[PLUS] Linux gegen Windows 10: Wie gut klappt das Spielen?
PCGH Plus: Linux war für Spieler lange uninteressant. Seit Steam auch für Linux erhältlich ist, hat sich das dramatisch geändert. Das System stellt für manche Windows-10-Gamer eine ernsthafte Alternative dar, aber auch für den normalen Nutzer lohnt sich ein Blick auf Linux. Der Artikel stammt aus PC Games Hardware 08/2018.
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Lange Zeit galt Linux nur als System für Bastler, Coder oder Freigeister. Für Spieler war es dagegen eher uninteressant. Es gab (und gibt noch immer) eine aktive Emulatoren-Szene für alle möglichen Konsolen, aber richtige AAA-Gaming-Titel fehlten bisher. Die für Linux frei verfügbaren Spiele sind zwar nett, aber meistens der Zeit weit hinterher, Nischenfüller oder Nachbauten von bekannten Spielen.
Als 2013 Valve mit Steam OS (basiert auf Debian) auf den Linux-Zug aufgesprungen ist, hat sich alles schlagartig und drastisch verändert. Nicht etwa weil SteamOS beliebt oder weit verbreitet ist, sondern da es die Entwicklung von Ports für Linux stark angekurbelt hat. Viele Entwickler können Spiele nun auch direkt für Linux veröffentlichen und mit dem Steam-Store auch einfach vermarkten. Seitdem sind viele große Titel, wie Rise of the Tomb Raider oder Tropico 5, viele mittelgroße Games sowie unzählige Indie-Titel für Linux erschienen. Große Titel erscheinen meist nicht gleichzeitig mit der Windows-Version für Linux, sondern erst nach einer Weile als Portierung (hier ist Feral Interactive deutlich zu loben). Leider ist die Quote bei großen Titeln noch relativ gering: Nur etwa 1/4 schafft es auf die freie Plattform. Damit ist Linux zwar noch lange nicht auf Windows-Niveau, aber es wird bereits viel geboten und ständig besser.
Linux ist für jeden
Lange schwebte der Ruf des Nischenbetriebssystems über Linux. Es sei kein System, das man seinen Freunden oder Verwandten empfehlen könne. Doch diese Zeiten sind schon seit knapp zehn Jahren vorbei. Inzwischen ist Linux (und vor allem seine verschiedenen Varianten und Oberflächen) ein erwachsenes System, das sogar die Großmutter bedienen kann. Es gibt Oberflächen für Bastler, Minimalisten, Windows-Wechsler und viele weitere Bedürfnisse. Kein anderes Betriebssystem kann so auf die Wünsche des Anwenders zugeschnitten werden.
Auch das Argument, dass es Programm XY unter Linux nicht gebe, ist ein hinfälliger Irrtum. Entweder es gibt eine freie Alternative oder es läuft mit WINE. Einzig dass Linux etwas Zeit zum Eingewöhnen braucht, ist geblieben. Ansonsten hat sich in den letzten Jahren viel zum Besseren verändert. Linux ist sicher, alltagstauglich, kostenlos und entwickelt sich ständig weiter.
Linux-Distros und ihre Einrichtung
Zwar kommt Linux nicht an die zwei Giganten der Betriebssysteme ran, hält sich aber mit 2,27 Prozent Marktanteil (Stand Mai 2018 laut www.netmarketshare.com) recht wacker und ist in den letzten Jahren konstant gewachsen. Der steigende Unmut vieler Windows-Nutzer, die über die Änderungen von Microsoft nicht zufrieden sind, trägt zu dieser Entwicklung bei.
Die Qual der Wahl
Doch welche der unzähligen Varianten soll man verwenden? Etwas vereinfacht gesagt gibt es mehrere Ur-Linux-Arten von verschiedenen Entwicklern, wie etwa Debian oder Red Hat Linux. Jede dieser Linux-Varianten verfolgt einen anderen Ansatz, sei es nun ein möglichst sicheres und stabiles System oder die allerneueste Software zu offerieren.
Linux zu installieren und einzurichten, geht in nur wenigen Schritten und in nur knapp 10 Minuten. Leichter geht es kaum!
Von diesen Linux-Varianten werden dann andere Unterarten erstellt, wie Ubuntu, Linux Mint, Arch Linux oder Knoppix. Es gibt auch Varianten mit klassischen Versionsnummern und -namen (wie bei Windows) oder sogenannte Rolling-Releases. Das System wird dabei über Jahrzehnte immer aktualisiert und nicht in Versionen veröffentlicht. Die meisten Linux-Distros setzen aber auf Versionen mit Upgrade-Möglichkeit. Im Gegensatz zu Windows gibt es noch verschiedene Oberflächen zur Verwendung des Betriebssystems. Jede hat einen anderen Zweck oder eine andere Philosophie, sei es den Umstieg leicht zu machen, möglichst sparsam zu sein oder viele Funktionen zu bieten. Die beliebtesten sind Gnome, KDE, XFCE und Cinnamon. Wenn Ihnen eine Oberfläche und die Handhabung einer Linux-Variante nicht gefällt, können Sie einfach eine andere ausprobieren.
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Folgendes finden Sie im Artikel:
- Grundlagen Linux-Distributionen
- Spiele unter Linix: Übersicht
- Benchmarks: Windows 10 gegen Linux Mint mit i7-8700K, R7 2700X und GTX 1080 Ti - vier Spiele (Bioshock Infinite, Mittelerde: Mordors Schatten, Metro Last Light Redux, Deus Ex: Mandkind Divided
- Weitere Tools für Gaming unter Linux
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