
- Seite 8 Bildergalerie
Die Radeon RX 9070 und RX 9070 XT wird es nicht als "Made by AMD"-Varianten geben, obwohl AMD Renderings möglicher Referenzdesigns gezeigt hat - Erinnerungen an die Radeon RX 6650 XT werden wach. Falls Sie eine RX 9070 (XT) kaufen möchten, stehen Sie somit vor der Qual der Wahl: Acer, Asus, Asrock, Gigabyte, Powercolor, Sapphire oder XFX? Wir haben bereits zahlreiche Custom-Designs auf Herz und Nieren geprüft - die Ergebnisse finden Sie in diesem Artikel. An dieser Stelle widmen wir uns weiterhin der Sapphire Pulse Radeon RX 9070 und RX 9070 XT, mit denen wir nicht nur alle Benchmarks, sondern auch die Effizienz- und Tuning-Tests durchgeführt haben.
Stromversorgung und Leistungsaufnahme
Die Einstiegshürde für Ihr Netzteil ist bei Radeon RX 9070 und 9070 XT relativ niedrig. AMD sieht in beiden Fällen zwei 8-polige Strombuchsen der alten Schule vor, um die 220 Watt (RX 9070) respektive 304 Watt (RX 9070 XT) zu speisen. Der neue 12V-2×6 ("16-Pol") macht jedoch nicht Halt vor den neuen AMD-Grafikkarten, einige der potentesten Designs werden mit diesem Konnektor ausgestattet - darunter die Asrock Taichi und Sapphire Nitro+. Die Alternative, dreimal 8-Pol, ist sperrig und daher eine Notlösung. Abhängig von Design und Zielsetzung variieren die Netzteilempfehlungen der Hersteller. 650 Watt für die Radeon RX 9070 und 750 Watt für die Radeon RX 9070 XT werden mindestens empfohlen, wobei hier eine alte Regel gilt: Wer ein gutes Markennetzteil besitzt, kommt auch mit deutlich weniger Nennleistung aus, speziell in Kombination mit sparsamen CPUs. Falls Sie beispielsweise einen Ryzen 7 5800X3D mit einer Radeon RX 9070 XT aufrüsten möchten, genügt vermutlich auch ein 500-Watt-Wandler. Falls Sie jedoch einen stromdurstigen Prozessor nutzen, etwa einen Core i9-13900K, und Ihre neue Radeon kräftig tunen möchten, ergeben die Netzteilempfehlungen der Hersteller Sinn.
Quelle: PCGH
Radeon RX 9070 (XT): Zwei klassische 8-Pol-Strombuchsen sind der Standard - es gibt jedoch auch Modelle mit dem neuen 12V-2×6-Konnektor.
Zeit für die Messungen der Leistungsaufnahme, landläufig bekannt als "Stromverbrauch". PCGH misst die Leistungsaufnahme von Grafikkarten mithilfe des Power Capture Analysis Tool, um Feinheiten optimal zu erfassen. Wie immer bildet die folgende Tabelle die Maximalwerte aller Grafikkarten ab, ohne dass die Infrastruktur einen bremsenden Einfluss hat. Wer eine gute Belüftung im Gehäuse vorweisen kann, nur in Full HD spielt oder bevorzugt mit Framelimits unterwegs ist, wird sowohl eine geringere Leistungsaufnahme als auch geringere Lautheit zu Gesicht bekommen. Kommen wir nun zu den Werten der Radeon RX 9070 und RX 9070 XT im Leerlauf, bei Niedriglast und vielfältigen Gaming-Workloads:
| Leistungsaufnahme | RX 9070 XT (Pulse) | RX 9070 (Pulse) | RTX 5070 (FE) | RTX 5070 Ti (Ventus 3x) | RTX 4070 Super (FE) |
|---|---|---|---|---|---|
| Leerlauf (UHD-Desktop) | 8,0 – 8,5 Watt | 7,5 – 8,0 Watt | 10 – 14 Watt | 16,5 – 19 Watt | 9 – 10 Watt |
| Dual-Display (UHD + FHD) | 8,0 – 9,0 Watt | 8,0 – 8,5 Watt | 14 – 16 Watt | 21 – 22,5 Watt | 16 – 17 Watt |
| Ultra-HD-Youtube-Video | 21 – 28 Watt | 20 – 27 Watt | 13,5 – 15 Watt | 23 – 24 Watt | 17 – 19 Watt |
| Dual-Display + YT-Video | 43 Watt | 43 Watt | 26 Watt | – | – |
| Gaming (MAXIMUM) | 312 Watt | 225 Watt | 263 Watt | 311 Watt | 233 Watt |
| Full-HD-Gaming @ 60 Fps | 60 Watt | 59 Watt | 51 Watt | 54 Watt | 53 Watt |
| Anno 1800 (Full HD) | 309 Watt | 224 Watt | 256 Watt | 291 Watt | 224 Watt |
| Control (WQHD + RT) | 308 Watt | 223 Watt | 229 Watt | 278 Watt | 231 Watt |
| Metro Exodus EE (UHD + RT) | 309 Watt | 223 Watt | 262 Watt | 309 Watt | 233 Watt |
| Assassin's Creed Mirage (FHD) | 309 Watt | 224 Watt | 184 Watt | 205 Watt | – |
| Dying Light 2 (UHD, RT, DLSS Q) | 309 Watt | 224 Watt | 234 Watt | 277 Watt | – |
| Indiana Jones (Full HD, RT) | 310 Watt | 224 Watt | 223 Watt | 245 Watt | – |
| Cyberpunk (PT, 1× FG, Q-Upsampling) | 311 Watt | 225 Watt | 221 Watt | – | – |
| Energie über PCIe-Slot | Max. 14 Watt | Max. 1 Watt | – | – | – |
Leistungsaufnahme abhängig von Display, Auflösung und Bildwiederholrate. Angegeben ist die Spanne von 60 bis 144 Hertz (ohne VRR).
Sind Sie überrascht? Wir staunten beim Erfassen der Leerlaufwerte jedenfalls nicht schlecht und haben die Ergebnisse daher dreimal überprüft. AMD hat mit RDNA 4 nicht nur die Raytracing-Schwäche überwunden, sondern auch die langjährige Marotte der hohen Leistungsaufnahme im Leerlauf. Vorbei sind die Zeiten von bis zu 100 Watt auf dem Windows-Desktop, die Radeon RX 9070 und RX 9070 XT bleiben einstellig. Das ist nicht nur vorbildlich und im Land der höchsten Strompreise gern gesehen, sondern entspricht außerdem einem klaren Sieg: AMD hat Nvidia mit einem großen Satz überholt, RX 9000 arbeitet effizienter als RTX 5000 (und RTX 4000). Es gibt nur ein Szenario, bei dem Nvidia die Führung behält: mehrere Monitore und ein aktives Youtube-Video auf einmal. Wir werden die Messungen schnellstmöglich um Monitore mit besonders hohen Bildwiederholraten ergänzen.
Die Leistungsaufnahme unter Last ist im Vergleich regelrecht langweilig. Wird ein Spiel gestartet, setzen sowohl die Radeon RX 9070 als auch RX 9070 XT alles daran, möglichst hoch und lange zu boosten. Das ist ein normales Verhalten, im Vergleich mit Nvidia-GPUs sind AMD-Chips jedoch deutlich rigoroser und reizen ihr Power-Budget in nahezu allen Fällen aus, selbst in Full HD/1080p. Die Radeon RX 9070 läuft dabei im "Sweet Spot", dem optimalen Betriebspunkt aus Takt und notwendiger Spannung zum Erhalt der höchsten Effizienz (dazu gleich mehr). Die Radeon RX 9070 XT darf sich 84 Watt mehr genehmigen - und tut das bereitwillig. Beide Grafikkarten weisen regelmäßige Lastspitzen jenseits ihrer Board-Power auf, was unter Volllast zu etwas höheren Werten führt. Dennoch gilt: Falls Sie bereits eine Grafikkarte vergleichbarer Wattklasse nutzen - etwa eine Radeon RX Vega 56, Geforce GTX 1080 Ti, Radeon RX 5700 XT, Geforce RTX 2080 und viele weitere -, dann sollte Ihr Netzteil auch mit einer Radeon RX 9070 klarkommen. Falls Sie hingegen von einer RX 6800 XT oder 6900 XT, RTX 3080 oder gar Vega 64 OC kommen, kennt ihr Stromspender den Anspruch einer Radeon RX 9070 XT. Weitere Vergleichswerte liefert das folgende Video:
Energieeffizienz
Leistung ist Arbeit pro Zeit, das wissen wir spätestens seit dem Physik-Unterricht. Da wir nun sowohl die Bildraten (Fps) als auch den Verbrauch (Watt) durchgekaut haben, können wir diese ins Verhältnis setzen, um die Energieeffizienz zu berechnen. Dafür haben wir einen Benchmark für Sie erstellt, welcher den Leistungsindex mit der Leistungsaufnahme verrechnet. Da sich beide Metriken als Durchschnittswerte über zahlreiche Messungen verstehen, ist die Betrachtung ausreichend präzise. Für maximale Aussagekraft haben wir die Berechnung sowohl für das Rasterizing als auch Raytracing getrennt vorgenommen. Sehen wir uns an, wie die Radeon RX 9070 (XT) im Vergleich abschneiden, beginnend mit dem Rasterizing:
AMD hat nicht zu viel versprochen, die Radeon RX 9070 ist tatsächlich der neue Champion in Sachen Energie-Effizienz. Zwar fällt der Abstand zur Geforce RTX 5080 nur minimal aus (und kann bei zwei anderen Exemplaren gleicher Art wegen der Serienstreuung drehen), die Fps/Watt-Bilanz ist jedoch hervorragend. Bei der Radeon RX 9070 XT passiert das, was immer zu beobachten ist, wenn ein Chip mit Gewalt auf Takt getrimmt wird: Die Energieeffizienz sinkt massiv. Der direkte Kontrahent, die Geforce RTX 5070 Ti, hat dieses Problem nicht und arbeitet daher deutlich effizienter. Spannend: Die händisch von uns ans Limit getriebene "Radeon RX 9070 XTX" fällt kaum ab, obwohl sie deutlich höher taktet als das XT-Standardmodell. Dies ist unserem Tuning-Ansatz zu verdanken, bei dem wir lediglich das Powerlimit maximieren und alle Taktgewinne über Undervolting (!) erzielen. Sehen wir uns an, wie es beim Raytracing aussieht:
Zwar bleibt AMD hier ein Durchmarsch verwehrt, das Fps/Watt-Verhältnis der RDNA-4-Grafikkarten ist jedoch ein klarer Fortschritt gegenüber RDNA 3. Die Radeon RX 9070 XT ist nicht nur deutlich schneller als die RX 7900 XTX, sondern außerdem um 22 Prozent energieeffizienter. Die Radeon RX 9070 setzt auch hier Maßstäbe - zumindest innerhalb des Radeon-Kosmos - und kann sich immerhin mit der Effizienz einer RTX 5070, RTX 5090 und RTX 4070 Ti Super anlegen.
Undervolting & Overclocking
Sie liebäugeln mit der Radeon RX 9070 XT, möchten aber die Effizienz der RX 9070 haben? Kein Problem nach ein wenig Handarbeit, denn selbstverständlich ist auch Undervolting bei der Radeon RX 9070 (XT) möglich. Um das Potenzial abzuklopfen, haben wir erneut den "Hitzkopf" Metro Exodus Enhanced Edition herangezogen, der alle Grafikkarten ins Powerlimit treiben kann. Diesmal setzen wir auf Ultra HD mit TAA für eine todschicke Kombination aus Qualität und noch flüssiger Last.
Die wichtigste Information für Tuner vorab: Der Regelbereich des Powerlimits beträgt bei allen uns vorliegenden RX-9000-Grafikkarten -30 bis +10 Prozent, wobei stets die im BIOS hinterlegte Board-Power der Ausgangswert ist. Im Folgenden zeigen wir unsere Ergebnisse im vollen Powerlimit, beginnend mit der Radeon RX 9070 XT:
Käufer einer Radeon RX 9070 XT erfreuen sich an einem großen Tuning-Spielraum. Wer das Powerlimit um zehn Prozent erhöht und die Spannung so tief wie möglich setzt (das Potenzial schwankt von Exemplar zu Exemplar), erhält sowohl mehr Leistung als auch Effizienz. Wer möchte, senkt das Powerlimit auf bis zu 210 Watt ab (-30 Prozent) und lotet dabei die Grenzen aus - fertig ist die (noch) bessere RX 9070! Apropos, sehen wir uns an, welche Tuning-Möglichkeiten das kleine RDNA-4-Modell bietet:
Die Radeon RX 9070 ist beim Spielen immer powerlimitiert, sofern Sie kein Framelimit setzen oder mithilfe von Upsampling ins CPU-Limit rennen. Das straffe Watt-Korsett bringt hohe Effizienz, allerdings wenig Spielraum, da die Spannung bereits automatisch drastisch gesenkt wird. Undervolting in Kombination mit weiter gesenkter Power führt nur zu geringen Effizienzgewinnen, lohnenswerter ist die Kombination aus +10 Prozent (242 Watt) nebst Übertaktung.
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Daran hatte ich nicht gedacht, wahrscheinlich, weil ich die FPS in die Karte unterfordernden Spielen auf 120 oder 60 FPS begrenze. Außerdem Denkfehler, weil die 9070 in Auslastung nicht mehr Strom verbraucht, als die 6700 XT. Da hat sich ja in Sachen Effizienz schon was getan.
Was soll ich sagen: RT benutze ich nicht. Mit einer 6900 XT und 4K macht das einfach keinen Sinn, weil es für die Karte einfach viel zu viel ist.
Aber mit WaKü Block nicht so einfach.
Würde auch gerne meine 4070ti super wechseln, aber 5070ti, 9070xt können sich nicht spürbar absetzen. Selbst eine 5080 wäre eher als absolutes minimum, um es merken zu können anzusehen. Das aber zu Aufpreisen, das man doch wieder keinen Spaß hat. Steht für bis zu 25% mehr Leistung, in keinem Verhältnis.