Netflix übernimmt Warner: Nemesis-System soll neue Ära des Gamings einläuten - Petition gestartet
Wer hätte das gedacht: Nach über zehn Jahren wird klar, warum das von vielen Spielern gefeierte Nemesis-System aus Mittelerde: Mordors Schatten (2014) und Mittelerde: Schatten des Krieges (2017) ursprünglich ausgedacht wurde.
Originalartikel vom 25.03.2025: Es dürfte kein Zufall sein, dass das Nemesis-System ausgerechnet jetzt wieder ein Thema ist. Aufmerksamen PCGH-Lesern dürfte nicht entgangen sein, dass das Studio hinter Nemesis erst Ende Februar geschlossen wurde - nach über 30 Jahren am Markt.
Gebrauchtmarkt als Riesenproblem für Publisher
Das Nemesis-System war seiner Zeit weit voraus und sorgte für den einen oder anderen Aha-Moment beim Spielen. Ork-Gegner, die sich viele Stunden später an den Spieler und seine Handlungen bzw. Begegnungen erinnern - ob nun durch Verhöhnen oder unterwürfige Gesten. Sogar ganze Kämpfe wurden durch die Handlungen in der Vergangenheit beeinflusst. Dieses coole System blieb im Gedächtnis - doch warum wurde es eigentlich ursprünglich entwickelt?
Eine Antwort liefert Laura Fryer, ehemalige Vizepräsidentin von WB Games und zuständig für Monolith. In den 2010er-Jahren waren Gebrauchtverkäufe von Spielen ein großes Thema bei Publishern. Um dem Gebrauchtmarkt, bei dem vor allem Anbieter wie GameStop Kasse machten, etwas entgegenzusetzen, erfand man unter anderem Season Passes, die das Durchspielen hinauszögern sollten. Bei WB Games musste man erklären, warum Arkham Asylum von Rocksteady rückläufige Verkaufszahlen aufwies - schnell war der Gebrauchtmarkt als Schuldiger ausgemacht.
Während der Weiterverkauf für Spieler und Anbieter wie GameStop "großartig" gewesen ist, war es für Spieleentwickler "eine Katastrophe, weil sie nicht für jedes verkaufte Spiel bezahlt wurden, sondern nur für die erste verkaufte Kopie. "Sie verloren Millionen von Dollar", so Fryer. Also bekam Monolith die Aufgabe, die Spieler dauerhaft an das neue Mittelerde-Spiel zu binden. Die Monolith-Engine war damals nicht in der Lage, eine komplett offene Spielwelt im Multiplayer zu bieten, was eine mögliche Antwort gewesen wäre. Also erfand man das Nemesis-System - "zweifellos eine der kreativsten und coolsten Spielmechaniken der letzten Zeit", so Fryer.
Kennen Sie das Nemesis-System? Nutzen Sie die Kommentarfunktion und teilen Sie uns Ihre Meinung mit. Zum Kommentieren müssten Sie eingeloggt sein. Sollten Sie noch keinen Account haben, könnten Sie über eine Registrierung nachdenken, die viele Vorteile mit sich bringt. Beachten Sie beim Kommentieren bitte die gültigen Forenregeln. Folgen Sie uns außerdem für Neuigkeiten in der Hardware-Welt oder unsere exklusiven Inhalte gern auf Whatsapp und X. Unsere Video-Inhalte (oftmals gewürzt mit einer Prise Humor) finden Sie bei Youtube, Instagram und Tiktok.
Netflix-Deal belebt Nemesis-Diskussion wieder
Aktualisierung vom 08.12.2025: Das Thema Nemesis hat im Umfeld des Mega-Deals zwischen Netflix und Warner Bros. wieder Fahrt aufgenommen. So wurde eine Petition gestartet, die Netflix dazu bringen soll, die bahnbrechende Technologie unter Lizenz freizugeben. In der Petitionsbegründung heißt es, dass das Nemesis-System "trotz seines revolutionären Potenzials durch restriktive Lizenzen streng kontrolliert wurde, was seine breitere Einführung in der Branche behinderte". Durch die geplante Übernahme biete sich "eine historische Chance, den Kurs der Branche zu ändern". Die Bereitstellung der Nemesis-Technologie unter einer "fairen, transparenten und erschwinglichen Lizenz" könnte Netflix zu einer wichtigen Stütze für Entwickler werden. Durch eine Unterschrift würde man "Netflix dazu auffordern, das Nemesis-System allen Spieleentwicklern zugänglich zu machen und eine neue Ära der Gaming-Innovation einzuleiten".

Kam das überhaupt in andren Titeln außer den beiden HdR-Schatten-Spielen zum Einsatz? Also von anderen WB-Studios (Monolith brachte ja kein weiteren Titel mehr heraus).
Kam das überhaupt in andren Titeln außer den beiden HdR-Schatten-Spielen zum Einsatz? Also von anderen WB-Studios (Monolith brachte ja kein weiteren Titel mehr heraus).
Der Kauf war wohl nur im Komplettpaket möglich und sie wollten unbedingt einen Konkurrenten vom Markt nehmen.
Ich finde es beim PC auch gar nicht schlimm, weil es so viel Konkurrenz gibt zwischen Steam, Gog, Epic, Uplay, EA, Key-Reseller etc. und die Spiele werden in vielen Sales schnell günstig. Kann ich gut mit Leben.
Ausnahmen sind Titel, die man zwar nur über die jeweiligen Anbieter kaufen kann, aber ohne Kopierschutz ausgeliefert werden (lassen sich starten, ohne das der jeweilige Launcher laufen muss). Sind afaik aber nicht gesondert gekennzeichnet und muss man daher ausprobieren.
Wenn man legal bleiben will.
Davon generell ausgenommen ist GoG, falls du vorher alle heruntergeladen und gesichert hast.