Nvidias G-Sync Pulsar: "Gewaltiger Sprung" bei der LCD-Klarheit?
Nvidias G-Sync Pulsar soll LCD-Bewegungsunschärfe weitgehend eliminieren und ein unabhängiges Video bescheinigt der Technik eine hervorragende Performance.
Bereits vor zwei Jahren hatte Nvidia mit G-Sync Pulsar eine neue Technologie für G-Sync-Module vorgestellt, die eine variable Bildwiederholrate mit erweitertem Backlight-Strobing für schärfere Bewegtbilder kombiniert. Dadurch soll es trotz nativ geringerer Display-Bildwiederholfrequenz eine wahrgenommene Bewegungsklarheit von effektiv über 1.000 Hz geben. Zur aktuell stattfindenden CES wurde die Kampfansage an die LCD-Bewegungsunschärfe nun auf Basis erster Monitormodelle mit entsprechendem Mediatek-Chip fortgeführt und auch treiberseitig implementiert.
Der bekannte Youtube-Kanal "Monitors Unboxed" hatte kürzlich die Gelegenheit, sich die Technik näher anzuschauen, und bezeichnete sie in einem ersten Testvideo als "die beste und klarste Backlight-Strobing-Technologie", die einem bisher untergekommen sei. Demnach sollten vor allem Gaming-Fans, die auf der Suche nach der besten Bewegungsschärfe sind, insbesondere in Multiplayer-Titeln, mit den neuen G-Sync-Pulsar-Monitoren glücklich werden.
"Monitors Unboxed" erklärt in dem Video unter dem Titel "Ein gewaltiger Sprung in der LCD-Klarheit" auch nochmal, wie die Technik im Wesentlichen funktioniert und bei Schwankungen der Bildfrequenz als Kompensation gegen Helligkeitsabfall zweimal statt wie üblich einmal "pulsiert", wodurch Flackern vermieden wird. Während andere Hersteller bereits ähnliche Kompensationsmethoden versucht hätten, konnten diese bisher keine Unschärfe vermeiden, was Nvidias Lösung deutlich überlegen mache, heißt es. Nvidia sei das erste Unternehmen, bei dem Rolling-Scan-Strobing und Variable-Refresh-Strobing gleichzeitig funktionieren.
G-Sync Pulsar: Ambient Adaptive Technology und Nvidia-Exklusivität
Da alles sehr schnell geschieht, ist es laut "Monitors Unboxed" teils schwierig, das Ganze mit einer Kamera aufzunehmen. Derweil zeigte sich bei der Untersuchung der Funktionsweise des Strobings mit einem Oszilloskop, dass die Impulse auch unterschiedlich stark ausfallen können. Beiläufig eingegangen wird auch auf eine neue Funktion namens "Ambient Adaptive Technology", die optional mithilfe eines Sensors die Helligkeit und Farbtemperatur automatisch an die Umgebungsbeleuchtung im Raum anpasst.
Als größtes Manko wird herausgestellt, dass G-Sync Pulsar nur mit Nvidia-GPUs funktioniert und bei AMD- oder Intel-Grafikkarten überhaupt nicht aktiviert werden kann. Überdies erscheine es so, als würde Pulsar grundlegend nicht zwangsläufig eine Form von Treiberintegration erfordern, da sich das Meiste auf der Anzeigeseite abspielt, jedoch wolle "Monitors Unboxed" diesbezüglich auf der CES noch weitere Informationen von Nvidia einholen.
Ihre Meinung ist gefragt!
Was sagen Sie zu Nvidias G-Sync Pulsar? Nutzen Sie die Kommentarfunktion und teilen Sie uns Ihre Meinung mit. Beachten Sie beim Kommentieren aber bitte die Forenregeln. Folgen Sie uns außerdem für Neuigkeiten in der Hardware-Welt oder unsere exklusiven Inhalte gern auf Whatsapp und X. Unsere Video-Inhalte finden Sie bei Youtube, Instagram und Tiktok.

Was ich weniger gut finde: Das Panel (ist bei allen jetzt erscheinenden vier G-Sync-Pulsar-Monitoren das gleiche) hat nur 8 Bit Farbtiefe, es ist nur Edge-Lit (~500 cd/m² sowohl bei SDR und HDR), es sind "Schummel-HDMI-2.1"-Anschlüsse verbaut (allerdings bewirbt die AOC als "TSDM 2.1 HDMI 2.0", und nicht als "HDMI 2.1" was "okayisch" ist, schätze ich), die Helligkeitsverteilung ist eher mäßig und die Farben und vor allem die schwachen Kontraste sind auch eher naja - die Farbtreue ist allerdings nach Kalibrierung sehr gut.
Generell finde ich die Dinger ganz schön kostspielig, dafür dass da explizit KEINE BESONDERE HARDWARE verbaut wurde, sondern lediglich Nvidias G-Sync-Pulsar-Software zum Einsatz kommt. Nur Software. Dafür ist der Aufpreis echt happig. Das lassen die sich wohl ziemlich ordentlich bezahlen; Ein 27-Zoll-IPS mit 360 Hz und 8-Bit-Farbtiefe für 600+ Euro? Bissi hart.
Aber für Esport vermutlich echt ganz cool. Da kann ich die Vorzüge erahnen. Beim restlichen Gaming? Hmm. Da würde ich minimal weniger Bildschärfe vermutlich gegen gutes HDR und fette OLED-Kontraste/Farben tauschen. Bei ~500 Hz sind OLEDs auch schon sehr scharf und knackig.
Bei OLEDs wäre allerdings mal eine gute Black-Frame-Insertion-Alternative nützlich (die verhindert Sample and Hold bei OLEDs, die werden mittels eingefügtem schwarzem Frame "gelöscht"). Das hat allerdings den Nachteil, dass sich dann praktisch die Bild/Refreshrate halbiert und obendrein die Helligkeit (aufgrund des schwarzen Frames) ebenfalls reduziert wird.
Man müsste im Grunde diesen durch BFI entstehenden Helligkeitsverlust kompensieren, indem man den OLED bei jedem angezeigten Frame dafür doppelt so hell strahlen lässt. Dann hätte man mit einem hypothetischen 500-Hz-OLED effektiv 250 Fps bei gleichbleibender Helligkeit, mit fetten OLED-Kontrasten, gänzlich ohne störende LCD-Artefakte und obendrein mit extrem hoher Bildklarheit.
Gruß,
Phil