Gigabyte Aorus 15G mit i7-10875H und 2070S im Test: Die erste "Super-GPU" ist da [Update]
Pünktlich zu Ostern hat uns Gigabyte ein Ei ins Nest gelegt: Am Karsamstag bekommen wir das Aorus 15G zum Testen, das erste Notebook mit einer RTX 2070 Super Max-Q vom Turing-Refresh und einem Intel Core i7-10875H - Intels neuem Achterner aus der zehnten Generation Comet Lake-H. Ist die neue Grafikeinheit auch wirklich super? Und kann Intel mit dem erst kürzlich erschienenen Ryzen 4000 Mobile konkurrieren? Das wollen wir hier mit ersten Leistungstests beantworten.
Intel war stark im Zugzwang, als AMD die neue Ryzen-Mobile-Generation im Januar auf der CES vorgestellt hat und den Core-i7- und Core-i9-Platzhirschen erstmals Konkurrenz machte. Anfang April durften wir dann den Ryzen 9 4900H testen, der Intels 2019er-Chips alt aussehen lässt, aber vor allem in der Effizienz beeindruckt. Intels neue, zehnte Generation an Notebook-CPUs ließ nicht lange auf sich warten. In etwa zeitgleich hat Intel die Comet-Lake-H-Modelle vorgestellt. Man will mit einem Boost-Takt jenseits der 5 GHz und dem Superlativ des "schnellsten Mobil-Prozessors" punkten. Neu in Comet Lake-H sind einige Zwischenmodelle: War bislang unter Core i7 den Sechskernern und Core i9 den Achtkernern vorbehalten, gibt es jetzt auch einen i7-Achtkerner, den i7-10875H, welchen wir nun auch testen können. Vom Topmodell Core i9-10980HK unterscheidet er sich nur in etwas niedrigeren Taktraten. Den i9 werden wir wohl in der High-End-Klasse der dicken Desktop-Replacements sehen, wo es weniger auf Preis, Gewicht oder Effizienz ankommt. Das zweite neue Zwischenmodell, ein i7-10850H hat nur etwas höhere Taktraten als der i7-10750H, dem eigentlichen Nachfolger des i7-9750H, welcher nach wie vor ein Sechskerner ist.
Gleichzeitig mit Intel hat Nvidia die Turing-GPUs für Notebooks renoviert und ihnen auch den Super-Refresh verpasst, der schon längst bei den Desktop-GPUs eingetroffen ist. Hier sind lediglich die Geforce RTX 2070 und die RTX 2080 mit dem "Super"-Zusatz neu, nicht jedoch die RTX 2060 wie bei den Grafikkarten. Die RTX 2060 für Notebooks will Nvidia dafür günstiger machen - es sollen Modelle unter 1.000 Euro erscheinen. Zum Turing-Refresh erhalten einige neue Technologien Einzug, etwa Dynamic Boost, DLSS 2.0 oder neue Max-Q-Designs, die wir zur Vorstellung hier beschrieben haben. Die neuen "Super"-GPUs wird es in neuen Notebooks glücklicherweise nur mit der neuen Intel-Generation geben - es wird also keinen Generationen-Mix geben, sondern es ist stets beides aktuell.
Das Gigabyte Aorus 15G ist das erste Notebook mit dem neuesten Intel-Nvidia-Gespann: Von Intel finden wir den Achtkerner Core i7-10875H vor und die GPU ist eine Geforce RTX 2070 Super im Max-Q-Design. Es ist nur minimal dicker und schwerer als das bekannte Aero 15 von Gigabyte, das damals mit der ersten RTX 2070 Max-Q erschien. Es handelt sich um einen kompakten 15-Zöller, der fürs anspruchsvolle Spielen ausgelegt ist, genauer gesagt für E-Sports: Das Notebook verfügt über ein 240-Hz-IPS-Display und über eine beleuchtete, mechanische Tastatur. Wie auch das Aero soll es aber auch "Prosumer" ansprechen, es soll also auch professionelles Arbeiten möglich sein. Dafür spricht nicht nur die Rechenleistung, sondern auch die Bildschirmkalibrierung.
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RTX 2070 Super Max-Q im Test: Ein Schritt vor und einer zurück?
"Super" und Max-Q gleichzeitig können etwas widersprüchlich klingen. Einerseits wird die Leistung aufgebohrt, andererseits wieder zugunsten der Effizienz gedrosselt. Die Spiele-Benchmarks zeigen, dass sich die neue RTX 2070 Super mit Max-Q-Design in etwa auf dem Niveau der "alten" bzw. regulären RTX 2070 bewegt, eventuell sogar leicht darüber, was auch die synthetischen 3DMark-Punktzahlen zeigen. Die RTX 2080 Max-Q ist in etwa zehn Prozent stärker, aber ungleich teurer. In der Praxis ergibt das trotzdem Sinn, da sich letztlich auch die Leistung pro Watt erhöht, sprich: die Effizienz.
In der Leistung heben sich das "Super"-Plus und das "Max-Q"-Minus also auf. Die neue RTX 2070 Super Max Q bietet also die Leistung einer regulären RTX 2070, verbraucht dabei jedoch weniger. Ohne Max-Q-Design genehmigt sich die 2070 bis zu 115 Watt, mit ist sie auf 80 Watt begrenzt, sodass das Notebook weniger zu kühlen hat, also leiser läuft. Ob die circa 35 Watt weniger auch in einem leiseren Betrieb resultieren, konnten wir wegen Home-Office-Quarantäne noch nicht in unserem Akustiklabor prüfen. Subjektiv ist das schwierig zu sagen. Denn generell sind alle (RTX-)Gaming-Notebooks ziemlich laut unter Last, manche eben mehr und manche eben etwas weniger. In Sachen Lüfterlärm dürfte sich also wenig geändert haben - soweit unsere erste subjektive Vorabscheinschätzung dazu.
Update: Minecraft RTX möglich, aber Regler bitte nach links
Diese Schritte vor und zurück macht Nvidia nicht nur auf Seite der Hardware, auch softwareseitig gibt es Regler in den Grafikdetails für gewisse Hin- und Her-Kompromisse: Raytracing ist durchaus möglich mit den aktuellen RTX-GPUs, schluckt aber nach wie vor ordentlich Leistung - sprich: Fps. Nvidia hat nahezu zeitgleich mit dem "Super"-Refresh auch die Upscaling-Technik DLSS 2.0 renoviert, welche schon in einigen Spielen verfügbar ist und trotz Raytracing die Fps wieder aufbohren soll. Die haben sich die GPU-Kollegen bereits hier näher angeschaut und auch für die Max-Q-Notebooks soll sie der Effizienz dienen. Wir sammeln Raytracing-Benchmarks in Battlefield V seit Erscheinen der Turing-GPUs. Die Leistung der RTX 2070S Max-Q im Aorus 15G ist hier nicht zuletzt dank stärkerer CPU schon deutlich besser und in etwa auf Niveau der ersten RTX 2080-Max-Q-Modelle.
Das neue Minecraft RTX ist ein schönes Beispiel dafür, dass sich Raytracing zusammen mit DLSS lohnt - ja sogar nur in dieser Kombination sinnvoll ist. Denn das dort verwendete Pathtracing bringt selbst eine RTX 2080 Ti in die Knie, wie die Kollegen im Technik-Test festgestellt haben. Wie sieht es hier mit der neuen RTX 2070 Super Max-Q aus?
Knapp gesagt: Die Leistung steht und fällt mit der Raytracing-Renderdistanz, die im Grafikmenü zwischen acht (Minimum) und 24 (Maximum) auswählen kann. DLSS ist dort unverblümt unter "Upscaling" zu finden, was nur mit DirectX Raytracing (DXR) aktivierbar ist und am besten auch aktiviert bleibt. Denn die Qualitätseinbußen sind nahezu nicht vorhanden und die Framerate steigt dadurch erheblich. Auch die Renderdistanz lassen wir besser auf den minimalen "8 chunks" da die 8 GB Videospeicher sonst schnell volllaufen, der Arbeitsspeicher verwendet werden muss und die Frametimes nicht nur länger werden, sondern auch umso stärker schwanken:
Quelle: PC Games Hardware
Minecraft RTX: Leistung bringt ein bei 24 statt nur 8 Blöcken Pathtracing-Renderdistanz
Raytracing in Minecraft RTX ist auf RTX-Grafikchips beschränkt, auch wenn Nvidia die Strahlentechnik nun grundsätzlich auch älteren und schwächeren GPU freigegeben hat. Ohne RTX-GPU ist aber die Leistung fast immer zu schwach, sodass unser Raytracing-Fazit hier dasselbe ist wie schon damals zum Turing-Launch: Für flüssigen Raytracing-Spielspaß sollte es schon mindestens eine RTX 2070 sein.
I7-10875H: Intel kontert mit dem Achtkerner
Die Mainstream-CPU für Gaming-Notebooks war bislang der Sechskerner Intel Core i7-9750H. Er ist kräftig genug, um die RTX-GPUs nicht zu limitieren und nur wenige Spiele sind hungrig nach vielen Kernen, sodass ein Achtkerner nur selten einen Vorteil bringt. Bis dieses Jahr gab es hier aber auch keine Konkurrenz - AMD schickt nun das Topmodell Ryzen 9 4900H(S) ins Rennen, welches dafür gedacht ist, eine RTX-GPU zu befeuern. Auch deswegen musste Intel nun den i7 als Achtkerner ausstatten. Es wird sich zeigen, ob der direkte Nachfolger, der Sechskerner i7-10750H, der meistverbaute Prozessor in Gaming-Notebooks bleibt oder einer der beiden anderen neuen i7er.
Wir fühlen mit Cinebench vor und stellen zunächst fest, dass sich Intel wie erwartet die Single-Core-Krone vom Ryzen 9 4900H zurückholt. Dieser hatte in der Version R20 schon an der 500er-Marke gekratzt, der Intel-Achtkerner liegt aber in jedem Durchlauf stets drüber und schlägt hier sogar den i9-Vorgänger. Im Multicore-Score liegt der i7-10875H aber stets hinter dem Ryzen 9 4900H, der bislang nur im Asus Zephyrus G14 steckt. Das bestätigt uns auch ein etwas praktischerer Encoding-Benchmark mit Handbrake.
Update: Notebook vs. Desktop
Wir haben die CPU-Benchmarks zusätzlich mit Ergebnissen von Desktop-CPUs gefüttert und außerdem praktischere Tests in Handbrake und Photoshop hinzugefügt. Die Videoschnitt-Leistung messen wir seit kurzem im Premiere Pro, aber leider stürzt das Programm im Benchmark noch ab, was wohl am noch nicht öffentlichen, neuen GPU-Treiber liegt.
Im Handbrake-Rendering schlägt der i7-10875H zwar seinen Vorgänger, kommt aber nicht an AMDs neuem Flagschiff, den Ryzen 9 4900H heran. Hier sind wir auf die Leistung des aktuellen Comet Lake-H-Topmodells i9-10980HK gespannt, ob er den AMD in Mehrkern-Szenarien schlagen kann. Wir erwarten die ersten Notebooks aber nicht vor Sommer.
In Photoshop zählt die Single-Core-Leistung, die dank der 5 GHz in der Spitze ungeschlagen ist, weswegen der Benchmark Score auch deutlich besser ausfällt als bei Ryzen 9.
CPU-Effizienzvergleich: Ryzen 9 4900HS noch immer effizienter
In der Leistungsaufnahme genehmigt sich der Achtkerner circa zehn Sekunden lang um die 105 Watt und fällt dann bei Dauerlast auf 50 Watt ab. Damit ist der Prozessor etwas sparsamer als der alte i7-9750H, der sich in ähnlich dicken Notebooks stets 80 Watt genehmigt. Der i7-Achtkerner ist nicht nur deutlich effizienter als der i7-9750H, sondern auch schneller. Trotzdem liegt er in der Leistungsaufnahme noch immer hinter dem Ryzen 9 4900H.
Quelle: PC Games Hardware
Leistungsaufnahme: Ryzen 9 4900H vs. i7-9750H vs. i7-10875H
Akkulaufzeit: Lange, aber nicht lange genug
Gigabyte spendiert dem Aorus 15G einen relativ großen Akku mit 94 Wattstunden. Wir machen die Laufzeit-Stichprobe standardmäßig mit einer Office-Simulation mit PCMark 10 (Modern Office) samt WLAN, halber Bildschirmhelligkeit und deaktivierten LEDs, etwa die der Tastatur. Mit 6 Std. 37 Min. ist die Laufzeit zwar an sich gut, dennoch ginge das mit einem derart großem Akku besser, was uns etwas enttäuscht. Trotzdem: Mit der Laufzeit von fast einem Arbeitstag, dem relativ geringen Gewicht von 2,3 kg und dem vorkalibrierten, guten IPS-Display mit 240 Hz(!) ist das Aorus 15G nicht nur eine Gaming-Maschine, sondern auch ein gutes Arbeitsgerät für unterwegs.
Fazit: Schnellere CPU und effizientere GPU
Wir haben hier keinen "Super"-Leistungssprung erwartet und auch nicht vorgefunden, jedoch einen in Sachen Effizienz: Grob gesagt schafft es Nvidia, die Leistung einer regulären RTX 2070 mit fast einem Drittel weniger Leistungsaufnahme zu bieten. Wenn jetzt nicht nur die Leistung, sondern auch der Preis gleichbliebe, wird der Refresh zum echten Mehrwert.
Da der Intel Core i7-10875H mit einem Kern an der 5-GHz-Marke kratzt, holt er sich auch die Spitzenposition unter den Notebooks zurück. Natürlich wird er vom i9 noch geschlagen werden, aber auch der Ryzen 9 4900H, ohne S mit 45 Watt TDP statt 35, ist noch nicht getestet. Der Sommer wird mit den neuen Notebooks also noch spannend werden.
Ähnlich wie die Aero-Modelle von Gigabyte ist auch das Aorus 15G sowohl fürs Gaming als auch fürs Arbeiten unterwegs geeignet. Hier fällt der Kompromiss aber etwas mehr in Richtung Spieleleistung aus. Dafür spricht nicht nur die GPU-Leistung, sondern auch das etwas höhere Gewicht oder die recht laute mechanische Tastatur, die im Büro oder im ICE-Abteil die Nerven der Mitmenschen drangsalieren könnte.

"Denn generell sind alle (RTX-)Gaming-Notebooks ziemlich laut unter Last, manche eben mehr und manche eben etwas weniger.
In Sachen Lüfterlärm dürfte sich also wenig geändert haben - soweit unsere erste subjektive Vorabscheinschätzung dazu."
(Das ist halt einer der Gründe, warum ich nie wirklich Mobilegamer werde, entweder zu leistungsschwach oder zu laut, oder man geht halt dann ne Stufe runter, macht es wie Nintendo bzw. Indyspiele etc.)
Ich habe so eine "Höllenmaschine" hier stehen, zum Glück mit einem 6-Kerner der sich etwas mehr zurückhält. Ansonsten drehen beide Lüfter auf, dass es kein morgen gibt. Ich musste wechseln, das alte Notebook schafft kaum Windows 10 hochzufahren (2 Kerner), aber spielen mit dem neuen geht nur wenn man Ohropacks trägt.
Effizientere Die's aus der Serienfertigung Desktop, einfach zu selektieren und im Bereich Mobile zu verwursten ist die blödeste Idee von allen, Akkulaufzeit mal nebenher, was ja nicht mal den Preis mindert sondern ihn brachial in die Höhe treibt, so wie alles das mit RT oder RTX betitelt wird. Ob's das immer verdient und wert ist mal aussen vor.
Minecraft hängt ab einer bestimmten Anzahl an Chunks übrigens brachial im CPU Limit, da mutiert es auf einem Laptop schnell zu "Minecraft im Nebel" wenn man RTX aktiviert.
"In der Leistungsaufnahme genehmigt sich der Achtkerner einige Sekunden circa 105 Watt"
zu konkretisieren. SInd das 2, 10 oder wieviele Sekunden. Aber auch sowas ist natürlcih für Spiele irrelevant. Genauso wie man nur anhand der Bilder erahnen kann, dass es sich um ein mattes Display handeln könnte.