AMD Ryzen 3000 vs. Intel Coffee-Lake-S-Refresh: Benchmarks ohne MCE, Scheduler-Fix und Spectre-Updates
Auf dem Next-Horizon-Gaming-Event hat AMD Benchmark-Vergleiche zwischen seinen Ryzen-3000-Prozessoren und Intels Coffee-Lake-S-Refresh gezeigt. Im Nachgang sprach der Chiphersteller über die Testbedingungen, die aus Intels Sicht durchaus fair anmuten. Multi-Core-Enhancement als OC-Feature war zwar ausgestellt, dafür fehlte Ryzen der Scheduler-Fix von Windows 10 und bei den Core-CPUs waren nicht alle Spectre-Patches aktiv.
Wer Hardware testet, muss sich bei den Rahmenbedingungen immer für Kompromisse entscheiden. Bei Grafikkarten betrifft das zum Beispiel den Einsatzort: Nutzt man einen offenen Testaufbau oder ein geschlossenes Gehäuse? Wie sähe dort eine praxisrelevante Belüftung aus? Bei Prozessoren sind die BIOS-Einstellungen immer wieder ein Streitthema. Intels Core-Modelle können spätestens seit Coffee Lake-S im 14-nm-Fertigungsprozess 14++ sehr hoch takten, benötigten dafür aber Energie - die werkseitige TDP-Beschränkung limitiert das Taktverhalten signifikant.
Wie AMD Ryzen 3000 und Intels Core-CPUs testete
Gegenüber pcworld.com hat AMD ausgeführt, wie die internen Benchmarks der hauseigenen Ryzen-3000-Prozessoren verglichen mit Intels Core-Prozessoren der Coffee-Lake-S-Refresh-Reihe entstanden sind. Sowohl bei den hauseigenen CPUs als auch bei jenen der Konkurrenz waren keine Übertaktungsfunktionen aktiv. Die Modelle liefen innerhalb ihrer TDP-Rahmen. Das sogenannte Multi-Core-Enhancement wurde bei Intel ausgestellt. Durch diesen lassen Mainboards höhere Turbo-Stufen anlegen, als Intel standardmäßig vorgesehen hat. Erst durch diese Funktion beziehungsweise durch manuelles Übertakten können der Core i9-9900K und seine Brüder ihr volles Leistungspotenzial ausspielen, werden dadurch aber ineffizienter. Am Ende sieht Intel einen solchen Betrieb innerhalb der Garantiebestimmungen nicht vor, sodass wir AMDs Entscheidung nachvollziehen können.
Passend zum Thema: Für alle Ryzen-CPUs: Windows 10 1903 bringt Performance-Verbesserungen
Die weiteren Bedingungen fielen gewissermaßen zugunsten von Intel aus. AMD testete noch nicht mit dem Windows-10-Build 1903 (Mai-2019-Update), der dem Microsoft-Scheduler Zens Aufbau mit den CPU-Complexes beibringt und dadurch die Leistung relevant steigern kann. AMD spricht von bis zu 15 Prozent, wobei das gezeigte Rocket League ein Paradebeispiel für das Update darstellen dürfte. Auf der anderen Seite installierte AMD noch nicht alle Updates gegen die Sicherheitslücken Spectre und Co. auf den Intel-Systemen, was deren Leistung senken könnte. In der Praxis könnte der Vergleich Ryzen 3000 vs. Coffee-Lake-S-Refresh dementsprechend noch ein wenig stärker zugunsten AMDs ausfallen. Mit dem MCE-Feature sieht die Welt womöglich wieder anders aus, aber auch Ryzen-CPUs lassen sich übertakten.
In der Bildergalerie finden Sie AMDs Ryzen-3000-Präsentation vom Techday mit allen bekannten Benchmarks:

Was würde Intel dann machen hmm
Preisschwankung....
In 10nm nur mobile Kram
Spätestens mit EUV stehen doch eh alle an der gleichen Startlinie