[26/11/2021] Manor Lords … regt zum Nachdenken an. Es ist nicht das erste Mal, dass eine "1-Mann-Armee" Dinge leistet, für die man dem Vernehmen nach ein riesiges Team braucht. Und auch wenn Manor Lords weder fertig noch tatsächlich nur von einem Mann entwickelt wurde, offenbart es, wie gut die Unreal-Entwicklungsumgebung ist. Hier liegt der Grund, warum gefühlt die ganze Branche und ihr Hund darauf wechselt: Man kann damit in relativ kurzer Zeit coole Dinge erschaffen. In den richtigen Händen sogar großartige Spiele. Das gibt Hoffnung, denn eine Zeit lang hörte man immer nur, wie teuer Spieleentwicklung mittlerweile sei. Jetzt noch etwas generative AI und die Sache wird richtig interessant. Die Richtung stimmt, denn ansonsten landen wir bald bei 80 Euro für ein Triple-A-Spiel, dann bei 90 ... ach, sind wir ehrlich, dort landen wir so und so. Aber eine gute Entwicklungsumgebung kann dagegen steuern und Mehrwerte liefern, um das zu rechtfertigen.
Eines sollten wir aber bitte endlich begraben: die Unreal Engine 4. Lief nie wirklich rund, außer bei überschaubaren Projekten, und darf nun gerne breitflächig gegen die Version 5.4 getauscht werden, welche viele tolle Neuerungen bringt. Und die sind bitter nötig, denn aktuelle UE5-Spiele sehen zwar gut bis beeindruckend aus, laufen aber wie ein Sack mittelgroßer Nüsse. Trotz dieser Fortschritte freue ich mich sehr (!), dass nicht jedes Studio auf den Unreal-Hypetrain aufspringt, sondern weiterhin In-house-Tech verwendet. Monokultur zerstört die Artenvielfalt, doch Diversität ist gut. (Raffael Vötter)