SOT-MRAM: TSMC und ITRI bauen schnellen, persistenten Magnetspeicher

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Mit der Meldung wurde auch ein Bild eines SOT-MRAM-Wafers veröffentlicht.
Quelle: ITRI

TSMC und das taiwanische Forschungsinstitut ITRI haben einen großen Fortschritt bei der Entwicklung von SOT-MRAM vermeldet. Dieser soll schnell, persistent und zudem effizienter als bisheriger MRAM sein. Es gibt aber noch einige Probleme.

Seit Jahren wird der Markt für Halbleiterspeicher von SRAM-, DRAM- und NAND-Zellen dominiert, doch immer wieder tauchen neue Entwicklungen auf, die diese in Zukunft zumindest teilweise ablösen sollen. Im vergangenen Jahr sorgten beispielsweise Ultraram und Microns persistenter NVDRAM für Aufsehen. Nun gibt es außerdem Neuigkeiten aus Taiwan: Dort hat das Industrial Technology Research Institute (ITRI) zusammen mit TSMC einen Erfolg bei der Entwicklung zukünftiger MRAM-Speicher vermeldet, bei denen die Datenspeicherung magnetisch statt elektrisch erfolgt.

Fortschritt statt Durchbruch

Konkret wurde dort SOT-MRAM (Spin-Orbit Torque Magnetic Random-Access Memory) gefertigt, der gegenüber bisherigem STT-MRAM (Spin-Transfer-Torque) deutlich weniger Energie benötigen soll. Angeblich wird der Verbrauch mit SOT-MRAM auf ein Hundertstel reduziert, und gleichzeitig soll der Speicher schneller als aktueller DRAM sein. Im Bestfall wird die Datenzugriffszeit dabei mit 10 ns angegeben, wohingegen aktueller DDR5-Speicher um die 14 ns erreicht. In Zukunft soll deshalb der Einsatz im HPC-, KI- oder Automotive-Bereich infrage kommen. Laut Tom's Hardware dürfte SOT-MRAM aber eher mit SRAM als mit DRAM- und NAND-Speicher konkurrieren.

Mit der Meldung wurde auch ein Bild eines SOT-MRAM-Wafers veröffentlicht. Quelle: ITRI Mit der Meldung wurde auch ein Bild eines SOT-MRAM-Wafers veröffentlicht. Bevor SOT-MRAM dem für Caches eingesetzten SRAM gefährlich werden kann, müssen aber erst weitere Probleme angegangen werden. Beispielsweise ist zwar die theoretische Speicherdichte der Technik höher, in der Praxis liegt SRAM hier aber noch vorne. Zudem ist das Schreiben bei SOT-MRAM offenbar recht energieaufwändig, sodass die Effizienz nicht mithalten kann. Obendrein erreicht aktueller SRAM bereits Zugriffszeiten zwischen 1 und 2 ns, womit SOT-MRAM auch hier noch deutlich zurückliegt.

Ebenso interessant: DRAM-Preise: Steigerung um 13 bis 18 Prozent vorausgesagt

Die Weiterentwicklung von SRAM ist in den vergangenen Jahren aber zunehmend schwieriger geworden, sodass in Zukunft über Alternativen nachgedacht werden muss. Ob SOT-MRAM die Ablösung gelingt, bleibt dabei abzuwarten. Bis dahin dürfte es aber in jedem Fall noch ein langer Weg sein, auf dem der nun vermeldete Fortschritt nur einer von vielen ist.

Quelle: ITRI via Tom's Hardware / Techradar

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    • Kommentare (3)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Pu244 Kokü-Junkie (m/w)
        Ich vermute mal, dass sich das ganze zuerst im Embeddedbereich etablieren wird und dann kann man sich hocharbeiten. So machen es zumindest die anderen Alternativen.

        Zitat von |L1n3
        Versteh ich nicht ... warum sollte das mit SRAM konkurrieren, obwohl es dafür (noch) zu ineffizient und langsam ist, aber kein NAND ersetzen, was aus Prinzip wesentlich langsamer und ineffizienter ist, der Vorteil ist ja dort die persistenz, die dieser Speicher ja ebenso haben soll? hä? Wäre es da nicht der perfekte Ersatz für NAND und könnte irgendwann optional auch SRAM ablösen?
        Wohl hauptsächlich aus dem selben Grund, warum wir am PC DRAM für den normalen RAM verwenden und nicht den in jeder Hinsicht überlegenem SRAM: die Kosten.

        Für etwas unter 100€ gibt es 32GB DDR5 RAM, bei SRAM würde man wohl nur 2-4GB bekommen (meine Schätzung, wenn ich falsch liege, dann bitte korrigieren). Der neue MRAM wird wohl, zumindest am Anfang, deutlich teurer sein als SRAM. Bei Flash gib es das TB für unter 100€. Wenn du also für eine 1TB SSD nicht mehrere zehntausend Euro bezahlen willst, dann ist Flash die deutlich bessere, weil billigere Wahl. Wobei es sagen muß: eine SSD, die schneller ist, als der RAM, das hätte schon etwas.

        Wie gesagt: ich vermute, dass sich das zuerst im Embeddedbereich breitmachen wird. Da ist es ein massiver Vorteil, wenn man Flash, RAM und CPUZ Cache zusammenlegen kann und die Programme einfach so reinspeichert.
      • Von Pu244 Kokü-Junkie (m/w)
        Ich vermute mal, dass sich das ganze zuerst im Embeddedbereich etablieren wird und dann kann man sich hocharbeiten. So machen es zumindest die anderen Alternativen.

        Zitat von |L1n3
        Versteh ich nicht ... warum sollte das mit SRAM konkurrieren, obwohl es dafür (noch) zu ineffizient und langsam ist, aber kein NAND ersetzen, was aus Prinzip wesentlich langsamer und ineffizienter ist, der Vorteil ist ja dort die persistenz, die dieser Speicher ja ebenso haben soll? hä? Wäre es da nicht der perfekte Ersatz für NAND und könnte irgendwann optional auch SRAM ablösen?
        Wohl hauptsächlich aus dem selben Grund, warum wir am PC DRAM für den normalen RAM verwenden und nicht den in jeder Hinsicht überlegenem SRAM: die Kosten.

        Für etwas unter 100€ gibt es 32GB DDR5 RAM, bei SRAM würde man wohl nur 2-4GB bekommen (meine Schätzung, wenn ich falsch liege, dann bitte korrigieren). Der neue MRAM wird wohl, zumindest am Anfang, deutlich teurer sein als SRAM. Bei Flash gib es das TB für unter 100€. Wenn du also für eine 1TB SSD nicht mehrere zehntausend Euro bezahlen willst, dann ist Flash die deutlich bessere, weil billigere Wahl. Wobei es sagen muß: eine SSD, die schneller ist, als der RAM, das hätte schon etwas.

        Wie gesagt: ich vermute, dass sich das zuerst im Embeddedbereich breitmachen wird. Da ist es ein massiver Vorteil, wenn man Flash, RAM und CPUZ Cache zusammenlegen kann und die Programme einfach so reinspeichert.
      • Von PCGH_Torsten Kokü-Junkie (m/w)
        Flash ist noch wesentlich kompakter als SRAM. Zwar würde man MRAM gerne als Ersatz dafür nehmen, aber er ist über Nischenanwendungen nicht hinausgekommen, weil ihn der große Flächenbedarf schlichtweg zu teuer macht. Für den Einsatz als Cache spricht prinzipiell die extrem hohe Wiederbeschreibbarkeit und es gibt Einsatzszenarien für langsamen, aber nicht-flüchtigen Cache: Damit ausgestattete Prozessoren könnten sich im Prinzip binnen weniger Taktzyklen (~eine Pipeline-Länge) komplett abschalten, wenn nichts zu tun ist, ohne dafür auch nur ein Joule zusätzliche Energie zu verbrauchen. Das ist attraktiv für mobiles, IoT, Raumfahrt und anderen Bereichen, wo beispielsweise ein Controller nur alle paar Sekunden aktiv werden muss oder gar Minuten zwischen Zugriffen vergehen. Prozessoren mit SRAM-Caches müssen die dann jedesmal erst in (seinerseits Strom verbrauchenden) DRAM oder gar Flash kopieren, ehe sie schlafen gehen können.
      • Von |L1n3 Software-Overclocker(in)
        Versteh ich nicht ... warum sollte das mit SRAM konkurrieren, obwohl es dafür (noch) zu ineffizient und langsam ist, aber kein NAND ersetzen, was aus Prinzip wesentlich langsamer und ineffizienter ist, der Vorteil ist ja dort die persistenz, die dieser Speicher ja ebenso haben soll? hä? Wäre es da nicht der perfekte Ersatz für NAND und könnte irgendwann optional auch SRAM ablösen?
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