Mordor und Totschlag: So gut fühlt sich Mittelerde: Schatten des Krieges jetzt schon an
Mit Mittelerde: Mordors Schatten erschien im September 2014 ein Action-Adventure mit cleverer Gegnerschar, die dank ihres Nemesis-Systems individuell auf die unsere Aktionen reagierte. Im Nachfolger Schatten des Krieges erweitert Entwickler Monolith Productions das System und lässt uns auf spektakuläre Weise die Festungen des Feindes stürmen.
Kinoreife Action verdient eine kinoreife Vorführung - das dachte sich wohl Entwicklungsstudio Monolith Productions und bestellte uns ein einen, richtig, Kinosaal im Westfield-Einkaufszentrum im Herzen von San Francisco. Im Rahmen der Game Developers Conference 2017 präsentierte uns Design Director Michael De Plater bei Cola und Popcorn das neueste Projekt seiner Firma. Mittelerde: Schatten des Krieges ist der Nachfolger zum preisgekrönten Überraschungshit Mittelerde: Mordors Schatten und erscheint am 24. August dieses Jahres.
Die Schergen des Hexenkönigs
Schatten des Krieges spielt zwischen den Ereignissen der Tolkien-Werke Der kleine Hobbit und der Ring-Trilogie, führt dabei aber die Geschichte des ungleichen Heldenpaars Talion und Celebrimbor aus Mordors Schatten fort. Gemeinsam wollen die zwei einen neuen Ring der Macht schmieden, um Sauron Saures zu geben - doch das läuft natürlich schief. Zunächst werden die beiden getrennt, müssen dann wieder zusammenfinden und anschließend feststellen, dass die Schergen des Bösen jetzt ganz Gondor ins Unheil stürzen wollen.Das Nemesis-System wurde nun auch auf Gebäude und Festungen ausgedehnt.
Unsere Demo des Spiels startet einige Stunden später: Talion und Celebrimbor sind wieder vereint und in Minas Ithil unterwegs, das vom Hexenkönig von Angmar beherrscht wird. Der hat seine Statthalter auf zahlreiche Festungen verteilt. "Wir haben das Nemesis-System aus dem ersten Teil nun auch auf Gebäude und Festungen ausgedehnt", erklärt Michael de Plater, während unser Blick über das gesamte Spielgebiet und die dort sichtbaren, zahlreichen Festungen schweift. Die darin herrschenden Overlords stehen noch über den Kriegsherren des ersten Teils, sind also keine kleinen Fische.
Welche Festung darf es sein?
Das Umland einer jeden Festung wird von dem dort herrschenden Overlord beeinflusst. So sitzt weiter im Süden mit Túgog Beast-Master ein wilder Ork auf dem Thron von Nurnen, einer Festung der Stufe 162. "Als Jäger und Fallensteller nutzt er mächtige Bestien für seine Kriegsmaschinen - diese 'Naturverbundenheit' spiegelt sich dann auch optisch im Umland wieder", sagt Michael De Plater.
Etwas weiter im Norden haust Ur-Hakon the Dragon, ein feuriger Terror-Olog-hai, über die Schreckensfestung Seregost mit der Stufe 192. Dem wollen wir das Handwerk legen, doch dazu müssen wir erst dessen Kriegsherren aus dem Weg räumen. "Die werden vom Spiel bei jedem Durchspielen individuell festgelegt und personalisiert", erklärt De Plater. Einer der Schergen ist Thrak Storm-Bringer, der mit seinen wüsten Attacken sogar unsere Ringkräfte aushebeln kann. Ein zweiter, nicht minder gefährlicher Kriegsherr heißt Túgog the Flame of War: Er zündet nicht nur mit Flammenwerfern seine Gegner an, sondern verteidigt die Festung mit heißem Kriegsgerät wie einigen Feuerkatapulten.
Aus Freunden werden Feinde
Uns kann das alles nicht schrecken, denn wir haben unsere eigenen starken Männer dabei: Ragdug Iron Mount reitet auf einem feuerfesten Reittier, Az-Laar the Demolisher ist quasi ein lebender Rammbock, der Festungstore wie Streichhölzer zersplittern lässt. "Und eine ganz besondere Rolle spielt Mozu Dead-Eye", orakelt Michael De Plater. Dead-Eye ist ein verfluchter wilder Scharfschütze und war früher Leibwächter eines Kriegsherrn, den Talion und Cerebrimbor in Rente geschickt haben. Er hat sich auf unsere Seite geschlagen und wartet im Inneren von Seregost auf uns - scheinbar hat er auch sein Spion-Diplom mit Auszeichnung abgeschlossen.Das Nemesis-System sorgt auch in Mittelerde: Schatten des Krieges für dramatische Wendungen.
Das Nemesis-System sorgt auch in Mittelerde: Schatten des Krieges für dramatische Wendungen. So enthüllt uns Michael De Plater, dass Thrak Storm-Bringer früher auf unserer Seite gestanden habe. Nach einer Schlacht wurde er für tot gehalten und zurückgelassen, doch Thrak überlebte, fühlte sich von verraten und schloss sich Saurons Armee an, um Rache an seinen ehemaligen Freunden zu nehmen - uns. Wir klettern derweil eine Burgmauer empor und erreichen einen Wehrgang, wo wir erst mit dem Bogen, dann mit dem Schwert diverse Schergen ausschalten.
Strategie ist Trumpf
Der Kampf ist nicht nur ein Teller Geschnetzeltes - wir müssen auch strategisch vorgehen, etwa mit der Fertigkeit Elfischer Zorn: Sie hält für einen Moment die Zeit an, in dem wir unsere Ziele markieren, die anschließend eins nach dem anderen einen Pfeil zwischen die Rippen bekommen. Kollege Dead-Eye hat bei seiner Spionagemission auch diverse Sprengstoffvorräte so platziert, dass ein gut gezielter Schuss sie zur Explosion bringt, wovon wir uns kurz darauf überzeugen können: Die Festungsmauer bricht unter großem Getöse zusammen, unsere Verbündeten stürmen herein und nehmen die Verteidiger nun von zwei Seiten in die Zange.
Uns steht derweil kein Geringerer als Thrak Storm-Bringer gegenüber, der uns so geschickt in einem Würgegriff nimmt, dass wir ihm nicht entkommen können. Bevor uns schwarz vor Augen wird, sehen wir, wie Dead-Eye aus den Schatten hervortritt und Strom-Bringer mit einem gut gezielten Schuss das Lebenslicht auspustet. "In Schatten des Krieges erwarten euch jede Menge solcher Geschichten von Loyalität, Betrug und Freundschaft", kommentiert Michael De Plater.
Drachenreiter von Gondor
Quelle: Warner
Unser Vorführer: Design Director Michael De Plater von Monolith
Ist Mittelerde: Schatten des Krieges nun ein Action-Adventure oder ein Rollenspiel? Es verbindet auf jeden Fall Elemente beider Genres. So erweiterten die Monolith-Designer die Möglichkeiten, unseren Helden auf- und auszubauen. Dazu gehört ein umfangreicheres Beutesystem: Wir tragen jetzt die Storm-Bringer-Rüstung mit mehr Lebenspunkten und Perks, die uns im Kampf gegen den Overlord sicher gute Dienste leisten werden. Doch vorher müssen wir uns um Túgog the Flame of War kümmern, der unseren Gefährten Az-Laar the Demolisher mit einem Flammenwerfer ausgeschaltet hat.
Immerhin konnte Az-Laar vor seinem heißen Ableben noch das Tor zum Innenbereich der Festung aufstoßen - durch das reiten wir nun mit einem Affenzahn, um etwaigen Flammenangriffen vorzubeugen. Moment, wir reiten? "Ja", sagt Michael De Plater. "Das Herbeirufen eines Reittieres gehört zu euren neuen Fähigkeiten." Ein Reittier der etwas anderen Art wird der Drache, den wir mit einem Pfeil aus seinem Schönheitsschlaf wecken, ihn daraufhin unter unsere Kontrolle bringen und den Spieß umdrehen: Statt die Angreifer - also uns - mit seinem feurigem Atem zu rösten, greift der Drache jetzt seine Verbündeten mit Sturzattacken und lodernden Flammen an.
Lang lebe der neue Overlord
Ist Mittelerde: Schatten des Krieges nun ein Action-Adventure oder ein Rollenspiel?
Wir müssen beziehungsweise sollten aber nicht alle Gegner eliminieren. Gerade hochrangige Feinde können mächtige Kampfgefährten werden, wenn wir sie im richtigen Moment beherrschen und rekrutieren. Das machen wir auch mit Túgog, den wir in den Kampf gegen die noch verbliebenen Festungsverteidiger schicken. "Ihr könnt eure Verbündeten verbessern und trainieren, sie als Leibwache engagieren, zu eurer Armee abkommandieren, sie auf eine Attentatsmission schicken oder als Spion einsetzen", zählt Michael De Plater einige der Vorteile auf, einen Feind am Leben zu lassen.
Wir haben nun den Rücken frei, um uns um Ur-Hakon the Dragon zu kümmern - sowie um rund ein Dutzend seiner Leibwächter, die sich alle auf uns stürzen, während unter uns in regelmäßigen Abständen Feuer aus dem Boden emporschießt. Zum Glück kommt uns Kumpel Ragdug Iron-Mount zu Hilfe, sonst wäre unser Sieg keinesfalls sicher gewesen. Mit dem Sieg über Ur-Hakon gehört uns nicht nur dessen Festung, sondern die gesamte Region. Zur Belohnung prasseln Erfahrungspunkte und Geld auf unser Konto und finden sich neue Ausrüstungsstücke im Inventar. Außerdem haben wir noch ein paar neue Nachfolger mehr - und eine eigene Basis, "von der aus ihr den Krieg zurück nach Sauron bringen könnt", wie De Plater hinzufügt.
Wir selbst können uns nach dem Kampf um Seregost nicht einfach entspannt zurücklehnen: Es gilt, einen Kriegsherrn zum neuen Overlord zu machen, der unsere Geschäfte in der Festung führt. Zur Auswahl stehen der Mystiker Zhorg the Haunted, ein Nekromant, der uns mit Zaubersprüchen versorgt, der Tierzähmer Ar-Benu Caragor, der sich um einen steten Strom von Kriegsbestien kümmert, und der schon bekannte Ragdug Iron-Mount - ein Experte, wenn es darum geht, Beute zu machen und zu plündern. Wir wählen Ragdug und freuen uns über einen steten Strom von Gütern, der uns aus der Region Seregost erreicht. Selbstmurmelnd lassen sich unsere Festungen auch aufrüsten und vergrößern.
Fazit: Mittelerde: Schatten des Krieges
Ich gebe zu: Nach meiner ersten E3-Vorführung von Mittelerde: Mordors Schatten war ich am Ende etwas verwirrt - die enorme Komplexität des Nemesis-Systems lässt sich in einer Viertelstunde nur begrenzt durchdringen. Doch inzwischen weiß ich, worum es geht, und bin deshalb begeistert darüber, dass Die Kämpfe gegen die Overlords versprechen jedenfalls ein großartiges Ränkespiel.
die Entwickler bei Monolith Productions das System sinnvoll aufgebohrt und um Festungen und ihre Herrscher erweitert haben. Ich bin allerdings gespannt, welche Vorteile mir eine bestimmte Anzahl von beherrschten Festungen bieten, ob meine Untergebenen die Festungen auch anständig verteidigen können, und welchen Unterschied es wirklich macht, wer in der Festung das Sagen hat.
Die Kämpfe gegen die Overlords versprechen jedenfalls ein großartiges Ränkespiel, wobei das ja nur ein Teil des Spielgeschehens ist: Auch, wenn die Entwickler noch keine Details verraten wollen, sollen wir im fertigen Spiel noch jede Menge andere Aktivitäten zu tun bekommen. Wer Mordors Schatten noch nie gespielt hat, kann das noch bis zum Erscheinen des Nachfolgers am 24. August nachholen: Inklusive aller DLC-Kampagnen kostet es als "Game of the Year"-Ausgabe gerade mal 20 Euro.

Mal davon abgesehen, erwarte ich in einer Vorschau zu einem Spiel, in dem man exzessiv kämpft, eine genauere Beschreibung der Kampfmechanik. Genau wie bei einem Rennspiel das Fahrverhalten (für mich) im Vordergrund steht.
Beim ersten Angespielt lassen die Entwickler so gut wie nie mehr einen niedrigen Journalisten ran, das sind normalerweise immer Leute aus dem Studio, die sich gut mit dem Spiel auskennen beziehungsweise etwaige Bugs umschiffen, die die Pre-/Alpha-/Beta-Version zum Absturz bringen könnten.
TL;DR: Wenn ich die Kämpfe und den Kampfmechanishmus nicht lange beschreibe, liegt das darin, dass ich da nichts wesentlich Neues gesehen habe, verglichen mit dem ersten Teil. Bitte nun auf die E3 warten, da kann ich das hoffentlich selbst anspielen.
Aber mal im ernst. Das Nemesis System im Vorgänger war schon genial. Ich fand es großartig um einen Hauptmann herum eigene zu sammeln und in dann von seinen eigenen Leuten abschlachten zu lassen während man sich selbst durch einen Haufen normaler Schnetzelt. Das hier klingt nach genau diesem Schema aber halt in Version 2.0. Neue Coole Attacken etc. , wie man im Video sieht. Bessere Untertanen/Gegner. Größere "Bossfights". Klingt doch genial.
Ich bin auf jeden Fall gespannt, was noch alles kommt.
Habe das Video angesehen, Artikel gelesen und mein derzeitiger Stand
Also ich finde es nicht in Ordnung, das man so ein Spiel schon so früh vorstellt. Wie soll ich das bis August aushalten? Ich bin generell extrem ungeduldig...
Die Ezio-Trilogie waren für mich die besten Spiele aus dem AC-Universum. Erst während Teil 3 bin ich dann komplett ausgestiegen, als man nur noch durch die Pampa gelaufen ist und dann noch der Kram mit den Schiffen, der mir überhaupt nicht gefallen hat... :-/
Bei Schatten des Krieges werde ich mal die ersten Tests abwarten, nachdem mich da schon die verschiedenen Editionen etwas abgeschreckt haben, aber an sich sieht das Spiel schon ganz nett aus. Ich hoffe nur, dass es wieder den "Schwarzer Waldläufer" Skin gibt, mit dem ich die ganze Zeit über in Teil 1 rum renne. Der Standardskin ist mir dann doch etwas zu gewöhnlich, was aber natürlich pure GEschmackssache ist.