Jahresrückblick 2016: Von Virtual Reality, DirectX 12, Vulkan und wenig Spannendem
Wirklich viel ist in der Hardware- und Videospielwelt die letzten 12 Monate nicht passiert. Der erhoffte Boom mit Virtual Reality blieb aus. Spieler warten derweil auf die große Welle an Titeln mit DirectX 12 und Vulkan, während sich Konsolenspieler auf mehr oder weniger neue Konsole und HDR freuen dürfen.
Wir haben uns bereits mit den letzten Entwicklungen (oder der Abwesenheit solcher) im Bereich der Prozessoren und Grafikkarten beschäftigt und werden die Themen in diesem eher allgemein gehaltenen Rückblick deswegen maximal anreißen. Insgesamt lässt sich festhalten, dass das Jahr 2016 nicht viele Herzen hat höherschlagen lassen.
Die Videospielwelt, DirectX12 und Vulkan
Vor allem Microsoft hatte 2015 noch die Erwartungen an DirectX 12 geschürt, als man die schnellste Verbreitung eines neuen DirectX in Aussicht gestellt hat. Ein gutes Jahr später sieht die Unterstützung noch ... ausbaufähig aus. 16 Titel mit einem DX12-Renderpfad gibt es zurzeit, bei sechs davon tritt Microsoft selbst als Publisher auf. Bei allen zehn anderen wurde DX12 erst nachgepatcht - und in den meisten Fällen mit einem zunächst zweifelhaften Mehrwert. Häufig hat es mehrere Updates gebraucht, bis DX12 rund lief. Vulkan wurde ein Jahr später fertig und findet sich daher in nur drei Spielen wieder: Ashes of the Singularity, Doom und The Talos Principle. In AOTS ist bereits DX12 verfügbar, sodass der Mehrwert durch Vulkan recht überschaubar ausfällt. In The Talos Principle experimentiert Croteam noch mit dem Renderpfad. Dafür steht Doom umso besser da und stellt quasi das Low-Level-API-Vorzeigeprojekt auf dem PC dar.
Verglichen mit den Vorjahren haben die meisten Publisher die großen Spiele-Releases 2016 zurückgefahren. Ubisoft hat seiner prominentesten Marke Assassin's Creed eine Pause gegönnt und stieg stattdessen ins Filmgeschäft ein. Far Cry Primal stellt ein Spin-Off von Far Cry 4 mit nahezu identischer Technikbasis dar, verbrauchte also weniger Ressourcen. VR-Spiele wie Eagle Flight oder Sporttitel wie Steep haben eine vergleichsweise kleine Zielgruppe. The Division verscherzte es sich nach einem äußerst erfolgreichen Verkaufsstart fast mit seiner Spielerschaft, machte mit einem öffentlichen Testserver und der "Elite Task Force", bei der Spieler ins Studio nach Schweden eingeladen wurden, dann aber eine Kehrtwende - Massive und Ubisoft haben gezeigt, wie die Zusammenarbeit mit der Community richtig geht. Watch Dogs 2 hätte eine große Nummer werden sollen, leidet jedoch vom schlechten Ruf seines Vorgängers.
Electronics Arts hat auch "nur" Battlefield 1 und Titanfall 2 veröffentlicht - Letzteres vom externen Studio Respawn Entertainment. Und bei BF1 ist schon klar, dass es in den nächsten Jahren so schnell nicht abgelöst wird. 2K Games war umtriebiger und hat Civilization 6, Xcom 2, Mafia 3 und Battleborn veröffentlicht - letztere beiden liefen allerdings eher schlecht als recht. Bethesda wartete neben Doom (id Software) mit Dishonored 2 (Arkane Studios) und der Special Edition von Skyrim auf. Dishonored 2 legte ebenfalls keinen Paradestart hin, beim neuen Skyrim fehlt noch der Script Extender und damit ein tiefergehender Mod-Support. Die gewohnte Flut an Triple-A-Spielen blieb auf dem PC 2016 also aus.
Virtual Reality bleibt in der Nische
Der erhoffte Durchbruch von Virtual Reality blieb aus. Maßgeblich dürfte der Preis Schuld sein, der nach vollmundigen Versprechen von Oculus-VR-Gründer Palmer Luckey unerwartet hoch ausfiel. Hinzu kommen lästige Probleme wie der vielzitierte Fliegengittereffekt und die Kabel, welche die Immersion stark hemmen können.
Alle Spielewelt würde sich wohl über Ultra HD bei VR-Brillen freuen, dafür fehlt jedoch in den meisten Fällen die Grafikleistung. AMD hat mit Polaris lediglich die Einsteiger- und Mittelklasse bedient, während Nvidia für mehr Leistung auch höhere Preise aufruft - Jen-Hsun Huang dürfte sich bei einer Marge von fast 60 Prozent die eine oder andere neue Lederjacke leisten können.
Neue Konsolen
Mit 4K-Support werben indes Microsoft und Sony. Microsofts Xbox One S kann die 3.840 x 2.160 Pixel allerdings nur streamen und von UHD-Blu-rays wiedergeben, wohingegen die Playstation 4 Pro ein ausgeklügeltes Upscaling-Verfahren namens Checkerboard-Rendering beherrscht - und zwischenzeitig durch ein fehlendes UHD-Blu-ray-Laufwerk die Negativschlagzeilen beherrschte.
HDR haben sich neben den beiden Konsolenherstellern auch AMD und Nvidia als neues großes Thema auserkoren. PC-Spieler bleiben wegen fehlender Monitore mit HDR-Unterstützung aber noch außen vor.

Und nun soll VR die große Nummer werden? Mit Brillen, mit denen sich die soziale Spezies Mensch dann komplett von der Außenwelt ausschließt? Sorry, selbst wenn es technisch besser und dabei deutlich günstiger wird, wird das auf lange Sicht auch wieder nichts.
Denn wenn dem so wäre, wüsstest du dass die Brillen, die richtigen Spiele vorausgesetzt (z.B
Ruckus Ridge / Keep talking and nobody explodes) auf jeden Fall party-tauglich sind.
Auch bei Singleplayer-Spielen wie "The Lab", "Zombie Training Simulator" oder "Budgets Cuts" kann der Spaßfaktor für die Zuschauer hoch sein.
Betrachtet man sich die maue und zumeist arg fehlerbehaftete Implementation von DX12 kann man fast schon von einer Totgeburt reden, zumindest aufs Jahr 2016 bezogen. Mal schauen, ob das noch besser wird.
Ich kann's nur jedem ans Herz legen, eine VR-Brille auszuprobieren (z.B. die Vive beim Conrad, Rift bei Saturn, PSVR beim Media Markt)
Hab zuhause die Vive und sie mittlerweile knapp 20 Leuten vorgeführt, bzw. diese spielen.
Egal ob meine 70-jährigeOma oder mein 8 jähriger Cousin für Brille aufhatte
? die Reaktion war stets überwältigend, jeder war im höchsten Maße beeindruckt
Ich hab schon einige technische Dinge in meinem Leben demonstriert, aber noch zu keinem ist die allgemeine Meinung so positiv ausgefallen wie zur Vive.
Das der Spiele-Markt derzeit noch überschaubar ist, der Einstiegspreis hoch und die Konstruktion etwas nervig sein mag, ist zwar blöd, jedoch hat man das sofort vergessen, wenn man von seiner virtuellen Burg aus, virtuelle Männchen mit dem virtuellen Bogen in die virtuellen Jagdgründe schickt - für mich ohne Frage die beste Technikinvestition bisher überhaupt
Abwarten, programmiern unter DX12 ist sicherlich eine absolute Herausforderung und bis sich optimale Programierstrukturen gefunden haben, wird sicherlich noch einige Zeit vergehen. Da man praktisch ja nur therotisch im Moment schulen kann, werden gute Programmieren dies zunächst selber entwickeln müssen und auf diese Basis kann man dann weiterschulen.
Im Prinzip sind also der Nachwuchs zunächst die ersten und Microssoft wird wohl viel unterstützen müssen, damit wenn der Boom langsam beginnt, die Altbewähren spätens aufsetzen können. Ein Grund zur Eile besteht allerdings nicht unbedingt, es wird sicherlich der Umschwung nicht von einem Tag zum anderen einsetzen. Wenn allerdings alles erst einmal voll verinnerlicht wurde, dann ist sicherlich alles grafisch möglich. Man sollte dennoch nicht übersehen, das dies alles sehr stark arbeitsaufwendig programmiertechnisch ist, es kann wohl nur immer stückweise weister gehen.
Microsoft wäre also vorrangig gefordert und dann sollten auf alle Fälle Möglichkeiten für alle geschaffen werden, angefangen von Kursen bis hin zu getaillierter Literatur.
Ja, ein interessanter Jahresrückblick.
Bei XCOM2 kann ich nur sagen, dass es ebenfalls grauenhaft schlecht performte, außerdem war das Gameplay gegenüber den Vorgängern Enemy Unknown/Within viel zu schwer und das Multitasking zu wirr.
DX12 ist nach wie vor ein Witz - Microsofts hektische Anti-Mantle Kampagne führte zu einer lieblos hingekotzten DX12 API.
Vulkan muss her! Neue Vulkan Games? Besserer Vulkan Support? Immer her damit, ich freue mich schon darauf. Doom läuft auf meiner RX 480 auf UHD und Ultra Settings mit 50-60 FPS. Das ist einfach extrem traumhaft.
VR sollte laut früheren Vorankündigungen 350€ kosten. Die Realität verlangt nun mehr als das Doppelte. Kein Durchbruch, weil zu teuer. Kein Durchbruch, weil Pixelabstand noch zu hoch. Bin aber grundsätzlich an VR interessiert, doch eine Anschaffung kann noch ein paar Jahre warten, bis es ausgereifter ist.
Guten Rutsch an die PCGH und alle Mit-Gamer!