8-GiByte-Grafikkarten vs. Pragmata: Die Bildrate wird gerettet, die Bildqualität geopfert

Seit dem ersten Spiel, das mit 8 GiByte VRAM Probleme bereitete, sind viele Jahre vergangen. Wir haben uns daran gewöhnt. Pragmata führt uns nun besonders deutlich vor Augen, dass das Festhalten an dieser Kapazität keinen Sinn ergibt - PCGH zeigt die "versteckten" Sparmaßnahmen.

45
Test Raffael Vötter Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen 53,99 €
8-GiByte-Grafikkarten vs. Pragmata: Die Bildrate wird gerettet, die Bildqualität geopfert
Quelle: PC Games Hardware

Erinnern Sie sich an Dragon's Dogma 2? Dabei handelt es sich um das erste Open-World-Spiel auf Basis der RE-Engine. Capcoms Grafikmotor erzielt ein tolles Verhältnis aus Anspruch und Ergebnis, sofern der VRAM ausreicht. Tut er das nicht, werden Maßnahmen ergriffen: Wie alle modernen Spiele reduziert Dragon's Dogma 2 eigenmächtig die Qualität der Umgebung. Das ein normales Verhalten, die Bildrate wird auf Kosten der Bildqualität gerettet. In den allermeisten Spielen betrifft das die Oberflächenqualität, die Streaming-Systeme stellen bei Speichermangel Texturen nicht mit voller Qualität dar. Dragon's Dogma 2 ging schon damals einen Schritt weiter: Genügt der lokale Grafikspeicher nicht, wird auch das Level of Detail (LoD) von Objekten reduziert. Dies erfolgt eigenmächtig, obwohl maximale Details eingestellt sind. Dass diese Beobachtung mit dem VRAM zusammenhängt, fanden wir durch gezielte Tests von Grafikkarten mit unterschiedlicher Kapazität heraus (siehe Artikel). Fortan galt, dass Grafikkarten mit wenig VRAM nicht nur Ruckeln und Texturmatsch zeigen, sondern mitunter auch weniger Polygone.

Empfohlener redaktioneller Inhalt [EMBED_URL] An dieser Stelle finden Sie externe Inhalte von [PLATTFORM]. Zum Schutz Ihrer persönlichen Daten werden externe Einbindungen erst angezeigt, wenn Sie dies durch Klick auf "Alle externen Inhalte laden" bestätigen: Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit werden personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.
Externe Inhalte Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Pragmata vs. VRAM: Es ist kompliziert

Pragmata (XXL-Tech-Test) verfährt genauso. Das Spiel erlaubt zwar das Aktivieren aller Details mit 6 und 8 GiByte Grafikspeicher, stellt diese aber nicht immer dar. Der Gradmesser dafür ist die VRAM-Füllstandsanzeige im Grafikmenü: Wird diese gelb, ist mit Nachladerucklern und stärkerem LoD-Pop-in zu rechnen. Färbt sich die Anzeige gar rot, warnt Pragmata explizit, dass "Serious bugs" (ernsthafte Probleme) auftreten können. Diese gibt es laut unseren Beobachtungen zuhauf: Ist der VRAM im tiefroten Bereich, wird das Level of Detail nicht nur von Texturen dauerhaft reduziert, sondern auch die Objektqualität. Wir haben dazu einige Beweisbilder angefertigt, außerdem erläutern wir das Thema im oben eingebetteten Video (Timestamp 16:58 bei Youtube).

Füllstandsanzeigen in Spielen werden oft belächelt, da sie selten genau sind. Pragmata bzw. die RE-Engine im Speziellen nimmt es jedoch genau und ergreift Maßnahmen, um die Bildrate zu retten. Dieser Ansatz verhindert zwar Ruckeln, führt jedoch zur falschen Annahme, der VRAM reiche aus. Ferner ist das Szenario denkbar, bei dem Spieler die Raumstation von Pragmata erkunden und den Hype um die gute Grafik nicht nachvollziehen können - weil das Streaming-System die Hälfte der Feinheiten und Beleuchtung wegrationalisiert.

Problematisch ist, dass die Übergänge fließend sind. Man kann nicht pauschal sagen, dass Grafikkarte X bei Einstellung Y Detailverlust erleiden wird. Die Symptome hängen nicht nur von der Menge des Grafikspeichers ab, sondern auch davon, wie der jeweilige Hersteller (AMD, Intel, Nvidia) damit haushaltet. Besonders wichtig sind selbstverständlich die Einstellungen: Höhere Auflösungen und Details, darunter Texturen, Ray- oder Pathtracing sowie Frame Generation erhöhen den Speicherbedarf. Je nach Einstellungs-Grafikkarten-Kombination sind die Auswirkungen mild bis verheerend. Eine 6-GiByte-Grafikkarte wie die Geforce RTX 2060 stellt laut unseren Beobachtungen niemals alle Details dar, selbst mit Rasterizing nicht. Eine Geforce RTX 3080, mit 10 GiByte bestückt, gerät erst mit sehr anspruchsvollen Einstellungen in die Speicher-Bredouille. Wir haben daher alle Grafikkarten mit Mangelsymptomen in unseren Benchmarks markiert (im Folgenden einzeln dargestellt).

Diese Beobachtungen schmerzen in Zeiten horrender Speicherpreise, welche auch Grafikkarten betreffen, besonders - umso wichtiger ist Aufklärung. Um dem Problem aus dem Weg zu gehen, empfehlen wir mindestens 12 GiByte VRAM. Diese Kapazität genügt für die meisten Szenarien in Pragmata. Wer Pathtracing und (Multi) Frame Generation nutzen möchte, ist mit 16 GiByte optimal aufgestellt. Falls Sie keinen Goldesel zu Hause haben: Selbst eine Geforce RTX 3060 12GB und Radeon RX 6700 XT sind der Aufgabe gewachsen - die millionenfach verkauften 8-GiByte-Grafikkarten jedoch nicht. Es gibt übrigens noch eine Lösung, welche wir im folgenden Video erläutern:

Empfohlener redaktioneller Inhalt [EMBED_URL] An dieser Stelle finden Sie externe Inhalte von [PLATTFORM]. Zum Schutz Ihrer persönlichen Daten werden externe Einbindungen erst angezeigt, wenn Sie dies durch Klick auf "Alle externen Inhalte laden" bestätigen: Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit werden personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.
Externe Inhalte Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Was meinen Sie: Wird es Zeit, endgültig Abschied von 8-GiByte-Grafikkarten zu nehmen, oder sollte besser optimiert werden? Teilen Sie diesen Artikel mit der Welt und lassen Sie uns gerne wissen, was Sie denken! Beachten Sie beim Kommentieren aber bitte die Forenregeln. Folgen Sie uns außerdem für Neuigkeiten in der Hardware-Welt oder unsere exklusiven Inhalte gerne auf Whatsapp und X. Unsere Video-Inhalte (oftmals gewürzt mit einer Prise Humor) finden Sie bei Youtube, Instagram und Tiktok.

45
    • Kommentare (45)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von EM_EN Software-Overclocker(in)
        Zitat von PCGH_Raff
        Für Rasterizing in Full HD reicht's noch (siehe Benchmarks im Artikel).

        MfG
        Raff
        Ich weiß doch, aber da ich die Plattform nun mal da habe, wollte ich das gerne selbst testen. Muss bloß noch die Zeit finden, dafür einen Beitrag aufzumachen. Obwohl meine Erfahrung sagt, das dies wenig Resonanz haben könnte, na mal sehen.
      • Von EM_EN Software-Overclocker(in)
        Zitat von PCGH_Raff
        Für Rasterizing in Full HD reicht's noch (siehe Benchmarks im Artikel).

        MfG
        Raff
        Ich weiß doch, aber da ich die Plattform nun mal da habe, wollte ich das gerne selbst testen. Muss bloß noch die Zeit finden, dafür einen Beitrag aufzumachen. Obwohl meine Erfahrung sagt, das dies wenig Resonanz haben könnte, na mal sehen.
      • Von PCGH_Raff Kokü-Junkie (m/w)
        Zitat von N3xtrem86
        Aber Hand aufs Herz:
        8GB GPUs sind tot gerittene Pferde, sobald man bisschen was fürs Auge haben oder nicht ständig mit Settings basteln will.
        12/16GB in FHD/WQHD sollten das schon mindestens sein.
        Die Rohleistung passt eigentlich schon seit Jahren auch für aktuelle Games.
        Wie absurd das ganze werden kann, sieht man gut an vergleichen einer RTX 3060 12GB VS RTX 3070 8GB
        Die eigentlich schwächere GPU umrundet die stärkere im VRAM Limit, hat bessere Frametimes, weniger Ruckler, weniger Matsch in Texturen usw.
        Das wird übrigens immer noch breitflächig kleingeredet. Vor allem die Tatsache, dass man mit 8 GiB ständig Detailverlust erleidet, den man mit 10 und 12 GiB in der Form nicht hat. Ich vermute, das ist ein bewusstes Ausblenden der Fakten, eine Coping-Strategie. Selbstverständlich kann man mit angepassten Einstellungen Boden gutmachen, allerdings sind hohe bis mittlere Texturen oft sehr viel schlechter als die höchsten – für etwas, das quasi kostenlos ist, wenn man den Speicher hat, ist das keine gute Bilanz. 8 GiByte waren zwischen 2014 und etwa 2020 gut, aber heutzutage sollten 12 GiByte sollten der Mindeststandard sein.

        MfG
        Raff
      • Von _Amelie_ PC-Selbstbauer(in)
        Ja, und vor allem hast du auch immer noch andere Programme in Betracht zu ziehen und was Windows selbst in jedem Fall selbst an VRAM schnappt. Und komm mir nicht mit "akschually - das ist nur 'allocation'! Das Game braucht das gar nicht."

        Dude.. Was das Game BRAUCHT, sieht kein Tool, und kann keiner wirklich beurteilen, daher ist die Diskussion völlig überflüssig.

        Fakt ist: Der VRAM ist angefragt, belegt, es hat Auswirkungen. Also sollte man ihn frei oder zur Verfügung haben. Punkt. Und bei 8 GB fallen fast schon 1-2 GB weg durch Windows, und wenn du nicht immer alles und jedes im Hintergrund schließen willst, damit Windows im Minimum-Modus läuft, nur weil du ein Spiel starten willst.

        Wo sind wir denn? 8 GB sind zu wenig in 2026, kannst du drehen wie du willst. Es ist eine Frechheit, sowas noch zu verbauen auf Grafikkarten und teuer zu verkaufen.

        Ich habe einen Twitch-Stream offen, paar Browserfenster, paar Apps im Hintergrund, Discord, WhatsApp etc. offen – und schon sind ein paar GB VRAM belegt.
        [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen]
      • Von N3xtrem86 Komplett-PC-Käufer(in)
        Zitat von yamiimax
        Jepp High reicht total 👍🏻
        In FHD und UE5 hab ich in niedrigsten Settings schon mindestens 6GB VRAM belegt, in WQHD sinds dann schon zwischen 7 und 8GB.
        Da kommt dann wenig Freude auf. Es muss nicht alles Ultra sein, aber Medium/high sollte schon in der Preisklasse einer RTX 5060 Standard sein.
        Resident Evil nagt auch gut am VRAM.
        Einzige Ausnahme vllt Battlefield 6 oder Sons of the Forest wo ich auch mit 8GB in WQHD klar kam.
        Wer halbwegs aktuelle AAA Spiele spielen will, sieht mit 8GB VRAM kein Land.
        Kein wirtschaftlich vernünftig denkender Mensch mit bisschen technischen Wissen kauft sich eine 300€ GPU mit 8GB, nur um dann auf Low Settings spielen zu müssen.
        8GB sind höchstens noch für Toaster Games zu gebrauchen. Und da tut es dann meist auch eine potente APU.
        Klar, wenn solche GPUs schon vorhanden sind, könnte man damit vllt noch überbrücken.

        Aber Hand aufs Herz:
        8GB GPUs sind tot gerittene Pferde, sobald man bisschen was fürs Auge haben oder nicht ständig mit Settings basteln will.
        12/16GB in FHD/WQHD sollten das schon mindestens sein.
        Die Rohleistung passt eigentlich schon seit Jahren auch für aktuelle Games.
        Wie absurd das ganze werden kann, sieht man gut an vergleichen einer RTX 3060 12GB VS RTX 3070 8GB
        Die eigentlich schwächere GPU umrundet die stärkere im VRAM Limit, hat bessere Frametimes, weniger Ruckler, weniger Matsch in Texturen usw.
      • Von PCGH_Raff Kokü-Junkie (m/w)
        Zitat von EM_EN
        Werde mal mit einer 5700XT "paaren". mal sehen was dabei raus kommt.
        Für Rasterizing in Full HD reicht's noch (siehe Benchmarks im Artikel).

        MfG
        Raff
      Direkt zum Diskussionsende
  • Print / Abo
    Apps
    PCGH Magazin 08/2026 PC Games 08/2026 play5 08/2026 N-Zone 08/2026 Linux Magazin 08/2026 LinuxUser 08/2026 Raspberry Pi Geek 09/2026
    PC Games Hardware PC Games Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk