AMD EXPO Ultra Low Latency: DDR5-Speicher bis zu 80 % teurer

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AMD EXPO Ultra Low Latency: DDR5-Speicher bis zu 80 % teurer
Quelle: G.Skill

G.Skills erste DDR5-Speicherkits mit AMD EXPO Ultra Low Latency sind im US-Handel gelistet und kosten laut Tom's Hardware bis zu 79 Prozent mehr als reguläre EXPO-Module. Das Preisversprechen von AMD hält damit nicht.

Erst Anfang Juni hatte AMD im Rahmen der Computex 2026 in Taipeh betont, dass die neuen DDR5-Speicherkits mit AMD EXPO Ultra Low Latency die potenziellen Käufer praktisch nichts extra kosten wird, schließlich handle es sich technisch nur um zusätzliche Sekundär-Timings und Feinabstimmungen. Doch weit gefehlt.

AMD EXPO Ultra Low Latency: Preisversprechen hält nicht

Zu den neuen Trident Z5 NeoX von G.Skill liegen jetzt die erste Listungen aus dem US-Einzelhandel vor, und diese weichen deutlich von dem vom Hersteller gegebenen "Preisversprechen" ab. Wer ohnehin ein DDR5-6000-Speicherkit für sein System mit Sockel AM5 ("LGA1718") sucht, sollte vor dem Kauf eines ULL-Speicherkits genau nachrechnen: Die DDR5-Preise in Deutschland liegen bereits ohne ULL-Profile in Reichweite des absoluten Rekordniveaus. Der Aufpreis beträgt 400 Prozent+.

Erste Preise: Bis zu 79 Prozent teurer als Standard-EXPO

Das Speicherkit mit DDR5-6000 und CL28 kostet bei Newegg in der USA aktuell 999,99 US-Dollar und damit 79 Prozent mehr als das technisch nahezu identische Trident Z5 Neo für 559,99 US-Dollar. Bei einer CAS-Latenz von 26 Taktzyklen (CL26) verlangt der Shop sogar 1.099,99 US-Dollar, und damit etwa 57 Prozent mehr als die 699,99 US-Dollar des Standard-Pendants ohne AMDs EXPO Ultra Low Latency.

G.Skill Trident Z5 NeoX (3) Quelle: Newegg Etwas moderater fällt einzig der Aufpreis bei den langsameren Profilen aus: Das Speicherkit mit CL30 kostet mit 619,99 statt 549,99 US-Dollar rund 13 Prozent mehr, beim der Variante mit CL36 sind es 9 Prozent, oder 549,99 statt 499,99 US-Dollar.

  Trident Z5 NeoX RGB
(AMD EXPO Ultra Low Profile)
Trident Z5 Neo RGB
(AMD EXPO)
Aufpreis
32 GiB DDR5-6000 CL26 1.099,99 US-Dollar 699,99 US-Dollar + 57 %
32 GiB DDR5-6000 CL28 999,99 US-Dollar 559,99 US-Dollar + 79 %
32 GiB DDR5-6000 CL30 619,99 US-Dollar 549,99 US-Dollar + 13 %
32 GiB DDR5-6000 CL36 549,99 US-Dollar 499,99 US-Dollar + 9 %

Newegg listet das gesamte Sortiment der Trident Z5 NeoX bislang als einziger Händler, während Tom's Hardware die komplette Preistabelle ausgewertet hat. Der höchste Aufschlag wird damit exakt dort fällig, wo EXPO Ultra Low Latency den größten Effekt verspricht, bei den schärfsten Speicher-Timings.

Warum die ULL-Speicherkits teurer sind: Besseres Binning?

Der Hauptgrund liegt laut den Speicherherstellern in der aufwendigeren Selektion der DRAM-Chips, dem sogenannten "Binning": G.Skill muss für EXPO Ultra Low Latency entsprechende Speichermodule und Speicherbausteine ("ICs") finden, welche die schärfere Sub-Timings auch bei niedrigerer Spannung stabil halten können.

G.Skill Trident Z5 NeoX (1) Quelle: Newegg G.Skill Trident Z5 NeoX (2) Quelle: Newegg

Die neue NeoX-Serie läuft mit Ausnahme der Variante mit CL26 mit 1,35 Volt, die Standard-Serie Trident Z5 Neo benötigt hingegen je nach CAS-Latenz mit 1,40 oder 1,45 Volt an Speicherspannung ("VDIMM"). Auffälligstes Detail ist der tRAS-Wert, welcher bei der NeoX-Serie um bis zu 67 Prozent niedriger ausfällt als bei den regulären Neo-Speicherkits des taiwanesischen Speicherherstellers.

Der tRAS-Wert bestimmt, wie viele Taktzyklen vergehen müssen, bevor der Speichercontroller eine geöffnete Speicherzeile wieder schließen darf. DDR5 arbeitet mit zwei unabhängigen 32-Bit-Subchannels und doppelter Burst-Länge gegenüber DDR4, wodurch die Speicherzeilen länger geöffnet bleiben und tRAS-Werte dementsprechend höher ausfallen.

EXPO Ultra Low Latency drückt diesen Wert zurück auf ein Niveau, das an schnelle DDR4-Module erinnert. Diese aufwendigere Selektion verursacht laut Tom's Hardware den höheren Fertigungsaufwand, der sich im Endpreis niederschlägt. Mehr zu den technischen Grundlagen liefert der PCGH-Hintergrundartikel zu EXPO 1.2.

Preisversprechen vs. Marktrealität

AMDs eigene Aussage von Anfang Juni, ULL-Speicherkits sollten praktisch zu denselben Preisen wie aktuelle DDR5-Module mit regulärem EXPO erscheinen, hält der ersten Marktrealität nicht stand. Tom's Hardware hat für die erste Analyse bewusst die vergleichbare Serien Trident Z5 Neo und NeoX herangezogen, um einen entsprechend fairen Vergleich zu gewährleisten.

Bislang stammen die Zahlen von einem einzigen Hersteller und einem einzigen Händler, validierte ULL-Kits kündigen aber auch Kingston, KLEVV, Lexar, Team Group, V-Color, ADATA XPG und Origin Code an. Ob diese Anbieter moderater kalkulieren, zeigt sich erst mit weiteren Listungen. Die erste Stichprobe spricht gegen das Preisversprechen.

Verfügbarkeit in Deutschland: ULL-Kits noch nicht gelistet

Im PCGH-Preisvergleich taucht die Trident Z5 NeoX bislang gar nicht auf, ein deutscher Verkaufsstart steht noch aus. Hierzulande kosten reguläre 32-GiB-Kits mit DDR5-6000 CL30 derzeit bereits 440 bis 460 Euro, ein Plus von 419 Prozent seit Juli 2025. Setzt sich das US-Preismuster fort, dürften deutsche ULL-Kits mit CL26 oder CL28 die 700-Euro-Marke überschreiten, sobald sie hier gelistet werden.

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Quelle: Newegg via Tom's Hardware

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    • Kommentare (9)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von PCGH_Dave Lötkolbengott/-göttin
        Zitat von Cleriker
        Wird es Vergleiche geben in denen du den LL-Kits auf den zahn fühlst und di eines schnappst und schaust was du mit wenigen Handgriffen noch weiter herausholen kannst?
        Wir planen auf jeden Fall Inhalte dazu, ja. Die ersten Beobachtungen dazu erscheinen sogar schon recht bald.
      • Von PCGH_Dave Lötkolbengott/-göttin
        Zitat von Cleriker
        Wird es Vergleiche geben in denen du den LL-Kits auf den zahn fühlst und di eines schnappst und schaust was du mit wenigen Handgriffen noch weiter herausholen kannst?
        Wir planen auf jeden Fall Inhalte dazu, ja. Die ersten Beobachtungen dazu erscheinen sogar schon recht bald.
      • Von DrXen Freizeitschrauber(in)
        Naja, fast jeder 8.000MT/s+ Ram schafft bei 6.000 CL26.. somit dürfte es auch andersherum funktionieren, was den Preis erklärt.
      • Von Cleriker Kokü-Junkie (m/w)
        Alles gut, das darfst du ruhig so sehen. ich hab halt wirklich Spaß an dem was ich beruflich mache. Wenn du zuhause sitzt und optimierst, nachdem du es beruflich auch getan hast, ist das fast das Gleiche, nur unbezahlt.
        Das was ich beruflich machen kann ist ja eines meiner Hobbys und dafür bezahlt zu werden ist schon cool, finde ich.

        Wird es Vergleiche geben in denen du den LL-Kits auf den zahn fühlst und di eines schnappst und schaust was du mit wenigen Handgriffen noch weiter herausholen kannst?
      • Von Zik7 BIOS-Overclocker(in)
        Warum wundert man sich über die hohen Preise ? Der RAM wird doch aus den gleichen nicht mehr vorhandenen Kapazitäten produziert. Warum sollte der "billig" verkauft werden ?
      • Von PCGH_Dave Lötkolbengott/-göttin
        Zitat von Cleriker
        letzten beiden CPUs gekauft und teilweise erst sechs Wochen später eingebaut hab
        Naja, kann ich jetzt auch sagen, was ist davon zu halten? Du hast ja praktisch gar keine Zeit. Das finde ich dann nicht normal. Wer nur arbeitet, lebt ja gar nicht mehr Müssen wir hier aber auch nicht ausführen, das wird sonst OT --> PN

        Ansonsten: Ich spreche explizit nicht von wochenlangem RAM-Tuning, sondern von fertigen Presets aus der OC-Community, die man einfach anwenden kann und nur einmal auf Stabilität testen muss. Ist dann eben das "lasche" Preset, aber das ist trotzdem um einiges flotter als alle "OC"/ULL-Kits auf dem Markt.
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