Speichermarkt unter Spannung: NAND und SSDs geraten unter Druck

7
News Jacqueline Brosch Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen
Speichermarkt unter Spannung: NAND und SSDs geraten unter Druck
Quelle: PCGH

Nach den deutlichen Preissteigerungen bei Arbeitsspeicher mehren sich Anfang 2026 die Hinweise auf eine weitere Zuspitzung am Speichermarkt. Diesmal steht NAND-Flash im Fokus, also die Basis moderner SSDs.

Die Lage am Speichermarkt bleibt angespannt. Bereits bei Arbeitsspeicher hat sich gezeigt, wie schnell sich ein strukturelles Ungleichgewicht in massiven Preissteigerungen niederschlagen kann. Dass DDR5-Speicherkits mit 32 GiByte inzwischen rund 450 Euro kosten, gilt längst nicht mehr als Ausreißer, sondern als neuer Marktstandard. Eine kurzfristige Entspannung ist nicht in Sicht.

Parallel dazu haben sich die Rahmenbedingungen weiter verschärft. Steigende Vertragspreise und eine klare Verhandlungsmacht aufseiten der Hersteller prägen den Markt, weshalb zunehmend davon gesprochen wird, dass die Speicherkrise außer Kontrolle gerät. Diese Dynamik bleibt nicht auf DRAM beschränkt.

NAND im Mittelpunkt

Zunehmend rückt NAND-Flash in den Mittelpunkt. SSDs sind sowohl im Consumer- als auch im Rechenzentrumsumfeld unverzichtbar, gleichzeitig wächst der Bedarf durch KI-Anwendungen weiter an. Während Trainingsphasen bereits enorme Ressourcen binden, steigt mit dem produktiven Einsatz der Modelle auch der Bedarf an dauerhaft verfügbarem, schnellem Massenspeicher. Der Druck auf Enterprise-SSDs nimmt entsprechend zu und wirkt sich auf die gesamte Lieferkette aus.

Dabei deuten Berichte aus dem Marktumfeld darauf hin, dass einzelne Anbieter im Enterprise-Segment ihre Bedingungen deutlich verschärfen. So soll Sandisk bei bestimmten Enterprise-SSDs langfristige Lieferzusagen mit ungewöhnlich strikten Vertragsmodellen verknüpfen und zugleich sehr hohe Preisaufschläge ansetzen, die teils im Bereich einer Verdopplung liegen könnten. Solche Entwicklungen gelten als besonders relevant, da Preisanpassungen im professionellen Umfeld erfahrungsgemäß mit Verzögerung auch den Consumer-Markt erreichen.

Die Muster ähneln dabei jenen aus dem RAM-Markt. Lieferverhandlungen werden offenbar kurzfristiger und intensiver geführt. Dass DRAM-Verhandlungen inzwischen sogar die Auslastung von Businesshotels in Südkorea beeinflussen, gilt vielen Marktbeobachtern als sichtbares Zeichen der angespannten Versorgungslage. Vergleichbare Tendenzen zeichnen sich nun auch im Flash-Segment ab.

Auf der Angebotsseite bleibt der Spielraum begrenzt. Hersteller agieren zurückhaltend beim Kapazitätsausbau und priorisieren margenstarke Produkte. Dieses Vorgehen war bereits bei älteren Standards sichtbar, da DDR4-Speicher zunehmend verknappt wird. Ein ähnlicher Effekt droht nun auch bei NAND für Consumer-SSDs. Ob sich daraus eine eigenständige Speicherkrise bei NAND entwickelt, lässt sich derzeit allerdings nicht abschließend beurteilen.

Was halten Sie von der möglichen Entwicklung? Nutzen Sie die Kommentarfunktion und teilen Sie uns Ihre Meinung mit. Beachten Sie beim Kommentieren bitte die Forenregeln. Folgen Sie uns außerdem für Neuigkeiten in der Hardware-Welt oder unsere exklusiven Inhalte gern auf Whatsapp und X. Unsere Video-Inhalte finden Sie bei Youtube, Instagram und Tiktok.

Quelle: 3DCenter, X [1], [2], [3]

7
    • Kommentare (7)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Amiee7 Schraubenverwechsler(in)
        Zitat von MechUnit
        Immer locker durch die Hose atmen
        Jaa, dann mach das mal, du Komiker 🤣
      • Von Amiee7 Schraubenverwechsler(in)
        Zitat von MechUnit
        Immer locker durch die Hose atmen
        Jaa, dann mach das mal, du Komiker 🤣
      • Von MechUnit Software-Overclocker(in)
        Zitat von Amiee7
        Natürlich steigen die auch...Ich weiß ja nicht was dein Poblem ist, aber klingt als wärst du ziemlich frustriert....

        Wie ich sagte "Im Vergleich", also lern mal richtig lesen....
        Immer locker durch die Hose atmen
      • Von Amiee7 Schraubenverwechsler(in)
        Zitat von MechUnit
        Welch Überraschung... /irony off

        Der Witz ist ja: hast du mal die Ausstattung von Komplettsystemen mit denen vor der Speicherkrise verglichen?
        Natürlich steigen die auch...Ich weiß ja nicht was dein Poblem ist, aber klingt als wärst du ziemlich frustriert....

        Wie ich sagte "Im Vergleich", also lern mal richtig lesen....
      • Von Woopwoop666 Schraubenverwechsler(in)
        Wobei es auch schon etwas länger der Fall ist.
        Aktuell gibt es z.B. keine 4TB pcie 4.0 NVME für unter 340€, zum Blackfriday gab es die noch für teils 240€ zu kaufen.
        Und selbst die 340€ sind nur ein ganz paar Ausnahmen günstiger china ssds der Großteil ist mittlerweile eher bei 370-400+€.
        Bei Geizhals und co sieht man auch wie pro 4tb nvme immer nur noch unter einer Hand voll Händlern diese überhaupt auf Lager haben.

        Bei kleineren Größen ist es glaube ich noch nicht ganz so extrem.
      • Von PCGH_Torsten Kokü-Junkie (m/w)
        Preis-Leistung bei den Komplettsystemen ist auch seit Monaten am Fallen. Die Akteure auf diesem Markt sind halt nur viel größer und die Vertragszeiträume länger, deswegen läuft das etwas langsamer als im Retailmarkt, wo kleine Anbieter, Abnehmer und Just-in-Time-Lieferung direkt mit dem Rücken zur Wand standen (und stehen). Derzeit sieht es auch nicht danach aus als würde die KI-Blase platzen, bevor die Komplettsystempreise richtig durch die Decke gegangen sind.
      Direkt zum Diskussionsende
  • Print / Abo
    Apps
    PCGH Magazin 08/2026 PC Games 08/2026 play5 08/2026 N-Zone 08/2026 Linux Magazin 08/2026 LinuxUser 08/2026 Raspberry Pi Geek 09/2026
    PC Games Hardware PC Games Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk