PCGH Retro-Test: Doom 3, GeForce2 Ultra und der Kupferkult
Doom 3 vier Jahre vor Release, Kühler für 560 Mark und die GeForce2 Ultra als "gedopt" - ein Rückblick auf die goldene PC-Ära.
In diesem Artikel
- Seite 1 PCGH 11/2000: Mein erster Blick in die Ur-Ausgabe
- Seite 2 Als 56 kbit/s der Heilige Gral waren
- Seite 3 PCGH Retro-Test: Doom 3, GeForce2 Ultra und der Kupferkult
- Seite 4 PCGH 2000 im Rückblick: Voodoo5, Pentium 4 und 3dfx-Mythen
- Seite 5 PCGH damals und heute: 25 Jahre Hardware-Leidenschaft
- Seite 6 Bildergalerie
Ein paar Seiten später springt mir John Carmack entgegen. Überschrift: Hosen runter. Carmack spricht über Doom 3, vier Jahre vor Release, und erklärt, dass aktuelle Grafikkarten das Spiel nur in niedrigen Auflösungen schaffen werden. Das war im Jahr 2000, und ja, er hatte recht. Es ist faszinierend, das heute zu lesen. Zwischen all den Tests und Kaufempfehlungen steht da jemand, der schon ziemlich genau wusste, wo die Technik in ein paar Jahren stehen würde.
Direkt danach lande ich bei einem Artikel mit dem vielversprechenden Titel "Edelkühler". Und ich schwöre, selten hat mich eine Headline so gleichzeitig irritiert und neugierig gemacht. Es geht um einen Kupferkühler, den "Redstorm Socket A", für satte 560 Mark. Fünfhundertsechzig. Für einen Lüfter. Man merkt sofort: Kühlung war damals keine Nebensache, sondern Glaubensfrage. Kupfer war offenbar das neue Gold. Ich musste unwillkürlich schmunzeln, denn heute testet man Kühler auf Lautstärke, Temperatur und Verarbeitung. Damals klang es, als hätte man gerade ein Stück Ingenieurskunst für den Wohnzimmerschrein entdeckt. "Elegant und stilvoll", heißt es im Heft. Naja, edel sieht anders aus. Kein RGB, keine besondere Form, und optisch schreit es förmlich: "Ich mach Lärm, aber effizient."
Quelle: PCGH
Der Redstorm Socket A markierte im Jahr 2000 den Beginn des Kupferkults: laut, massiv und offenbar der Inbegriff edler PC-Kühlung.
Lego-Menschen und Geforce 2 Ultra
Danach folgt die Geforce 2 Ultra. Überschrift: "Wer so schnell ist, ist gedopt." In den Benchmarks taucht Unreal Tournament auf, dazu der Satz: "Die aktuelle Surface der Unreal-Engine unterstützt realistische Gesichtsanimationen." Ich muss lachen. Realistisch? Der Typ auf dem Screenshot sieht aus, als hätte jemand versucht, einen Menschen aus Lego zu bauen.
Quelle: PCGH
"Realistische Gesichtsanimationen" anno 2000: Was damals beeindruckte, erinnert heute eher an Lego mit Texturen.
Aber gut, ganz fair sollte man bleiben. Ein Jahr später entstand auf genau dieser Engine das erste Harry-Potter-Spiel für PC. Und das spiele ich heute noch gern, vielleicht aus Nostalgie, vielleicht, weil es einfach Charme hat. Also ja, ich bin gnädig. Unreal sah vielleicht nicht realistisch aus, aber es war die Grundlage für Kindheitserinnerungen.
In der Seitenleiste erklärt Nvidia übrigens selbstbewusst, dass man keine eigenen Grafikkarten produzieren werde. Das überlasse man lieber den Partnern. Zwanzig Jahre später druckt Nvidia "Founders Edition" auf jede zweite Karte, als hätte es die Aussage nie gegeben. Auch schön: Der damalige Marktanteil im High-End-Bereich lag laut Nvidia bei 70 bis 80 Prozent. Wenn man sich die aktuelle Lage ansieht, könnte man fast sagen, es war keine Momentaufnahme, es war eine Drohung.



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Sehr unterhaltsam [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen] .
Gruß,
Phil
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