GDDR6: Micron sucht sich drei Partner, um Verbreitung zu erhöhen

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GDDR6: Micron sucht sich drei Partner um Verbreitung zu erhöhen
Quelle: Micron

GDDR 6 dürfte im Laufe des Jahres ein Thema werden. Bemusterungen und Fertigungen haben bereits begonnen und sollen nun Fahrt aufnehmen. Micron nimmt das Thema besonders ernst und hat sich nun drei Partner gesucht, um GDDR6 weiter zu verbreiten als nur auf Grafikkarten.

GDDR6 nimmt so langsam Fahrt auf und positioniert sich als kostengünstigere Alternative zu HBM2. In den vergangenen Wochen und Monaten gab es immer wieder Berichte darüber, dass die ersten Anbieter Chips im Umlauf haben und Grafikchip-Hersteller bemusterten - vor allem Samsung, Micron und SK Hynix.

Micron hat nun eine Zusammenarbeit mit Rambus angekündigt, um das eigentlich wirklich wichtige Ziel mit der neuen Ausbaustufe zu erreichen. Man will nämlich nicht nur auf Grafikkarten vertreten sein, sondern in der gesamten Branche Fuß fassen. Das versuchte man schon zu GDDR5-Zeiten, jedoch mit wenig Erfolg. Bei GDDR6 soll es nun aber klappen und dafür ist man bereit, mehr Druck zu machen. Im Falle von Micron sieht das so aus, dass man deutlich organisierter an die Bereitstellung von GDDR6 herangehen will und sich mehrere Partner gesucht hat. Am bekanntesten ist Rambus, aber auch Northwest Logic und Avery Design sind an Bord. So soll ein komplettes Ökosystem für potenzielle Kunden geschnürt werden, damit es Designern einfacher fällt, Produkte mit GDDR6 zu realisieren.

Konkret bedeutet das, dass Micron nicht nur den Speicher an und für sich stellt, sondern mit seinen Partnern unter anderem auch Speichercontroller liefern kann, sodass sich der Designer nicht selbst darum kümmern muss. Hier hat Micron das größte Problem bei GDDR 5 erkannt - den potenziellen Kunden war es einfach zu kompliziert, den Speicher einzusetzen. Folglich blieb es bei Grafikkartenanwendungen, denn AMD und Nvidia sind zum einen auf die hohen Bandbreiten angewiesen und haben zum anderen einfacheres Spiel mit dem notwendigen Speichercontroller.

Dieses Problem soll mit dem namenlosen Zusammenschluss gelöst werden, das von den Medien bereits als GDDR6 IP Group getauft wurde. Micron liefert den Speicher, der Controller kommt von Northwest Logic und Rambus stellt den Physical Layer. Avery Design bietet Validierungswerkzeuge an. Das hat den Nachteil, eben auch weil es keine feste Anlaufstelle gibt, dass die Kunden zu vier Unternehmen gehen müssen, um ein Komplettpaket zu bekommen. Einfacher wäre es für Kunden gewesen, ein Komplettpaket bei einem GDDR6-Unternehmen zu bestellen, an dem die Mitstreiter beteiligt sind. Hat man aber alles zusammen, dürfte der Einsatz von GDDR 6 einfacher werden.

Stellt sich am Ende natürlich die Frage, wer solche Kunden sein könnten. Interessant ist vor allem der Bereich Automotive und der Bereich Networking. In beiden nehmen Datenmengen rasant zu und müssen immer schneller verarbeitet werden. In Umgebungen wie zum Beispiel High-Performance-Networking könnte GDDR6 DDR4 ausstechen, weil es höhere Bandbreite, geringere Latenzen, geringere Leistungsaufnahme und grundlegend weniger Teile benötigt. Das sind Argumente, die ziehen könnten, da gerade Energieverbrauch in solchen Szenarien ebenfalls ein großes Thema ist.

Während die Massenfertigung von GDDR6 bei Micron dieses Quartal starten soll, könnte das komplettere Angebot dazu führen, dass die Speicherchips häufiger als nur auf Grafikkarten zu sehen sein werden. Da wird man ohnehin vom derzeit noch teureren HBM2 bedrängt. Ob GDDR6 sich in anderen Bereichen als durchsetzen kann, wird die Zeit zeigen. Ob sich Samsung, bei GDDR6 der zweite wichtige Marktteilnehmer, irgendwann anschließt, ist unklar. SK Hynix wird sich weiter auf HBM2 konzentrieren, hat aber auch GDDR6 im Portfolio.

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    • Kommentare (5)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Zocker_Boy BIOS-Overclocker(in)
        AW: GDDR6: Micron sucht sich drei Partner, um Verbreitung zu erhöhen

        Ich will lieber wieder billigeren Speicher.
        Egal ob RAM oder Grafikkarten, was der momentan kostet, ist ja abartig
      • Von Zocker_Boy BIOS-Overclocker(in)
        AW: GDDR6: Micron sucht sich drei Partner, um Verbreitung zu erhöhen

        Ich will lieber wieder billigeren Speicher.
        Egal ob RAM oder Grafikkarten, was der momentan kostet, ist ja abartig
      • Von Ocmaster Freizeitschrauber(in)
        AW: GDDR6: Micron sucht sich drei Partner, um Verbreitung zu erhöhen

        ich will lieber HBM 3 speicher von AMD
      • Von bastian123f BIOS-Overclocker(in)
        AW: GDDR6: Micron sucht sich drei Partner, um Verbreitung zu erhöhen

        Da bin ich ja mal gespannt, ob sie GDDR6 so weit durchsetzt.
        Sicher werden wir es bestimmt in der nächsten Generation von Nvidia sehen. Aber auch außerhalb von Grafikkarten fände ich es sehr interessant, wie im Artikel beschrieben.
      • Von FrozenPie Lötkolbengott/-göttin
        AW: GDDR6: Micron sucht sich drei Partner, um Verbreitung zu erhöhen

        Zitat von Schori
        Wieso arbeiten eigentlich CPU's nicht mit GDDR RAM? Hat doch erhebliche Vorteile zu konventionellen DDR RAM.
        Bzw. auf den Konsolen wird doch genau das gemacht, oder?
        Hat was mit der Granularität/Latenz der Datenzugriffe zu tun. Eine CPU fordert eher kleine, dafür aber viele Daten an, während es bei GPUs genau andersrum ist (Wenige Daten, dafür aber Größere). GDDR hätte unter dem Strich mehr Nachteile beim Einsatz einer CPU bzw. DDR mehr Nachteile bei einer GPU, weshalb es überhaupt erst zu diesen beiden "spezialisierteren" Speichertypen kam

        Für dein Konsolenbeispiel: Eine Konsole soll nicht wirklich Multi-Purpose-Fähig sein. Die soll Spiele und ein paar andere Sachen machen, auf die man aber optimieren kann. Sie muss aber nicht solche Dinge wie Datenbankanalysen (massives I/O), etc. betreiben.
      • Von Schori Volt-Modder(in)
        AW: GDDR6: Micron sucht sich drei Partner, um Verbreitung zu erhöhen

        Wieso arbeiten eigentlich CPU's nicht mit GDDR RAM? Hat doch erhebliche Vorteile zu konventionellen DDR RAM.
        Bzw. auf den Konsolen wird doch genau das gemacht, oder?
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