Fake-RAM: Gefälschte DIMMs nutzen identische PCBs und Heatspreader
Zur Computex beschäftigen auch RAM-Produktfälschungen manche Branchenvertreter, die laut einem Bericht hierzu ein paar Einblicke gegeben haben.
Manche RAM-Hersteller haben offenbar verstärkt mit ziemlich genauen Kopien ihrer Produkte zu kämpfen, denn auf der Computex 2026 erklärten laut einem Bericht Branchenvertreter, dass gefälschte Speichermodule mit G.Skill- und V-Color-Logos auf Marktplätzen in China aufgetaucht sind. Dass Problem soll sogar so weit verbreitet sein, dass V-Color bei bestimmten Kunden einen Umsatzrückgang verzeichnet habe.
Gefälschte Speichermodule sind generell nichts Neues, doch in diesem Fall sollen die gefälschten DIMMs Leiterplatten (PCBs) verwenden, die mit denen von G.Skill und V-Color identisch sind, was eine frühzeitige Erkennung der gefälschten Produkte erschwert. "Wir haben Kunden, die uns berichten, dass einige chinesische Hersteller Kopien unserer Produkte sowie von Produkten anderer Marken herstellen und diese zu niedrigeren Preisen als wir verkaufen", erklärte ein Sprecher von V-Color gegenüber der Webseite Tom's Hardware. "Wir wissen nicht wirklich, wie sie das machen. Die Leiterplatte sieht genauso aus, sogar der Kühlkörper sieht identisch aus."
Angesichts der aktuellen Situation bei den Speicherpreisen sind gefälschte Speichermodule demnach zu einem wachsenden Problem auf asiatischen Online-Marktplätzen geworden, insbesondere im Graumarkt und im Gebrauchtwarenhandel. Zuletzt gab es auch Berichte über gefälschte DDR5-Module, die "Dummy-Chips" aus Kunststoff oder Glasfaser sowie falsche Etiketten enthielten und als Produkte bekannter Marken gekennzeichnet waren. V-Color hat Ähnliches aber wohlgemerkt auch selbst im Angebot.
Der hiesige Fall soll sich jedoch dahingehend davon unterscheiden, da die gefälschten Speichermodule Leiterplatten verwenden, die mit denen von G.Skill und V-Color identisch sein sollen. Zudem sollen sie dieselben Kühlkörper sowie gegebenenfalls komplexe RGB-Beleuchtung nutzen, was die Unterscheidung zwischen echten und gefälschten Produkten besonders schwierig macht.
G.Skill: Problem mit gefälschtem RAM gab es schon immer
Die Entwicklung einer Leiterplatte für High-End-Module koste dem Bericht nach zwar Zeit und Geld, doch die Herstellung sei relativ einfach, da Hersteller von DIMMs weder komplexe Leiterplatten noch allzu aufwendige Anlagen verwenden, heißt es. Abseits dessen sei es schwierig, Chips von DRAM-Herstellern oder -Händlern zu beschaffen, um gefälschte Speichermodule herzustellen - sofern dies angesichts der Marktlage überhaupt noch ohne Weiteres möglich ist.
Obendrein gilt die Qualitätskontrolle auf Chip- und Modulebene als relativ kostspielig, und diese beiden Faktoren seien die wichtigsten Wertsteigerer bei Speichermodulen der Enthusiastenklasse, so der Bericht. Dennoch wäre die Fälschung von High-End-Speichermodulen vergleichsweise einfach und könnte ein profitables Geschäft sein, besonders wenn die Täter Zugang zu gebrauchten Speicherchips haben.
Zu den verwendeten Chips in den gefälschten Modulen konnte ein V-Color-Vertreter indes aber keine Angaben machen. "Wir wissen es nicht, da wir keine dieser Module in den Händen hatten", so der Sprecher. "Wir verwenden ausschließlich Speicher von SK hynix, daher können wir nicht sagen, welche Chips sie verwenden. Wir haben keine Rücksendungen im Zusammenhang damit erhalten. Andere Marken haben möglicherweise Rücksendungen erhalten und konnten die Produkte untersuchen, vielleicht weil die Speicherchips unterschiedlich waren."
Ein Vertreter von G.Skill bestätigte dem Bericht nach zwar ebenfalls, dass auf chinesischen Marktplätzen gefälschte G.Skill-Speichermodule verkauft werden, sagte jedoch, dass dieses Problem schon immer bestanden habe. Daher sollten Nutzer insbesondere ihre High-End-Speicherriegel bei offiziellen Partnern und Wiederverkäufern kaufen, um das Problem zu umgehen.
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Quelle: Tom's Hardware

CPUs, RAM (lange schon seit den 80er Jahren), GPUs, SSDs usw.. Erschrekender Trend wenn man sich Neuware oder Gebrauchtware kaufen möchte. Selbst bei Neuware ist es als Laie kaum erkennbar, ob es auch das richtige Produkt ist.