HP Omen X Emperium 65 im Test: BFGD zum ersten Mal durchgemessen

Nein, das hier ist keine News, kein Unboxing, kein Hands-on oder sonst irgendeine nächste lauwarme, oberflächliche Abhandlung - es handelt sich hierbei um den ersten Test eines BFGD, also Big Format Gaming Displays. Das 65 Zoll große Display von Nvidia, das HP nun in einen Monitor mit TV-Dimensionen als erster Hersteller auf dem Markt gebracht hat - noch bevor es Testmuster für Medien gibt, weswegen es bislang auch noch keinen Test gab. Hewlett Packard nennt das Monstrum HP Omen X Emperium 65. Modelle von Acer und Asus sollen auch folgen, doch die lassen noch auf sich warten. Aber von vorne.

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HP Omen X Emperium 65 im Test: BFGD zum ersten Mal durchgemessen
Quelle: HP

Zur letztjährigen CES im Januar 2018 überraschte Nvidia in einer Hotel-Suite mit riesigen Monitoren. Auf 65 Zoll löst das VA-Panel mit Ultra HD, also 3.840 × 2.160 Pixeln auf und bietet G-Sync Ultimate, das damals noch G-Sync HDR hieß. Bis 144 Hz bietet der Monitor also nicht nur ein Bild ohne Risse (Tearing), sondern auch HDR in 10 Bit (8 Bit mit Framerate Control) mit 384 dimmbaren Hintergrundlicht-Zonen in bestmöglicher Qualität bis zu einer Spitzenhelligkeit von 1.000 cd/m².

Nvidia BFGD: Unterschied zu großen Fernsehern

HP Omen X Emperium 65 im Test Quelle: HP HP Omen X Emperium 65 im Test Das ist auch der wesentliche Unterschied zu Fernsehern, die noch immer auf 60 Hz in UHD-Auflösung beschränkt sind, weil die HDMI-2.0-Schnittstelle nicht mehr Bandbreite hergibt. Nvidia setzt daher auf Displayport 1.4, das mit UHD und 144 Hz aber auch schon an seine Grenzen kommt und via Chrome Subsampling das Videosignal beschneiden muss. Volle RGB-Darstellung ist nur bis 120 Hz möglich. Doch dazu später an entsprechender Stelle zur Bildqualität mehr. Auf der CES 2018 nannte uns Nvidias Leiter für technisches Marketing Sean Cleveland einen Marktstart im zweiten Quartal. Es wurde letztlich das diesjährige zweite Quartal und auch nur mit dem Modell von HP - über einen Marktstart der Modelle beider A-Marken ist noch immer nichts bekannt. Daher stand in der Nvidia-Suite zur CES 2019 auch nur noch das HP-Modell, welches bald schon auch wirklich erhältlich sein würde.

Und tatsächlich: Seit einigen Monaten listen einige Shops das HP-BFGD als verfügbar für nur 4.000 Euro. "Nur" deshalb, weil die Spekulationen ins Fünfstellige hochgingen. Schon von den 27-Zöllern mit G-Sync Ultimate sind wir langes Warten gewohnt: Zwischen Ankündigung und Marktstart vergingen in etwa fast zwei Jahre. Im Interview zu diesem Marktstart sagte Nvidia uns, dass man sich eben erst auf den Markt wage, wenn die Qualität stimmt, und nicht etwa vorher, nur um einen angekündigten Termin einzuhalten. Bei Monitoren mit G-Sync Ultimate handelt es sich schließlich um sehr teure Premium-Produkte, daher fanden wir das auch nachvollziehbar.

G-Sync Ultimate schreibt eine Reihe an Eigenschaften vor die weit mehr als nur den Dynamikumfang, also HDR, betreffen. Neben DisplayHDR 1000 mit 384 Dimming-Zonen muss das Display auch mit 4K/Ultra HD auflösen, also mit 3.840 × 2.160 Pixeln, und die Bildwiederholrate von 144 Hz liefern. G-Sync hat hier nicht nur den Vorteil, dass das Bild auf voller Spanne (1 bis 144 Hz) rissfrei angezeigt wird, sondern in HDR auch den Input Lag reduziert. Ohne Synchronisierung sorgt HDR nämlich für zusätzliche Signalverzögerung, da neben der GPU auch das Display selbst ein eigenes Tonemapping vornimmt, was mit G-Sync Ultimate wegfällt. Bislang gibt es G-Sync Ultimate nur in zwei 27-Zoll-Modellen, die im letzten Herbst auf den Markt gekommen sind und mit Preisen über 2.000 Euro noch immer viel zu teuer für Normalsterbliche sind.

Warum wir die ersten sind mit einem BFGD-Test

Leser Stefan ist stolzer Besitzer eines BFGD Quelle: PC Games Hardware Leser Stefan ist stolzer Besitzer eines BFGD HP und Nvidia haben es noch nicht nötig, Testmuster den Medien zur Verfügung zu stellen, die wenigen verfügbaren Exemplare verkaufen sich auch ohne den großen Sample-Aufwand. Und PR-seitig funktioniert bei solchen kuriosen, teuren Nonplusultra-Produkten ja die Salami-Taktik, nach der jede neue Info, sei es Preis oder Marktstart, ohnehin bei den Medien eine Meldung generiert (natürlich auch bei uns).

Normalerweise läuft das genau umgekehrt: Oftmals bekommen wir vor Marktstart ein Testmuster und veröffentlichen den Test frühestens, wenn das Produkt auch zu kaufen ist. Vor dem Kauf von Unterhaltungselektronik googelt der Kunde nach Tests, um sich so vorab von der Qualität zu überzeugen. Diese können wir in diesem Fall erst nachträglich prüfen, also in diesem Test. Und das auch nur, weil einer unserer Leser sich das riesige Display angeschafft hat und uns freundlicherweise angeboten hat, es bei sich daheim zu testen. Wenn der Prophet nicht zum Berg kommt, kommt der Berg eben zum Propheten.Unsere Leser sind eben die Besten. Herzlichen Dank an dieser Stelle an Stefan Körber aus Hemer.

Ausstattung: Monitor mit Smart-TV

Der riesige Monitor beeindruckt im Datenblatt mit seinen Eigenschaften. Eine Ultra-HD-Auflösung mit 3.840 × 2.160 Pixeln auf einer Diagonale von 64,5 Zoll mit 144 Hz und G-Sync Ultimate. Das heißt, dass die variable Bildwiederholrate zusammen mit HDR-Darstellung funktioniert - letztere in aktuell bestmöglicher Variante. Das heißt, eine Spitzenhelligkeit über 1.000 cd/m² mit 384 lokal dimmbaren Zonen an Hintergrundbeleuchtung.

Abgesehen von der Nonplusultra-Dimension eines Gaming-Displays ist das zweitwichtigste Ausstattungsmerkmal Nvidia Shield. Dabei handelt es sich um die integrierte Smart-TV-Oberfläche, die bei so einem Bildschirm auch nötig ist, da er ja auch als TV-Ersatz im Wohnzimmer geeignet sein muss. Die Shield-Konsole ist mit 200 Euro relativ teuer und nicht wirklich interessant oder konkurrenzfähig, da die kleinen Streaming-Sticks von Amazon, Google usw. ohne technischen Schnickschnack deutlich weniger kosten. Shield bietet zudem Cloud Gaming, was aber wegen Input Lag und den Preisen noch keine lohnenswerte Alternative zum "lokalen Gaming" ist.

Das BFGD von HP bietet zwar keinen TV-Tuner, der aber im Zeitalter von Netflix, Youtube und Co. immer weniger relevant wird. Nvidias Android-Betriebssystem ist daher eine sinnvolle Erweiterung für den Monitor, der den Wohnzimmer-Fernseher ja auch ersetzten soll. Ein TV-großer Monitor braucht natürlich eine Fernbedienung. An der Rückseite hat der große Monitor zwar auch einen kleinen Fünf-Wege-Stick, mit dem es sich bequem durchs übersichtliche On-Screen-Display (OSD) navigieren lässt, komfortabler geht das aber mit der Fernbedienung. Dabei handelt es sich um das gleiche Modell, das der Shield-Konsole beiliegt, inklusive der Sprachsteuerung.

Wie wohl alle Monitore mit G-Sync-Ultimate haben alle BFGD, also auch der HP Omen X Emperium 65 einen Lüfter auf dem Modul sitzen. Dieser läuft auch ständig und ist hörbar, wenn es still im Raum ist. Mit Spiele-Sound oder gar mit Headset ist er aber nicht mehr wahrzunehmen. Er stört also nicht, was auch der BFGD-Besitzer Stefan bestätigt.

Bildqualität: Ganz klar Nonplusultra

HP Omen X Emperium 65: Hervorragende Farbqualität Quelle: PC Games Hardware HP Omen X Emperium 65: Hervorragende Farbqualität HP Omen X Emperium 65: Sehr gute Homogenität Quelle: PC Games Hardware HP Omen X Emperium 65: Sehr gute Homogenität Bei einem Display mit G-Sync Ultimate handelt es sich um die beste (und teuerste) Bildqualität, die aktuell in einem Gaming-Monitor zu haben ist. Das ist von vornherein klar, aber wir gehen hier natürlich ins Detail: Beim 65 Zoll großen Display handelt es sich um ein MVA-Panel mit Quantum Dots des großen Herstellers AU Optronics, der die Panels nach Nvidias Vorgaben für G-Sync Ultimate fertigt. Über die VA-Technik in LCD-Panels wissen wir, dass sie einen niedrigen Schwarzwert und damit hohen Kontrast erlaubt, oft aber einige Schwächen in den Reaktionszeiten dunkler Farbwechsel hat, dort also etwas stärker schliert. Zur Bewegtbildqualität aber später. Wir sind schon mit der ersten Messung beeindruckt vom niedrigen Schwarzwert von knapp unter 0,1 cd/m². Die maximale (SDR-)Helligkeit messen wir mit 470 cd/m², was weit entfernt ist von den 750 cd/m² des Datenblatts. Für allzu helle Wohnzimmer könnte das etwas zu wenig sein, sodass man eventuell den Raum etwas abdunkeln darf. Das Datenblatt nennt einen Kontrast von 4.000:1 - dieser wird dank des guten Schwarzwertes hingegen übertroffen. 5.000:1 ist ein hervorragender Kontrast, den so mancher Monitor nicht einmal in HDR-Darstellung schafft.Beeindruckend gut ist auch die Homogenität, also die gleichmäßige Ausleuchtung des Panels. Wir messen hier lediglich Unterschiede von maximal vier Prozent. Lichthöfe oder andere Macken des Hintergrundlichts können wir weder messen noch sehen.

Dem HP Omen x65 Emperium liegt ein Kalibrierungsbericht bei. Erfahrungsgemäß muss das nicht unbedingt stimmen, hier messen wir aber eine hervorragende Farbqualität. Abgesehen davon, dass eine nahezu perfekte Farbtreue ohnehin nur für professionelle Grafiker relevant ist, beweisen die niedrigen Abweichungen hier die hohe Qualität des Bildschirms. Die neutrale Farbtemperatur von 6.500 Kelvin wird hier dank Werkskalibrierung fast perfekt getroffen. Viele günstige Panels verfügen über einen leichten Blaustich - nicht so das BFGD von HP. Der VESA-DisplayHDR-Test meldet zudem gute Farbraumabdeckungen: Der sRGB-Farbraum wird vollständig und selbst der AdobeRGB-Farbraum noch immer zu 91 Prozent abgedeckt. Wegen des Hybrideinsatzes als Fernseher ist auch hier die 97-prozentige Schnittmenge des DCI-P3-Farbraums relevant, der von Filmproduktionen genutzt wird.

HDR-Qualität: Hier mit Wow-Effekt

Für eine gute HDR-Darstellungen sind mehrere Merkmale wichtig. Zum einen die hohe Farbtiefe des Panels, die mit 10 Bit (8 Bit mit Framerate Control) über eine Milliarde Farben wiedergeben kann, welche die 1.024 Helligkeits-Abstufungen der RGB-Subpixel (statt nur 256 bei 8 Bit) ermöglichen. Viel wichtiger ist ein hoher Kontrast und damit eine höhere Spitzenhelligkeit - wir messen hier maximal 1.129 cd/m², was zweifellos dem DisplayHDR-1000-Standard entspricht. Die dritte und wichtigste Eigenschaft ist ein dimmbares Hintergrundlicht Der Monitor verfügt über 384 einzeln ansteuerbare Zonen. Die meisten Monitore, die ohnehin nur über 400er- oder 600er-HDR verfügen, haben kein sogenanntes Full Array Local Dimming (FALD), weswegen diese HDR-Stufen oft nicht empfehlenswert sind.

Nun hat das FALD auch seine Nachteile - und zwar den sogenannten Halo-Effekt. Die Kanten heller Elemente weisen auf dunklen Hintergrund ein helles Nachleuchten auf. Am BFGD fällt das lediglich in OSD-Elementen oder Ladebildschirmen auf. In Spielen selbst sind die Dimming-Unterschiede zwischen den Zonen nicht sichtbar.Fast jeder aktuelle Triple-A-Spieletitel verfügt über eine HDR-Darstellung. Die sichtbare Verbesserung ist also nicht nur von der Display-Qualität, sondern auch von der Umsetzung der Entwickler abhängig. Die Grafik ist in HDR stets etwas besser, wenn auch nicht unbedingt bunter, wie manche HDR-Vergleiche den Eindruck vermitteln.

HDR-Vergleich BFGD: Destiny 2

SDR HDR

4:2:2-Farbunterabtastung: Beschnittene Bildqualität?

Im Gegensatz zu aktuellen Fernsehern, die nur HDMI 2.0 bieten, haben die BFGDs eine Displayport-Schnittstelle. Die Bandbreite reicht hier in voller RGB-Darstellung für die Ultra-HD-Auflösung mit 120 Hz. Mit 144 Hz bedient sich das neue G-Sync-Modul der 4:2:2-Farbunterabtastung (engl. Chroma Subsampling). Dadurch verfügt nicht mehr jeder einzelne Pixel über eigene Farbinformationen - die Bildqualität ist dadurch also beschnitten. Für tiefergehende Ausführungen dazu verweisen wir auf den entsprechenden Absatz im Test des Asus PG27UQ, wo uns das erstmals begegnet ist, und kommen daher gleich zum Wesentlichen: Dank der hohen Bildschirmskalierung können wir zwischen 4:4:4 und 4:2:2 keine Qualitätsunterschiede in der Bildqualität erkennen, ebenso wenig wie in Spielen - egal ob SDR- oder HDR-Grafik, egal ob auf Bildern oder mit dem bloßen Auge am Bildschirm.

Bewegtbildqualität: VA schliert "im Dunklen"

Die Overdrive-Stufe 3 bietet  Quelle: PC Games Hardware Die Overdrive-Stufe 3 bietet  Das VA-Panel hat einige Ausreißer in dunklen Farbwechsel. Quelle: PC Games Hardware Das VA-Panel hat einige Ausreißer in dunklen Farbwechsel. Während die reine Standbildqualität in Sachen Farbtreue oder HDR-Darstellung von guten Fernsehern stets am besten ist, dürfte für den PC-Gamer das Limit auf 60 Hz das größte Manko eines Fernsehers sein. Schuld daran ist HDMI 2.0, mehr als 60 Hz sind in Ultra-HD-Auflösung wegen der Bandbreite nicht möglich. Genau dieses Limit durchbrechen die BFGD-Monitore und bieten mit bis zu 144 Hz auch ein schnelleres, schärferes Bewegtbild mit weniger Schlieren. Wir messen stets 20 Farbwechsel mit dem Oszilloskop in der Overdrive-Stufe, welche die beste Bildqualität liefert. Im OSD finden wir insgesamt sieben Stufen vor. Wie bei den meisten Monitoren ist auch hier im HP-BFGD ein mittleres Niveau der beste Kompromiss aus Schlieren und Korona.

Im Bildervergleich ist deutlich zu sehen, dass auf Stufe 1 das Bild noch ziemlich schliert, während die höhere Spannung am Panel mit Stufe 3 die Schlieren schon deutlich reduziert. Alle Stufen darüber weisen einen hellen Schatten, also Korona-Effekt auf und sind nahezu unbrauchbar. Stufe 3 ist daher die beste Wahl fürs Gaming. Erfahrungsgemäß schwanken die Reaktionszeiten bei VA-Panels recht stark, was auch unsere Messung bestätigt: Wir finden einige Ausreißer in dunklen Farben von bis zu 25 Millisekunden, weswegen Bewegungen in dunklen Wechseln sichtbar stärker schliert als in hellen. Auch das zeigen unsere Fotos. Die teils hohen Reaktionszeiten machen das Panel aber nicht unbrauchbar, denn unser Durchschnitt beläuft sich auf passable 8,1 Millisekunden.

Es wäre auch falsch, das Panel wegen im Schnitt(!) zu langsamer Reaktionszeit (8,1 ms) pauschal für 144 Hz für ungeeignet zu erklären, was so manche Forenexperten oder sogar Monitortester tun, weil hier ja alle 6,9 ms (1/144) das Bild aktualisiert wird. Es ist zwar im Prinzip richtig, dass theoretisch der Farbwechsel selbst schneller vonstattengehen muss als der gesamte Bildaufbau selbst. Das muss etwas differenzierter betrachtet werden: Zum einen sind Schlieren in kontrastarmen, noch dazu dunklen Farbwechsel weniger störend, zum anderen unterbieten viele der Reaktionszeiten die Bildaufbauzeit. Einen Durchschnittswert hier für die Bewertung heranzuziehen, ob das Panel für 144 Hz geeignet sei, wäre nicht aussagekräftig.Manch ein Tester rät sogar, die Bildwiederholrate einfach zu senken. Klar, der Unterschied zwischen 120 und 144 Hz ist vernachlässigbar, ebenso aber der Unterschied in den Schlieren zwischen beiden Bildwiederholraten. Gerade mit G-Sync, wo die Framerate ohnehin schwankt und in UHD sowieso kaum die 144 Fps erreicht, ist dieser Unterschied irrelevant. Was also tun? Testen Sie es im Zweifel selbst, ob Sie in Spielen(!) zwischen 120 und 144 Hz einen Unterschied sehen oder anderes Spielgefühl haben. Nach aller Theorie und Messung zählt letztlich, was zu sehen ist. Unsere Testufo-Bildmontage zeigt, dass das Overdrive auf Stufe 3 die Schlieren sichtlich reduziert. Ebenso ist zu erkennen, dass schwarze Pixel noch immer stark schlieren, hellere Farben aber deutlich weniger.

Input Lag: Nicht spürbar

Während Fernseher über einen Gaming-Modus verfügen, welcher den Input Lag auf ein spielbares, erträgliches Niveau reduziert, fehlt dem BFGD dieser, weil er ihn schlicht nicht braucht. Schließlich ist der TV-große Monitor fürs Gaming geschaffen, sodass wir subjektiv keinerlei Verzögerung am Mauszeiger spüren. Stefan, der Besitzer des Testexemplars, ist leidenschaftlicher Shooter-Spieler und bestätigt diese Einschätzung. An seinem Spielerechner hängt auch ein 240-Hz-Monitor, auf dem er Clanwars austrägt. Dennoch interessieren ihn ebenso wie uns nun Messwerte zum Input Lag, die wir mit dem Leo-Bodnar-Tool prüfen.

Im Kleingedruckten, also versteckt in einer Fußnote im Datenblatt nennt HP eigene Angaben zum Input Lag. Dort ist zu lesen: "Eingangsverzögerung DisplayPort™ (UHD, 144 Hz, OC=EIN, lokales Dimmen=EIN): 9,1 ms; Eingangsverzögerung HDMI (UHD, 60 Hz, lokales Dimmen=EIN): 9,6 ms; Hinweis: Andere Konfigurationen verändern die Eingangsverzögerung. Diese liegt im schlimmsten Fall unter 17 ms." Leider schreibt HP nicht, wie diese Werte gemessen wurden.Wir haben festgestellt, dass das Farbprofil "Vivid" über einen höheren Lag verfügt, nämlich 20,2 ms oben und 24,3 ms mittig, weswegen es nicht fürs Gaming verwendet werden sollte. In jedem anderen Bildprofil misst das Gerät am oberen Bildrand 14,2 ms, während es in der Bildmitte, wo die Bildaufbauzeit hinzukommt, 17,4 ms sind. An sich sind das Werte, die von vielen Monitoren um bis zu 10 ms zwar unterboten werden, aber noch immer Shooter-tauglich sind und das Spielgefühl kaum beeinflussen dürften. Andere Einstellungen, wie etwa Overdrive (Reaktionszeit) oder Local Dimming, beeinflussen den Input Lag nicht.

Input Lag HP Omen X Emperium 65 BFGD Color Profile "Vivid" Any other profile
top 20,2 ms 14,2 ms
middle 24,3 ms 17,4 ms
bottom 28,1 ms 20,6 ms
Leo Bodnar Tool (FHD, 60 Hz, HDMI)    

Diese Messungen sind nur bedingt aussagekräftig, da sie nur am HDMI-Eingang gemessen werden können, noch zudem in nicht nativer Auflösung und Bildwiederholrate (Full HD, 60 Hz). Im kommenden erweiterten Print-Test in Ausgabe 05/2019 bieten wir daher auch Input-Lag-Messungen mit der Highspeed-Kamera. Die Signalverzögerung kann sich an den Anschlüssen durchaus unterscheiden.

Fazit: Groß, gut, aber teuer

Nvidia hat zusammen mit AUO sowie den Monitorherstellern ein beeindruckendes Display geschaffen. Natürlich ist das mit 4.000 Euro nicht ganz billig, dafür bietet es das aktuelle Nonplusultra aus beiden Welten. Es ist nicht nur ein hervorragender Fernseher, wenn auch ohne TV-Tuner, sondern auch die aktuell bestmögliche Gaming-Mattscheibe in dieser Größe. Allein die 144 Hz sind ein gewaltiger Mehrwert gegenüber den 60 Hz, die selbst teure Fernseher noch immer maximal in Ultra HD bieten. Außerdem gefällt uns das VA-Panel mit niedrigem Schwarzwert, das qualitativ vergleichbar ist mit Samsungs Oberklasse-Fernseher, die ebenso VA-LCDs mit Quantum Dots bieten. Nicht nur mit HDR sieht das Bild gut aus, dank des guten Kontrasts und mit gutem Local Dimming wirkt auch ein Spiel mit standardmäßiger SDR-Grafik viel knackiger.

Die UHD-Auflösung fordert selbst aktuelle High-End-Rechner ans Limit. Stefan befeuert seinen BFGD mit einem wassergekühlten Tower aus einer RTX 2080 Ti und übertaktetem i7-8700K. Viele aktuelle Spiele dümpeln in maximalen Details noch immer um die 60 Fps und selbst mit einigen Kompromissen in den Grafikdetails ist da nicht viel zu holen.Trotzdem spielt es sich weitaus besser auf dem BFGD als auf einem Fernseher. Gerade in "mittelmäßigen" Frameraten um die 60 Fps lohnt sich G-Sync, da es ein rissfreies Bild auf den Schirm zaubert, während man Shooter in dreistelligen Fps flüssig genießen kann. Zukunftssicher ist der HP Omen X Emperium 65 allemal, da er noch kommende Generationen an Grafikkarten auslasten wird.

Produktname Omen X 65 Emperium
Herstelller HP (Hewlett Packard)
Diagonale 64,5 Zoll
Preis/Preis-Leistungs-Verhältnis Ca. € 4.000,-/mangelhaft
PCGH-Preisvergleich www.pcgh.de/preis/1976302
Ausstattung (20 %) 1,75
Anschlüsse 2× USB 3.0, 1× DisplayPort 1.4, 3× HDMI 2.0, 1× HDMI ARC, 1× Line Out, 1× SPDIF, 2x USB (Ladebuchsen)
Max. Auflösung/Pixeldichte 3.840 × 2.160/68,3 ppi
Panel-Typ/Diagonale AMVA (Quantum Dots)/163,8 cm
Netzteil/Vesa-Halterung Intern/400 × 400 (frei)
Gewicht/Maße (inkl. Standfuß) 32,4 kg/145cm × 94 cm × 34 cm
Pivot 90 Grad/neigbar/höhenverst. Nein/-/-
Garantie 3 Jahre (Pickup & Return)
Sonstiges/Zubehör Fernbedienung, LED-Streifen an der Rückseite, 384 Dimming-Zonen, DisplayHDR 1000
Eigenschaften (20 %) 2,08
Betrachtungswinkel horizontal/vertikal 170/160 Grad
Bildwiederholrate/VRR 1-144 Hz/G-Sync Ultimate
Farbtiefe/Farben 8 Bit+FRC/1,07 Mrd. Farben
Kontrastverhältnis/Schwarzwert 5529:1/0,1 cd/m²
Max. Leistungsaufnahme/Stand-by 280 Watt/0,5 Watt
Leistung (60 %) 1,32
Input Lag (Full HD, 60 Hz) 14,2 ms
Farbabweichungen (ø Delta E 2000) 2,6
ø Reaktionszeit (Min.-Max.) 8,1 ms (2,6-25,9 ms)
Max. Helligkeit, Abweichungen 470 cd/m², Bis 4 %
Schlieren-/Korona-Bildung wenig/keine
Endnote 1,56
+ Toller SDR-Kontrast
+ Hervorragendes HDR
- VA-typische dunkle Schlieren

PCGH-Wertung

1,56

Bildergalerie

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    • Kommentare (27)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Biedermeyer Schraubenverwechsler(in)
        Zitat von pilzsammler2002
        Ohje... Der Preis ist aber echt nicht mehr Feierlich...
        Stimmt, nicht mehr feierlich - da fuer ein techn Maximum unerwartet extrem niedrig!
      • Von Biedermeyer Schraubenverwechsler(in)
        Zitat von pilzsammler2002
        Ohje... Der Preis ist aber echt nicht mehr Feierlich...
        Stimmt, nicht mehr feierlich - da fuer ein techn Maximum unerwartet extrem niedrig!
      • Von snake1125 Schraubenverwechsler(in)
        Zitat von PCGH_Raff
        Episches T-Shirt, Stefan. Kommt mir bekannt vor.

        MfG,
        Raff
        Das Shirt hab ich extra aus dem Schrank geholt.

        Schon vor Jahren als Merch seitens der PCGH gekauft...
      • Von snake1125 Schraubenverwechsler(in)
        Das Shirt hab ich extra aus dem Schrank geholt.

        Schon vor Jahren als Merch seitens der PCGH gekauft...
      • Von PCGH_Manu Software-Overclocker(in)
        Wie, wo? Verstehe die Frage nicht. An der Bildmitte mit maximiertem Browserfenster?

        Habe eben interessehalber beim LG nachgeschaut: Er ist im Schnitt mit 6,9 ms (statt 8,1) theoretisch einen Hauch schneller, hat aber mit 30,3 ms ne höhere Spitze im Wechsel von Schwarz auf 25 % Grau, wo der HP 25,9 hat. Gibt sich aber insgesamt nichts, meine ich.
      • Von JoM79 Trockeneisprofi (m/w)
        Asus1889 aus dem HWLuxx Forum möchte wissen, wo du den Ufotest auf dem Emperium durchgeführt hast.
        Er kann nicht glauben, dass der schneller ist als der LG 32GK850G.
      Direkt zum Diskussionsende
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