Samsung, SK Hynix und Micron verklagt: Gab es Preisabsprachen in der Speicherkrise
In den USA läuft eine Sammelklage gegen Samsung, SK Hynix und Micron. Der Vorwurf: Die Speicherhersteller sollen DRAM künstlich verknappt und so RAM-Preise nach oben getrieben haben.
Die hohen Speicherpreise bekommen ein juristisches Nachspiel: In den USA sehen sich Samsung, SK Hynix und Micron mit einer Sammelklage konfrontiert. Der Vorwurf wiegt schwer, ist aber bislang nicht bewiesen: Die drei großen Speicherhersteller sollen die Versorgung mit klassischem DRAM künstlich verknappt und dadurch steigende Preise begünstigt haben. Die Klage wird laut Law360 durch Verbraucher und Geschäftskunden bemüht, die Produkte mit DRAM gekauft haben.
Konkret geht es um den Vorwurf, Samsung, SK Hynix und Micron hätten die Produktion beziehungsweise Verfügbarkeit von konventionellem DRAM reduziert, während Kapazitäten stärker in Richtung HBM verschoben wurden. HBM, also High Bandwidth Memory, wird vor allem bei KI-Beschleunigern und Datacenter-Hardware eingesetzt. Die Kläger behaupten, dass dadurch unter anderem Speicherangebote eingeschränkt worden seien, während die Preise für Arbeitsspeicher deutlich anzogen.
Vorwurf: künstliche Knappheit statt Wettbewerb
Nach Darstellung der Klage kontrollieren die drei Unternehmen einen Großteil des weltweiten DRAM-Marktes. Das legen auch verschiedene Marktstudien nahe, die den "großen Drei" rund 90 Prozent Marktanteil zugestehen - je nach Quelle rund ein Drittel für Samsung und SK Hynix und rund ein Viertel für Micron. Der Rest entfällt auf kleine Anbieter wie Nanya, Winbond, CXMT und Co.
Ein zentraler Punkt der Argumentation lautet, dass in einem funktionierenden Wettbewerb mindestens ein Anbieter die steigenden Preise hätte nutzen können, um mehr Ware auf den Markt zu bringen und Kunden zu gewinnen. Die Kläger behaupten stattdessen, dass alle drei Hersteller parallel Kapazitäten verlagert und konventionellen DRAM verknappt hätten.
Die Vorwürfe beziehen sich auf Entwicklungen seit 2022. In der Klage werde unter anderem argumentiert, dass die Preise binnen vier Jahren um rund 700 Prozent gestiegen seien. Diese Zahl ist Teil der Klägerdarstellung und bislang keine gerichtliche Feststellung. Die beklagten Unternehmen müssen sich nun im Verfahren äußern; ob die Vorwürfe vor Gericht Bestand haben, ist offen.
Crucial Pro Overclocking UDIMM 32GB Kit, DDR5-6000, CL36-38-38-80
Klar ist, dass die DRAM-Hersteller recht zügig auf margenträchtige Produkte umgestellt haben, die im Moment speziell der KI-Markt anfragt. Da alle drei Unternehmen börsennotiert sind, handeln sie so auch im Interesse der Investoren, auch wenn dabei der Retailmarkt zunächst auf der Strecke bleibt.
Für PC-Spieler ist der Fall offensichtlich, weil die RAM-Krise längst im Handel angekommen ist. PCGH hatte zuletzt gezeigt, dass beliebte DDR5-Kits mit 32 GiByte DDR5-6000 CL30 im Mai 2026 teils im Bereich von 400 bis 450 Euro lagen, während ein 64-GiByte-Kit auf hohem Niveau notierte. Auch DDR4 ist betroffen: Ein 32-GiByte-Kit DDR4-3200 CL16 kostete laut PCGH-Preisüberblick knapp 200 Euro, nachdem es ein Jahr zuvor noch deutlich günstiger gewesen ist.
Preisabsprachen im DRAM-Markt kein Novum
Die aktuelle Klage verweist auch auf die Vergangenheit des DRAM-Marktes: Das US-Justizministerium hatte 2005 mitgeteilt, dass Samsung einer Zahlung von 300 Millionen US-Dollar im Zusammenhang mit DRAM-Preisabsprachen zugestimmt hatte; Hynix hatte zuvor eine Strafe von 185 Millionen US-Dollar akzeptiert. Die jüngste Klage antizipiert, dass es unter den großen Spielern erneut zu Absprachen gekommen sein könnte.
Die Kläger beabsichtigen, darzulegen, dass die Hersteller durch parallele Produktionskürzungen und die Verlagerung hin zu HBM den Markt für klassischen DRAM belastet haben. Samsung, SK Hynix und Micron können diese Vorwürfe im Verfahren bestreiten. Während man den Ausgang sicher mit Spannung erwarten darf, dürfte der Rechtsstreit kaum zu einer schnellen Entspannung der Gesamtlage beitragen.
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Quellen: Law360, US-Justizministerium, Counterpoint


Viele GPUs im unteren Preisbereich sind noch lagernd, deswegen gibt es noch im unteren Bereich die niedrigen Preise.
Es gibt auch viel mehr GDDR6 in verschiedenen Lagern, weil er schon viele Jahre produziert wird, GDDR7 ist relativ neu.
Und deswegen hat AMD aktuell noch die guten Preise bei GPUs, weil die alte Bestände von GDDR6 nutzen.
Microsoft ist der RAM ausgegangen und Sony hat noch Verträge gemacht bevor der RAM ganz teuer war, aber beide haben den Preis schon erhöht. Nintendo macht es genau so.
Willst du nun die 3 verklagen, weil sie wegen dem RAM alle teurer geworden sind? Stecken die vielleicht auch hinter der Decke?
Sorry, aber das ist mir zu billig, vor allem da börsennotierte Unterhmen in so einigen Bereichen gezwungen sind sich öffentlich zu äußern.
Dir ebenfalls eine gute Nacht.
Aber ist okay, wenn Du die Priorisierung von beiden auf den Margenträchtigen KI-Beschleunigermarkt nicht sehen möchtest. (Und das bei nach wie vor begrenzten Waferflächen. 1 und 1 zusammenzählen.)
Ich sehe die margenträchtige Umstellung auf KI Beschleuniger, ich sehe die margenträchtige Umstellung von Arbeitsspeicher wegen KI.
Das ist aber nicht die Ausgangslage - es riecht für mich nach Absprache zwischen den Speicherhersteller, beweisen kann ich es nicht und es wäre nicht das erste mal in der Geschichte, das es kartellrechtliche Absprachen gegeben hätte.
Das ist die gesamte Aussage, warum Du mich jetzt zu einer Meinungsänderung bewegen möchtest, entzieht sich mir. Meine Meinung werde ich nicht ändern, es sei denn Du gibst mir fundierte Grundlagen.
Deine Meinung, die Welt des Kapitals hat eine reine Weste, möchte ich Dir nicht streitig machen, daher guten Abend & gute Nacht.