Geforce GTX 1660 Super im Test: Mit 75 % höherer Speichertransferrate zum Sieg im Mittelgewicht? [Update]

Jetzt mit Custom-Designs im Benchmark: Nvidia Geforce GTX 1660 Super im Test. Drei Wochen nach Ankündigung der Radeon RX 5500 antwortet Nvidia mit neuen Produkten - mit einem Hard-Launch und vielen Custom-Designs zum Start. Ob die Geforce GTX 1660 mithilfe von wieselflinkem GDDR6-Speicher wirklich super wird und was es mit der Geforce GTX 1650 Super auf sich hat, klärt PC Games Hardware im Benchmark-Test der GTX 1660 Super.

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Geforce GTX 1660 Super im Test: Mit 75 % höherer Speichertransferrate zum Sieg im Mittelgewicht?
Quelle: PC Games Hardware

Update vom 30.10.2019: Wie gestern versprochen, haben wir diesen Artikel um Benchmarks einiger Custom-Designs ergänzt. Als Testschlitten dient das brandneue und technisch überzeugende Call of Duty: Modern Warfare (2019). Sie finden die neuen Daten nebst Erläuterungen im Benchmark-Abschnitt dieses Artikels.


Original-Artikel vom 29.10.2019: Der harte Konkurrenzkampf zwischen AMD und Nvidia treibt interessante Blüten. Anfang Oktober präsentierte AMD stolz seinen Navi-Neuzugang in Form der "Radeon RX 5500 Series", verschwieg dabei jedoch so manches Detail, das für eine finale Leistungseinschätzung essenziell wäre. Wird es eine Radeon RX 5500 XT mit dem vollen Chip geben, oder bleibt es bei der unscharf präsentierten RX 5500 mit 150 Watt? Das steht nach wie vor in den Sternen und soll daher nicht Gegenstand dieses Artikels sein - sondern Nvidias bereits marktreife Antwort auf die ominösen AMD-Grafikkarten.

Die Geforce-Schöpfer kontern AMDs neue Mittelklasse auf die gleiche Art wie im Juli, als die RX 5700 & XT erschienen: mit "Super"-Refreshes bestehender Modelle. Diesmal erfuhren sowohl die Geforce GTX 1660 als auch die Geforce GTX 1650 je ein Level-up. Dabei wird das Rad nicht neu erfunden, man feilt nur etwas an den Roll-Eigenschaften, um die Konkurrenz abzuhängen. Am heutigen 29. Oktober startet erst einmal die Geforce GTX 1660 Super, ihre kleine Schwester lässt noch drei Wochen auf sich warten. Möglicherweise sind bis dahin auch die in weiser Voraussicht anvisierten, wenngleich nur schemenhaft sichtbaren Ziele in Gestalt der Radeon RX 5500 & XT erhältlich.

In diesem Test der Geforce GTX 1660 Super erfahren Sie, welche Leistung die neue Nvidia-Mittelklasse im Preisbereich knapp unter 250 Euro erreicht. Daneben werfen wir einen Blick auf die anwesenden Partnerdesigns von EVGA, Gainward, Palit und MSI.

Geforce GTX 1660 Super: Marktpositionierung

Bei der Geforce GTX 1660 Super handelt es sich um eine Erweiterung der Mittelklasse. Sowohl die Geforce GTX 1660 als auch die Geforce GTX 1660 Ti bleiben im Handel, jeweils mit einem kleinen Leistungsabstand zur GTX 1660 Super. Dies erreicht Nvidia durch eine gezielte Spezifikation mit dem folgenden Ziel: Es brauchte eine Grafikkarte, welche die GTX 1660 klar schlägt, der GTX 1660 Ti aber zu keiner Zeit gefährlich wird. Die PCGH-Messungen der vergangenen Tage ergeben, dass Nvidia sein Ziel erreicht hat, auch wenn die Nische zwischen den älteren Modellen nicht besonders groß ist.

Die Geforce GTX 1660 Super verfügt über den gleichen TU116-300-Chip wie die "alte" GTX 1660, resultierend in 1.408 aktiven FP32-ALUs. Dies entspricht einem Beschnitt von 24 auf 22 Shader-Multiprozessoren, der Vollausbau bleibt der GTX 1660 Ti vorbehalten. Auch die Taktraten bleiben unverändert, sodass die Rechenleistung der GTX 1660 Super in der Praxis identisch zu GTX 1660 ausfällt. Kraft schöpft die GTX 1660 Super, im Folgenden öfter GTX 1660S genannt, aus ihrem signifikant beschleunigten Speichersubsystem, das neuerdings 14 GT/s schnellen GDDR6 ("7.000" MHz) anbindet. Das ergibt am erprobten 192-Bit-Interface einen stolzen Datendurchsatz von 336 GByte/s - kurioserweise 17 Prozent mehr als bei der GTX 1660 Ti mit ihrem 12-GT/s-Speicher und satte 75 Prozent mehr als bei der auf GDDR5-Speicher beschränkten GTX 1660. Damit die Rechnung aufgeht, gibt Nvidia der GTX 1660 Super ein minimal größeres Energiebudget mit auf den Weg, 125 statt den bisherigen 120 Watt. Das Verhältnis aus Rechenleistung und Speichertransferrate ist bei der GTX 1660S bemerkenswert unausgewogen - in etwa so, wie bei der AMD Radeon VII. Somit ergibt sich jedes Leistungsplus rein aus der erhöhten Speichertransferrate, welche bei der GTX 1660S zu keiner Zeit limitieren dürfte.

Der GPGPU-Benchmark des Systeminformationsprogramms AIDA64 stimmt auf das bestenfalls zu erwartende Leistungsplus ein - spannend ist hier primär "Memory Copy", denn dieser Test klopft die effektive Speichertransferrate ab. Randnotiz: Mit 8.000 MHz Speichertakt (16 GT/s GDDR6), bei guten Modellen via manueller Übertaktung nutzbar, verfügt eine GTX 1660S über die doppelte Speichertransferrate einer GTX 1660 (8 GT/s GDDR5). Wir haben dieses Setting mitgetestet:

Während der Durchsatz des Speichers deutlich angehoben wurde, stagniert dessen Kapazität. Ursächlich dafür ist der verwendete TU116-Grafikchip: Dieser bindet sechs 32-Bit-Speicher-Controller an, also insgesamt 192 Bit. Die Bestückung der Controller erfolgt aus Performance-Gründen symmetrisch, in diesem Fall mit 1 GiByte GDDR6 pro Anschluss. Technisch wären auch asymmetrische Anbindungen im Stile der Geforce GTX 660 (Ti) möglich, um beispielsweise 8 GiByte Kapazität zu bieten, Nvidia hat jedoch einen weiteren guten Grund dagegen: Das übrige Portfolio bis hinauf zur Geforce RTX 2060 sähe plötzlich unterbestückt aus. Somit bleibt Nvidia für die 2019er-Mittelklasse (erneut) bei 6 GiByte, mit den gleichen Risiken und Nebenwirkungen: Immer mehr PC-Spiele entfalten ihre volle Pracht und Performance erst mit 8 GiByte Grafikspeicher, sodass man sich mit 6 und weniger GiByte auf Kompromisse einstellen muss.

Modell GTX 1660 Ti GTX 1660 Super GTX 1660 GTX 1650 Super GTX 1650 GTX 1060 6GB RX 590 RX 570
Mikroarchitektur Turing "light" Turing "light" Turing "light" Turing "light" Turing "light" Pascal GCN 1.3 GCN 1.3
Codename/Konfektion TU116-400 TU116-300 TU116-300 TU116-3xx TU117-300 GP106-400 Polaris 30 XT Polaris 20 XL
DX-12-Feature-Level 12_1 12_1 12_1 12_1 12_1 12_1 12_0 12_0
Chipgröße (reiner Die) 284 mm² 284 mm² 284 mm² 284 mm² 200 mm² 200 mm² 232 mm² 232 mm²
Transistoren Grafikchip (Mio.) 6.600 6.600 6.600 6.600 4.700 4.400 5.700 5.700
Fertigungsverfahren 12 nm FFN 12 nm FFN 12 nm FFN 12 nm FFN 12 nm FFN 16 nm FF+ 12 nm LP 14 nm LPP
FP32-ALUs/SIMDs/TMUs 1.536/24/96 1.408/22/88 1.408/22/88 1.280/20/80 896/14/56 1.280/10/80 2.304/36/144 2.048/32/128
Dedizierte INT32-ALUs 1.536 1.408 1.408 1.280 896 - - -
Tensor-Kerne - - - - - - - -
Raytracing-Kerne - - - - - - - -
Raster-Endstufen (ROPs) 48 48 48 32 32 48 32 32
Größe des Level-2-Cache (KiB) 1.536 1.536 1.536 1.024 1.024 1.536 2.048 2.048
GPU-Basistakt (MHz) 1.500 1.530 1.530 1.530 1.485 1.506 1.469 1.168
GPU-Boost-Takt (MHz) 1.770 1.785 1.785 1.725 1.665 1.708 1.545 1.244
Leist. FP16/FP32/FP64 (TFLOPS) 10,9/5,4/0,17 10,1/5,0/0,16 10,1/5,0/0,16 8,8/4,4/0,14 6,0/3,0/0,09 4,4/4,4/0,14 7,1/7,1/0,44 5,1/5,1/0,32
Durchsatz Pixel/Texel (Mrd./s) 85,0/169,9 85,7/157,1 85,7/157,1 82,8/110,4 53,3/93,2 54,7/136,6 49,4/222,5 39,8/159,2
Speicheranbindung (Bit) 192 192 192 128 128 192 256 256
Geschwindigkeit RAM (GT/s) 12 14 8 12 8 8 8 7
Speichertyp GDDR6 GDDR6 GDDR5 GDDR6 GDDR5 GDDR5 GDDR5 GDDR5
Speicherübertragung (GB/s) 288 336 192 192 128 192,3 256 224
Speicherkapazität (MiB) 6.144 6.144 6.144 4.096 4.096 6.144 8.192 4.096 / 8.192
PCI-Express-Stromanschlüsse 1 × 8-polig Je nach AIB 1 × 8-polig Je nach AIB 1 × 6-polig 1 × 6-polig Je 1 × 8-/6-Pol 1 × 6-polig
Typische Leistungsaufnahme 120 Watt 125 Watt 120 Watt 100 Watt 75 Watt 120 Watt 225 Watt 150 Watt

Ab 22. November: Geforce GTX 1650 Super

Am 22. November startet außerdem die GTX 1650 Super. Dabei hat der kleine, extra für die GTX 1650 ins Leben gerufene TU117 ausgedient, stattdessen kommt abermals ein beschnittener TU116 zum Einsatz, welcher wie bei der GTX 1660S und GTX 1660 Ti GDDR6-RAM ansteuert. Die "alte" GTX 1650 (und 1660) muss noch mit GDDR5 auskommen. Wie bereits die Geforce GTX 1650 wird auch die GTX 1650 Super voraussichtlich auf 4 GiByte Grafikspeicher beschränkt sein. Das ist für eine Full-HD-Grafikkarte dieser Leistungsklasse angemessen und in 99 Prozent der Fälle ausreichend. Käufer sollten sich jedoch im Klaren darüber sein, dass Grafikkarten mit 4 GiByte keine sorgenfreie Zukunft bevorsteht. Mit ihrer Speicherkapazität bleibt eine Geforce GTX 1650(S) trotz moderner Architektur außerdem in Sachen Raytracing außen vor: Um Software-DXR zu berechnen, ist ein Framebuffer von mindestens 6 GiByte notwendig.

TU117, TU116, TU106: Blockdiagramm per Mausklick auswählen
Geforce GTX 1660 Super im Test: Mit 75 % höherer Speichertransferrate zum Sieg im Mittelgewicht? (21)
Geforce GTX 1660 Super im Test: Mit 75 % höherer Speichertransferrate zum Sieg im Mittelgewicht? (21) Geforce GTX 1660 Super im Test: Mit 75 % höherer Speichertransferrate zum Sieg im Mittelgewicht? (22) Geforce GTX 1660 Super im Test: Mit 75 % höherer Speichertransferrate zum Sieg im Mittelgewicht? (23)

Mehr Netto vom Brutto

Raytracing und DLSS, Nvidias schärfste Waffen gegen den Mitbewerber AMD, sind bei den "Turing Light"-Chips TU116 und TU117 kein Thema, entsprechende Rechenwerke fielen aus Platzgründen dem Rotstift zum Opfer. Eine jede Geforce GTX 16 beherrscht jedoch das Turing-Feature "Concurrent Execution": Ein Turing-Multiprozessor beinhaltet pro FP32-Einheit je eine INT32-ALU, was die effektive Rechenleistung deutlich steigen kann. Nvidia gibt an, dass moderner Spiel-Code zahlreiche Integer-Instruktionen beinhaltet, welche sich unter die komplexeren Gleitkommabefehle mischen. Pascal, Vega und Konsorten berechnen beide Datenformate mithilfe ihrer FP32-ALUs, wobei INT stets FP blockiert. Turing arbeitet in diesem Fällen parallel, sodass der Durchsatz mitunter um 50 Prozent steigen kann.
Nvidia Geforce GTX 1660 Super Full presentation Seite 10 Quelle: Nvidia Nvidia Geforce GTX 1660 Super Full presentation Seite 10

Geforce GTX 1660 Super: ausschließlich Partnerdesigns

Wie schon bei der Geforce GTX 1660 und Ti überlässt Nvidia seinen Partnern auch bei der GTX 1660 Super das Design, eine Referenzkarte (Founders Edition) gibt es nicht. Nvidia steckt lediglich die Grenzen ab und liefert die Blaupausen. So bietet eine Geforce GTX 1660 Super einen typischen Boost von 1.785 MHz bei einem Energiebudget von 125 Watt. Die Boardpartner von A-sus bis Z-otac haben bereits ihre Eigendesigns zur Marktreife gebracht - ein leichtes Unterfangen für jeden, der bereits quasi-baugleiche GTX-1660-Ti-Modelle im Portfolio hat.

Das Titanium-Modell ist ein gutes Stichwort, denn ihr Status als schnellste GTX-16-Grafikkarte soll unangefochten bleiben. Das werkseitige Tuning der ersten GTX-1660S-Modelle, welche bereits das PCGH-Testlabor erreicht haben, hält sich daher in Grenzen. 130 Watt Energiebudget stellen das Höchste der Gefühl dar, mit entsprechend nur minimal höheren Boost-Frequenzen. Schon jetzt lässt sich sagen, dass die schnellsten S-Modelle in etwa die Leistung der Ti-Einsteigerversionen erreichen dürften. Letztere arbeiten jedoch mit effizienteren 120 Watt. Erinnerungen an die Geforce GTX 1070 Ti, welche überhaupt nicht werkseitig übertaktet werden durfte, um die GTX 1080 nicht zu gefährden, werden wach. Nichtsdestotrotz werfen wir einige Blicke auf die Custom-Designs mit Geforce GTX 1660 Super - zunächst gilt es jedoch die Basislinie einzuzeichnen.

Bildergalerie

Geforce GTX 1660 Super: Spieleleistung

Da kein Referenzdesign verfügbar ist, das den PCGH-Parcours durchlaufen kann, greifen wir zur Ermittlung des Leistungsindex auf ein Custom-Design zurück. Bedauerlicherweise erreichten uns bisher nur werkseitig übertaktete Modelle. Unsere Wahl fiel letztendlich auf die EVGA Geforce GTX 1660 Super SC Ultra, da dieses Custom-Design mit dem Basiswert von 125 Watt arbeitet. Das Powerlimit lässt sich beim vorliegenden Sample auch nicht via Overclocking-Tool erhöhen, sodass die Karte am ehesten einem "Einsteigermodell" nahekommt. Die Anführungszeichen sind angesichts der durchaus gehobenen Kühlung mit doppelter Axialbelüftung sowie einer Backplate angebracht - die Kühlung dürfte für den einen oder anderen Boost-Schritt jenseits eines heißer laufenden Sparmodells sorgen. Wir sprechen hier von etwa einem Prozent Leistungsdifferenz, welche aufgrund der unterschiedlichen GPU-Qualitäten sowieso und auch bei scheinbaren identischen Modellen auftritt.
EVGA Geforce GTX 1660 Super SC Ultra Quelle: PC Games Hardware EVGA Geforce GTX 1660 Super SC Ultra Selbstverständlich entschärfen wir vor den Benchmarks die werkseitige Übertaktung. Diese beträgt, da sind sich gängige Tools einig, 45 MHz; der typische Boost wird auf 1.830 statt 1.785 MHz geschätzt. Die Karte absolviert die PCGH-Indextests folglich mit einem Takt-Offset von -45 MHz, um so gut es geht einer Referenzkarte zu entsprechen. Die Geforce GTX 1660 Super trifft in dieser Form nicht nur auf die GTX 1660, sondern auch auf zahlreiche andere Grafikkartenmodelle. Während echte Geeks der Leistungsgewinn durch das Transferratenplus interessiert, bieten wir Aufrüstwilligen einige Vergleichsobjekte älteren Datums an. Ob es an der Zeit ist, die Geforce GTX 970 oder Radeon R9 390 gegen eine Geforce GTX 1660 Super zu ersetzen, das verraten die folgenden Zahlen. Sie sehen den kompletten PCGH-Leistungsindex*, allerdings auf die beiden sinnvollen Auflösungen Full HD und WQHD reduziert. Nvidia bewirbt die GTX 1660S als perfektes Full-HD-Gerät.

*Wolfenstein 2 fehlt aufgrund von Treiberproblemen. Mit dem Pressetreiber Geforce 441.07 ist es nicht möglich, die maximale Streaming-Qualität einzustellen, das Spiel stürzt mit einer Fehlermeldung ab, in der von Speichermangel die Rede ist. Die GTX 1660, erst vor wenigen Wochen von uns mit dem letzten Geforce-436-Treiber getestet, zeigt, wie man es richtig macht. Der alte Treiber läuft naturgemäß nicht mit dem neuen Grafikkartenmodell. Um dennoch einen Indexwert zu gewinnen, haben wir die (stark speicherlimitierte) Leistung der GTX 1660S in Wolfenstein 2 anhand der GTX 1660 und RTX 2060 interpoliert.

Geforce GTX 1660 Super: Leistungsindex

Wolfenstein 2 & Youngblood starten mit Geforce GTX 1660 Super und Treiber 441.07 nicht – Speichermangel. Quelle: PC Games Hardware Wolfenstein 2 & Youngblood starten mit Geforce GTX 1660 Super und Treiber 441.07 nicht – Speichermangel. Wir erinnern uns: Gemäß Nvidia-Spezifikation ergibt sich jedes Leistungsplus der GTX 1660S gegenüber der GTX 1660 aus dem beschleunigten Speicher. Vergleicht man die zum PCGH-Test herangezogenen Modelle, liegen tatsächlich beinahe die gleichen GPU-Boost-Frequenzen an. Die GTX 1660, eine Zotac Dual Fan mit 120 Watt TDP und ohne werkseitiges OC, erzielt über alle Tests minimal höheren Frequenzen als die GTX 1660 Super von EVGA, beide rangieren jedoch stets zwischen gut 1.800 und knapp 1.900 MHz. Die Unterschiede bewegen sich zwischen 10 und 30 MHz und stehen somit einem 1:1-Vergleich der Speicherauswirkungen nicht im Wege. Falls auch Sie das tun möchten, haben wir die 1660 und 1660S stets farblich hinterlegt.

Erwartungsgemäß gibt es Spiele, die sehr gut auf das Transferratenplus ansprechen, darunter Forza Horizon 4 (+24 %), Subnautica Below Zero (+21 %), Battlefield 5, Far Cry New Dawn (jeweils +20 %) und Total War Three Kingdoms (+18 %). Bei den meisten Spielen limitiert die Rechenleistung zu stark, als dass der RAM-Durchsatz viel retten könnte. Aus all den Zahlen ergibt sich der folgende Leistungsindex für die Geforce GTX 1660 Super:

Die Geforce GTX 1660 Super rendert 14 Prozent schneller als die GTX 1660. Platz 16 von 23 ist bei lediglich 125 Watt Energiebudget durchaus respektabel, allerdings zu keiner Zeit neu oder bahnbrechend.

Geforce GTX 1660 Super: Partnerdesigns im Benchmark

Während Sie diese Zeilen lesen, beenden wir die Arbeiten an unserem Techniktest zu Call of Duty: Modern Warfare (2019). Damit Sie wissen, wie die Geforce GTX 1660 Super in der (simulierten) Referenzversion sowie in Form von werkseitig übertakteten Varianten abschneidet, haben wir vorab einige Benchmarkwerte extrahiert und um einige GTX-1660S-Daten ergänzt. Die folgenden vier Custom-Designs haben das PCGH-Testlabor bisher erreicht:

Aufgrund des auf 130 Watt erhöhten Powerlimits und starker Kühlung kann sich die MSI Gaming X derzeit knapp an die Spitze des noch kleinen Felds setzen. Gainward punktet indessen mit dem cleveren Kompaktbau, der ITX-Maße einhält - mehr dazu im eingebetteten Video in diesem Artikel. Der folgende Benchmark zeigt mehrere Geschmacksrichtungen der Geforce GTX 1660 Super inklusive einer kräftigen manuellen Übertaktung auf rund 2,1 GHz Kerntakt sowie 16 Gigatransfers/s beim Speicher. Mit diesem RAM-Takt verfügt die GTX 1660S über die doppelte Transferrate einer Standard-GTX-1660.

Geforce GTX 1660 Super: Fazit

Wussten Sie, dass die Geforce GTX 1660 mit Startpreisen um 210 Euro den Titel "Geforce mit bestem Preis-Leistungs-Verhältnis" innehat? Zu diesem Kurs erhalten Sie mitunter auch leicht übertaktete Varianten. Mit der Geforce GTX 1660 Super wird die GTX 1660 nicht günstiger und auch die GTX 1660 Ti bleibt am Markt. Somit steht und fällt unsere Empfehlung für oder gegen die Geforce GTX 1660S mit dem Preis. Nvidia spricht von 245 Euro, eine unverbindliche Preisempfehlung, welche einige Boardpartner eigeninitativ bereits leicht unterbieten. 240 Euro sollen beispielsweise die EVGA SC Ultra, eine Palit Gaming Pro OC oder Gainward Pegasus OC kosten. Geht man von gut 15 Prozent besseren Bildraten als bei der GTX 1660 aus, passt das Bild - um 240 Euro ist eine Geforce GTX 1660 Super preislich genauso attraktiv wie eine GTX 1660 für 210 Euro, sofern man Nvidia mit Nvidia vergleicht. Mit einem PCGH-Leistungsindex von rechnerisch ~42 Prozentpunkten stellt eine GTX 1660S mit Werks-OC ein lohnenswertes Upgrade ausgehend von einer Geforce GTX 970 oder Radeon RX 570/4G dar (plus 55 bis 65 Prozent), unterliegt aber der drei Jahre alten Geforce GTX 1070.

Aufrüster, die kategorisch eine Geforce-Grafikkarte kaufen möchten, haben somit eine weitere Option zwischen 200 und 300 Euro, Nvidia hat feinkörnig für jedes Budget ein Modell. Die Energie-Effizienz leidet gegenüber der GTX 1660 Ti minimal, dieses Modell ist mit 120 Watt aber wahrlich schwer zu toppen. Eigenschaftsseitig sind die GTX-16-Karten jedoch alle gleich und als solche nicht unbedingt State-of-the-Art. Da wäre die Speicherkapazität von lediglich 6 GiByte, welche in den meisten Fällen ausreichend ist, neben einem Preisschild von rund 250 Euro und so mancher AMD-Konkurrenz aber nicht zeitgemäß aussieht. Raytracing und DLSS-Bildglättung gehören nicht auf die Liste der Dinge, welche eine Geforce GTX 1660, 1660S oder GTX 1660 Ti den Radeon-Chips voraus hat - fairerweise muss man jedoch anmerken, dass Geforce-GPUs zumindest einen Treiber-Fallback anbieten, um sich Raytracing-Effekte anzusehen, während man bei AMD eine derartige Demo nicht erhält.

Wenn der Wunsch einzig und allein "Möglichst viel Leistung pro Euro" lautet, ist AMDs Radeon RX Vega 56 ungeschlagen. Ein solches Modell wandert ab 220 Euro über die Ladentheke, deklassiert die Performance der Geforce GTX 1660 mit und ohne S und bringt überdies zeitgemäße 8 GiByte Speicher mit. Weitere Pluspunkte muss man jedoch mit der Lupe suchen; Leistungsaufnahme, Effizienz und somit Lautheit unterliegen haushoch. Bis gestern hatten die AMD-Grafikkarten einen weiteren Pluspunkt auf der Checkliste: Radeon Image Sharpening, eine Funktion, um auf Knopfdruck Spielen eine knackigere Optik zu verleihen. Mit dem GTX-1660S-Launchtreiber ist dieser Vorsprung passé, ab sofort können alle Geforce-GPUs seit Pascal ebenfalls Spiele schärfer darstellen, neben weiteren Funktionserweiterungen. All das lesen Sie genauer im Artikel Geforce-Treiber mit neuen Funktionen: Image Sharpening im alten Treiber-CP, geringere Latenz, Reshade-Support und mehr.

Nvidia Geforce GTX 1660 Super Full presentation Seite 14 Quelle: Nvidia Nvidia Geforce GTX 1660 Super Full presentation Seite 14

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    • Kommentare (165)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Cinnayum Volt-Modder(in)
        AW: Geforce GTX 1660 Super im Test: Mit 75 % höherer Speichertransferrate zum Sieg im Mittelgewicht?

        Zitat von Septimus
        Jipp, das ist richtig. Das Problem ist nur das Nvidia dank des "Geniestreichs" der Lederjacke auf einen riesigen Berg GTX 1060 sitzt die sie alle nicht los werden und das hier ist wohl das Ergebnis: Resteverwertung umgelabelter GTX 1060 vermute ich mal. Einfach damit mit dem Unsinn der Lederjacke doch noch Gewinn möglich ist. So jedenfaklls meine Theorie

        Die Leute kaufen alles weil Nvidia die Werbetrommel wunderbar beherrscht. Als die verunglückte 970er Serie endlich durch die 1070 abgelöst wurde konnte ich das noch verstehen, nicht aber als nicht viel später die 2070 auf den Markt kam und kurz danach die "Super" Serie wo sehr viele noch einmal sehr viel Geld locker gemacht haben die vorher schon die normale 2070 gekauft hatten, nur um noch ein paar Bilder mehr aus Spiel XY kitzeln zu können. Den Spielern ist es scheinbar egal wie teuer die Karten sind, sie meckern und kaufen doch.
        Du hast den Artikel aber schon gelesen oder?

        Der Turing ist ein ganz anderer Chip. Deutlich verbesserte Videoengine fürs Streaming, parallele Abarbeitung von Fließkomma und Integer-Berechnungen (=schnellere FPS pro Shadereinheit), kleinerer Fertigungsprozess, 1,5 mal mehr Transistoren und und und.
        Am Ende gibt es hier de facto eine GTX 980Ti (damals 800€+) für wohl um die 240€ und bei weniger als der Hälfte des Stromverbrauchs...

        Und die Karte liegt nicht in der Wunschtraumwelt von 300€+, wie Nvidia die "Mittelklassekarte für jedermann" damals mit der 1060 6GB bepreisen wollte, sondern spürbar darunter.
        Auch die 2070 lag zum Release genau auf der €/FPS-Kurve wie die 1070 / 1080, nur eben ein ganzes Stück (diagonal) weiter oben. Das hat der Markt schon ganz gut im Griff.

        Deine nicht haltbaren Behauptungen kannst du ruhig für dich behalten. Die tragen zu einer sinnvollen Diskussion nämlich null bei.

        Und komischerweise deklassiert der "Nvidia-Schrott" zwischen 200-300€ alles, was AMD derzeit bieten kann in punkto Leistungsaufnahme und Lautstärke um Welten.
        Aber vermutlich will man das in seiner Schimpftirade auf die Taiwaner einfach nicht wahrhaben.
        Stattdessen hofiert man ein US-Unternehmen, dass seit nunmehr fast einem Jahrzehnt dabei ist, seine Fehlentscheidungen der Vergangenheit aufzuarbeiten und nach wie vor nicht in der Lage ist, eine Konkurrenzkarte am oberen Leistungsspektrum anzubieten.
      • Von Cinnayum Volt-Modder(in)
        AW: Geforce GTX 1660 Super im Test: Mit 75 % höherer Speichertransferrate zum Sieg im Mittelgewicht?

        Zitat von Septimus
        Jipp, das ist richtig. Das Problem ist nur das Nvidia dank des "Geniestreichs" der Lederjacke auf einen riesigen Berg GTX 1060 sitzt die sie alle nicht los werden und das hier ist wohl das Ergebnis: Resteverwertung umgelabelter GTX 1060 vermute ich mal. Einfach damit mit dem Unsinn der Lederjacke doch noch Gewinn möglich ist. So jedenfaklls meine Theorie

        Die Leute kaufen alles weil Nvidia die Werbetrommel wunderbar beherrscht. Als die verunglückte 970er Serie endlich durch die 1070 abgelöst wurde konnte ich das noch verstehen, nicht aber als nicht viel später die 2070 auf den Markt kam und kurz danach die "Super" Serie wo sehr viele noch einmal sehr viel Geld locker gemacht haben die vorher schon die normale 2070 gekauft hatten, nur um noch ein paar Bilder mehr aus Spiel XY kitzeln zu können. Den Spielern ist es scheinbar egal wie teuer die Karten sind, sie meckern und kaufen doch.
        Du hast den Artikel aber schon gelesen oder?

        Der Turing ist ein ganz anderer Chip. Deutlich verbesserte Videoengine fürs Streaming, parallele Abarbeitung von Fließkomma und Integer-Berechnungen (=schnellere FPS pro Shadereinheit), kleinerer Fertigungsprozess, 1,5 mal mehr Transistoren und und und.
        Am Ende gibt es hier de facto eine GTX 980Ti (damals 800€+) für wohl um die 240€ und bei weniger als der Hälfte des Stromverbrauchs...

        Und die Karte liegt nicht in der Wunschtraumwelt von 300€+, wie Nvidia die "Mittelklassekarte für jedermann" damals mit der 1060 6GB bepreisen wollte, sondern spürbar darunter.
        Auch die 2070 lag zum Release genau auf der €/FPS-Kurve wie die 1070 / 1080, nur eben ein ganzes Stück (diagonal) weiter oben. Das hat der Markt schon ganz gut im Griff.

        Deine nicht haltbaren Behauptungen kannst du ruhig für dich behalten. Die tragen zu einer sinnvollen Diskussion nämlich null bei.

        Und komischerweise deklassiert der "Nvidia-Schrott" zwischen 200-300€ alles, was AMD derzeit bieten kann in punkto Leistungsaufnahme und Lautstärke um Welten.
        Aber vermutlich will man das in seiner Schimpftirade auf die Taiwaner einfach nicht wahrhaben.
        Stattdessen hofiert man ein US-Unternehmen, dass seit nunmehr fast einem Jahrzehnt dabei ist, seine Fehlentscheidungen der Vergangenheit aufzuarbeiten und nach wie vor nicht in der Lage ist, eine Konkurrenzkarte am oberen Leistungsspektrum anzubieten.
      • Von bligg PC-Selbstbauer(in)
        AW: Geforce GTX 1660 Super im Test: Mit 75 % höherer Speichertransferrate zum Sieg im Mittelgewicht?

        Meine nächste Graka wird sowieso eine Radeon karte diese nvidia schrott tue ich mir nicht nochmals an
      • Von vinyard Software-Overclocker(in)
        AW: Geforce GTX 1660 Super im Test: Mit 75 % höherer Speichertransferrate zum Sieg im Mittelgewicht?

        Zitat von 4thVariety
        Ich blicke in die Kristallkugel:

        Radeon 5500XT für 240€ mit fast identischen Benchmarks zu Vega56
        Radeon 5500 für 200€ mit minimal besser als eine 590.

        Preis/Leistung ist imo seit der Prreissenkung der Vega 56 auf 230€ +-x zemenntiert, daran wird das Update nix ändern.
        Nvidia hat seine 1070 für 250 abverkauft, aber die Ablösung für 250€ hat definitiv eine Underperformance. Die Ablösung hätte wohl die 1660 werden sollen, aber ddie blanke 1660 ist dafür einfach zu schlecht, die Ausbeute 1660Ti wohl zu gering und jetzt probiert man es mit der GDDR6 Brechstange und verfehlt das Ziel trotzdem.

        Nvidia wird erst mit der 2070 Super und aufwärts interessant.
        genau so ist es
      • Von 4thVariety BIOS-Overclocker(in)
        AW: Geforce GTX 1660 Super im Test: Mit 75 % höherer Speichertransferrate zum Sieg im Mittelgewicht?

        Ich blicke in die Kristallkugel:

        Radeon 5500XT für 240€ mit fast identischen Benchmarks zu Vega56
        Radeon 5500 für 200€ mit minimal besser als eine 590.

        Preis/Leistung ist imo seit der Prreissenkung der Vega 56 auf 230€ +-x zemenntiert, daran wird das Update nix ändern.
        Nvidia hat seine 1070 für 250 abverkauft, aber die Ablösung für 250€ hat definitiv eine Underperformance. Die Ablösung hätte wohl die 1660 werden sollen, aber ddie blanke 1660 ist dafür einfach zu schlecht, die Ausbeute 1660Ti wohl zu gering und jetzt probiert man es mit der GDDR6 Brechstange und verfehlt das Ziel trotzdem.

        Nvidia wird erst mit der 2070 Super und aufwärts interessant.
      • Von Septimus Freizeitschrauber(in)
        AW: Geforce GTX 1660 Super im Test: Mit 75 % höherer Speichertransferrate zum Sieg im Mittelgewicht?

        Zitat von mumaker
        wie verballert sind die denn bitte ? 200€+ für eine graka die man echt nicht braucht! so eine materialverschwendung habe ich aber öfters schon mitbekommen. da soll man einfach die 1070, 1080, 2070, 2080 um die 200€ günstiger machen und dann läuft das geschäft auch. da hätte man locker das dreifache verkauft! und die ganze welt wäre zufrieden!
        Jipp, das ist richtig. Das Problem ist nur das Nvidia dank des "Geniestreichs" der Lederjacke auf einen riesigen Berg GTX 1060 sitzt die sie alle nicht los werden und das hier ist wohl das Ergebnis: Resteverwertung umgelabelter GTX 1060 vermute ich mal. Einfach damit mit dem Unsinn der Lederjacke doch noch Gewinn möglich ist. So jedenfaklls meine Theorie

        Die Leute kaufen alles weil Nvidia die Werbetrommel wunderbar beherrscht. Als die verunglückte 970er Serie endlich durch die 1070 abgelöst wurde konnte ich das noch verstehen, nicht aber als nicht viel später die 2070 auf den Markt kam und kurz danach die "Super" Serie wo sehr viele noch einmal sehr viel Geld locker gemacht haben die vorher schon die normale 2070 gekauft hatten, nur um noch ein paar Bilder mehr aus Spiel XY kitzeln zu können. Den Spielern ist es scheinbar egal wie teuer die Karten sind, sie meckern und kaufen doch.
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